Die Publikumskonferenz wünscht besinnliche Weihnachten

Sehr geehrte Mitglieder, Förderer und Gäste der Ständigen Publikumskonferenz,

„Wahrhaftige Information ist Voraussetzung für das Funktionieren einer Gesellschaft. Menschen, die nicht korrekt und wahrheitsgemäß informiert werden, treffen falsche Entscheidungen. Das betrifft sämtliche Bereiche des Lebens – so wie penetrante Werbung Kaufentscheidungen der Konsumenten beeinflusst, so soll durch Meinungsmache und Propaganda eine Verhaltensänderung der Menschen herbeigeführt werden, die sich im schlimmsten Fall in der Zustimmung für Kriegseinsätze und Verachtung, Bekämpfung und Demütigung anderer Völker äußert und im eigenem Land zu fatalen politischen Entscheidungen und zur Entsolidarisierung der Bevölkerung verführt.“ Dieses Zitat aus einem Interview mit den Nachdenkseiten soll in Erinnerung rufen, woran es hierzulande noch immer mangelt.

Welche Art falscher Entscheidungen durch Mangel- oder Fehlinformationen getroffen werden, haben wir insbesondere in den letzten drei Jahren bestaunen können. Alles, was Wissenschaft und gesunder Menschenverstand über Jahrhunderte konkludent entwickelt und gelebt haben, wurde in einer Art kollektiver Hysterie über Bord geworfen. Ein Riss ging durch die Gesellschaft und machte auch vor Freundschaften, Belegschaften und Familien nicht halt. Eine nie dagewesene Kampagne gegen Grundrechte, Selbstbestimmung, Privatsphäre und Freiheit des Individuums wurde insbesondere von den Medien losgetreten, die Kraft ihres Auftrages eigentlich integrierend zu wirken haben.

Die gesellschaftlichen Erwartungen an den öffentlich-rechtlichen Journalismus sind aufgrund seiner besonderen Finanzierungssituation höher als an die privaten Medien, zumal letztere eine spezifische Schwäche in den Bereichen Information und Bildung aufweisen. Die öffentlich-rechtlichen Medien haben neben den bereits genannten Vorgaben einen Integrationsauftrag, der das Zusammenleben in pluralistischen Gesellschaften durch eine Kultur des Verstehens und des Diskurses zu befördern hat.

Auch unsere Initiative muss sich den Vorwurf gefallen lassen, in den Corona-Krisenjahren nicht deutlicher auf das offensichtliche Unrecht hingewiesen zu haben. Nur wenige Beschwerden wurden bei den Sendern eingereicht, obwohl die Berichterstattungen von ARD, ZDF und D-Radio durchaus Potential für mehrere Beanstandungen pro Tag boten. Gleichwohl hätte die rigorose Befassung mit dem Thema unseren Verein zerrissen, denn auch hier divergierten die Meinungen in erheblichem Maße. Inzwischen ist Ernüchterung eingetreten und eine Aufarbeitung kann beginnen.

Erste Treffen mit Medienschaffenden öffentlich-rechtlicher Anstalten, die dem Aufruf eines ehemaligen Mitarbeiters folgten, geben Anlass zur Hoffnung. Es sind bei weitem nicht alle Mitarbeiter der Anstalten zufrieden mit redaktionellen Sprachregelungen und der Synchronisationen von Information, die zunehmend zu Propaganda ausartet. Der Scham über die selbstherrlichen Eskapaden in diversen Funkhäusern setzt dem allgemeinen Frust  die Krone auf. Nein, sie sind nicht alle so, die Mitarbeiter der ÖRR vor und hinter der Kamera, in den Redaktionen und im operativen Geschäft.

So wie für die Verfasserin dieses Textes ihr persönliches „Erweckungserlebnis“ die mediale Berichterstattung über den Maidanputsch und die darauf folgende Ukrainekrise war, so wuchs das Befremden vieler Mitarbeiter in den Anstalten zunehmend aufgrund der teils absurden und realitätsfernen Berichterstattung und der übergriffigen, subjektiven Kommentare zum Pandemiegeschehen.

Netzwerke wurden geknüpft

Die Diskussion um die Abschaffung der Rundfunkbeiträge oder gar die Zerschlagung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kocht schon länger hoch. Nach langen Jahren der Unzufriedenheit vieler Menschen mehren sich Stimmen aus allen Schichten der Gesellschaft sowie aus den Sendern selbst, die über Verfehlungen berichten und Veränderungen fordern. Die Autoren des verlinkten Artikels beschäftigen sich als Bürger und Rezipienten der Medien seit einigen Jahren mit der Frage, worin die Ursachen für die Unzufriedenheit mit den öffentlich-rechtlichen Medien liegen und machen Vorschläge für die Verbesserung der Situation, insbesondere zur Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hin zu einer öffentlich-rechtlichen Medien-Plattform. Das ist nur ein Vorschlag aus einem Pool innovativer Ideen, die derzeit gebündelt und an runden Tischen diskutiert werden sollen.

