{"id":10992,"date":"2025-10-01T06:40:22","date_gmt":"2025-10-01T05:40:22","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=10992"},"modified":"2025-09-30T11:28:22","modified_gmt":"2025-09-30T10:28:22","slug":"einseitig-und-regierungsnah-medienforscher-kritisieren-corona-berichterstattung","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/einseitig-und-regierungsnah-medienforscher-kritisieren-corona-berichterstattung\/","title":{"rendered":"\u201eEinseitig und regierungsnah\u201c: Medienforscher kritisieren Corona-Berichterstattung"},"content":{"rendered":"<div class=\"highlight-teaser\">\n<p><strong>Studie: Leitmedien pl\u00e4dierten wie Politik \u00fcberwiegend f\u00fcr \u201eharte Ma\u00dfnahmen\u201c \/ Negative Folgen, Kritiker und Opfer der Ma\u00dfnahmen kaum thematisiert \/ SPD-Politiker Lauterbach lief Virologen bei Medienpr\u00e4senz den Rang ab<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"calc-line-height-by-js\">\n<p>Die Berichterstattung deutscher Leitmedien in der Corona-Krise war \u201eeinseitig\u201c und \u201eregierungsnah\u201c. Das geht aus einer <a href=\"https:\/\/rudolf-augstein-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Studie-einseitig-unkritisch-regierungsnah-reinemann-rudolf-augstein-stiftung.pdf\" target=\"blank\">Studie<\/a> deutscher Kommunikationswissenschaftler von der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz und der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen hervor. Die Medien \u201enahmen eine eindeutig warnende Haltung ein, die man durchaus als einseitig betrachten kann\u201c, hei\u00dft es in der Studie. Die Berichterstattung habe sich sehr stark auf Politiker von Union und SPD sowie auf bestimmte Virologen konzentriert, w\u00e4hrend Ma\u00dfnahmenopfer, \u201eCorona-Skeptiker\u201c und Oppositionspolitiker kaum zu Wort kamen, stellten die Wissenschaftler fest.Die untersuchten Nachrichtenformate pl\u00e4dierten \u201e\u00e4hnlich wie die Politik\u201c f\u00fcr \u00fcberwiegend \u201eharte Ma\u00dfnahmen\u201c, bem\u00e4ngeln die Studienautoren. Die Leitmedien seien jedoch \u201enicht v\u00f6llig unkritisch\u201c gegen\u00fcber den Regierungen von Bund und L\u00e4ndern gewesen. Sie tadelten die Politik auch regelm\u00e4\u00dfig, da den Journalisten viele Ma\u00dfnahmen als zu sp\u00e4t oder nicht hart genug erschienen seien. Die Einseitigkeit sei jedoch nur dann ein Problem, wenn man \u201edie Pandemie als eher ungef\u00e4hrlich oder die Ma\u00dfnahmen als eher \u00fcbertrieben wahrnimmt\u201c, erkl\u00e4ren die Medienforscher. Glaube man hingegen, Deutschland sei wegen der Ma\u00dfnahmen \u201egut durch die Pandemie gekommen\u201c, stelle sich die mediale Einseitigkeit als \u201eAusweis von Rationalit\u00e4t, Wissenschaftsorientierung und hoher Qualit\u00e4t der Berichterstattung\u201c dar.<\/p>\n<p>Die negativen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen \u201eharter\u201c Corona-Ma\u00dfnahmen seien in den Leitmedien kaum thematisiert worden, hei\u00dft es in der Studie weiter. \u201eDie N\u00f6te derjenigen, deren Existenzen durch die Ma\u00dfnahmen zerst\u00f6rt wurden, oder die dadurch mit psychischen und physischen Problemen zu k\u00e4mpfen hatten, gerieten zunehmend aus dem medialen Blickfeld.\u201c Ein Streben nach Sicherheit habe in der medialen Berichterstattung deutlich gegen\u00fcber Forderungen nach Freiheit dominiert. Die Studie untersuchte die Corona-Berichterstattung der Fernsehnachrichten-Formate \u201eTagesschau\u201c (ARD), \u201eheute\u201c (ZDF), \u201eRTL aktuell\u201c und \u201eARD Extra zur Corona-Pandemie\u201c sowie die Beitr\u00e4ge zum Thema in den Online-Auftritten von \u201eFrankfurter Allgemeine\u201c, \u201eS\u00fcddeutscher Zeitung\u201c, \u201eWelt\u201c, \u201eBild\u201c, \u201eSpiegel\u201c \u201eFokus\u201c und \u201et-online\u201c vom 1. Januar 2020 bis 30. April 2021.