Barack Obama zu Gast beim Evangelischen Kirchentag

Beitragsbild: Screenshot Guardian

Barack Obama, der einst an der Berliner Siegssäule als Heiland gefeiert wurde und als Hoffnungsträger für viele Menschen in der Welt galt, weilte heute wieder in Berlin, als prominentester Gast des Evangelischen Kirchentages. Ob sein gemeinsamer Auftritt mit der Kanzlerin tatsächlich dem Kirchentag gilt oder ob es sich um aktive Wahlkampfhilfe für eine seiner verlässlichsten Weggefährtinnen handelt, wird derzeit diskutiert. Auch unser Gastautor macht sich so seine Gedanken – allerdings mehr um den Missbrauch Luthers und um den Verrat christlicher Werte.

Ein Gastbeitrag von Günther Wassenaar

Wenn man beides miteinander in Verbindung bringt – kann es da sein, dass die heutigen evangelischen Christen den Luther nicht mehr verstehen – ja seinen Idealen vollkommen entgegen handeln?

• Für was stand Luther?
• Aus welchem Grund hat er die Kirche reformiert?

So wie ich das mal im Geschichtsunterricht gelernt habe, stand die Kirche generell, so wie heute noch die katholische Kirche, für Pomp und Reichtum. Vor lauter Gold und Edelsteinen konnte der Gott nicht mehr erkannt werden. Damit dieser Reichtum gemehrt werden konnte hatten „clevere Pfaffen“, den Ablaßhandel erfunden, preßten aus den „Sündern“ Geld, damit diese nicht im Fegefeuer schmoren mußten – ja sie gingen so weit, Ablaßbriefe für noch nicht begangene Sünden zu verkaufen, sozusagen einen Freibrief für Verbrechen – etwa so wie einen vorab erteilten Friedens-Nobelpreis?

Luther als gläubiger Mensch, verachtete diesen Ablaßhandel und er verachtete diese mit Reichtum überfüllten Kirchen. Er war damals ein Rebell, ein Revoluzer und wer heute so leben würde, wird vom Verfassungsschutz dieses Staates beobachtet und gnadenlos verfolgt. Dafür gibt es diese politische Polizei!

In dem Sinne paßte die damalige Kirche, die vor Luther, weit besser zu den Christdemokraten, die heute die Geschicke der westlichen Welt bestimmen – die mit immer mehr Grausamkeiten, aus der Mehrzahl der Menschen den letzten Heller pressen, damit eine kleine Schicht von „Eliten“ in Saus und Braus schwelgen kann.

„Eliten“ nenne diese Menschen sich, weil sie schon mehr als 1.000 Millionen $ oder € aus den Arbeitern ihrer Firmen gepreßt haben, bei denen das einzig elitäre ihre Gier ist, da man in diesem Gesellschafts-System Geld und Macht aus einem Topf bekommt.

Wenn also LUTHER dafür stand, diese damals vorhandene Gier abzuschaffen – wie wird er dann heute von genau den Leuten verraten und verkauft, die die Verantwortung für diesen Kirchentag haben. Sie begehen diesen der Reformation gewidmeten Kirchentag mit einer derartigen Gigantonomie, mit Ausschweifungen und Ausplünderungen, nicht nur der Gläubigen. Vieles was hier in der Lutherstadt pompös gebaut wird – ist einzig für dieses „Groß-Event“ und wird anschließend wieder abgebaut. Kostet den Steuerzahler viel Geld und spült dieses auf jeden Fall in die Kassen derer, die schon genügend Geld gescheffelt haben, in die Kassen von Unternehmern.

Dieses „Reformationsfest ist nichts als perverser Kommerz!

Kann es sein, dass LUTHER regelrecht vergewaltigt wird?

Hinzu kommt noch eine zweite Ungeheuerlichkeit.

Im Rahmen des KIRCHENTAGES 2017, kommt es zu einer Veranstaltung mit dem Thema „Engagierte Demokratie gestalten: Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen“.

