{"id":10385,"date":"2025-03-07T09:41:58","date_gmt":"2025-03-07T08:41:58","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=10385"},"modified":"2025-03-07T09:59:22","modified_gmt":"2025-03-07T08:59:22","slug":"jeffrey-sachs-fordert-eigenstaendige-eu-aussenpolitik-bitte-verhandeln-sie-mit-russland","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/jeffrey-sachs-fordert-eigenstaendige-eu-aussenpolitik-bitte-verhandeln-sie-mit-russland\/","title":{"rendered":"Jeffrey Sachs fordert eigenst\u00e4ndige EU-Au\u00dfenpolitik: \u201eBitte verhandeln Sie mit Russland\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>US-\u00d6konom spricht im EU-Parlament zum Ukraine-Konflikt: \u201eDer Krieg ist zu Ende\u201c \/ Scharfe Kritik an US-Expansionspolitik und Nato-Osterweiterung \/ Kaum mediale Resonanz<\/strong><\/p>\n<p>Der renommierte US-\u00d6konom Jeffrey Sachs hat w\u00e4hrend eines <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VxI7m9rmFto\" target=\"blank\">Vortrags<\/a> am 19. Februar im Europaparlament in Br\u00fcssel die US-Au\u00dfenpolitik der vergangenen Jahrzehnte scharf kritisiert. Er forderte die Europ\u00e4er zu einer eigenst\u00e4ndigen Au\u00dfenpolitik auf. Hierzu pl\u00e4dierte Sachs f\u00fcr eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und der Europ\u00e4ischen Union (EU). Eingeladen zur Veranstaltung mit dem Titel \u201eDie Geopolitik des Friedens\u201c hatte ihn Michael von der Schulenburg, BSW-Abgeordneter und ehemaliger Diplomat der Vereinten Nationen (UN).<\/p>\n<p>\u201eDer Krieg ist zu Ende\u201c, sagte Sachs in seinem Vortrag. US-Pr\u00e4sident Donald Trump wolle den bewaffneten Konflikt in der Ukraine beenden, weil er nicht auf der Verliererseite stehen m\u00f6chte. Trump und Putin w\u00fcrden sich h\u00f6chstwahrscheinlich einigen. Daran werde auch eine Fortsetzung der europ\u00e4ischen \u201eKriegstreiberei\u201c nichts \u00e4ndern. Aus Sicht von Sachs ist die Trump-Regierung nichtsdestotrotz genuin \u201eimperialistisch\u201c, er diagnostizierte in seinem Vortrag kein \u201eneues Zeitalter des Friedens\u201c, sondern eine Fortsetzung der Gro\u00dfmachtpolitik.<\/p>\n<p>Der \u00d6konom, der als Professor an der Columbia-Universit\u00e4t New York t\u00e4tig ist, sprach sich vor diesem Hintergrund f\u00fcr mehr europ\u00e4ische Souver\u00e4nit\u00e4t gegen\u00fcber den USA aus. Die Europ\u00e4er m\u00fcssten sich um eine eigenst\u00e4ndige Au\u00dfenpolitik bem\u00fchen. Der bisherige Kurs sei <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/artikel\/die-langen-linien-der-russophobie\" target=\"blank\">\u201erussophob\u201c<\/a> gewesen und habe weder der europ\u00e4ischen noch der ukrainischen Sicherheit gedient. Das \u201eamerikanische Abenteuer\u201c habe \u201ezu einer Million ukrainischer Opfern\u201c gef\u00fchrt. Er habe einige EU-Staats- und Regierungschefs bereits aufgefordert, statt nach Kiew nach Moskau zu reisen und direkt mit den russischen Amtskollegen zu verhandeln. Die EU und Russland h\u00e4tten komplement\u00e4re Volkswirtschaften und k\u00f6nnten beidseitig von engen Handelsbeziehungen profitieren. In diesem Zusammenhang erw\u00e4hnte Sachs auch kurz die <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/artikel\/washington-kampf-gegen-russische-energie\" target=\"blank\">Sprengung von Nord Stream<\/a>.<\/p>\n<p>Bereits zu Beginn seiner Rede hatte Sachs in einer historischen R\u00fcckschau die US-amerikanische Au\u00dfenpolitik scharf kritisiert. Die USA h\u00e4tten nach dem Ende des Kalten Krieges mehrere Kriege \u2013 etwa in Serbien, im Nahen Osten oder in Afrika \u2013 gef\u00fchrt, um eine US-dominierte, unipolare Weltordnung zu etablieren und abzusichern. Zur US-Strategie geh\u00f6re eine vehemente Ablehnung neutraler Positionen und die strikte Zur\u00fcckweisung der Diplomatie als wesentliches Element der Au\u00dfenpolitik. Stattdessen versuche man missliebige Regierungen zu st\u00fcrzen, verdeckt oder offen.