Tu quoque – Lukaschenka ?

Bildquelle: © Alexander Delfinow – Russland-Dienst der Deutschen Welle 2016

Tu quoque – Lukaschenka?
… bezahlt jetzt Belarus das Kerosin und Zeitverzug an Irlands Ryanair … oder Lukaschenka?

Flug EW-456PA von Belavia, Kiev – Minsk, 21.10.2016
… wie damals Petro Paraschenka nach seinem ‚idiotischen Himmelsabfang‘ im goldenen Herbst 2016

Beitrag von Hans-Jörg Kramer

Die heute längst verdrängte Titelzeile der Deutschen Welle vom 21.10.2016, übersetzt: „Der ukrainische (Luftraum-)Dispatcher bedroht(e) Belavia mit (Einsatz) Abfangjägern“

Nach fünf Stunden pfingstgeistig-deutschen Medien-Konsums kann intellektuell noch steckenbleiben:

Deutsche Narren, deutsche Streiche,
deutscher Gloriensuff auf Otto Dix‘ Leiche.
Sollen in der Welt behalten
Ihren blödisch, köstlich garend Klang!
Uns zu dümmlich dreister Tat zu verkleckern:
unsere Sehnsucht nach Stalingrad, immer neuem, gib‘ uns,
sinnlos lebend und das ewig lang.
Deutsche U-Boot-Aale, deutscher Deich, endend
deutscher Quote auf Helgoländer Laich.
Bleib‘ uns, Gott erhalt’s, schöne deutsche Posse!
Heil Dir im Siegerkranze, dank Euch – deutsche Bosse!
Und sie graben um, unsterblich, Deutsche Krauts.
Bald blüht hier nichts mehr, oh! … mir graut’s.

(sinnfrei umgedichtetes ‚Lied der Deutschen‘ von Hoffmann v. Fallersleben)

Der Deutschlandfunk  … ist er noch die Spitzengruppe oder doch nur noch das gewaltige Peloton der maas-verstehend großen Weltgemeinschaft … hat keine Zweifel: der Luftgangster von Minsk dürfte jetzt absolut ausgespielt haben. In ganz Medien-Deutschland feiern wir die zweite Wiedervereinigung, nun auch noch mit dem Pfingstgeist. Markige Überschrift: belarussischer Staatsterrorismus! (Originalton Deutschlandfunk vom 25.Mai 2021) Womit ‚von der Leyen‘, Borrell, Maas, Röttgen cetera.p.p. schon mal tief im ersten Fettnäpfchen sitzen: Lukaschenka ist seit August 2020 nicht mehr Präsident von Belarus – so sagt die E.U. Und was die E.U. sagt, kann ja gar nicht falsch sein! Entweder Lukaschenka hat also den Ryanair-Flug Athen-Wilna ‚vom belarussischen Himmel geholt‘ – dann war’s aber nicht Belarus. Und wenn’s Belarus war, dann war’s zumindest nicht (mehr) Lukaschenka. Ja so einfach kann man die Welt verstehen, wenn man der E.U.-Diktion folgen will.

Natürlich könnte einem auch so ein mulmiges Gefühl beschleichen, dass das, was der geschasste Chef unseres Kölner FSB, also der Hans-Georg Maaßen, so treffend zum vorherrschenden Pfingstgeist ‚amtierender Bundesregierung‘ meint: „sie halte für Realität mittlerweile das, was ihre ganz innerste Überzeugung und Wunschwirklichkeit sei …“  dieser heroische Pfingstgeist also nicht nur für Bundes-Muddi und ihrem Seibert gilt, sondern für die allmächtig ahnungslose E.U. = alle minus Ungarn. Logik: Die Union hat sich bei der Namhaftmachung und Verantwortung ausländischer Amtspersonen für deren sog. ‚Untat‘ nun wirklich selbst ans diplomatische Bein gepinkelt. Es ist die selbe Union, die ihren Chef-Diplomaten Borrell im Nachgang parlamentarisch vergewaltigt, weil er die Utopie besaß, unbestellt und ohne Diplomaten-Gepäck nach Moskau anzureisen. Was ihm dort dann auch völlig ungeschminkt mitgeteilt wurde. „Womit er die Union vor Putin blamiert habe“, so weit so gut! Was allerdings für Russland noch viel schlimmer ausgehen dürfte. Denn nach dem unglücklichen EU-Auftritt in Ankara wird auch Russland die Stühle-Produktion auf Jahre hin ‚halbieren‘ müssen, sagen Sexisten, die gut bezahlende Spitzenmanagerinnen in Leydensposition immer noch unsterblich gerne wiedersehen. 

