{"id":10319,"date":"2025-02-24T10:49:20","date_gmt":"2025-02-24T09:49:20","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=10319"},"modified":"2025-02-24T10:49:20","modified_gmt":"2025-02-24T09:49:20","slug":"wahlnachlese","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/wahlnachlese\/","title":{"rendered":"Wahlnachlese"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hart aber leer: Das Wahlkampf-Fernsehen in der Reformstau-Falle<\/strong><\/p>\n<p>Im TV-Wahlkampf wurden Spitzenpolitiker von Format zu Format gereicht, um in Sekundenschnelle komplexe Themen zu erkl\u00e4ren. F\u00fcr echten Dialog war kaum Zeit. Damit reproduzieren die Sender genau die Probleme, die sie der Politik vorwerfen, glaubt Peer Schader. [\u2026]<\/p>\n<p>Statt echten Austausch zu erm\u00f6glichen, werden Politiker immer h\u00e4ufiger zu &#8222;Antwortmaschinen&#8220; degradiert. Sie sollen sich in v\u00f6llig verschiedenen Themengebieten auskennen, in Windeseile Problembeschreibungen anerkennen und ihre Antworten formulieren, bevor der n\u00e4chste Buzzer oder die n\u00e4chste Unterbrechung zuschl\u00e4gt. [\u2026]<\/p>\n<p>Umso wichtiger w\u00e4re es, dass wir uns mit Blick auf die Zukunft gemeinsam fragen, wie Politikberichterstattung im Fernsehen aussehen muss, um nicht als Teil des Abw\u00e4rtsstrudels zu funktionieren, in dem sich die Laune des Landes zu befinden scheint.<\/p>\n<p>TV-Verantwortliche m\u00fcssen sich zuallererst dem Problem bewusst werden, dass Politik nicht immer blo\u00df als Konfrontation inszeniert werden kann \u2013 auch wenn gerade Wahlkampf nat\u00fcrlich harte Auseinandersetzung und Rivalit\u00e4t unterschiedlicher Positionen vorherrschen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dwdl.de\/hauptstadtstudio\/101533\/hart_aber_leer_das_wahlkampffernsehen_in_der_reformstaufalle\/\">https:\/\/www.dwdl.de\/hauptstadtstudio\/101533\/hart_aber_leer_das_wahlkampffernsehen_in_der_reformstaufalle\/<\/a><\/p>\n<p><strong>Vom Duell zum Gipfel <\/strong><\/p>\n<p>Vor der Bundestagswahl am kommenden Sonntag warben die Spitzenkandidaten der Parteien in mehreren TV-Duellen und anderen Formaten um Stimmen. F\u00fcr viele Zuschauer d\u00fcrfte bei diesem Marathon aber inhaltlich einiges auf der Strecke geblieben sein. Die interessanten Fragen wurden gestellt, wenn sich die Moderatoren im Hintergrund hielten. [\u2026]<\/p>\n<p>Vielleicht w\u00e4re es f\u00fcr die Bundestagswahl in vier Jahren eine gute Idee, weniger auf Show als auf Inhalte zu setzen und mehrere Debatten &#8211; nennen wir sie gerne &#8222;Gipfel&#8220; &#8211; zu unterschiedlichen Themen anzusetzen. Was lie\u00dfe sich gut vorbereitet und mit einem Live-Faktencheck alles in jeweils 120 Minuten zu den Themen Pflege, Wirtschaft, Klima, Migration, Wohnungsmarkt, Energiewende, Steuersystem oder Schuldenbremse sagen und auch fragen, wenn der Joker der zweisilbigen Antwort oder der Schuldzuweisung an vergangene Regierungen nach wenigen Momenten nicht mehr zieht? [\u2026]<\/p>\n<p>Vor allem aber sollten sich die Sender ihre thematischen Schwerpunkte nicht von Bundestagsdebatten und auch nicht von der Wutb\u00fcrgerei diktieren lassen. Zu sehr verstehen sich ARD und ZDF derzeit als Echokammern sozialer Netzwerke, zu selten werden eigene Akzente gesetzt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/medien.epd.de\/article\/2681\/\">https:\/\/medien.epd.de\/article\/2681\/<\/a><\/p>\n<p><strong>Huwendiek \u00fcber Faktenchecks: &#8222;Kein kleinliches Erbsenz\u00e4hlen!