<\/p>\n<p>In diesem Kontext sei auch die Nato-Osterweiterung zu betrachten, erl\u00e4uterte Sachs, der ab 1989 als Wirtschaftsberater f\u00fcr mehrere Regierungen osteurop\u00e4ischer L\u00e4nder, darunter Russland, Polen und Estland t\u00e4tig war. (\u201eSchocktherapie\u201c) Er erinnerte an die dokumentierten westlichen Zusagen an Moskau, dass die Aufl\u00f6sung des Warschauer Pakts nicht ausgenutzt und die Nato sich \u201ekeinen Zentimeter nach Osten\u201c ausdehnen w\u00fcrde. Doch schon 1994 sei beschlossen worden, das US-gef\u00fchrte B\u00fcndnis bis zur Ukraine auszuweiten und 2014 h\u00e4tten die USA den ukrainischen Pr\u00e4sidenten Viktor Janukowitsch gest\u00fcrzt. Dieser hatte sich f\u00fcr Neutralit\u00e4t und gegen die Nato-Erweiterung ausgesprochen.<\/p>\n<p>Sachs erinnerte auch daran, dass die USA mehrere R\u00fcstungskontrollvertr\u00e4ge aufgek\u00fcndigt haben \u2013 so im Jahr 2002 den ABM-Vertrag und im Jahr 2019 den INF-Vertrag. Zudem stationierten die Vereinigten Staaten ab 2010 Aegis-Raketenabwehrsysteme in Polen und sp\u00e4ter auch in Rum\u00e4nien. Noch im Januar 2022 h\u00e4tten \u201esich die Vereinigten Staaten das Recht vorbehalten, Raketensysteme in der Ukraine zu stationieren.\u201c W\u00fcrden China oder Russland beschlie\u00dfen, einen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt am Rio Grande oder an der kanadischen Grenze zu errichten, w\u00fcrden \u201edie Vereinigten Staaten ausflippen, wir h\u00e4tten innerhalb von zehn Minuten Krieg\u201c, betonte Sachs. Vor diesem Hintergrund bezeichnete er \u201edie Vorstellung, Putin w\u00fcrde das russische Reich wieder aufbauen\u201c als \u201ekindische Propaganda\u201c. Er kritisierte die \u201eMedienmanipulation\u201c und die <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/meldungen\/0145\" target=\"blank\">Beeinflussung<\/a> der Massenmedien durch die US-Regierung.<\/p>\n<p>Die mediale Resonanz auf Sachs Vortrag war gering. In der <a href=\"https:\/\/blogs.taz.de\/lostineurope\/das-ist-der-supergau\/\" target=\"blank\">\u201etaz\u201c<\/a> war man sich \u201enicht so sicher\u201c, ob ein schnelles Kriegsende tats\u00e4chlich bevorst\u00fcnde, weil viele in der Ukraine und in Nord- und Osteuropa \u201eauf jeden Fall weiter k\u00e4mpfen wollen.\u201c Die britische <a href=\"https:\/\/www.thetimes.com\/comment\/columnists\/article\/the-pope-whisperer-who-hates-the-west-rdk0jz7qn\" target=\"blank\">\u201eTimes\u201c<\/a> bem\u00e4ngelte, dass in Sachs Vortrag Putins Essay \u201e\u00dcber die historische Einheit von Russen und Ukrainern\u201c aus dem Jahr 2021 nicht erw\u00e4hnt wurde, \u201ein dem er der Nato einen einzigen Absatz widmete\u201c. Weiter bemerkte die Zeitung, dass \u201eSachs im russischen Staatsfernsehen besser ankommen w\u00fcrde als im EU-Parlament (das in einer Art fassungslosem Schweigen zuh\u00f6rte)\u201c. <a href=\"https:\/\/www.brusselstimes.com\/1451018\/europe-needs-a-real-foreign-policy-jeffrey-sachs-slates-eu-reliance-on-us\" target=\"blank\">\u201eThe Brussels Times\u201c<\/a> besprach den Auftritt hingegen in einem sachlichen Bericht. <a href=\"https:\/\/www.chinadaily.com.cn\/a\/202502\/20\/WS67b74fcda310c240449d6650.html\" target=\"blank\">\u201eChina Daily\u201c<\/a> hob die von Sachs betonte Wichtigkeit einer eigenst\u00e4ndigen europ\u00e4ischen Au\u00dfenpolitik hervor, womit auch \u201egute Beziehungen mit China \u2013 Handel, Investitionen, Partnerschaft (Global Gateway und) die Belt and Road Initiative\u201c gemeint seien.<\/p>\n<p>Quelle: <a class=\"calc-line-height-by-js\" href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/meldungen\/0202\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(multipolar)<\/a><\/p>\n<p>\u00dcbersetzung zum Nachlesen: <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?p=10744#p10744\">https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?p=10744#p10744<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_10385 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_10385')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_10385').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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