{"id":11206,"date":"2025-12-15T05:22:27","date_gmt":"2025-12-15T04:22:27","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=11206"},"modified":"2025-12-13T17:23:07","modified_gmt":"2025-12-13T16:23:07","slug":"medien-und-nahost-die-sprache-der-gewalt","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/medien-und-nahost-die-sprache-der-gewalt\/","title":{"rendered":"Medien und Nahost: Die Sprache der Gewalt"},"content":{"rendered":"<p>Fabian Goldmann analysiert in seiner Untersuchung von \u00fcber 11.000 Beitr\u00e4gen deutscher Leitmedien, wie sprachliche Verzerrungen die Wahrnehmung des Nahostkonflikts beeinflussen k\u00f6nnen, indem Gewalt gegen Israel systematisch dramatisiert und entkontextualisiert w\u00fcrde. Israelische Angriffe w\u00fcrden durch Begriffe wie \u201cGegenschlag\u201d oder \u201cReaktion\u201d h\u00e4ufig als legitime Antwort auf vorangegangene Ereignisse gerahmt. Eine solche Einordnung bleibe bei pal\u00e4stinensischer Gewalt meist aus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bildblog.de\/151687\/ein-jahr-chaos-kampf-um-warner-beleidigter-bundeskanzler\/\">https:\/\/bildblog.de\/151687\/ein-jahr-chaos-kampf-um-warner-beleidigter-bundeskanzler\/<\/a><\/p>\n<p>Wichtigste kurzgefasst:<\/p>\n<ul>\n<li>Diese Auswertung umfasst 11.125 Beitr\u00e4ge mit Nahost-Bezug, die im Zeitraum vom 7. Oktober 2023 bis 19. Januar 2025 in Bild, Spiegel, Tagesschau, taz und Zeit erschienen sind.<\/li>\n<li>Untersucht wurde, mit welchen Begriffen Medien Gewalttaten durch Israel, Hamas und andere Akteure der Region bezeichnen<\/li>\n<li>Israelische Angriffe wurden am h\u00e4ufigen als Reaktion auf vorangegangene Ereignisse dargestellt. 849-mal wurden Israels Angriffe als \u201eGegenangriffe\u201c oder \u201eGegenschl\u00e4ge\u201c bezeichnet. In 549 F\u00e4llen (69,9%) waren damit israelische Angriffe gemeint.<\/li>\n<li>Angriffe der Hamas wurden kaum sprachlich in den Kontext fr\u00fcherer Ereignisse gesetzt (2,2%, 19 F\u00e4lle). In allen F\u00e4llen handelte es sich um Zitate. Zu eigen gemacht haben sich die Redaktionen die Begriffe \u201eGegenangriff\u201c oder \u201eGegenschlag\u201c f\u00fcr Hamas-Angriffe in keinem Fall.<\/li>\n<li>Gewalt gegen Israel wurde oft dramatisiert. 1188-mal wurden Gewalttaten als \u201eGro\u00dfangriff\u201c bezeichnet. In 955 F\u00e4llen (80,4%) waren damit Angriffe durch die Hamas gemeint. Israelische Gewalttaten wurden nur in 50 F\u00e4llen (4,2%) als \u201eGro\u00dfangriff\u201c bezeichnet.<\/li>\n<li>Der Begriff \u201eMassaker\u201c tauchte 3408-mal auf. Er wurde fast ausschlie\u00dflich f\u00fcr Gewalttaten der Hamas verwendet (94,3 Prozent, 3215 F\u00e4lle). Bei allen F\u00e4llen, in denen israelische Angriffe so bezeichnet wurden, (193 F\u00e4lle 5,7 Prozent), handelte es sich um Zitate.<\/li>\n<li>Die Ergebnisse legen nah: Ausschlaggebend f\u00fcr die Bezeichnung von Gewalttaten ist weniger die Tat selbst sowie deren Ausma\u00df und Folgen, sondern vor allem, wer die Tat begeht und wen sie trifft. W\u00e4hrend Redaktionen dazu neigen, die Gewalt Israels zu kontextualisieren, wird Gewalt gegen Israel sprachlich entkontextualisiert und dramatisiert.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schantall-und-scharia.de\/framing\/\">https:\/\/www.schantall-und-scharia.de\/framing\/<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_11206 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_11206')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_11206').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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