{"id":11252,"date":"2025-12-28T05:29:37","date_gmt":"2025-12-28T04:29:37","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=11252"},"modified":"2025-12-26T11:34:17","modified_gmt":"2025-12-26T10:34:17","slug":"rundfunkreform-und-ausbleibende-beitragserhoehung-so-sparen-wdr-br-ndr-mdr-co","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/rundfunkreform-und-ausbleibende-beitragserhoehung-so-sparen-wdr-br-ndr-mdr-co\/","title":{"rendered":"Rundfunkreform und ausbleibende Beitragserh\u00f6hung: So sparen WDR, BR, NDR, MDR &#038; Co."},"content":{"rendered":"<p>Derzeit verabschieden die ARD-Anstalten ihre Wirtschaftspl\u00e4ne f\u00fcr 2026 und planen dabei drohende Haushaltsl\u00f6cher mit ein. [\u2026]<\/p>\n<p>Die erste Anstalt, die ihre finanziellen Schwierigkeiten \u00f6ffentlich gemacht hat, war der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Er plant \u00fcber die bereits bekannten 160 Millionen Euro Einsparungen bis 2028 hinaus weitere K\u00fcrzungen. Wegen der ausgebliebenen Beitragsanpassung fehlten dem Sender schon in 2025 rund 21 Millionen Euro, erkl\u00e4rte Intendant Ralf Ludwig. Zwar k\u00f6nne der MDR diese Ausf\u00e4lle noch ausgleichen, im kommenden Jahr sei das jedoch unm\u00f6glich, falls die erwartete Beitragserh\u00f6hung weiterhin ausbleibe.<\/p>\n<p>Ludwig k\u00fcndigte weiter an, vorsorglich zehn Millionen Euro im Wirtschaftsplan 2026 zu sperren. [\u2026]<\/p>\n<p>Um zu sparen will der MDR gem\u00e4\u00df dem vorgestellten Entwicklungsplan seine Eigenproduktionen reduzieren und stattdessen st\u00e4rker auf Qualit\u00e4t setzen. Der Sender werde weniger machen, daf\u00fcr mit h\u00f6herer Qualit\u00e4t, so Ludwig. Das ist jedoch nicht alles. Die \u201eTh\u00fcringer Allgemeine\u201c zitiert freie Mitarbeiter des Senders, wonach die Wertsch\u00e4tzung des MDR weg sei. [\u2026]<\/p>\n<p>Im Finanzplan, der die tats\u00e4chlich anfallenden Einnahmen und Ausgaben erfasst, weist der Westdeutsche Rundfunk (WDR) f\u00fcr das Jahr 2026 ein Defizit von 25,5 Millionen Euro aus. Trotz der bisher ausgebliebenen Rundfunkbeitragserh\u00f6hung hat der Sender jedoch f\u00fcr das kommende Jahr eine ausgeglichene Haushaltsplanung vorgelegt. Dies sei durch die Aufl\u00f6sung der in den Vorjahren aus Beitragsmehrertr\u00e4gen gebildeten Ausgleichsr\u00fccklage m\u00f6glich, hie\u00df es in der entsprechenden Mitteilung.<\/p>\n<p>Als strategische Schwerpunkte setzt die Anstalt auf den Ausbau der regionalen Berichterstattung insbesondere im Digitalen und auf den direkten Austausch mit den B\u00fcrgern. [\u2026]<\/p>\n<p>Beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) zeigt man sich entspannt. \u201eDer NDR hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Sparpakete aufgelegt. Das 300 Millionen Euro K\u00fcrzungs- und Priorisierungspaket von 2021 bis 2024 sowie die Sparpakete I und II aus der Beitragsperiode 2017 bis 2020\u201c, erkl\u00e4rt Sprecherin Wibke Harms. \u201eIn diesem Zusammenhang wurde unter anderem ein Abbau von rund 200 Stellen umgesetzt.\u201c<\/p>\n<p>Ihren Angaben zufolge wirken die mit diesen Sparpaketen getroffenen Ma\u00dfnahmen in der aktuellen Beitragsperiode 2025 bis 2028 fort. \u201eDen Wirtschaftsplan f\u00fcr das Jahr 2026 hat der NDR, wie auch den Wirtschaftsplan des Jahres 2025, gem\u00e4\u00df seinen staatsvertraglichen Vorgaben auf Basis des aktuell geltenden Rundfunkbeitrags in H\u00f6he von 18,36 aufgestellt\u201c, erl\u00e4utert sie.