Aber egal.

 Aufgehetzte Medien und Foristen beweisen peinliche INKOMPETENZ und ein aufgehetzter Mob wird der direkteste Weg zu WK3 sein

Berlins Regierender Bürgermeister Walter Momper sprach am 10.11.1989 von seinem „glücklichsten Volk auf Erden“. 31 Jahre danach dürfen wir diesem Volk attestieren: es versteht nichts von Gottesgaben, denn „wie begonnen, so zerronnen …“. Weil. Es kennt weder Ehrfurcht noch Demut. Während am 01. September 1939 zumindest die Berliner Bevölkerung erwachsener war, als die heutige Deutschlands … Denn sie zeigte trotz intensivster Reichspropaganda Minister Goebbels‘ (vorläufig noch!) dumpfe Betroffenheit, wenig Begeisterung für neues Kriegsabenteuer, so geraten zumindest die aktuellen Zeitzeugen, so sie sich in den Medien und Foren äußern, in schiere Ekstase. Alle ahnen zwar, dass mit der heutigen deutschen Kampfmasse á la Leyden-AKK zwar Zwei-Prozentzielbunker erkämpft werden können, jedoch wieder mal in den schieren Weiten asiatischer Steppe zerschellen muss. Ein neuer Wahn im Geiste der Neue-mit-unseren-Partnern-und-Verbündeten-deutsche Ost(t)räume – aber was soll’s: Kriege gegen Russland werden heute noch ausschließlich am Computer und in deutschen Meinungsforen begonnen und gewonnen. Oh, Sancta simplissi … ihr Kinderlein, oh ihr kommet …

t/drollige Vergleiche – nie waren wir unchristlicher und europäisch unaufgeklärter wie heute

Pfingsten, speziell am biblischen Pfingstwunder empfangen die Apostel den Heiligen Geist. Der Evangelist Lukas beschreibt anschaulich, dass ein Brausen vom Himmel das ganze Haus erfüllte. Dann erscheinen Zungen wie aus Feuer, die sich auf jeden der Apostel setzen. Der Heilige Geist gibt den Aposteln die Aufgabe: Sie sollen Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen von Jesus erzählen. Die Apostel erhalten die Fähigkeit, in unterschiedlichen Sprachen die Botschaft Gottes zu vermitteln. (Zitat aus Wikipedia)

Im deutschen Kulturkreis anno Domini 2021 hat sich dieses pfingstliche Wunder längst ins biblische Gegenteil geshreddert: man besitzt die Kunst, zwar die ähnliche Sprache zu sprechen, um allein damit das apostolische Nichtverstehen meines üblen Nachbarn ‚dem Troll aus St. Petersburg‘ auszudrücken.

So kommt von den typisch westdeutschen Drolls, die sich als herzhafte Einführung erst erkundigen, ob dann die St. Petersburger Trolle schon ‚hier im Forum‘ wären, um dann final zu schließen: „wenn’s Dir hier in Deutschland nicht passt, dann geh‘ doch nach Russland!“ – so kommt auch zum hiesigen Thema nur die schwarze Quacksalbe heraus, wenn noch halbwegs nüchterne Mitforisten den überaus treffenden Vergleich mit dem Zwischenfall von Wien-Schwechat 2013 anführen, wo der demokratisch gewählte bolivianische Präsident Morales vom ‚europäischen Himmel‘ geholt wurde, um felix austriae auf Geheiß aus Washington zu ermöglichen, den ‚Verräter‘ Snowden zu suchen, bolivarisch zu entdecken, zu verhaften und US-auszuliefern. Was damals völlig in die Hose ging und eher entlarvend zeichnet, was Völkerrecht und Wiener Abkommen über diplomatischen Status wert ist, wenn’s ‚die Guten und Gerechten der NATO‘ uns erklären.

