{"id":10669,"date":"2025-06-05T01:28:15","date_gmt":"2025-06-05T00:28:15","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=10669"},"modified":"2025-06-03T09:29:40","modified_gmt":"2025-06-03T08:29:40","slug":"kritik-am-reformstaatsvertrag-alle-sind-irritiert-ueber-die-borniertheit-der-anstalten","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/kritik-am-reformstaatsvertrag-alle-sind-irritiert-ueber-die-borniertheit-der-anstalten\/","title":{"rendered":"Kritik am Reformstaatsvertrag: \u201eAlle sind irritiert \u00fcber die Borniertheit der Anstalten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Andreas Nowak, der medienpolitische Sprecher der CDU im s\u00e4chsischen Landtag, erkl\u00e4rt, warum der Reformstaatsvertrag f\u00fcr ARD und ZDF im Parlament scheitern kann und was er vom Gebaren der Sender h\u00e4lt. [\u2026]<\/p>\n<p>Nirgendwo gibt es wirkliche Reformschritte, die von den Anstalten ausgehen. Insofern ist dieser Reformstaatsvertrag ein wichtiger Anfang. Es kann aber auch nur ein Anfang sein. Wer glaubt, dass es damit erledigt ist, irrt. Schon jetzt ist sichtbar, dass wesentliche Teile nachgebessert werden m\u00fcssen. Beim Sport werden die Kosten jetzt auf f\u00fcnf Prozent des Gesamtbudgets begrenzt. N\u00f6tig w\u00e4ren f\u00fcnf Prozent des Programmbudgets. Bei der Unterhaltung findet gar keine Begrenzung statt. Durch die Plattform-M\u00f6glichkeiten bef\u00fcrchte ich sogar, dass die Anstalten k\u00fcnftig mehr anstatt weniger Geld haben wollen. De facto ist das n\u00e4mlich keine Angebotsbeschr\u00e4nkung, sondern eine Ausweitung. Auch die Zusammenarbeit mit den Privaten sehen wir kritisch. Hier ist zu bef\u00fcrchten, dass das zu Lasten der Au\u00dfenpluralit\u00e4t geht und die Privaten Anteile am Rundfunkbeitrag fordern k\u00f6nnten. Teilweise h\u00f6rt man diesen Anspruch auf Arbeitsebene heute schon. Zu einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl von ARD-Gemeinschaftseinrichtungen in Ostdeutschland steht gar nichts im Entwurf. [\u2026]<\/p>\n<p>Wir leisten uns den teuersten \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk Europas. Gleichzeitig f\u00e4llt er immer wieder durch politische Unausgewogenheit und Haltungsjournalismus auf. Hier ist ein Kulturwechsel erforderlich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien-und-film\/medienpolitik\/ard-und-zdf-scharf-kritisiert-das-haelt-andreas-nowak-vom-gebaren-der-sender-110502408.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien-und-film\/medienpolitik\/ard-und-zdf-scharf-kritisiert-das-haelt-andreas-nowak-vom-gebaren-der-sender-110502408.html<\/a><\/p>\n<p>ARD, ZDF und Deutschlandradio sollen digitaler, schlanker und moderner werden. Die Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung soll gest\u00e4rkt werden. So steht es im Entwurf des Reformstaatsvertrags f\u00fcr den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk. Acht Sachverst\u00e4ndige \u00fcbten im S\u00e4chsischen Landtag teilweise heftige Kritik sowohl an den Pl\u00e4nen als auch am Status quo in den Sendern. [\u2026]<\/p>\n<p>Die beiden Gewerkschaftsvertreterinnen Bettina Hesse (ver.di) und Hanna M\u00f6llers, die Justiziarin des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), st\u00f6rten sich an der geplanten Versch\u00e4rfung der Vorgaben f\u00fcr Onlinetexte.<\/p>\n<p>Wenn beim \u00d6RR nur noch solche Artikel erscheinen d\u00fcrften, f\u00fcr die zuvor Audio- oder Videobeitr\u00e4ge erstellt wurden, verunm\u00f6gliche das manche Information, etwa im Angebot der \u201eTagesschau\u201c oder bei \u201eBreaking News\u201c. Derartige mediale Genregrenzen seien \u00fcberholt und sollten entfallen, meinte Hesse: \u201eKein Verlag wird gerettet, nur weil \u00d6RR wenige Texte im Internet anbietet.\u201c<\/p>\n<p>Hesse kritisierte auch die Verpflichtung zur sender\u00fcbergreifenden Kooperation von ARD-Anstalten und dem ZDF als zu weitreichend. Eine Zusammenarbeit k\u00f6nne zwar sinnvoll sein, harte Verpflichtungen aber drohten die Eigenst\u00e4ndigkeit der Sender auszuh\u00f6hlen. Zudem bedeuteten K\u00fcrzungen im eigenen Programm immer weniger Auftr\u00e4ge f\u00fcr freie Mitarbeiter und Arbeitsverdichtung f\u00fcr die Redaktionen.<\/p>\n<p>Beide Gewerkschafterinnen vertraten den Standpunkt, dass im Sinne der Angebotsvielfalt nicht der \u00d6RR reguliert werden m\u00fcsse, sondern digitale Plattformen wie TikTok oder Instagram.