<\/p>\n<p>Der NDR hab einen ausgeglichenen Haushalt f\u00fcr den vierj\u00e4hrigen Zeitraum einer Beitragsperiode vorzulegen. [\u2026]<\/p>\n<p>Der Bayrische Rundfunk (BR) sieht eine Einsparnotwendigkeit von 280 Millionen Euro \u00fcber die aktuelle Beitragsperiode hinweg. Dabei blickt er jedoch auf die Anforderungen des 24. KEF-Berichts, also noch bevor die Kommission ihre Beitragsempfehlung reduziert hat. \u201eDer BR hat die Erh\u00f6hung um 58 Cent in der Beitragsperiode von 2025 bis 2028 eingeplant. Er erwartet, dass das rechtsstaatliche Verfahren von den L\u00e4ndern eingehalten wird\u201c, hie\u00df es vor einem Jahr bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans f\u00fcr 2025.<\/p>\n<p>Die Anstalt rechnete damals f\u00fcr die n\u00e4chste Beitragsperiode mit einer j\u00e4hrlichen Finanzierungsl\u00fccke von rund 70 Millionen Euro. Um sie zu schlie\u00dfen, wurden alle Etats eingefroren und zus\u00e4tzlich \u00fcber alle Direktionen hinweg Sparma\u00dfnahmen ergriffen. [\u2026] Auch im Programm setzte der Sender konkrete Ma\u00dfnahmen um, etwa die Einstellung einiger Formate und den Verzicht auf einzelne Neuproduktionen. Zudem nutzt der BR die verst\u00e4rkte programmliche Zusammenarbeit der ARD etwa \u00fcber Kompetenzcenter und Pool-L\u00f6sungen im H\u00f6rfunk. [\u2026] F\u00fcr 2026 sieht der Sender im j\u00fcngsten Wirtschaftsplan ein Defizit in H\u00f6he von 80,7 Millionen Euro. Das soll durch angesparte Eigenmittel ausgeglichen werden. [\u2026]<\/p>\n<p>Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) rechnet im Wirtschaftsplan 2026 mit einem \u00dcberschuss im von 3,9 Millionen Euro. Das Papier enth\u00e4lt auch nachhaltige Einsparungen in H\u00f6he von 19,2 Millionen Euro aus dem Konsolidierungsprozess \u2013 der so genannten Strategischen Weichenstellung \u2013 der vergangenen Beitragsperiode, die 2024 endete. Im aktuellen Wirtschaftsplan sind zudem pauschale Einsparungen in H\u00f6he von 8,8 Millionen Euro vorgesehen<\/p>\n<p>Damit sei der Prozess der Konsolidierung jedoch noch nicht abgeschlossen, hie\u00df es. Weitere rund 13 Millionen Euro pro Jahr ben\u00f6tig der rbb, um die digitale Erneuerung des gesamten Senders fortzuf\u00fchren und in das Programm investieren zu k\u00f6nnen. [\u2026]<\/p>\n<p>Der Saarl\u00e4ndische Rundfunk (SR) plant f\u00fcr 2026 mit einem Defizit in H\u00f6he von 4,5 Millionen Euro. Auch seine Ertragsplanung basiert auf der von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) im 24. Bericht empfohlenen Beitragserh\u00f6hung auf 18,94 Euro pro Haushalt. Diese wurde jedoch nicht wie erforderlich von allen Bundesl\u00e4ndern best\u00e4tigt. Deshalb habe man bereits fr\u00fchzeitig ein umfassendes Strategie- und Ma\u00dfnahmenpaket mit deutlichen Ausgabereduzierungen auf den Weg gebracht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.digitalfernsehen.de\/top-news\/rundfunkreform-und-ausbleibende-beitragserhoehung-so-sparen-wdr-br-ndr-mdr-co-1166754\/\">https:\/\/www.digitalfernsehen.de\/top-news\/rundfunkreform-und-ausbleibende-beitragserhoehung-so-sparen-wdr-br-ndr-mdr-co-1166754\/<\/a><\/p>\n<p><strong>HR-Chef Florian Hager: &#8222;Wir sind klar unterfinanziert&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Der Hessische Rundfunk (HR) plant im kommenden Jahr mit einem \u00dcberschuss in H\u00f6he von rund 30 Millionen Euro. Freude bereitet das dem Intendanten aber nicht, Florian Hager hat \u00fcber die Finanzsituation nun deutliche Wort verloren.