{"id":11137,"date":"2025-11-18T05:41:23","date_gmt":"2025-11-18T04:41:23","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=11137"},"modified":"2025-11-17T10:48:24","modified_gmt":"2025-11-17T09:48:24","slug":"wdr-rundfunkrat-newsletter-vom-14-november-2025","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/wdr-rundfunkrat-newsletter-vom-14-november-2025\/","title":{"rendered":"WDR-Rundfunkrat: Newsletter vom 14. November 2025"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wesentliche Ergebnisse der Sitzung<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Gedenken an Petra Kammerevert<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/7899\/6140972\">https:\/\/www1.wdr.de\/unternehmen\/rundfunkrat\/nachruf-kammerevert-100.html<\/a><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Rundfunkrat ber\u00e4t \u00fcber vier Programmbeschwerden<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die erste Beschwerde richtet sich gegen die \u201eARD Story\u201c, die sich mit den Behandlungsmethoden des Kinderpsychologen Dr. Michael Winterhoff auseinandersetzt. Gegen Dr. Winterhoff l\u00e4uft seit dem 12. Februar 2025 ein strafrechtliches Verfahren. Der Film stammt aus dem Jahr 2021 und bildet den damaligen Sachstand ab. Die Beschwerdef\u00fchrerinnen kritisieren unter anderem, dass die Patientengeschichten einzelner Protagonisten verzerrt dargestellt worden seien. Es entst\u00fcnde der Eindruck, dass nahezu gesunde Kinder mit Psychopharmaka behandelt worden seien. Die Mehrheit des Gremiums war sich einig, dass kein Versto\u00df gegen Programmgrunds\u00e4tze erkennbar gewesen sei. Ziel der Dokumentation sei es gewesen, Muster in der Diagnostik, Behandlung und Verschreibungspraxis des Arztes aufzuzeigen. Dabei seien \u2013 neben den kritisierten F\u00e4llen \u2013 zahlreiche ehemalige Patienten von Dr. Winterhoff gezeigt und Statements ihrer Erziehungsberechtigten eingeholt worden.<\/p>\n<p>Die zweite Programmbeschwerde betrifft einen Film der \u201eARD Story\u201c mit dem Titel \u201eAli, ein deutscher Lehrer auf Abwegen\u201c. Der kritisierte Beitrag begleitet den Lehrer Ali, der an einer Wuppertaler Schule zun\u00e4chst Wirtschaft und sp\u00e4ter auch islamische Religionslehre unterrichtete, \u00fcber einen Zeitraum von mehreren Jahren. Gleichzeitig zeigt der Film den Zwiespalt, den der Protagonist gegen\u00fcber den Werten einer freiheitlichen Gesellschaft empfindet, sowie seine Zugewandtheit gegen\u00fcber den Werten iranischer Ayatollahs. Der Beschwerdef\u00fchrer kritisiert eine Reihe einzelner Darstellungen und Formulierungen. So sei die Aussage, dass in \u201etraditionellen muslimischen Familien meistens die Eltern\u201c \u00fcber das Tragen des Kopftuchs entscheiden w\u00fcrden, eine pauschale Verallgemeinerung. Das Gremium konnte keinen Versto\u00df gegen die Programmgrunds\u00e4tze feststellen. Die Aussage zum Tragen des Kopftuches in islamischen Familien sei z. B. durch die Begriffe \u201etraditionell\u201c und \u201emeistens\u201c bereits relativiert worden. Sie diene der Illustration der religi\u00f6sen Praxis in der Familie des Protagonisten und sei damit kontextbezogen.<\/p>\n<p>Die dritte Programmbeschwerde kritisiert einen Online-Artikel des ARD-Deutschlandtrends auf tagesschau.de, in dem es um die Forderung des US-Pr\u00e4sidenten Trump geht, dass NATO-Mitglieder zuk\u00fcnftig f\u00fcnf (statt bisher zwei) Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts f\u00fcr Verteidigung ausgeben sollen. Der Beschwerdef\u00fchrer h\u00e4lt unter anderem die Zwischen\u00fcberschrift \u201eF\u00fcnf-Prozent-Ziel f\u00fcr Verteidigung\u201c f\u00fcr missverst\u00e4ndlich, da nicht erkennbar sei, ob sich diese Zielgr\u00f6\u00dfe auf das Bruttoinlandsprodukt oder den Bundeshaushalt beziehe. Die Mitglieder waren sich einig, dass kein Versto\u00df gegen Programmgrunds\u00e4tze vorliegt. Zwischen\u00fcberschriften seien nicht dazu da, Sachverhalte vollst\u00e4ndig zu erkl\u00e4ren. Die Erl\u00e4uterung zur Bezugsgr\u00f6\u00dfe (Bruttoinlandsprodukt) erfolge direkt im n\u00e4chsten Textabschnitt.<\/p>\n<p>Die vierte und letzte Programmbeschwerde bezieht sich auf einen Kommentar des WDR-Community-Managements unter einem Instagram-Beitrag von \u201eQuarks\u201c. Ein Nutzer hatte in einem Kommentar unter anderem die Non-Binarit\u00e4t infrage gestellt und sich in weiteren Kommentaren dar\u00fcber ge\u00e4rgert, dass non-bin\u00e4re Personen angeblich Sonderrechte erhalten und Sprachvorschriften machen w\u00fcrden. Das Community Management hatte dem Nutzer daraufhin geantwortet: \u201eKommentare, die absichtlich L\u00fcgen verbreiten, m\u00fcssen wir verbergen oder gar l\u00f6schen. Bitte bleibe sachlich (Bezieht sich auf deine Behauptung, es gebe nur zwei biologische Geschlechter.)