Klar, dass die Drolle von der Berliner Chausseestraße, die die einschlägigen Foren fluten, sich solche Vergleiche ‚als völlig unzutreffend‘ verbitten, denn – wie sagen diese seltsamen Foristen: Wien habe ja damals keine MIG-29 losgeschickt (1) oder: es war ja (nur!) der Luftraum Frankreichs, Spaniens und Portugals gesperrt worden – was ja dann auch keinen Akt von Luftpiraterie darstellen könne (2), eher eine Verschiebung eines ARIANA V-Starts auf den nimmerleins-Tag. Und (3) Regierungsmaschinen keine Zivilluftfahrt darstellen, please not whataboutism! So sind sie, unsere E.U.-Wording-Akrobaten.

Warum so weit spazieren … (denn) die nackte Wahrheit kann so schlicht sein:

Flug EW-456PA von Belavia, Kiev – Minsk, 21.10.2016

Aber warum müsse man sich noch mit solch (o.a.) Idioten streiten? Man bemüht entweder Erinnerung oder Archive, um zu erkennen, dass der gesamte bürokratische Beamten-Apparat in Brüssel und Berlin bei der erfolgten Benotung „einzigartiger Luft-Zwischenfall“ uns absolut dreist anlügt.

Denn das, was am Pfingstsonntag 2021 im Luftraum kurz vor der weißrussisch-litauischen Grenze passierte, war nur eine identische Kopie dessen, was sich die 2014 demokratisch gewählte Führung des EU-Kommissariats Ukraine am 21. Oktober 2016 gegenüber einem Zivilflug der weißrussischen Belavia von Kiew nach Minsk leistete:


Dmitry Mironchik, Pressesprecher des belarussischen Außenministeriums © BelTA 2016

Daher müssen wir hier diese alte Geschichte wieder hervorholen und die Agentur BelTA bzw. dort Dmitry Mironchik, Pressesprecher des belarussischen Außenministeriums vom 27. Oktober zitieren:

Zitat: ‚Wir haben eine Abschrift des Gesprächs, das Piloten des Belavia-Flugzeugs auf dem Weg von Kiew nach Minsk am 21. Oktober mit der ukrainischen Flugsicherung geführt haben. In dem Dokument heißt es eindeutig, dass Kampfflugzeuge eingesetzt werden, wenn sich das belarussische Flugzeug nicht umdreht und nach Kiew zurückfliegt‘, betonte Dmitry Mironchik. Aus dem Protokoll geht eindeutig hervor, dass das Versprechen, Kampfflugzeuge einzusetzen, nicht vom Flugsicherungsbeamten stammt. Die Agentur, die die entsprechenden Anweisungen gegeben hat, ist angegeben.“

Zur Unterrichtung mag ergänzt sein:

„BelTA berichtete zuvor, dass ein Flugzeug des belarussischen Luftfahrtunternehmens Belavia am 21. Oktober gezwungen war, zum Flughafen Kiew zurückzukehren. Das Flugzeug Boeing 737-800 verließ den Flughafen Kiew um 15:25 Uhr mit 136 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern an Bord. Um 15:35 Uhr, nur 50 km vom belarussischen Luftraum entfernt, wurde der Pilot angewiesen, ohne Erklärung sofort zum Flughafen Kiew zurückzukehren. Der ukrainische Flugsicherungsoffizier versprach, dass Düsenjäger eingesetzt würden, wenn der Pilot die Vorschriften nicht einhalten würde. Um 15:37 Uhr drehte sich das belarussische Flugzeug um und begann abzusteigen. Um 15:55 Uhr landete das belarussische Flugzeug auf dem internationalen Flughafen von Kiew. Nach der Landung führten ukrainische Polizeibeamte einen Passagier weg, der armenischer Staatsbürger ist. Nach dem Auftanken verließ das belarussische Flugzeug Kiew um 16:37 Uhr und landete um 17:33 Uhr auf dem internationalen Flughafen von Minsk. Die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden ließen den armenischen Staatsbürger am selben Tag frei. Er verließ Kiew um 19:00 Uhr an Bord eines anderen Belavia-Flugzeugs nach Minsk. Später erklärte das belarussische Luftfahrtunternehmen Belavia, es beabsichtige, von der ukrainischen Flugsicherungsgesellschaft eine Entschädigung für die Kosten zu verlangen, die durch den Rückflug des belarussischen Flugzeugs nach Kiew entstehen.“