&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>In der hei\u00dfen Phase des Wahlkampfs schl\u00e4gt die Stunde der Faktenchecker, an die die Anforderungen zuletzt gestiegen sind, weil Tempo und Pr\u00e4zision gleicherma\u00dfen gefragt sind. Ein Spagat, mit dem Frederic Huwendiek, Leiter der Online-Nachrichtenredaktion des ZDF, bestens vertraut ist. [\u2026]<\/p>\n<p>Vor wenigen Wochen forderte eine Petition von ARD und ZDF gar einen Live-Faktencheck w\u00e4hrend der TV-Debatten der Kanzlerkandidaten. Frederic Huwendiek, Leiter der Online-Nachrichtenredaktion des ZDF, war zun\u00e4chst skeptisch, wie er gegen\u00fcber DWDL.de einr\u00e4umt. &#8222;Faktenchecks m\u00fcssen pr\u00e4zise sein&#8220;, sagt er. Und doch sei er eines Besseren belehrt worden. &#8222;Man kann Fakten live checken &#8211; oder zumindest fast live.&#8220; Wichtig seien jedoch zwei Dinge: Viel (Fach-)Personal und eine sehr gute Vorbereitung. [\u2026]<\/p>\n<p>Zu den wichtigen Wahlsendungen, etwa dem &#8222;Duell&#8220;, &#8222;Klartext&#8220; oder der gerade ausgestrahlten &#8222;Schlussrunde&#8220;, hat der Sender daher eine gro\u00dfe, redaktions\u00fcbergreifende Crew zusammengestellt, der Mitarbeitende von &#8222;Frontal&#8220; und der Wirtschafts- und Rechtsredaktion, aber auch Kolleginnen und Kollegen aus den Inlandsstudios und dem Archiv angeh\u00f6ren &#8211; zus\u00e4tzlich zum sogenannten Check-Kernteam, das in der Online-Nachrichtenredaktion angesiedelt ist. &#8222;Die haben zu vielen Aspekten, bei denen sie erwartet haben, dass sie Thema in der Sendung werden k\u00f6nnten, vorab schon die Fakten und Zahlen vorbereitet und Experten angefragt&#8220;, erl\u00e4utert Huwendiek [\u2026]<\/p>\n<p>Antworten boten ein Liveblog, ein Online-Only-Livestream sowie ein textlicher Faktencheck, der schon kurz nach dem Sendungsende erschien. (Mehr unter: Faktencheck)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dwdl.de\/magazin\/101535\/huwendiek_ueber_faktenchecks_kein_kleinliches_erbsenzaehlen\/\">https:\/\/www.dwdl.de\/magazin\/101535\/huwendiek_ueber_faktenchecks_kein_kleinliches_erbsenzaehlen\/<\/a><\/p>\n<p><strong>Wieso setzen Medien im Wahlkampf nicht h\u00e4ufiger eigene Themen?<\/strong><\/p>\n<p>In den vergangenen Wochen ging es in Politiksendungen sehr oft um Migration. Dabei g\u00e4be es ja auch andere Dinge, die Menschen umtreiben. Sie kommen aber kaum vor. Warum? Und was m\u00fcsste sich strukturell \u00e4ndern? Dar\u00fcber spricht Holger Klein mit dem Politik-Journalisten Philip Banse. [\u2026]<\/p>\n<p>Dabei g\u00e4be es, das zeigen auch Umfragen, durchaus andere Themen, die die Menschen umtreiben: Wohnen, zum Beispiel. Pflege. Soziale Gerechtigkeit. M\u00fcssten Medien nicht auch dar\u00fcber viel mehr berichten und Parteien konfrontieren?<\/p>\n<p>\u201eIch vermisse ein journalistisches Selbstbewusstsein, zu sagen: Wir bestimmen jetzt in unserer Sendung mal, was wir f\u00fcr wichtig halten\u201c, sagt der Politik-Journalist Philip Banse im \u00dcbermedien-Podcast. Und zwar nicht einfach nur so, sondern weil es Argumente daf\u00fcr gebe, Tatsachen, Umst\u00e4nde, die man erkl\u00e4ren k\u00f6nne. Um dann nicht eins zu eins dem zu folgen, was Parteien \u201eals tolles Wahlkampfthema\u201c gefunden h\u00e4tten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/uebermedien.de\/103079\/wieso-setzen-medien-im-wahlkampf-nicht-haeufiger-eigene-themen\/\">https:\/\/uebermedien.de\/103079\/wieso-setzen-medien-im-wahlkampf-nicht-haeufiger-eigene-themen\/<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_10319 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_10319')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_10319').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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