\u201c. Die Programmbeschwerde wertet diesen Kommentar als \u201eDesinformation\u201c, da \u201ejeder mit etwas Restverstand\u201c wisse, dass es nur zwei biologische Geschlechter gebe. Die Mitglieder diskutierten \u00fcber die Formulierung des Kommentars durch das Community-Management \u2013 die Intendantin hatte in ihrem Bescheid zuvor einger\u00e4umt, dass die Wortwahl des kritisierten Kommentars ungl\u00fccklich und der Begriff \u201eL\u00fcge\u201d unpassend gewesen sei. Das Gremium schloss sich dieser Einsch\u00e4tzung an, konnte aber mehrheitlich keine Rechtsverletzung feststellen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Beginn der Haushaltsberatungen \u2013 Entscheidungen folgen im Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die eigentliche Finanzplanung, also der Haushaltsplan 2026 und die mittelfristige Planung, steht derweil unter besonderen Vorzeichen. Die Beitragsh\u00f6he ist weiterhin ungekl\u00e4rt, da die L\u00e4nder der Empfehlung der KEF nicht gefolgt sind und eine ma\u00dfgebliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts noch aussteht. Der Rundfunkrat ber\u00e4t au\u00dferdem die Finanzwerke des ZBS, der in K\u00f6ln-Bocklem\u00fcnd angesiedelt ist und f\u00fcr den der WDR die Federf\u00fchrung hat. Die Kontrolle erfolgt auf Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung. Alle Haushaltswerke werden zun\u00e4chst an den zust\u00e4ndigen Fachausschuss \u00fcberwiesen.<\/p>\n<p>Die ausf\u00fchrliche Beratung der Haushaltswerke findet Ende des Monats in einer Klausur des Haushalts- und Finanzausschusses statt. Die abschlie\u00dfende Genehmigung durch den Rundfunkrat ist f\u00fcr Dezember vorgesehen.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Aus- und Fortbildung als strategische Unternehmensaufgabe<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Rundfunkrat des WDR hat den Bildungsbericht des Senders f\u00fcr die Jahre 2023 und 2024 beraten und dabei die Anpassung der Aus- und Fortbildungsangebote an die Anforderungen des digitalen Wandels in den Fokus gestellt. Schwerpunkte der Qualifizierung sind laut Bericht die F\u00f6rderung von Diversity- und Social-Media-Kompetenzen, die Etablierung neuer crossmedialer Volontariate und Traineeprogramme sowie gezielte Schulungen im Umgang mit digitalen Technologien und K\u00fcnstlicher Intelligenz. Das Gremium w\u00fcrdigte zwar die erzielten Fortschritte, betonte jedoch nachdr\u00fccklich, dass Bildung nicht nur als individuelles Angebot f\u00fcr einzelne Mitarbeitende, sondern als strategische Aufgabe f\u00fcr das gesamte Unternehmen verstanden und verankert werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Personalstrategie zeige sich, dass die Nachwuchsgewinnung in IT- und Technikberufen zunehmend schwieriger geworden sei, w\u00e4hrend im kaufm\u00e4nnischen Bereich weiterhin eine hohe Nachfrage bestehe. Um dem entgegenzuwirken, setzt der WDR auf Kooperationen mit Schulen und Hochschulen, duale Studieng\u00e4nge sowie das praxisnahe Angebot \u201eWDR STUDIO ZWEI\u201c f\u00fcr Schulklassen. Auch beim wichtigen Thema KI und digitale Kompetenzen bietet der Sender ein breites Weiterbildungsportfolio.<\/p>\n<p>Der Rundfunkrat regt an, die Steuerung und Evaluation der Fortbildungsma\u00dfnahmen weiter zu professionalisieren, F\u00fchrungskr\u00e4fte st\u00e4rker in die Verantwortung f\u00fcr die Mitarbeiterentwicklung zu nehmen und die Bildungskonzepte regelm\u00e4\u00dfig an die \u00fcbergeordneten Unternehmensziele des Senders anzupassen.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong>Rundfunkrat genehmigt mehrere Programmvertr\u00e4ge<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Rundfunkrat hat die Produktion mehrerer Projekte genehmigt, deren Kosten f\u00fcr den WDR jeweils \u00fcber zwei Millionen Euro liegen und daher die formelle Zustimmung des Gremiums erforderten. Bewilligt wurden eine zweite Staffel der Comedy-Serie \u201eGhosts\u201c, die Familienserie \u201eOnkel Ruben und das Loch im Vorgarten\u201c sowie ein neuer Tatort aus Dortmund. Dar\u00fcber hinaus stand der Erwerb von Sportrechten auf der Tagesordnung. Der Rundfunkrat f\u00fchrte eine erste Beratung \u00fcber die medialen Verwertungsrechte an der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 durch. Eine finale Abstimmung zu diesem Rechteerwerb ist f\u00fcr die n\u00e4chste Sitzung vorgesehen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/unternehmen\/rundfunkrat\/publikationen\/newsletter-356.html\">https:\/\/www1.wdr.de\/unternehmen\/rundfunkrat\/publikationen\/newsletter-356.html<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_11137 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_11137')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_11137').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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