„Empörend … wenn das Mr. President wüsste!“

Bildquelle: CNBC

Deutschlandfunk ‚beschädigt‘ Mitschnitt aus dem Weißen Haus, wegen der Nationalen Sicherheit …

f.d.R. Hans-Jörg Kramer, Rostock, 22. April 2021

„In Kriegszeiten ist die Wahrheit so kostbar, dass sie immer von einem Leibwächter der Lügen begleitet werden sollte.“ (Winston Churchill)

Auch wenn kein Krieg IST, es herrscht aber /erstens/ offensichtlich im Selbstverständnis von Deutschlandfunk schon Krieg /zweitens/ sieht der Kölner Sender sich spontan als Bidens persönlicher Lügenbaron. In solcher Lagebestimmung stirbt die Wahrheit zuerst und bekanntlich ist dann alles erlaubt. Die Lüge wird angesichts so fatalem Kantonisten Biden notwendig. Oder besser: für sein fortschrittliches Alter und darin: befürchtete Aussetzer als Vorzeichen beginnender Demenz. Er ist der Oberste Befehls-haber. Falken dürften längst einpreisen, dass Bidenkalzium ‚missbraucht‘ (sagen die einen Falken) bzw. ‚angerührt‘ (sagen die anderen Falken) werde.

Der Kölner Deutschlandfunk macht nun daraus sein teures journalistisches Eigentor. Er befreit sich von Grundsatzballast seines Staatsvertrags und ‚biegt authentisches Tonmaterial noch authentischer‘ zurecht. Im unpolitischen Fahrtenschreiber wäre es die Fälschung technischer Aufzeichnung nach §268 StGB. Im journalistischen wird dies wohl erst nach WK3 strafbar werden. Mitteleuropa lernt halt nur langsam.

Was aber ist passiert? Die USA-Korrespondentin Doris Simon produziert einen vierminütigen Beitrag unter dem Titel: „USA verhängen neue Sanktionen gegen Russland“ Der Kölner Sender veröffentlicht diesen Beitrag 16.April gleich mehrfach um 06.11 Uhr und um 12.35 Uhr (finde: dlf-Audiothek). Darin wird auch O-Ton von US-Präsident Biden genutzt. Er stammt augenscheinlich aus der CNBC-Übertragung einer Pressekonferenz aus dem Weißen Haus des Vortags und ist vollständig so auch bei YT zu finden. Laut dieser Übertragung leistet sich Präsident Biden einige milde Versprecher, die er zum Teil spontan clever korrigiert. Um 2.34 min bezieht sich O-Ton auf (vermeintlich russische) ‚Eskalation‘, die Biden misslich als ‚Impfung‘ anzustottern beginnt, es aber nicht so beendet, sondern mit ‚escalation‘ noch erfolgreich schließt. So what! Möchte man meinen …

Allerdings: dieser Teil, so er dann im Deutschlandfunk zur öffentlichen Ausstrahlung gelangt ist, enthält keinen milden Versprecher: der brave US-Präsident verkündet fehlerbefreit seine vermutete russische Lageverschärfung. Legt man dann die Tonspur des Kölner Senders auf die originale Tonaufzeichnung von CNBC, dann ergibt sich im A/B-Kanalabgleich ab dem benannten Versprecher ein folgerichtiger Tonversatz von 544 Millisekunden – also halber Sekunde.  Klare Sache: der DLF fönt die Aufzeichnung und gibt sich so als tapferer Leibwächter Bidens.

Dieser Vorgang stellt sich in gleich mehrerer Hinsicht als sehr bemerkenswert dar.

Erstens – der Eingriff muss akkurat gemacht sein, sonst entstünden Knackser im Tonmaterial. So etwas geht nicht so nebenbei, setzt ‚Professionalität‘, Erfahrung und Vorsatz voraus.

