{"id":10354,"date":"2025-03-06T00:46:34","date_gmt":"2025-03-05T23:46:34","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=10354"},"modified":"2025-03-05T11:49:17","modified_gmt":"2025-03-05T10:49:17","slug":"zu-viele-politiker-kein-austausch-mit-publikum-studie-kritisiert-rundfunkraete","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/zu-viele-politiker-kein-austausch-mit-publikum-studie-kritisiert-rundfunkraete\/","title":{"rendered":"Zu viele Politiker, kein Austausch mit Publikum: Studie kritisiert Rundfunkr\u00e4te"},"content":{"rendered":"<div class=\"highlight-teaser\">\n<p><strong>Otto-Brenner-Stiftung: Rundfunkr\u00e4te arbeiten intransparent und \u00f6ffentlichkeitsscheu \/ Wissenschaftler kritisieren Unprofessionalit\u00e4t und mangelnde Kritikf\u00e4higkeit von Rundfunkr\u00e4ten \/ Forscher: Gremien sind \u201eAuffangbecken\u201c<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"calc-line-height-by-js\">\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/arbeitsweise-oeffentlich-rechtliche-rundfunkgremien\/\" target=\"blank\">Studie<\/a> der gewerkschaftsnahen Otto-Brenner-Stiftung (OBS) \u00fcbt umfassende Kritik an der Gremienarbeit des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Den Rundfunkr\u00e4ten <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/pm-oeffentlich-rechtliche-rundfunkgremien\/\" target=\"blank\">mangele<\/a> es sowohl an Transparenz als auch an Austausch mit dem Publikum, schreibt die OBS. Zudem seien deutlich mehr Politiker als erlaubt in den Gremien aktiv. \u00dcber 40 Prozent aller Rundfunkr\u00e4te und mehr als 50 Prozent der Verwaltungsr\u00e4te des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks (\u00d6RR) geh\u00f6ren einer Partei an, erl\u00e4utert Studienautor Peter Stawowy. Jedoch darf laut einer <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2014\/03\/fs20140325_1bvf000111.html\" target=\"blank\">Vorgabe<\/a> des Bundesverfassungsgerichts vom 25. M\u00e4rz 2014 der Anteil der staatlichen und staatsnahen Mitglieder \u201eein Drittel der gesetzlichen Mitglieder des jeweiligen Gremiums nicht \u00fcbersteigen\u201c.<\/p>\n<p>Studienautor Stawowy, der von April bis September 2024 die soziodemographischen Hintergr\u00fcnde von 772 Rundfunkrats- und Verwaltungsratsmitgliedern in den Aufsichtsgremien von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutscher Welle analysiert hat, wirft den R\u00e4ten au\u00dferdem Elfenbeinturm-Verhalten vor. W\u00f6rtlich hei\u00dft es in der Studie: \u201eInsgesamt aber lassen die Ergebnisse nur den Schluss zu, dass die Gremien nach wie vor die \u00d6ffentlichkeit scheuen und offenkundig lieber unter sich bleiben m\u00f6chten.\u201c Eine ernsthafte, dialogische R\u00fcckkoppelung der eigenen Arbeit in die \u00d6ffentlichkeit, etwa durch Dialogveranstaltungen und Austausch, suche man vergeblich, kritisiert Stawowy, der als Journalist und Medienblogger arbeitet. Zudem werde die Gesellschaft nur \u201ein sehr begrenztem Umfang\u201c von den Gremien repr\u00e4sentiert. Die Studie wurde am 27. Februar bei der OBS ver\u00f6ffentlicht. Die OBS ist die Wissenschaftsstiftung der\u00a0IG Metall.<\/p>\n<p>Kritiker des \u00d6RR weisen darauf hin, dass die Erkenntnisse und Vorw\u00fcrfe alles andere als neu sind. Bereits 2013 habe es eine <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/wissenschaftsportal\/informationsseiten-zu-studien\/studien-2013\/im-oeffentlichen-auftrag\/\" target=\"blank\">OBS-Studie<\/a> mit dem Titel \u201eIm \u00f6ffentlichen Auftrag\u201c zum Selbstverst\u00e4ndnis der Rundfunkgremien gegeben, erkl\u00e4rt Maren M\u00fcller, Vorsitzende der <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\" target=\"blank\">\u201eSt\u00e4ndigen Publikumskonferenz\u201c<\/a>. Ebenfalls 2013 habe der MDR-Rundfunkrat Heiko Hilker <a href=\"http:\/\/carta.info\/zwolf-gedanken-zur-reform-der-rundfunkgremien\/\" target=\"blank\">\u201eZw\u00f6lf Gedanken zur Reform der Rundfunkgremien\u201c<\/a> formuliert. 2015 habe sich das Berliner \u201ePrometheus-Institut\u201c in einer <a href=\"https:\/\/prometheusinstitut.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Prometheus-Paper-I-Die-Rundfunkr\u00e4te-der-\u00f6ffentlich-rechtlichen-Sendeanstalten.pdf\" target=\"blank\">Untersuchung<\/a> mit der mangelnden Staatsferne der Gremien befasst. \u201eDie Summe der Kritiken sollte endlich zu einer Verbesserung der Zusammensetzung und der Qualit\u00e4t der Arbeit der R\u00e4te f\u00fchren\u201c, sagte Maren M\u00fcller gegen\u00fcber Multipolar.<\/p>\n<p>Die Vorsitzende der \u201eSt\u00e4ndigen Publikumskonferenz\u201c best\u00e4tigt aus eigener Erfahrung, dass Rundfunkr\u00e4te den Austausch mit dem Publikum scheuen. Dies sei nicht weiter verwunderlich: \u201eViele Gremienmitglieder kennen die eigenen Programmschemen und Angebote nicht hinreichend und w\u00e4ren im Falle einer fachlichen Auseinandersetzung \u00fcberhaupt nicht aussagef\u00e4hig.