Frau Kanzlerin, Sie sind … mit Verlaub!

Beitragsbild: Die MiG-29 gab es tatsächlich… zwar … jedoch kam sie uns doch sehr freundlich entgegen. Sie schlug uns einen Uhrenvergleich vor, richtig: 10:03 Uhr.
Und einem versteckten Spott: „Komme ich wieder zu spät zum Roten Platz. Na parad!“

Frau Kanzlerin, Sie sind … mit Verlaub!

von Hans-Jörg Kramer

Thomas Röper vom Anti-Spiegel nutzt freundlicherweise seine erfolgreiche russische Integration, um an die Quellen zu gelangen, an die wir hier in Deutschland und mäßig gepflegter Praxis des Russischen schlechterdings (ver)passen müssten. Röper ist an den ‚Funkcode‘ der RyanAir-Crew gelangt, der von Minsk veröffentlicht ist und hat ihn auch fleißig ins Deutsche übersetzt.

Jetzt liegt es an NATO und E.U. das folgende als ‚dreist gelogen‘ zu dementieren. Das advokatische ‚Herr Richter, wir dementieren mit Nichtwissen!‘ wird hier kaum mehr der Glaubwürdigkeit der E.U. dienen können. Wenn also Brüssel nicht faktenmäßig dementiert, müssen wir vom folgenden Dialog  überzeugt sein, als tatsächlich so abgelaufen:

© Thomas Röper, St. Petersburg, Anti-Spiegel

verfolge unter: https://www.anti-spiegel.ru/2021/kompletter-funkverkehr-veroeffentlicht-ryanair-piloten-haben-selbst-entschieden-in-minsk-zu-landen/

ATC: RYR 1TZ zu Ihrer Information, wir haben Informationen von Spezialdiensten, dass Sie eine Bombe an Bord haben und diese über Vilnius aktiviert werden kann.

Pilot: 1TZ Standby.

Pilot. 09:31:17: Ok RYR 1TZ könnten Sie die Nachricht wiederholen?

ATC: RYR 1TZ, ich wiederhole, wir haben Informationen von Spezialdiensten, dass Sie eine Bombe an Bord haben. Diese Bombe kann über Vilnius aktiviert werden.

Pilot: Verstanden, Standby.

ATC: 09:31:42: RYR 1TZ aus Sicherheitsgründen empfehlen wir Ihnen, auf UMMS (Anm.: Minsk) zu landen.

Pilot: Ok…das…ist…verstanden geben Sie uns bitte eine Alternative.

….

Pilot: Die bomb….direct Nachricht, woher kam sie? Woher hatten Sie die Information darüber?

….

Pilot: Ich höre.

ATC: RYR 1TZ Das Flughafen-Sicherheitspersonal informiert uns, dass sie eine E-Mail erhalten haben.

Pilot: Roger, vom Vilnius Airport Sicherheitsdienst oder von Griechenland?

ATC: RYR 1TZ diese E-Mail wurde an mehrere Flughäfen weitergeleitet.

Pilot: Roger, Standby.

….

Pilot: Könnten Sie noch einmal sagen, dass ich den Flughafen anrufen soll, zu dem die Behörden …(unverständlich) umleiten wollen.

….

Pilot: Können Sie noch einmal den IATA-Code des Flughafens sagen, zu dem die Behörden uns empfohlen haben, umzuleiten?

ATC: RYR 1TZ Roger, standby bitte.

Pilot: OK, ich gebe Ihnen (unverständlich) können Sie noch einmal den IATA-Code des Flughafens sagen, zu dem die Behörden uns empfohlen haben, umzuleiten?

….

Pilot: Ich höre.

….

Pilot: MSQ, danke.

Pilot: 09:41:58: RYR 1TZ Nochmals, diese Empfehlung, nach Minsk umzuleiten, woher kam sie? Kam sie von den Behörden des Abflugflughafens oder des Ankunftsflughafens?

ATC: RYR 1TZ das ist unsere Empfehlung.

….

Pilot: Haben Sie gesagt, dass das Ihre Empfehlung ist?