An dem Thema ist an sich nichts auszusetzen, wenn da nicht der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche Heinrich Bedford-Strohm und die Kirchenpräsidentin Christina Aus der Au mit Sicherheit in Absprache mit der Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel, als repräsentativen Gast den Herrn Barack Obama eingeladen hätten. Allein an dieser Person kann man ausmachen, was diese Figuren unter „Demokratie“ und „Verantwortung übernehmen“ verstehen.

So weit mir bekannt, ist auch eine ehemalige Lichtgestalt der evangelischen Kirche, Frau Käsmann, an diesem Kirchentag beteiligt. Sie hatte mal vor ihrem „Sündenfall“, Positionen vertreten, die die Masse der Gläubigen und auch Menschen, die der Kirche nicht angehören, aufatmen ließen. Sie stand für Fragen einer sozialen Gerechtigkeit und sie stand für Frieden – sie stand gegen diese Art der „Verantwortung“ wie sie Obama und Merkel verstehen, indem sie Kriege in der Welt als das Mittel der Durchsetzung ihrer Politik betrachten.

Wohlgemerkt, ich betrachte den Fakt, dass sie mit Alkohol am Steuer saß nicht als den Sündenfall – wohl aber, dass sie sich hat disziplinieren lassen und heute in das gleiche Horn stößt wie die offizielle Kirche – eine Kirche die in einer der schwärzesten Zeiten deutscher Geschichte, den Faschismus allumfassend unterstützte. Die die Waffen segnete und mitverantwortlich dafür ist, dass Millionen Gläubige als Soldaten gegen das Gebot verstießen „Du sollst nicht töten“ – einschließlich der Bestien in den KZ.

Frau Käsmann, Frau Christina Aus der Au und Herr Heinrich Bedford-Strohm, wenn Sie dem Herrn Obama die Hände geschüttelt haben, hilft auch kein Dauerwaschen – denn das Blut was an seinen Händen klebt, wird an Ihren Händen ebenso kleben bleiben. Immerhin ist dieser Herr für das Abschlachten von 20.000 Menschen in der Welt persönlich verantwortlich. Menschen, die mittels Drohnen zerfetzt wurden, darunter eine große Zahl Frauen Kinder und Greise. Sie wurden auf sein Geheiß hingerichtet und zwar ohne dass ein Richter die Schuld der
Hingerichteten geprüft und nachgewiesen hätte.

Er hat das von seinem Vorgänger übernommene faschistische KZ in Guantanamo weder aufgelöst noch die Leiden der dortigen Gefangenen gemindert. Er hat als Präsident der USA die umfassendste aggressive Kriegsführung – zu verantworten, als je ein Präsident der USA vor ihm. In seiner Regentschaft wurden die Einsätze der URAN-Munition weder vermindert noch ausgesetzt. Somit hat er Kriegsverbrechen derart umfassend zu verantworten, wie gegenwärtig kaum eine andere Person auf diesem Planeten.

Und diesem Verbrecher schütteln sie die Hände – ja die Pfarrers-Tochter nutzt seine Anwesenheit für den eigenen Wahlkampf. Dabei müßte insbesondere sie, was den letzten Vorwurf betrifft – den Einsatz von URAN-Munition – besonders klare Stellung beziehen. Im Gegenteil zu anderen Politikern der BRD und der westlichen Welt, hat sie nicht Ökonomie, nicht Politikwissenschaft studiert. Sie hat ein Physik-Studium absolviert – dabei im Schwerpunkt Atom-Physik. Ihr sind die Wirkungen der Radioaktivität – einschließlich dessen Wirkung auf das Erbgut der Menschen, mit allen Widrigkeiten, auch der, dass das ungeborene Leben schon zerstört wird, bestens bekannt.

Betrachte ich diesen Zusammenhang des Kirchentages 2017 mit Reformation und Luther und sehe, wie dort eine Plattform für einen Kriegsverbrecher gegeben wird – so kann ich mich nicht mal an den bleibenden baulichen Besonderheiten dieser Festlichkeiten erfreuen.

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