Bereits fünf Tage zuvor wurde Valery Dzhigun, Geschäftsträger der Ukraine in das weißrussische Außenamt bestellt, wo ihm passgenau mitgeilt wurde: „Insgesamt sind wir etwas erstaunt über die Haltung der ukrainischen Seite. Belarus hat immer eine gutnachbarschaftliche und freundschaftliche Politik gegenüber der Ukraine verfolgt. Die ukrainische Seite hätte ihre Ziele möglicherweise ohne Zwangsmaßnahmen gegen das Flugzeug erreicht. Möglicherweise wurden Mechanismen der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden eingesetzt.“

abrufbar: https://eng.belta.by/politics/view/ukrainian-jet-fighter-threat-against-belavia-aircraft-confirmed-95790-2016

„Lügen haben kurze Beine!“ – Schrapnell-Rückbeschuss kommt nun aus dem INTERNET

Untertitel: Das Ministerin-Lambrecht-suspekte Internet fetzt digital die analoge Wahrheit in die heiligen Hallen des staatlich orchestrierten EU.-vs.-Desinformations-Mobs – oh, my God!

Schon den Tag später schlägt die unaufhaltsame Demokratie des Internets ungerührt zurück und beginnt, den manichäen faulen Zauber von Frau Merkel, von der Leyen und vom Rotkäppchen und vom bösen Wolf zu fleddern. Publikumskonferenz beteiligt sich nun auch am Minderheiten-Votum.

Bildtext: Die Umleitung von Belarus spiegelt den früheren ukrainischen Vorfall mit Belavia 737 wider. © am Text: David Kaminski-Morrow, Flightglobal.com, 24. Mai 2021, Belavia 737-800-c © am Bild: Anna Zvereva, Creative Commons

David Kaminski-Morrow berichtet folgend: „Der Vorfall von Ryanair mit der offensichtlichen erzwungenen Umleitung einer Boeing 737-800 nach Minsk entspricht stark einem Ereignis vor fünf Jahren, an dem ein von dem belarussischen Flaggenträger Belavia betriebener Dienst in Minsk beteiligt war. Das Belavia-Flugzeug, ebenfalls eine 737-800, hatte am 21. Oktober 2016 mit 142 Insassen den Flughafen Kiew in der Innenstadt von Zhulhany nach Minsk verlassen. Nur 27 Seemeilen vor der Luftraumgrenze zwischen den Fluginformationsregionen Kiew und Minsk, so Belavia, wurde die Besatzung von der ukrainischen Flugsicherung angewiesen, ohne Erklärung zum Flughafen zurückzukehren. ‚Es wurde auch angegeben, dass im Falle der Nichteinhaltung des Befehls Abfangjäger geschickt werden‘, fügte der Dispatcher hinzu. Die ukrainische Strafverfolgung, sagte die Fluggesellschaft, entfernte einen armenischen Passagier aus dem Flugzeug, nachdem es in Zhulhany gelandet war, ungefähr 20 Minuten nachdem ihm befohlen worden war, zurückzukehren. Diese Belavia 737-800 (EW-456PA) wurde während des Zwischenfalls im Oktober 2016 nach Kiew zurückbestellt. Der Passagier wurde weithin als der Reporter Armen Martirosyan identifiziert, der sich der Anti-Maidan-Bewegung anschloss, die sich der ukrainischen Regierung und ihren engeren Beziehungen zu Europa widersetzte. Er wurde nur kurz festgenommen und reiste innerhalb von 3 Stunden mit einem anderen Belavia-Dienst nach Minsk ab, teilte die Fluggesellschaft mit. Das belarussische Außenministerium protestierte förmlich gegen die diplomatische Mission der Ukraine wegen der Maßnahmen der Behörden zur ‚gewaltsamen Rückgabe‘ des Belavia-Flugzeugs. ‚Die belarussische Seite erwartet eine offizielle Entschuldigung und fordert die Erstattung aller finanziellen Kosten und Aufwendungen, die durch die Maßnahmen der ukrainischen Seite verursacht wurden‘, erklärte sie. Der ukrainische Staatssicherheitsdienst SBU wies Berichten zufolge die Behauptungen von Belavia zurück, die Flugsicherung habe während des Vorfalls mit dem Einsatz von Kampfflugzeugen gedroht, was darauf hindeutet, dass die Behauptungen einer solchen Maßnahme gegen ein Zivilflugzeug absurd waren.“