Deutschland im Krisenmodus

Nach der Krise kommt der Aufschwung, wurde stets postuliert. Inzwischen muss die Frage erlaubt sein, nach welcher Krise dieser Aufschwung vonstattengehen soll, denn die Corona-Krise wurde nahtlos abgelöst von der Energiekrise – die angeblich durch die Eskalation der Ukrainekrise ausgelöst wurde. Nebenbei macht sich nach gut 10 Jahren medialer Pause die Mutter aller Krisen, die Klimakrise, wieder bemerkbar, die von einer neuen Flüchtlingskrise begleitet wird. Die sich anbahnende Wirtschaftskrise, vorsätzlich durch politische Fehlentscheidungen hervorgerufen, wird nach Meinung diverser Analysten alles bislang Dagewesene in den Schatten stellen.

Eine drohende Nahrungsmittelkrise, die sukzessive durch die Abwicklung von Landwirtschaftsbetrieben und parallel stattfindendem Aufkauf großer landwirtschaftlicher Flächen durch Oligarchen oder Heuschrecken wie Black-Rock und Vanguard, wirft ihre Schatten voraus und unbestellte Hinweise auf alternative Nahrungsmittel lassen Assoziationen zu alten dystopischen Filmklassikern zu. Vermeintliche Verschwörungstheoretiker, die seit Jahren vor der Abschaffung des Bargeldes, der Totalüberwachung und der Etablierung eines digitalen Zentralbankgeldes warnen, können ihre Treffer langsam patentieren lassen. Diese Zeit ist alles andere als humanistisch konnotiert und sollte uns als Menschheitsfamilie zu denken geben, inwieweit wir bereit sind, die Ideen diverser transhumanistischer Kreise und ihrer Handlanger in Politik und Medien mitzutragen.

Aktivitäten

Am 2. Mai 2022 fand bei „Fakt ist!“ unter dem Thema „Wie frei ist unsere Presse?“ eine interessante Debatte statt, an der Torsten Küllig für die Ständige Publikumskonferenz als Podiumsgast eingeladen war. Der Sendungsverlauf stellte sich für den Podiumsteilnehmer fair und korrekt dar. Unser Vorschlag zur Etablierung von Publikumsräten wurde vom MDR aufgegriffen und ein entsprechendes Arbeitsgespräch wurde anvisiert.

Alle Macht den Räten… Unter dieser einer Gewerkschaft durchaus angemessenen aber dennoch provokanten Losung stand am 7. September 2022 eine öffentlich zugängliche Medienpolitische Tagung von ver.di und DGB, die sich im Wesentlichen mit der durch die aktuellen Ereignisse in Kritik geratene Rolle der Gremienräte befassen wollte. Unser Mitglied und stellvertretender Vorsitzender Torsten Küllig war auch an diesem Tag für die Publikumskonferenz in Berlin dabei.

Die fast einstündige Diskussionsrunde befasste sich vorwiegend mit der gegenwärtigen und zukünftigen Rolle der Gremienräte, vorwiegend jedoch aus der Innensicht. Den interessantesten Beitrag leistete Frau Prof. Dr. Horz–Ishak mit Verweis auf Ihre Initiative eines Publikumsrates. Als Ständige Publikumskonferenz arbeiten wir derzeit an einem ähnlichen Modell, was in einer Art „Zweiten Kammer“ sowohl der Intendanz als auch den Gremienräten eine Rückkopplung durch das Publikum ermöglichen soll. Denn auch wenn das Thema „Vielfalt“ bei der Gremienbesetzung in dem Podium als das zentrale Problem hervorgehoben wurde, stellt sich ja vielmehr die Frage, ob nicht bei der ganzen Vielfaltsdebatte, die Perspektiven der Mehrheitsgesellschaft auf der Strecke bleibt und dies auch ein Grund für die schwindende Akzeptanz der öffentlich–rechtlichen Anstalten darstellt. Aber immerhin, es wird erkannt, dass die „Gremienhütte“ brennt.