ATC: RYR 1TZ , Charlie-Charlie.

….

ATC: 09:44:38: RYR 1TZ bitte um Mitteilung Ihrer Entscheidung?

…..

Pilot; 09:44:52: Ich brauche eine Antwort auf die Frage, was der Code des (unverständlich) grün, gelb oder rot ist.

ATC:09:45:09 RYR 1TZ sie sagen, der Code ist rot.

Pilot: Verstanden, in diesem Fall bitten wir um Halten der aktuellen Position.

ATC: RYR 1TZ Roger, halten Sie Ihre Position, halten Sie FL390 Kurs nach eigenem Ermessen.

Pilot: Ok, wir halten nach eigenem Ermessen an der gegenwärtigen Position und bleiben bei FL390 RYR 1TZ.

…. (Anm.: zwei Minuten Bedenkzeit bei RyanAir-Crew)

Pilot:09:47:12: RYR 1TZ wir deklarieren einen Notfall MAYDAY, MAYDAY, MAYDAY RYR 1TZ. unsere Absichten wären, zum Flughafen Minsk umzuleiten

ATC: RYR 1TZ MAYDAY, Roger. Standby für Vektoren.

Pilot: 09:48:10 RYR 1TZ erbitte Sinkflug auf 10000 Fuß.

ATC: RYR 1TZ , Sinkflug auf FL100.  [hier enden wir, obwohl Mitschrift weiterläuft]

Einige Bemerkungen zu der von ’27 europäischen Ratsmitgliedern‘ behaupteten ‚Flugzeugentführung‘

Frau Kanzlerin Merkels ’schockierende‘ Erfahrung einer ‚beispiellosen Flugzeugentführung‘

Viele kluge Eintöpfe behaupten: Dass es sich um eine ‚Entführung‘ gehandelt habe, belege ja gerade das Radarbild, worin RyanAir fast direkt im Anflug auf Vilnius war. Aber gerade damit stoßen sie auf einen unauflösbaren Widerspruch: „Ja, und warum taten sie es nicht? Es hat sie keiner dran gehindert.“ Die angekündigte MIG-29 hätte einen Abfangpunkt auf weißrussischem Flugraum nicht einmal mit Nachbrenner schaffen können. Zudem saßen 133 weitgehend ‚unbedarfte‘ Passagiere im Flug. Seltsam, niemand dort hat nachweislich die Sensation, sich von einem fremden Abfangjäger begleiten zu lassen, überhaupt bemerkt, geschweige denn gefilmt.

Und weil ja (Vorsicht, Ironie) also von Moskau aus abgesprochen und dirigiert worden war (O-Ton Norbert Röttgen, Manfred Weber), hatten das bjelorussische Sicherheitspersonal stundenlang auf dem Rollfeld damit zu tun, die vielen vielen gezückten Smartphones einzusammeln, um die ‚zwanghafte Sichtung einer plötzlich auftauchenden MIG-29 wieder aus dem Gedächtnis der Menschheit, hier der NATO-Neugierde, zu löschen‘ – oder habe ich etwas missverstanden, Euer Völkertribunal-Ehren?

Kann Minsk denn, eine freundlich wie kommunikative Liebe, denn Sünde sein?

Wie wir im Hauptartikel „Tu quoque Lukaschenka“ schon im Kern auflisteten, hatte der Zwischenfall vom 23.05.2021 nahe der bjelorussisch-litauischen Grenze, der augenfällig gar nicht mal so bezeichnet werden müsse, auffällige Parallelen zum ‚Kiev-Incident‘ von Flug EW-456PA einer Belavia-Boeing737 vom 21. Oktober 2016.

Nun werden wir aber gut wie böse überrascht: eines zeichnet sich ganz offensichtlich ab: keine Bedrohung vom weißrussischen Boden aus – keine sog. „Zwangshandlung von Minsk“, nur ganz freundliche Plauderei.

Weil es ja um eine schöne Parallele zu Kiew handelt: die Flugaufsicht hat am 21.10.2016 von Minute 1 an Druck aufgebaut und mit der Verfolgung mit Kampfflugzeug gedroht, um EW-456PA dem Willen der ukrainischen Strafverfolgung zu unterwerfen. Wir wiederholen, weil so wichtig: Die Drohkulisse stand von Beginn an.