Zweitens – In einer Zeit, die bereits KI mit technisch perfekter Video-Fälschung im Anmarsch sieht, entsteht ethische Diskussion, ob man damit auch völlig neue Kriegsfackeln bauen könnte. Es bedarf also vornherein vertrauensbildender Maßnahme, dass Journalismus das Verfälschen authentischen Materials schon aus ethischem Prinzip her ablehnt. Fatal, dass der Deutschlandfunk jetzt anzeigt, solch einen Journalismus gar nicht zu kennen. Er scheint die Fälschung als legitimes Propagandamittel anzusehen, vor dem auch er ’nicht zurückweichen möchte‘.

Drittens – ist erschreckend die geringe Eintrittsschwelle, die hier zutage tritt. So what! Biden hat sich halt eben mal versprochen. Dass der DLF in seiner vorauseilenden Vasallentreue selbst US-amerikanische Medienstandards bereits so frühzeitig link überholt, deutet auf eine überraschend hohe Nervosität in den Chef-Etagen westlicher Allianz. Man scheint Biden ’nicht mehr über den Weg zu trauen‘ und ihn selbst als Sicherheitsrisiko einzustufen. Und die deutsche zwangsfinanzierte Kompetenzbetreung gegen Desinformation am Deutschen Michel springt schon brav ein – als correctiv noch unentdeckter Gefahr quasi der Vorbeugung im Vorbeigehen halber.

Viertens –  die Kosten! Längst haben Anstalten, wie der DLF, ‚auf offenem Gefechtsfeld‘ deren Gatekeeper-Funktionalität verloren. Sie sind sich dessen nach Chemnitzer ‚Lügenpresse‘-Ruf wohl bewusst. Sonst wäre auch nicht ein Format, wie @mediasres entstanden, dessen zwei Absichten sind, schief gewickelten Journalismus mit Hörern zu versöhnen und weiterhin system-kritische Hörer, Kollegen oder ganze Parteien in Höchstleistung zu diffamieren.

Fünftens – fliegt aber solch eine Fälschung auf, so hätte auch deren ursächlicher Nutzen vornherein hoch angesetzt sein müssen. Wenn der DLF aber bereits ob einer Kamelle fälscht, deutet das auf ein viel bösartigeres Konstrukt: Ignoranz gepaart mit Hybris: „Wir sind Öffentlicher Dienst und senden von Amtswegen.  Also fälschen wir auch von Amtswegen. Und solange uns das Bundeskanzleramt goutiert, bleibt alles gut. Mia san mia!“ Eine Kosten-Nutzenrechnung stehe ja anderen an! „Freiheit oder Sozialismus! Wir wählen die Freiheit!“ Dieser seit Adenauer gültige westdeutsche Urinstinkt muss auch heute am Leben gehalten bleiben. Wohlig befreiende Fälschung wirkt da wohl wie Klosterfrau Melissengeist.

Einst wie anno dunnemals 10.10.1962: „Bidenwehr – Bedingt abwehrbereit“

Eine qualifizierte USA-Korrespondentin sollte in homöopathischer Menge Kenntnis besitzen, was in puncto ‚Nationaler Sicherheit‘ ein Barbra-Streisand-Effekt sei. Scheinbar ist das aber mit der sozio-kulturellen Eignung und den Praktiken unseres öffentlich-rechtlichen Auslands-Journalismus – damit wirklich kaum Staat zu machen. B-S-E ist wohl absolut unakademische Vorbildung am Journalisten.

Somit werden wir uns künftig mit einer üblen Perspektive abfinden müssen: irgendwann wird WK3 ein Akt des Missverständnisses, der journalistischen Fügung und von false-flag-ops. Möglich, dass der Verursacher angesichts des folgend millionenfachen Leides im Weltranking von RSF um einen Platz abrutschen dürfte. Bestimmt! Verdient hätt‘ er’s …

Bezug / Quelle:

President Joe Biden comments on Russia sanctions and interference in the U.S. Election (CNBC)

2.34 min: https://www.cnbc.com/video/2021/04/15/biden-comments-on-russia-sanctions-and-interference-in-the-u-s-election.html

„United States is not looking in kick off a cycle vakz … (ah) of escalation …“

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