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Tendenziöses Hart aber Fair

Politmagazine - das einstige Tafelsilber der öffentlich-rechtlichen Anstalten - verkommen nach Ansicht von Medienexperten zusehends zu Verbrauchermagazinen und erreichen nach einer Studie zum Thesenjournalismus bei sämtlichen Leistungskriterien kaum mehr als 30 Prozent Zustimmung. Was ist passiert und wie lässt sich der Bedeutungsverlust aufhalten?
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Sven

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Tendenziöses Hart aber Fair

BeitragDi 25. Mär 2014, 15:24

Auch Plasberg gehört mit seinem "Hart aber Fair" zum tendenziösen Talk, weil propagandistisch betrieben. Wie bei Lanz werden kritische Stimmen übertönt und kleingeredet, es wird ins Wort gefallen und Beiträge eingespielt, die so nie stattgefunden haben. Dabei wäre eine neutrale Berichterstattung so wichtig, gerade im Hinblick auf die Krim und die Ukraine und die vom Westen geschürte Kriegsgefahr. Wichtig darum, dass darüber gesprochen wird. Und das macht der Freitag in einem lesenswerten Kommentar. https://www.freitag.de/autoren/propagan ... agandashow

Solaris Post

Re: Tendenziöses Hart aber Fair

BeitragDi 25. Mär 2014, 15:59

Wen interessieren denn diese ewigen Talkshows? Gibt es hier jemanden?
Wichtig auch für uns zu Hause vor den PC/Bildschirmen:

Massenproteste in Spanien gegen die Austeritätspolitik der EU/EZB/BRD-Diktatur und wie darüber hierzulande
berichtet wird:
"In Madrid haben am Wochenende auf einer Großveranstaltung Hunderttausende gegen die Austeritätspolitik der EU demonstriert. Hunderte waren zuvor in mehreren Landesteilen aufgebrochen und in 8 Sternmärschen über 3 Wochen zu Fuß Richtung Madrid marschiert. Aufgerufen zu den “Marchas de la Dignidad M22” hatten Gewerkschaften, Parteien und Bürgerinitiativen.
Russia Today, das von der deutschen Propaganda gerne als Putins Propagandakanal dargestellt wird, berichtete sowohl im spanisch-sprachigen, als auch im englisch-sprachigen Channel ausführlich ..."
Nicht so die öffentlich-rechtlichen Sender in der BRD:
"Diejenigen, die die deutschen Zuschauer manipulieren und für dumm verkaufen wollen, die Russlands Medien vorwerfen, ein verzerrtes Bild von den Vorgängen in Kiew zu verbreiten, machen selbst genau das: Sie verschweigen oder marginalisieren die friedliche Großdemo und steigen ein, wenn es zu Gewalt kommt. Ganze 6 Sekunden pflichtschuldiger Rückblick auf die friedliche Demonstration, die man am Vortag noch verschwiegen hatte, verlieren sich in einem 25 Sekunden langen Beitrag, in dem die Gewalt in Wort und Bild im Vordergrund steht.
Das Ziel ist eindeutig: Diffamierung der Demonstranten."
http://propagandaschau.wordpress.com/20 ... aus-macht/
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Sven

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Re: Tendenziöses Hart aber Fair

BeitragDi 25. Mär 2014, 16:14

Wen interessieren denn diese ewigen Talkshows? Gibt es hier jemanden?


Mich z.B., aber für mich auch nur als kleiner Teil meiner Meinungsbildung, für manch anderen ein Großer. Ich darf darauf hinweisen, dass es dieses Projekt hier m.E. nur gibt, weil eine Talkshow ziemlich aus dem Ruder gelaufen ist (Lanz).

Ansonsten ein guter Hinweis von Dir, dass in den Staatsmedien so Einiges verschwiegen und umgedeutet wird.

Schlichting

Re: Tendenziöses Hart aber Fair

BeitragDo 25. Sep 2014, 00:39

Sven hat geschrieben:
Wen interessieren denn diese ewigen Talkshows? Gibt es hier jemanden?


Mich z.B., aber für mich auch nur als kleiner Teil meiner Meinungsbildung, für manch anderen ein Großer. Ich darf darauf hinweisen, dass es dieses Projekt hier m.E. nur gibt, weil eine Talkshow ziemlich aus dem Ruder gelaufen ist (Lanz).

Ansonsten ein guter Hinweis von Dir, dass in den Staatsmedien so Einiges verschwiegen und umgedeutet wird.


Auch wenn dieser Threat schon älter ist möchte ich nochmals gezielt meine Zustimmung ausdrücken. Auch ich ärgere mich seit geraumer zeit über "Hart aber Fair" und Frank Plaßberg und die Veränderungen in der Meinungsabbildung dieser Sendung der letzten Jahre. Mit dem Aufstieg des Moderators von einem Nieschenmoderator zu einer großen Abendsendung ist sowohl die breite Meinungsvielfalt als auch die seriöse Recherche und die vielseitige Beleuchtung der Themen verloren gegangen, die ich früher so sehr an der Sendung gemocht habe. Ich habe den Eindruck, dass dort jemand die Fäden zieht, dem es nicht um seriösen Journalismus geht sondern um die Lenkung der Meinung in eine bestimmte Richtung (neoliberal) und diesbezüglich werden Gäste ausgewählt, Meinungen vorsortiert und Gäste mit gegensätzlichen Meinungen unterbrochen.