Auf Zeitleiste abgeglichen, käme dann folgender Zusammenhang am Widerbild vom 23.05.2021 zum Tragen, Zitat: „09:31:17: Ok RYR 1TZ könnten Sie die Nachricht wiederholen?“

Noch knapp 14 Minuten später (!) tritt im Funkverkehr zwischen RyanAir-Crew und Bodenaufsicht keinerlei Stimmungswechsel auf. Es herrscht weiterhin ‚business-as-usual‘. Denn kurz nach 09:45:09 (worin RyanAir bestätigt: „sie sagen, der Code ist rot.“ und bittet: „Verstanden, in diesem Fall bitten wir um Halten der aktuellen Position.“) – heißt es von Minsk her: „09:45:09 ATC: RYR 1TZ Roger, halten Sie Ihre Position, halten Sie FL390 Kurs nach eigenem Ermessen.“ (Anm.: unsere Hervorhebung)

Heißt übersetzt: Minsk bestätigt 09:45 immer noch (und das ist wichtig!) (1) Flugrichtung Ziel Vilnjius und (2) unveränderte(!) Flughöhe 39.000 feet, also wesentlich höher 10.000 m (… und in gefährlicher Nähe zum ersterrichteten bjelorussischen KKW.)

Kommen wir zu 09:47:12 Notfall MAYDAY, MAYDAY – was sagt Peter Haisenko, erfahrener LH-Flugkapitän zur Position des Flugkapitäns ‚als-Chef-jeglicher-Manöver‘

Peter Haisenko schreibt schon Stunden vor Veröffentlichung des Funkcodes am 25.Mai in seinem Beitrag „Erzwungene Landung in Minsk? – Die Geschichte stinkt!“

https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20211/erzwungene-landung-in-minsk-die-geschichte-stinkt/

Peter Haisenko: „Ein halbwegs erfahrener Kapitän weiß, dass noch niemals eine Bombe an Bord eines Flugzeugs war, das eine Bombendrohung erhalten hat. So sollte man mit Bombendrohungen einigermaßen entspannt umgehen und ich weiß, wovon ich spreche.“

Peter Haisenko: „Bei einer Bombendrohung kann der Kapitän Luftnotlage erklären und damit steht er über allen Vorschriften. Er darf alles tun und anfordern, was er für nötig hält und es steht ihm jede Unterstützung zu. Dieses eherne Gesetz ist allen Fliegern ‚heilig‘. Auch oder besonders Kampfpiloten.“

Hier kommen wir also zu einer völligen Umdrehung einer ‚Luftherrschaft‘ zwischen Kiew / 21.10.16 und Minsk / 23.05.21. Heißt: Kiew – keine Bombe an Bord, sondern Drohung vom ukrainischen Boden, der sich die bjelorussische Crew notgedrungen beugt.

Nach fliegerischer Bewertung Haisenko übt der RyanAir-Flugkapitän IATA-regelgerecht seine Dominanz, die alleinige Luftherrschaft, aus. Er lässt sich zwar laufend beraten, bedingt sich Bedenken aus und entscheidet da autark in alleiniger Selbstherrschaft. Ein Begriff, den Weißrussen allzugut in Erinnerung haben.

Und dann folgt das, was Haisenko voraussagt:

Pilot: 09:47:12: RYR 1TZ wir deklarieren einen Notfall MAYDAY, MAYDAY, MAYDAY RYR 1TZ. unsere Absichten wären, zum Flughafen Minsk umzuleiten

ATC: RYR 1TZ MAYDAY, Roger. Standby für Vektoren.

Pilot: 09:48:10 RYR 1TZ erbitte Sinkflug auf 10000 Fuß.

