{"id":10089,"date":"2024-12-11T08:51:08","date_gmt":"2024-12-11T07:51:08","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=10089"},"modified":"2024-12-11T08:51:08","modified_gmt":"2024-12-11T07:51:08","slug":"problem-unabhaengigkeit-experte-erklaert-die-gefaehrliche-naehe-einiger-medien-zur-politik","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/problem-unabhaengigkeit-experte-erklaert-die-gefaehrliche-naehe-einiger-medien-zur-politik\/","title":{"rendered":"Problem Unabh\u00e4ngigkeit: Experte erkl\u00e4rt die gef\u00e4hrliche N\u00e4he einiger Medien zur Politik"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend Medien zunehmend unter wirtschaftlichem Druck stehen, mehren sich die Vorw\u00fcrfe politischer Einflussnahme. Medienexperte Jo Groebel ordnet wichtige F\u00e4lle ein. [\u2026]<\/p>\n<p>Zwischen reiner Faktenberichterstattung, der Werteorientierung, dem wichtiger werdenden Markt und der direkten Kommunikation mit Konsumenten \u00fcber soziale Medien wiesen die meisten deutschen Medien nach wie vor einen hohen Anspruch an die Qualit\u00e4t ihrer Produkte auf, erkl\u00e4rt der Experte. Reine Propagandamedien seien \u00e4u\u00dferst selten. Als Rezipient ginge Groebel davon aus, dass deutsche Redaktionen \u201eungeachtet einer Basiswerteorientierung nicht selektiv berichten oder Nachricht und Meinungen miteinander vermischen\u201c.<\/p>\n<p>In Deutschland sei diese Trennung nach wie vor deutlich fester verankert als beispielsweise in den USA [\u2026]<\/p>\n<p>Jo Groebel stellt fest, dass viele Medienorgane heutzutage deutlich weniger eindeutig in einem parteipolitisch oder ideologisch zuordenbaren Spektrum zu verorten sind, als sie es fr\u00fcher waren [\u2026]<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sei es f\u00fcr viele Verlage \u00fcblich, eine separate Content-Marketing-Agentur zu f\u00fchren, die von der \u201eBrand\u201c der Zeitung, ihrer Marke, profitiere, erkl\u00e4rt Medienpsychologe Groebel. Auch die Zeit hat mit ihrem Studio ZX eine \u00e4hnliche Agentur oder Axel Springer mit seiner Tochter Axel Springer Corporate Solutions.<\/p>\n<p>Bei der FAZ wirke die Marke \u201ekonservativ, seri\u00f6s, gediegen\u201c, sagt Groebel, was sich etwa f\u00fcr Wirtschaftspublikationen anbiete. Dass ein Kunde des Gesamtunternehmens, etwa ein Stifter oder Spender, direkten Einfluss auf die Redaktionsarbeit nehme, sei der \u201eS\u00fcndenfall\u201c, so Groebel, f\u00fcr den es bei der FAZ keine Belege gebe [\u2026]<\/p>\n<p>Sehr viel problematischer sei es, wenn Medienunternehmen selbst direkt mit Steuergeldern gef\u00f6rdert w\u00fcrden. Das ist etwa bei der Deutschen Presse-Agentur der Fall, von der auch die Berliner Zeitung Informationen bezieht. Das Branchenmagazin Medium deckte im September auf, dass diese seit 2021 mehr als 2,1 Millionen Euro F\u00f6rdergeld vom Staat f\u00fcr mehrere Projekte erhalten habe. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Peter Kropsch bezeichnete die Kritik an der Tatsache in Medium als \u201enegatives Framing\u201c. [\u2026]<\/p>\n<p>Auch beim \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk sei immer wieder diskutiert worden, ob dieser anstatt mit dem Rundfunkbeitrag mit Steuergeldern finanziert werden solle. Man habe sich aber dagegen entschieden, weil das ein \u201eEinfallstor f\u00fcr eine direkte Abh\u00e4ngigkeit\u201c von einer Regierung sein k\u00f6nnte, so Groebel. Dies sei eine ausgesprochen \u201eheikle Sache\u201c. Allein die Frage, wie man die Gremien besetze, die solche Gelder aussch\u00fctte, sei h\u00f6chst politisch. [\u2026]<\/p>\n<p>Das einzige Gegenmittel in all diesen F\u00e4llen m\u00f6glicher Einflussnahme politischer Akteure auf Medienh\u00e4user sei: \u201eTransparenz, Transparenz, Transparenz. Man kann diese Dinge machen, muss sie gut begr\u00fcnden, muss aber vor allem die Strukturen transparent machen.\u201c Nur so k\u00f6nnten Medien weiterhin \u201eGlaubw\u00fcrdigkeitsinstitutionen\u201c sein, bei denen B\u00fcrger nicht in jedem kleinsten Detail nachpr\u00fcfen m\u00fcssen, ob die Berichterstattung vertrauensw\u00fcrdig ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/problem-unabhaengigkeit-die-gefaehrliche-naehe-der-medien-zur-politik-li.2278723\">https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/problem-unabhaengigkeit-die-gefaehrliche-naehe-der-medien-zur-politik-li.2278723<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Zum Thema Unabh\u00e4ngigkeit und Staatsferne:<\/p>\n<p>&#8222;&#8230; Es gibt eine Gegenposition &#8211; der MDR habe staatsfern zu sein. Eine weitere Wortmeldung: Der Antrag sei nicht ausgereift, er hat &#8218;Qualit\u00e4tsm\u00e4ngel&#8216; und sei fehlerhaft und kommt zu abenteuerlichen Schlussfolgerungen. Er bittet darum, den Antrag auf \u00c4nderung der Tagesordnung abzulehnen. Uihhh, ich dachte, das wird heute eine ruhige Sitzung. Im Moment werden also Formalien diskutiert. Nun gibt es einen Bef\u00fcrworter f\u00fcr die \u00c4nderung der Tagesordnung. &#8218;Staatsferne&#8216; sei kein Argument, dass sich der Rundfunkrat nicht \u00f6ffentlich mit einer eigenen Meinung \u00e4u\u00dfern d\u00fcrfe &#8230;&#8220;: Am gestrigen Montag tagte der MDR-Rundfunkrat wieder, und flurfunk-dresden.de war wieder livetickerig dabei.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/altpapier\/das-altpapier-3956.html\">https:\/\/www.mdr.de\/altpapier\/das-altpapier-3956.html<\/a><\/p>\n<p>Zum Flurfunk<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flurfunk-dresden.de\/2024\/12\/09\/bericht-von-der-224-sitzung-des-mdr-rundfunkrat\/\">https:\/\/www.flurfunk-dresden.de\/2024\/12\/09\/bericht-von-der-224-sitzung-des-mdr-rundfunkrat\/<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_10089 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_10089')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_10089').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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