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Rebellen - geändertes Wording

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Maren

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Rebellen - geändertes Wording

Beitrag2. März 2016, 16:10

Betreff: Eingabe: Rebellen - geändertes Wording
Polizeiaktion in Baden-Württemberg Mutmaßlicher syrischer Kriegsverbrecher gefasst


Tagesschau.de Stand: 22.01.2016 17:22 Uhr

Sehr geehrter Herr Marmor,

am 10.12. 2015 kritisierten wir, dass ARD-aktuell das von der islamistischen Terroristengruppe "Jabhat Al-Nusra" beherrschte Gebiet nördlich von Homs als "Rebellengebiet" auswies und damit eine der brutalsten Terrorgruppe verharmloste. In Ihrer Stellungnahme wiesen Sie in der Person von Herrn Dr. Gniffke unseren Vorwurf zurück, mit der Begründung, dass „...der Begriff ‚Rebell' in diesem Fall das weite Spektrum der aufständischen Gruppen umfasst."

Mit dieser Propaganda-Lüge der öffentlich-rechtlichen Medien und mit der Mär von "gemäßigten Rebellen" dürfte es jetzt vorbei sein: Bundesaußenminister Steinmeier hat die neue Richtung angegeben: „Wo sollen denn nach mehr als fünf Jahren Bürgerkrieg, extremer Gewalt und um sich greifender Verrohung die gemäßigten Kreise herkommen?“

Es wird jetzt das bestätigt, was die Russen seit Beginn ihrer Bombardements in Syrien immer wieder betonten: "Es gibt keine gemäßigten Rebellen in Syrien". Trotz der Vielzahl unserer Beschwerden weigerte Dr. Gniffke sich, uns und der Öffentlichkeit die Gruppen der "gemäßigten Rebellen " im einzelnen zu benennen. Im Gegenteil, er verharmloste islamistische Terrorgruppen, versuchte ihren Charakter dreist und mit unterschiedlichen Begründungen schön zu reden, in trauter Zusammenarbeit mit seinen einschlägig bekannten Atais, Peldas und wie sie alle heißen.

Wie scheinheilig und durchsichtig die Propaganda über gemäßigte Rebellen war, zeigt sich an einem neuen Fall:

Als jetzt in Stuttgart ein Mitglied der "Jabhat Al-Nusra"-Gruppe wegen des Verdachts eines Kriegsverbrechens an einem Mitarbeiter der UN-Friedensmission festgenommen wurde, verwendete ARD-aktuell nicht die Bezeichnung "Rebell“ sondern übergangslos den Begriff „Terrorist“. (Überlegungen zur Unschuldsvermutung lassen wir hier einmal beiseite). Würde sich ja auch sonderbar anhören:“... Polizei verhaftet syrischen "Rebellen" wegen Kriegsverbrechen.“

Was sehen wir hier? Eine Volte im "wording" von ARD-aktuell. Das Abschlachten von Soldaten der syrischen Armee und von zivilen Anhängern Assads (z.B. Christen, Alawiten) ist das Handwerk von„Rebellen“. Falls jedoch abendländische Menschen, „Westler“ die Opfer sind, dann waren „Terroristen“ die Täter. Obwohl es sich um dieselben Verbrecher handelt.

Es sind Mosaiksteine dafür, wie sehr ARD-aktuell propagandistischen Vorgaben folgt, und damit den weiteren Verlust an journalistischer Glaubwürdigkeit in Kauf nimmt.

Wir fordern Sie auf, die Formel "gemäßigte Rebellen" als propaganda-behaftet einzuordnen und zukünftig zu unterlassen. Möglicherweise ist diese Aufforderung aber auch überflüssig, weil Sie den Wink aus Berlin verinnerlicht haben und folgsam beherzigen werden.


Mit höflichem Gruß

F. Klinkhammer + V. Bräutigam
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Maren

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Re: Rebellen - geändertes Wording

Beitrag2. März 2016, 16:13

Betreff: Ihre E-Mail vom 25. Januar 2016
Sehr geehrter Herr Bräutigam,
sehr geehrter Herr Klinkhammer,

in Ihrer E-Mail vom 25. Januar 2016 kritisieren Sie den Sprachgebrauch von ARD-aktuell in Hinblick auf die verwendete Bezeichnung "Rebellen".