 MIG-29 – nach Helmut Kohl, eine Gnade der späten Geburt

Hier wollen wir auch er Meinung des LH-Flugkapitäns Haisenko glauben: „… jede Unterstützung … ist allen Fliegern ‚heilig‘. Auch oder besonders Kampfpiloten.“

Selbst wenn nicht: Erfolgt kein westliches Dementi zum veröffentlichten Funkcode, so kann es auch nur wenig Zweifel an der weißrussischen Aussage geben, ein Abfangjäger sei 16 Minuten nach Ausrufung des Luftnotstands MAYDAY (09:47:12) von einem unbekannten militärischen Rollfeld gestartet. Dies wäre dann zeitgerecht gegen 10:03 Uhr geschehen. Hätte sich ein RyanAir-Flugkapitän als wirklich ausgesprochener Schwachkopf erwiesen, dann hätte er eine Vortäuschung falscher Absichten begangen, aber wäre damit längst im Landeanflug auf Vilnjius. Da hätte er sich in seinem künftigen Berufsleben aber auch zum Gespött seiner vielen Kollegen gemacht. Er hätte nicht einmal von Herrn Stoltenberg einen Heldenorden verliehen bekommen. Abgesehen, dass sich daraus förmliche diplomatische Komplikationen zwischen Belarus und Irland hätten ergeben können. Aber noch einmal zur Erinnerung: Flugkapitäne trainieren im Simulator und sind keine Politiker. Und in diesem Beruf herrschen harte Bandagen. Bei Lufthansa gilt: eine Crew, die 60 Tage (Corona-Kurzarbeit-bedingt) nicht geflogen ist, stellt eine allgemeine Gefahr für den Flugbetrieb dar – und muss gnadenlos wieder in den Flugsimulator und wird von einem strengen Instrukteur geprüft. (Quelle: Youtube Lufthansa-Mitflug ‚Im Mittelpunkt‘)

Frau Kanzlerin Merkel eine begnadete Querdenkerin mit vielen unstrukturierten Verschwörungstheorien

‚Europäische Politik, Kanzleramt, Öffentlich-Rechtliche Propaganda-Maschine und Mainstream-Medien‘ und nicht zuletzt hunderte aufgehetzter Foristen haben im vorliegenden MINSK-INCIDENT eines gemeinsam: blühende Phantasie!

Sie glauben ernsthaft: sobald man Reise-Flughöhe erreicht hat, greift die Crew zu Karl May, Band 2 ‚Durchs Wilde Kurdistan‘. Und wenn dann eine wilde Bombendrohung durchgefunkt wird, dann greifen sie zu Henrystutzen und Bärentöter und blättern ‚die wilden Ritte‘ durch, bis Mohammed Emin stirbt.

Den werten Foristen lassen wir das noch mal durchgehen.

Wenn aber EU-Götter-Ratsversammlung, Bundeskanzler- wie Außenamt auf ‚gleicher Wellenlänge funken‘ wie eben auch ausrangierte Kommentatoren, dann dürfte in einigen Teilen der OSZE etwas kräftig aus der vorgegebenen Friedenslinie von Helsinki 1975 schlagen.

Werte Frau Bundeskanzlerin Merkel, wir könnten ihnen straf-nachlassend attestieren, Ihr Kanzleramt besitzt keine ‚Luftfahrtexperten‘, auf die wir uns hier zuzugreifen verstehen.

Aber in den Worten Norbert Röttgens folgend, der dem Kreml ziemlich alles Böse zutraut, kam auch von Ihrer Seite selten Konstruktives zu Ihren Pflichten im Sinne der Grundrechte-Charta-Präambel und der alten OSZE-Idee zur friedlichen Zusammenarbeit und Verständigung in Europa.

Werte Frau Bundeskanzlerin Merkel, Ihnen geht es nur allein um Imperialkommisariate minsk, kiev, smolensk, twer und moskau. Sie träumen von Wachablösung Ost, ein rücksichtsloses Vabanquespiel, wo ihnen gleichgültig ist, wie Millionen Europäer über die Klinge springen müssen.

Unsere aus obigem begründete Meinung:

mit Verlaub,  sie sind … und Charles Michel auch, und Josip Borrel auch, Treppenwitze, Frau Bundeskanzlerin!

Veröffentlicht in News Getagged mit: , , ,