Nachzulesen: https://www.flightglobal.com/safety/belarus-diversion-echoes-prior-ukrainian-incident-involving-belavia-737/143872.article

Flight Global enthüllen 24.Mai 21 – „Umleitung nach Minsk“ war nicht nur ähnlich „Rückruf nach Kiew“. Beide waren überraschend identisch. Sogar in allen Akteuren! … allein nur die Reaktion des Westens …

unterschiedet beide „Vorfälle“. Der 21.10.2016 war nach Regeln der OSZE ein ganz normaler Friedenstag in Europa, Tag No. #39.215 nach Ende des NATO-Serbien-Kriegs (10.Juni 1999). Es gab lediglich eine kleine technische Komplikation im nordukrainischen Luftraum. Kaum der Rede wert.

Wollte man die suspekten Umstände einer sog. ‚Hamas-Bombendrohung‘ beiseitelegen, bleibt im Kern: Minsk fahndet nach einem staatsangehörigen Blogger, wie es in Deutschland regelmäßig der Staatsschutz und Herr Minister Seehofer tun und Razzia machen. Und Kiew fahndet nach dem armenisch-zugehörigen Reporter Armen Martirosyan, den man Sympathie zum Anti-Maidan nachsagt, was wohl nach Sicht Kiews als Kapitalverbrechen gilt, um den regional-zivilen Luftverkehr anzuhalten und zu gefährden. Die Pointe: Wäre es damals zu Konfusion im Cockpit gekommen, z.B. eine weniger erfahrene Crew hätte eine Verkettung unglücklicher Umstände begonnen, dann wäre plötzlich der vorgestrige Zwischenfall ‚plötzlich nicht der Rede wert!‘ – wobei natürlich auch hier gelten muss: Minsk hat Verhältnismäßigkeiten im zivilen Luftverkehr grob missachtet und die Chancen für ebensolche Verkettungen multipliziert. Womit der objektive Beschauer Europas wieder einmal fragen dürfe: „Was hat die NATO-Osterweiterung für die osterweiterten Betroffenen (nämlich deren Bürgern) und deren Anrainern (und deren Bürgern) wirklich gebracht?“ Natürlich viel mehr Unsicherheit, u.a. im zivilen Luftverkehr. Sorry, Mr. Stoltenberg, this bitter truth is yours!

Und um deren Schizophrenie noch den Helm aufzusetzen: Bevor noch ein Atemholen geschieht, bevor noch ein Inverhältnissetzen zum europäischen Gedächtnis, eine Kontextualisierung und eine juristische Aufarbeitung überhaupt begonnen hat, ja nicht einmal beginnen konnte – haben ’siebenundzwanzig Ratsmitglieder‘ in Brüssel bereits einen weltweit neuen GAZA-Streifen, zumindest den der Luftverkehre ‚mitten in Europa‘ geschaffen. Dies dürfte seitens Kommission und Rat der E.U. nun in gut zwanzig Jahren die überhaupt flagranteste Verletzung der verpflichtenden Grundrechte-Charta bedeuten, deren oberstes Ziel es darstellt, das friedliche Zusammenleben in Europa zu garantieren.

selektive E.U. Sanktionen – ein Fall für Arbitrage-Gerichte in Stockholm ?

Frau von der Leyen geht mal wieder bei Dingen, die nicht ihr eigenes Geld kosten werden, munter voran. Mutig und wissend kann man wohl schlechter sagen. Denn wie heißt es doch so schön:

„Die Völker Europas sind entschlossen, auf der Grundlage gemeinsamer Werte eine friedliche Zukunft zu teilen.“ (Satz 1 der Präambel der EU-Grundrechte-Charta)

Und in dieser Charta heißt es unter Artikel 20 „Alle Personen sind vor dem Gesetz gleich.“ und aus Art. 21 Charta: „…jede Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit ist verboten.“