<\/p>\n<p>Dass die Leitmedien sich in der Corona-Krise immer wieder lediglich auf einige wenige Virologen wie Christian Drosten bezogen, spreche \u201enicht f\u00fcr eine vielf\u00e4ltige Berichterstattung\u201c, schreiben die Forscher. Allerdings z\u00e4hlten die oft interviewten Virologen zu den \u201eweltweit angesehensten ihres Faches\u201c, weshalb die Konzentration auf sie \u201erational\u201c sei. W\u00e4hrend der zweiten und dritten Corona-Welle seien die virologischen Experten in den Medien zunehmend durch den SPD-Politiker und sp\u00e4teren Gesundheitsminister Karl Lauterbach \u201eersetzt\u201c worden. Dies lasse sich jedoch nicht mit dessen Expertise sondern mit seiner \u201eharten Linie\u201c beim Thema Corona erkl\u00e4ren, die von vielen Medien \u201egesch\u00e4tzt\u201c worden sei.<\/p>\n<p>Die Unsicherheit wissenschaftlicher Prognosen sei oft nicht vermittelt und Statistiken nicht eingeordnet worden, stellten die Forscher zudem fest. Die Leitmedien h\u00e4tten bez\u00fcglich des medizinischen Vorgehens gegen das Coronavirus immer wieder einen \u201eKonsens in der Wissenschaft unterstellt\u201c. Allerdings m\u00fcssten sich Journalisten im Klaren sein, \u201edass auch Wissenschaft irren kann, sich ein wissenschaftlicher Konsens unter Umst\u00e4nden erst entwickeln muss und Prognosen daneben liegen k\u00f6nnen\u201c, hei\u00dft es im Fazit der Studie. Bei der Auswahl wissenschaftlicher Gespr\u00e4chspartner sollte deren Fachwissen im Vordergrund stehen und nicht die \u00dcbereinstimmung \u201emit dem, was Journalistinnen und Journalisten selbst denken oder zum Ausdruck bringen m\u00f6chten\u201c.<\/p>\n<p>Einer der Studienautoren, der Mainzer Kommunikationswissenschaftler Marcus Maurer, sagte in einem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Pandemie-Berichterstattung-Diese-Muster-hat-ein-Wissenschaftler-erkannt\/!6111484\/\" target=\"blank\">Interview<\/a> mit der Zeitung \u201etaz\u201c, die Leitmedien seien der Regierung nicht hinterhergelaufen, sondern h\u00e4tten diese mit der Forderung immer h\u00e4rterer Corona-Ma\u00dfnahmen eher \u201evor sich hergetrieben\u201c. \u201eSie haben einseitig berichtet, aber nicht unkritisch.\u201c Maurer k\u00f6nne \u201egut nachvollziehen\u201c, dass Journalisten die Corona-Krise m\u00f6glichst schnell beendet wollten, aber hierzu h\u00e4tten sie auch mehr Argumente gegen die Ma\u00dfnahmen beschreiben k\u00f6nnen, da diese f\u00fcr viele Betroffene durchaus finanzielle oder gesundheitliche Probleme erzeugten. \u201eMenschen kriegen die Probleme ja trotzdem mit und fragen sich: Warum schreibt keiner dar\u00fcber?\u201c Die journalistische Einseitigkeit k\u00f6nnte \u201ekontraproduktiv\u201c gewesen sein, vermutet Maurer, denn bis zu 15 Prozent der Menschen vertrauten den Medien inzwischen \u201e\u00fcberhaupt nicht mehr\u201c. Vor Corona habe dieser Wert lediglich bei rund f\u00fcnf Prozent gelegen.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/meldungen\/0318\">https:\/\/multipolar-magazin.de\/meldungen\/0318<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_10992 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_10992')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_10992').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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