Ich habe die Redaktion gebeten, zu Ihrer Kritik Stellung zu nehmen. Die Antwort finden Sie im Anhang.
Stellungnahme-1_geschwärzt.pdf
(4.87 MiB) 227-mal heruntergeladen


Mit freundlichen Grüßen

Lutz Marmor

Intendant des Norddeutschen Rundfunks
Rothenbaumchaussee 132
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Maren

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Re: Rebellen - geändertes Wording

Beitrag2. März 2016, 16:15

NDR-Rundfunkrat
Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg



Programmbeschwerde: "Gemäßigte Rebellen" vom 25.1.2016
Stellungnahme des NDR vom 19.2.2016


Sehr geehrte Damen und Herren,

Herr Dr. Gniffkes Stellungnahme ist unzureichend. Wir fordern den Rundfunkrat auf, sich ein eigenes Bild zu machen.

Halsstarrig hält er an dem Begriff "gemäßigte Rebellen" fest. Er betont zwar die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, allerdings übergeht er dabei, dass seine Sendungen stramm und nachweisbar im Dienste transatlantischer politischer Vorgaben und penetranter russophober Agitation stehen. Ob er Vorgaben für seine Nachrichtengestaltung erhalten hat, spielt keine Rolle. Wesentlich ist, dass er – gleich, ob aus Eigeninitiative, Inkompetenz oder Überzeugung – Propaganda betreibt und damit die Grundsätze des öffentlich-rechtlichen Journalismus bei wichtigen Nachrichtenthemen mißachtet.

Niemand hat sich treffender über das Phantom "gemäßigte Rebellen" geäüßert als ein syrischer Katholik:

Erzbischof Jacques Behnan Hindo, einer der wichtigsten Vertreter der über zwei Millionen Christen in Syrien, hat gegenüber Agenzia Fides, der Nachrichtenagentur der katholischen Kirche, zum Begriff "Gemäßigte Rebellen" gesagt:

"Der US-amerikanische Senator John McCain beklagt, dass die russische Luftwaffe nicht die Stellungen des Islamischen Staates, sondern die von der CIA ausgebildeten Rebellen angreift. Dies finde ich äußerst beunruhigend, denn damit gesteht er ein, dass sich hinter dem Krieg gegen Assad auch die CIA verbirgt und es sich um einen Stellvertreterkrieg von Mächten handelt, die zusammen mit ihren Verbündeten in der Region gegen Syrien kämpfen.”


Und weiter:

“Die westliche Propaganda redet weiterhin von gemäßigten Rebellen, doch die gibt es nicht. In der Galaxie der bewaffneten Gruppen sind die Soldaten der Syrischen Befreiungsarmee nur mit einer Lupe zu finden. Alle anderen, abgesehen vom IS, haben sich in der Al-Nusra-Front zusammengeschlossen, ein Ableger der Al Kaida in Syrien. Dies alles ist sehr beunruhigend. Diese Supermacht protestiert 14 Jahre nach dem 11. September, weil die Russen die Milizen der Al Kaida in Syrien bombardieren. Was bedeutet das? Dass Al-Kaida sich nun mit den USA verbündet hat, nur weil sie in Syrien anders heißt? Glauben sie wirklich, dass wir so wenig Intelligenz und Erinnerungsvermögen besitzen?”


Diese Ausführungen entlarven die Erbärmlichkeit des journalistischen Sprachgebrauchs, den ARD-aktuell pflegt.

Dazu passen auch die Ausführungen des Herrn Chefredakteurs über den inhaftierten al-Nusra-Angehörigen in Deutschland: Es soll ein "spezifischer Fall" sein, kein Terrorist, sondern möglicherweise ein "Kriegsverbrecher". Vielleicht ist er ja doch ein gemäßigter Rebell, mit terroristischem Hintergrund, der in Syrien Kriegsverbrechen begangen hat. Herrn Dr. Gniffke wird gewiss noch etwas Originelles dazu einfallen.

Wir bleiben dabei: Herr Dr. Gniffke betätigt sich als Propagandist und Terroristen-Verharmloser, wenn er den Begriff "gemäßigte Rebellen" verwendet, ohne zu präzisieren, um welche Rebellengruppe es sich handelt.

Mit höflichem Gruß

F.Klinkhammer und V. Bräutigam

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