Nun wird dies sicherlich für die Privatperson Luk. schwerlich kaum zutreffen, da er nicht unter die Jurisdiktion der Charta fallen würde, doch würden sicherlich eine Menge E.U. Bürger, die geschäftlich mit Weißrussland zu tun haben, sich kaum über vdL’s neue Alleingänge freuen. Und würde Weißrussland Arbitrage-Gerichte innerhalb der WTO-Jurisdiktion einschalten wollen, dann käme es für ‚ganz Europa‘ zu einem peinlichen Gesichtsverlust, wenn man vor lauer Kriegsgeifer den historischen Vergleich zwischen dem 23.05.2021 und dem 21.10.2016 hat vermissen lassen. Denn letztere Sache hat man schnell vergessen. Sanktionen gegen Kiew gab es damals auch nicht. Geschweige, der Luftverkehr mit und über die Ukraine wäre damals eingeschränkt worden. Alles völlige Fehlanzeige. 

Fazit:

Es ist schon hanebüchen, wenn der kompetente ARD & Co.-kodifizierte deutsche Propaganda-Konsument von dieser ‚platten Angelegenheit‘, den sich Kiew 21.10.2016 geleistet hat, nichts wüsste.

Wenn in dieser Folge die Tröten und Tuten am deutschen Meinungshimmel all ihre Unwissenheit deutlich zum besten geben – SED und Aktuelle Kamera würden heute vor Neid vergrünen – mag noch unter der Zeile laufen: „Jeder blamiere sich so recht er kann!“

Übelst fehl-gebrieft und von Geheimdiensten / Bundesarchivar im Stich gelassen …

Dass aber Heiko Maas, sein Außenamt am Werderschen Markt, ‚vdL‘, Josip Borrell  & Charles Michel und seine gesamte E.U. Bagage diese äußerst peinliche Preferenz des damaligen ukrainischen Body-Shaming á la Tu quoque vollständig ausblenden, hat schon den sehr makabren Anstrich einer früheren habendwollen-europäischen Reichsregierung Ribbentrop/Göring/Goebbels anno 1939 zwischen Errichtung des sog. ‚Reichsprotektorats Böhmen und Mähren‘ und dem Überfall auf Polen.

Jetzt kann man nur noch auf die nächste Birmingham Rede* warten, die nach allen realistischen Betrachtungen heraus – angesichts dieser o.a. ‚EU-Mafia der Vergesslichkeit‘ nur noch von der Realsatirik Wladimir W. Putins zu erwarten wäre. – Allerdings könnte Putin seine Ansprache auf drei Worte kürzen: Tu quoque – Paraschenka ?

* Anm.: Am Vorabend seines 70. Geburtstages, am 17. März 1939 (Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Prag und Okkupation sog. ‚Rest-Tschechei‘), hielt der britische Premierminister Neville Chamberlain in Birmingham eine Rede vor seinen konservativen Parteifreunden. Sie gilt gemeinhin als das Eingeständnis eines Scheiterns, eines Scheiterns der Politik des Appeasement, der Beschwichtigungen und der Zugeständnisse, die der Premier seit seinem Amtsantritt verfolgt hatte. (zitiert aus: Bernd Ulrich, Das Ende der Appeasement-Politik, Sendung DLF vom 17.03.2014)

* Paraschenka = Petro Poroschenko, ukrainischer Ex-Präsidial

PS – Vorläufig letzte Visite im politischen Irrenhaus:

Auf UN-Hilfe dürfte Frau Merkel zwecks ‚unverzüglicher Freilassung‘ eines weißrussischen Bloggers verläufig nicht rechnen. Denn die UN muss sich vorläufig um das kidnapping der malischen Staatsführung (Übergangspräsident N’Daw und Ministerpräsident Ouane) kümmern. Was natürlich wenig mit der Präsenz der Deutschen Bundeswehr zu tun hat und die nur ‚zu mehr Sicherheit in Mali‘ da ist. Frage: Warum ist sie da?

LIEB‘ VATERLAND, MAGST RUHIG SEIN! Dein letztes ‚Unsinkbares Schlachtschiff‘ hat übermorgen 80-jähriges Jubiläum auf sie Grab in ca. 4.800 m Tiefe im Atlantik. Bin sicher, Herr Stoltenberg wird darüber kaum gebrieft werden. Wäre unpassend zum vorherrschenden Tageskalender … im Hause Friedensnobelpreisträger*In Europäisches Europa. Ein treu versammeltes Tollhaus.

Update: letzte Änderung.

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