Ramadan – ein alter deutscher Brauch

Bildquelle: DLF (imago/biky)

Ramadan – ein alter deutscher Brauch? Mitunter kann es ja hilfreich sein, bestimmte Beiträge und Kommentare unter dem Gesichtspunkt der Satire zu beleuchten. Satire muss nicht unbedingt komisch sein, aber kritisch, Satire will Bewusstsein schaffen, nachdenklich machen und Verhaltensänderungen provozieren. Satire will belehren, verbessern und dabei gesellschaftliche Zustände und bestimmte Protagonisten lächerlich machen. Satire darf bekanntlich alles – jedoch die präsentierten Fakten müssen trotzdem wahr sein. Und genau daran hapert es in diesem Meinungsbeitrag, findet der Beschwerdeführer.

Programmbeschwerde gegen Beitrag vom 16.05.2018 im Politischen Feuilleton
Ramadan – ein alter deutscher Brauch

Deutschlandradio
z. Hd. Herrn Intendanten Stefan Raue
Raderberggürtel 40
50968 Köln

Quelle: http://www.deutschlandfunkkultur.de/beginn-des-fastenmonats-ramadan-ein-alter-deutscher-brauch.1005.de.html?dram%3Aarticle_id=417999

Sehr geehrter Herr Raue,

gegen den oben benannten Beitrag lege ich hiermit Programmbeschwerde wegen Verstoßes von § 3 Abs. 1 der Satzung der Körperschaft des öffentlichen Rechts „Deutschlandradio“ ein. Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass es sich bei dem Beitrag um eine Satire handelt. Ich bin aber inzwischen zu der Überzeugung gelangt, dass es sich hierbei um eine ernst gemeinte Sichtweise des Autors handelt. Bei aller Berücksichtigung der kulturellen Vielfalt, zu der der Sender in Abs. 2 desselben Paragrafen verpflichtet ist, dürfen jedoch die anekdotischen Überzeugungen des Autors nicht derart von der Lebenswirklichkeit in Deutschland abweichen. Zumindest hätte hier eine deutliche Gegenposition durch den Sender ausgearbeitet werden müssen.

Die These, dass der Ramadan in Deutschland länger verbreitet ist, als das Oktoberfest, entbehrt jeder Grundlage. Herr Güvercin versucht auf subtile Art und Weise den Eindruck zu erwecken, dass der Islam seit ewigen Zeiten fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft sei. „Der Ramadan mit seiner Spiritualität und Konzentration auf das Wesentliche ist ein wichtiger Teil Deutschlands, auch wenn es vielen nicht bewusst sein mag. Es ist für uns als Deutsche wichtig, über solche Glaubenswelten zu reflektieren, uns damit näher zu beschäftigen, darin einzutauchen.“ Der Autor spricht in der „Wir“-Form. Dies empfinde ich als übergriffig. Insbesondere im Hinblick darauf, da Deutschland sich als säkularer Staat empfindet.

Die derzeitig massenhaft stattfindende und von den verantwortlichen Akteuren aktiv betriebene Einwanderung und Ansiedlung von muslimischen Menschen verändert für jeden sichtbar unsere Gesellschaft. Mag sein, dass dem Deutschlandfunk aufgrund seiner eingeschränkt politischen Unabhängigkeit hier die Hände gebunden sind, kritisch dazu Stellung zu beziehen. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung spricht immerhin in den Zeilen 4804 und 4859 von Relocation und Resettlement und bringt damit deutlich zum Ausdruck, dass die Einwanderung- insbesondere von muslimischen Menschen- zukünftige auf legale Weise uneingeschränkt weitergeführt werden soll.

Es scheint hier also der Verdacht nahe zu liegen, dass dieser Beitrag der zielgerichtete Versuch ist, politische Meinungen und öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten in eine von der Regierung erwünschten Richtung zu steuern. Dies steht im Gegensatz zu pluralistischen und kritischen Sichtweisen, welche durch unterschiedliche Erfahrungen, Beobachtungen und Bewertungen sowie einen rationalen Diskurs geformt werden, denen sich der Deutschlandfunk nach meiner festen Überzeugung mehr verpflichtet fühlen sollte.

Link zur Beschwerde im Archiv

 

 

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