\u201c Reformvorschl\u00e4ge gebe es reichlich: \u201eMan k\u00f6nnte \u00fcber ein spezielles Losverfahren ein Gremium w\u00e4hlen, das die Interessen der Rezipienten vertritt.\u201c Beschwerden k\u00f6nnten nach Schweizer Vorbild durch <a href=\"https:\/\/www.ubi.admin.ch\/de\/verfahren\/ombudsstelle\" target=\"blank\">unabh\u00e4ngige Ombudsstellen<\/a> behandelt werden.<\/p>\n<p>Sabine Schiffer, Professorin f\u00fcr Journalismus an der Media University in Frankfurt am Main, fordert die Entsendung von R\u00e4ten, die mit dem Publikum in Kontakt stehen: \u201eUnd die f\u00fcr Transparenz und Feedback in beide Richtungen im Sinne einer Ombudsfunktion sorgen.\u201c Aktuell sei die Zusammensetzung nicht repr\u00e4sentativ, best\u00e4tigt Schiffer gegen\u00fcber Multipolar: \u201eDie Entsendeverfahren sind intransparent, die Kl\u00fcngelei vor Ort ist eine Blackbox.\u201c Mangels Professionalit\u00e4t k\u00f6nnten viele R\u00e4te die journalistische Qualit\u00e4t oft gar nicht pr\u00fcfen. Auch f\u00fcr Schiffer sind die Erkenntnisse aus der aktuellen OBS-Studie nicht neu. Die Professorin verweist auf die von Frankfurter Journalismus-Studenten 2023 ver\u00f6ffentlichte <a href=\"https:\/\/journalistik.online\/ausgabe-1-2023\/repraesentativitaet-in-rundfunk-und-fernsehrat\/\" target=\"blank\">Analyse<\/a> \u201eRepr\u00e4sentativit\u00e4t in Rundfunk- und Fernsehrat\u201d.<\/p>\n<p>Hans Mathias Kepplinger, vormals am Mainzer Institut f\u00fcr Publizistik t\u00e4tiger Kommunikationswissenschaftler, weist im Gespr\u00e4ch mit Multipolar auf seine eigene <a href=\"https:\/\/katalog.uni-konstanz.de\/libero\/WebOpac.cls?VERSION=2&amp;ACTION=DISPLAY&amp;RSN=1035221&amp;DATA=KON&amp;TOKEN=x07hUxaIhD1097&amp;Z=1&amp;SET=1\" target=\"blank\">Analyse<\/a> aus dem Jahr 1989 hin. Sie trug den Titel: \u201eStachel oder Feigenblatt?\u201c Rundfunkr\u00e4te fungieren nach den Worten des emeritierten Professors als \u201eAuffangbecken\u201c f\u00fcr \u201eHonoratioren\u201c. An Kritikf\u00e4higkeit hapert es, bemerkte Kepplinger als er selbst an Sitzungen von Rundfunkr\u00e4ten teilnahm: \u201eEinige Wortf\u00fchrer geb\u00e4rdeten sich bei Kritik am Funk als Verteidiger der Anstalten gegen Kritik aus dem Publikum, daher auch der Titel meiner Studie, sie sollten Stachel sein und waren Feigenbl\u00e4tter.\u201c<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/\">(multipolar)<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_10354 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_10354')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_10354').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"action\":\"like\",\"language\":\"de_DE\"},\"twitter\":{\"reply_to\":\"\",\"tweet_text\":\"%20Zu%20viele%20Politiker%2C%20kein%20Austausch%20mit%20Publikum%3A%20Studie%20kritisiert%20Rundfunkr%C3%A4te%20...\",\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"language\":\"de\",\"referrer_track\":\"\"}},\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/publikumskonferenz.de\\\/blog\\\/news\\\/zu-viele-politiker-kein-austausch-mit-publikum-studie-kritisiert-rundfunkraete\\\/\",\"post_id\":10354,\"post_title_referrer_track\":\"Zu+viele+Politiker%2C+kein+Austausch+mit+Publikum%3A+Studie+kritisiert+Rundfunkr%C3%A4te\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Otto-Brenner-Stiftung: Rundfunkr\u00e4te arbeiten intransparent und \u00f6ffentlichkeitsscheu \/ Wissenschaftler kritisieren Unprofessionalit\u00e4t und mangelnde Kritikf\u00e4higkeit von Rundfunkr\u00e4ten \/ Forscher: Gremien sind \u201eAuffangbecken\u201c Eine Studie der gewerkschaftsnahen Otto-Brenner-Stiftung (OBS) \u00fcbt umfassende Kritik an der Gremienarbeit des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Den Rundfunkr\u00e4ten mangele es sowohl &hellip;<\/p>\n<p class=\"read-more\"> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/zu-viele-politiker-kein-austausch-mit-publikum-studie-kritisiert-rundfunkraete\/\"> <span class=\"screen-reader-text\">Zu viele Politiker, kein Austausch mit Publikum: Studie kritisiert Rundfunkr\u00e4te<\/span> Weiterlesen &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","categories":[1],"newstags":[],"class_list":["post-10354","news","type-news","status-publish","hentry","category-news"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/news\/10354","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10354"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10354"},{"taxonomy":"newstags","embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/newstags?post=10354"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}