Projekt: Öffentliche formale Programmbeschwerden – Part 1

„Wir sind präzise Nachrichten“ – „Wir sind relevanter Talk“ – „Wir sind umfassende Informationen“ – verkündeten die Kollegen Daubner, Gerster, Illner, Jauch, Buhrow und Kleber einst in einem gemeinsamen Spot, der das Publikum für die geräteunabhängige Haushaltsabgabe erwärmen sollte.

Seitdem haben sich zwei Dinge diametral verändert. Die Einnahmen der Sender gingen in die Höhe und die Geduld vieler Zuschauer zu Ende.
Betrachtet man neben unseren Beschwerden, die innerhalb der letzten 8 Monate aus ca. 300 Einsendungen ausgewählt wurden, zusätzlich die vielen tausend Zuschauerbeschwerden, welche regelmäßig die Sender auf dem Postweg, per Mail, über die Kommentarspalten und Foren sowie telefonisch erreichen, so ist noch allerhand zu tun, um der Selbstbeschreibung der oben erwähnten öffentlich-rechtlichen Mitarbeiter „präzise – relevant – umfassend“ frohen Mutes folgen zu können.

Fakt ist, dass ein nicht unerheblicher Teil des Publikums inzwischen gegen „seine“ Medien rebelliert. Spätestens seit der Berichterstattung über die Ukraine, die ja noch immer in der gleichen – alle Tatbestände der Propaganda erfüllenden – Weise weitergeführt wird, weiß das Publikum um Fehlberichterstattungen, vorsätzliche Täuschungen und um das traurige Messen mit zweierlei Maß.

Deshalb wird inzwischen genauer hingeschaut – und zwar nicht nur was die Russland- und Ukraineberichterstattung anbelangt.

Fleißige Mitstreiter haben im Hintergrund an unserem Wiki gearbeitet, das unter anderem dazu dienen soll, in den Diskussionen gewonne Erkenntnisse zusammenzutragen und gemeinsam an Dokumenten und Ideen zu arbeiten. Unsere erste öffentliche Beschwerde soll einen Hinweis auf Schleichwerbung in den Tagestheme thematisieren.

Nr. 1 – Schleichwerbung in den Tagesthemen

So wurde innerhalb der Tagesthemen vom 24.02.2015, 22:15 Uhr, ein Fall von Schleichwerbung registriert, der sich nach Auffassung des Beschwerdeführers nicht mit den Regularien des Rundfunkstaatsvertrages verträgt.

Innerhalb des Beitrages zum NSU Untersuchungsausschuss Hessen wurde während eines Kurzinterviews mit dem Herausgeber der Tageszeitung Die Welt, Stefan Aust, dessen jüngstes Buch „Heimatschutz: Der Staat und die Mordserie des NSU“ von zunächst schemenhaft klein bis zu gestochen scharf auf ca. ¼ des Bildschirmes projiziert.

Das Buch (zum Preis von 22,99 €) des ehemaligen „Spiegel“-Chefs, der bereits das vielbeachtete Werk „Der Baader-Meinhof-Komplex“ verfasste, wurde innerhalb der letzten Monate ausgiebig in den Medien (auch in den öffentlich-rechtlichen ) beworben.

Weder während des Berichtes, noch während der Einblendung wurde in irgendeiner Weise auf die Platzierung des Buches hingewiesen. Es verbietet sich bereits der Versuch, innerhalb einer Nachrichtensendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mittels Schleichwerbung dem Absatz eines Werkes nachzuhelfen, selbst wenn es sich um ein publizistisch wertvolles handelt.

„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache“.

Das ist ein Mitmachprojekt. Anregungen, Kritik und Ergänzungen gerne per Mail info@publikumskonferenz.de, im Forum oder im Wiki.

Fertige Beschwerde zum ausdrucken bearbeiten, versenden.
ARD Schleichwerbung


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