<\/p>\n<p>M\u00f6llers argumentierte, dass die digitalen Plattformen ihre Algorithmen l\u00e4ngst auf Aufmerksamkeit \u201egetrimmt\u201c h\u00e4tten. Auf diese Weise w\u00fcrden \u201eDesinformation, Hass und Hetze\u201c verbreitet, ohne dass jemand daf\u00fcr haften m\u00fcsse. Das gef\u00e4hrde \u201eauf Dauer die Demokratie\u201c. Im Reformgesetz fehle es auch an einer \u201edigitalen Strategie\u201c:<\/p>\n<p>\u201eIm Moment wird in den digitalen Friedhof au\u00dferhalb der Plattformen exportiert. Die User bleiben in den Plattformen, wechseln nicht in die \u00d6RR-Plattformen.\u201c<\/p>\n<p>Nach M\u00f6llers Einsch\u00e4tzung werden die geplanten \u00c4nderungen vorwiegend zu K\u00fcrzungen bei Information, Kultur, im regionalen H\u00f6rfunk und bei Textartikeln f\u00fchren. Durch die weiter forcierten \u201eKompetenzzentren\u201c k\u00f6nne zwar Doppelarbeit vermieden werden, das Wissen, die Strukturen und die Beziehungen vor Ort gingen dadurch aber allm\u00e4hlich verloren. Sie verlangte, die \u201eReform nicht an Sparzw\u00e4ngen, sondern an demokratischen Erfordernissen\u201c auszurichten. Man habe leider vers\u00e4umt, die Reform zusammen mit den betroffenen Journalisten auszuarbeiten. Im aktuellen Zustand k\u00f6nnten sie eine Zustimmung \u201eguten Gewissens\u201c nicht empfehlen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/deutschland\/ard-zdf-co-warum-der-reformentwurf-im-dresdener-landtag-niemanden-ueberzeugte-a5144149.html?utm_source=influencer&amp;utm_medium=all&amp;utm_campaign\">https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/deutschland\/ard-zdf-co-warum-der-reformentwurf-im-dresdener-landtag-niemanden-ueberzeugte-a5144149.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Sachsens CDU-Landtagsfraktion kann Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag so nicht zustimmen<\/strong><\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich. Diese Klage ist entweder ein unfreundlicher Akt ohne Einsicht in Notwendigkeiten, oder die Anstalten pokern darauf, dass mit den neuen M\u00f6glichkeiten der Beitrag weiter steigen k\u00f6nnte. Dabei haben sie heute R\u00fccklagen, die nach Meinung der Rundfunkkommission bis zur Wirksamkeit des Reformstaatsvertrags ausreichen. Noch ist nicht klar, wie das Bundesverfassungsgericht das alles bewertet. Die Anh\u00f6rung des Gerichts wurde dieses Mal sehr breit verteilt. Nicht nur die Bundesl\u00e4nder und die Anstalten waren zu einer Stellungnahme eingeladen, auch Verb\u00e4nde und Institutionen. Wir begr\u00fc\u00dfen es, dass die L\u00e4nder dieses Mal einheitlich vor Gericht agieren und die Klage gemeinsam ablehnen und sich auch nur durch einen Verfahrensbevollm\u00e4chtigten vertreten lassen. Das zeigt, dass wenigstens hier Einigkeit herrscht. Alle sind irritiert \u00fcber die Borniertheit der Anstalten, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. [\u2026]<\/p>\n<p>So einfach ist es nicht. Das Widerspruchsverfahren ist keine Idee aus den Parlamenten. Diese werden n\u00e4mlich dadurch geschw\u00e4cht. Die Hoffnung, dass die Anstalten dann moderat anmelden w\u00fcrden, damit eine Beitragserh\u00f6hung ger\u00e4uschloser beschlossen wird, d\u00fcrfte nicht aufgehen. Bisher haben die \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender keine Aktivit\u00e4ten in diese Richtung gezeigt \u2013 im Gegenteil. Das zeigt auch die derzeit laufende Klage. Au\u00dferdem richtet sich das Verfahren einseitig nur auf die M\u00f6glichkeit einer Erh\u00f6hung des Beitrags. Dass dieser stabil bleiben oder sogar sinken solle, ist offenbar gar nicht intendiert. Vor allem aber die Schw\u00e4chung der parlamentarischen Mitwirkung bleibt ein Pro\u00adblem. F\u00fcr uns w\u00e4re dieser Staatsvertrag deshalb so nicht zustimmungsf\u00e4hig.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien-und-film\/medienpolitik\/ard-und-zdf-scharf-kritisiert-das-haelt-andreas-nowak-vom-gebaren-der-sender-110502408.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien-und-film\/medienpolitik\/ard-und-zdf-scharf-kritisiert-das-haelt-andreas-nowak-vom-gebaren-der-sender-110502408.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_10669 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_10669')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_10669').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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