Oft fällt mir auch die unfassbar weltfremde Art auf, mit der bestimmte Menschen zu bestimmten Themen eingeladen werden. Statt zum Beispiel zum Thema Demenz die Betroffenen und deren Angehörige ausführlich sprechen zu lassen, wird Frau von der Leyen als Paradebeispiel vorgeführt, wie sie ach so toll für ihren Vater sorgt. Niemand erwähnt, dass diese Dame dazu jedes Personal bezahlen kann, das sie benötigt und dennoch noch für ihren Vater das Pflegegeld bezieht. Die Menschen, die wirklich schwer betroffen sind und versuchen von einem bisschen Pflegegeld uns Sozialhilfe zu überleben und dabei noch ihre Angehörigen pflegen werden nicht einmal eingeladen. Zu groß ist die Angst, wirklich kritische Frustration im deutschen Fernsehen zu zeigen.

Auch andere Beispiele werden immer wieder mit politischen Größen und Prominenz als Gästen belegt, diese Damen und Herren verkaufen sich und ihre Thesen schon auf allen anderen Kanälen und rund um die Uhr, ich will und mag die Marketing-Argumente für deren Parteien nicht auch noch in einer angeblich sozialkritischen Sendung hören. Eine auffällige Zeit lang waren es vermehrt FDP und CDU Politiker denen man ein Podium bot. Nicht etwa die Oppositionsparteien, deren Redezeit hielt sich jeweils in Grenzen, falls sie überhaupt eingeladen waren.

Dementsprechend sind auch die Nachrecherchen oftmals eine Farce und gefärbt von sendereigener Ethik oder Politprominez.

Ein weiteres Beispiel war die Sendung, in der es um die Erkrankung Alzheimer ging und eine sehr überzeugende Biologin als einzige wirklich kritsche Fachfrau die Existenz dieser Erkrankung sehr glaubhaft und mit wissenschaftlichen Fakten darlegen konnte.

Ihr gegenüber stand (bis auf einen privaten Filmemacher der seine erkrankte Mutter gefilmt hatte) eine Armada aus Ärzten und Heilberuflern, die die Dame als unwissenschaftlich und unhaltbar diskreditierten, obwohl es bislang keinen Beweis im med. Bereich für die Existenz von Alzheimer gibt, welche aber einen immensen Umsatz an medizinischen Maßnahmen überall in Deutschland rechtfertigt.

Da wurde sogar offen bestätigt, dass die Demenzpatienten in die Unikliniken gelockt werden, obwohl es dort keinerlei Behandlungsmaßnahmen gibt, die nachweislich Erleichterung bringen. Im Gegenteil die angewandten Medikamente sind in Fachkreisen höchstumstritten. Reine Versuchshandlungen finden also in unseren Unikliniken statt. Mit ungezählten Todeszahlen und natürlich ohne jegliche kritische Nachfrage der Redaktion.

Auf die Anmerkung des Filmemachers, er habe am Ende bei seiner Mutter ebenso alle Medikamente abgesetzt, weil es ihr unter den Medikamenten immer schlechter gegangen sei ging weder Herr Plaßberg ein, noch wurde so etwas nachrecherchiert, was diese Medikamente genau bewirken und wer genau daran verdient und ob da vielleicht ein Zusammenhang zwischen Forschung und Verdienst besteht.

Man wandte sich eher peinlich berührt ab und lud den umstritten Arzt, der weiterhin Patienten wie Versuchstiere zu sich in die Klinik lädt auch in die Nachfolge (Aufklärungssendung) ein nicht aber die kritische Biologin.

In der Nachfolgesendung die wegen des großen Interesses nachgeschoben wurde bekam der Arzt dann Gelegenheit vollkommen kritikbefreit seine Maßnahmen und Thesen zu verbreiten.

Das war seither die letzte Sendung von Plaßberg, welche ich mir vollständig ansah. Solche Manipulationen von Wissenschaft für pharmazeutische Wirtschaftserfolge muss ich mir nicht noch im Fernsehen anschauen. Ich ärgere mich wahnsinnig über Hart aber Fair und darüber, dass offensichtlich alles und Jeder hierzulande käuflich ist.

Gast

Re: Tendenziöses Hart aber Fair

BeitragDo 25. Sep 2014, 00:50

Schlichting hat geschrieben:Ein weiteres Beispiel war die Sendung, in der es um die Erkrankung Alzheimer ging und eine sehr überzeugende Biologin als einzige wirklich kritsche Fachfrau die Existenz dieser Erkrankung sehr glaubhaft und mit wissenschaftlichen Fakten darlegen konnte.



Entschuldigung ich habe mich verschrieben.
Ich wollte schreiben:" ...einzig wirklich kritische Fachfrau, die die Nicht-Existenz bzw. die technische Unmöglichkeit der Diagnostizierbarkeit der Erkrankung Alzheimer ...darlegen konnte."
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Maren

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Re: Tendenziöses Hart aber Fair

BeitragDi 30. Sep 2014, 19:35

Der Faktencheck: http://www1.wdr.de/themen/politik/faktencheck384.html
Un wer ist wieder Experte?
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Maren

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Re: Tendenziöses Hart aber Fair

BeitragDi 11. Apr 2017, 18:57

Kriegspropaganda bei „Hart aber fair“

Über solche außenpolitische Finessen muss sich Julian Reichelt als „Chefredakteur aller Bild-Chefredakteure“ keine Gedanken machen. Gestern Abend erlebten wir dafür die Folgen einer solchen Kriegspropaganda. Diese hält den leisesten Zweifel an der eigenen Sichtweise schon für Verrat. Nur führt das leider bisweilen zu logischen Inkongruenzen.
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Maren

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Re: Tendenziöses Hart aber Fair

BeitragDi 11. Apr 2017, 20:22

TV-Kritik: „Hart aber fair“ Kriegspropaganda
Wie soll sich die Weltpolitik im Syrien-Konflikt verhalten? Darüber kann man sich aus guten Gründen streiten. Oder den Krieg als Plattform nutzen, um das eigene Blatt zu profilieren.

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