Eine neue Formulierung im aktuellen Verfassungsschutzbericht löste bei uns Irritationen aus, was uns am 27. August 2022 zu einer Anfrage ans Ressort der Innenministerin inspirierte. Die irritierende Passage im Wortlaut: „Die Angehörigen des Phänomenbereichs versuchen, das Vertrauen in die parlamentarische Demokratie, in staatliche Institutionen sowie in Wissenschaft und Medien zu untergraben. Sie zielen dabei auf die Radikalisierung und Mobilisierung von Teilen der Bevölkerung, um ihre eigene Agenda voranzubringen.“

Der Zweck unseres Vereins besteht in der Erlangung und Förderung von Medienkompetenz, demokratischer und kultureller Bildung, sowie der demokratischen Mitsprache bei der Umsetzung des gesellschaftlichen Programm- und Bildungsauftrages. Inwieweit es im zulässigen Spektrum noch folgenlos möglich ist, Medienkritik zu üben, ohne in den neugeschaffenen Phänomenbereich ggf. durch Einsatz von nachrichtendienstlichen Mitteln erfasst zu werden, ist von allgemeinem Interesse. Die Antwort aus dem hohem Hause fiel daher äußerst unbefriedigend aus.

Ein Offener Brief an die Ministerpräsidenten und die Landtagspräsidenten der Länder und an die Abgeordneten der Landtagsfraktionen zur erweiterten Befreiung von der Rundfunk-Beitragspflicht aus sozialen Gründen wurde von den Verantwortlichen an alle Fraktionen zur weiteren Befassung weitergeleitet.

Programmbeschwerden/Blogbeiträge

In diesem Jahr reichten wir 13 eigene Programmbeschwerden bei den Sendern ein und veröffentlichten 16 Beschwerden von aufmerksamen Zuschauern.
Quotenträchtig sind nachwievor die Programmkritiken unserer beiden Mitstreiter Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, aber auch die Übersetzungen englischsprachiger Texte, die mehr Informationen beinhalten als die offizielle Berichterstattung zu den Konflikten der Welt, werden gerne gelesen.

Buchtipp

Corona-Bücher dokumentieren die Auswirkungen des Lockdowns auf Wirtschaft, Gesellschaft und Psyche. Viele Bücher zur Corona-Krise setzen sich kritisch mit der Impfung auseinander. Sie versuchen eine alternative Antwort auf die Frage zu geben, wie wir zurück zu einer Normalität finden. Einige von ihnen wurden schnell zu (Spiegel-) Bestsellern, andere sind noch unbekannt. Die Auswahl auf Buchkomplizen.de möchte wiederspiegeln, wie vielfältig Autoren Corona in Büchern verhandeln:

  • Corona-Bücher über die Folgen für Wirtschaft & Kurzarbeit
  • Sachbücher über die Auswirkung des Lockdowns auf die Gesellschaft, wie beispielsweise Folgen der Kita- und Schulschließungen
  • Politische Verhandlungen der Pandemie, von Kritik an den Maßnahmen bis hin zur Kritik an den Demonstranten
  • Ratgeber zur Impfung und zu den Impfstoffen
  • Kritik an der Haltung der Mainstream-Medien
  • Bücher aus Philosophie und Geschichte, die eine Einordnung der Pandemie vornehmen
  • Buch-Neuheiten von Kabarettisten, die die derzeitige Situation mit Humor nehmen und einfach lustig sind
  • Alle Spiegel Bestseller der Bereiche Sachbuch und Taschenbuch zum Thema

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Die Publikumskonferenz wünscht besinnliche Weihnachten

Viele Menschen denken mit Schaudern an die Zumutungen der letzten beiden Jahre zurück. An 2-G-Weihnachtsmärkte, die anmuteten wie Viehgatter. An Weihnachtsfeiern, zu denen nicht alle Kollegen willkommen waren. An die Trennung von den Liebsten, die in Kranken- oder Pflegeheimen alleine waren. Mögen diese unchristlichen Zustände ein für alle mal der Vergangenheit angehören.

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Vorweihnachtszeit voller Vorfreude, Musik, Gesang, Begegnungen, vielen Leckereien und ein schönes Weihnachtsfest im Kreise lieber Menschen.

Ganz herzlich bedanken wir uns auch in diesem Jahr bei unseren Mitgliedern, Fördermitgliedern, Spendern und Mitstreitern für die treue Unterstützung. Sie haben auch in diesem Jahr dazu beigetragen, dass der reibungslose Betrieb von Technik, Logistik, Kommunikation und auch den Besuch diverser Veranstaltungen ermöglicht und gewährleistet wurde. Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Arbeit weiterhin mit Interesse, oder auch mit eigenen Aktivitäten begleiten. Im Fokus unserer Arbeit steht immer das Publikum und dessen Anrecht auf angemessene, wahrheitsgetreue und relevante Information.

Wir wünschen Ihnen besinnliche und erholsame Weihnachtsfeiertage und einen guten Start ins neue Jahr.

Bleiben Sie aufmerksam, kritisch und vor Allem – uns gewogen.

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