<\/p>\n<p>Der Rundfunkrat des HR hat in seiner Sitzung an diesem Freitag den Haushaltsplan f\u00fcr das kommende Jahr einstimmig genehmigt. F\u00fcr 2026 plant der HR mit Aufwendungen in H\u00f6he von 563 Millionen Euro, denen Ertr\u00e4ge von knapp 593 Millionen Euro gegen\u00fcberstehen. Dadurch ergibt sich ein \u00dcberschuss in H\u00f6he von rund 30 Millionen Euro. Gro\u00dfe Spr\u00fcnge sind damit aber offenbar nicht drin.<\/p>\n<p>Der HR begr\u00fcndet den geplanten \u00dcberschuss unter anderem damit, dass dem Sender Ertr\u00e4ge zuflie\u00dfen, &#8222;die das Jahresergebnis erh\u00f6hen, aber nicht f\u00fcr das operative Gesch\u00e4ft verausgabt werden k\u00f6nnen&#8220;. Dar\u00fcber hinaus fallen die Aufwendungen f\u00fcr Pensionsverpflichtungen aufgrund des derzeit steigenden Zinsniveaus geringer aus als in den vergangenen Jahren. Insgesamt ist der HR per 31. Dezember 2024 mit einem handelsrechtlich negativen Eigenkapital von 329 Millionen Euro belastet.<\/p>\n<p>HR-Intendant Florian Hager sagt: &#8222;Der vom Rundfunkrat genehmigte Haushalt 2026 gibt uns Unterst\u00fctzung und Planungssicherheit von unseren Gremien, obwohl wir mit eingefrorenem Beitrag, steigenden Kosten und einem massiven Reformauftrag klar unterfinanziert sind.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dwdl.de\/nachrichten\/104896\/hrchef_florian_hager_wir_sind_klar_unterfinanziert\/\">https:\/\/www.dwdl.de\/nachrichten\/104896\/hrchef_florian_hager_wir_sind_klar_unterfinanziert\/<\/a><\/p>\n<p><strong>hr-Rundfunkrat genehmigt Haushaltsplan 2026<\/strong><\/p>\n<p>Rundfunkratsvorsitzende Dr. Miriam Dangel: &#8222;Es wird seit Jahren um den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk gerungen. Pressefreiheit ist nicht in allen L\u00e4ndern der Welt selbstverst\u00e4ndlich, was uns vor Augen f\u00fchrt, wie wichtig ein staatsferner \u00f6ffentlich-rechtlicher Rundfunk f\u00fcr eine Demokratie ist. Wir brauchen gesellschafts\u00fcbergreifend ein unabh\u00e4ngiges, verl\u00e4ssliches, multiperspektivisches Informations- und Medienangebot f\u00fcr alle. Der Hessische Rundfunk ver\u00e4ndert sich seit Jahren: Er wird kleiner, reduziert Personal und setzt Reformen um. Er muss zugleich mit technologischen Entwicklungen Schritt halten und ein relevantes lineares und digitales Programmangebot sicherstellen, das die regionale Vielfalt abbildet. Das sind gro\u00dfe Herausforderungen, umso gr\u00f6\u00dfer, als die von der KEF unabh\u00e4ngig ermittelte Beitragsempfehlung bisher nicht umgesetzt wurde. Als Gremien begleiteten wir die Ver\u00e4nderungsprozesse kritisch und konstruktiv &#8211; pr\u00fcfen unter anderem das Programmangebot. Wir begr\u00fc\u00dfen Dialog-Initiativen mit Menschen in Hessen und &#8211; auch auf ARD-Ebene &#8211; mit Verlegern und Institutionen. Denn das gemeinsame Ziel in unserer Demokratie sollte die Bewahrung einer vielf\u00e4ltigen Medienlandschaft mit einem starken, bedarfsgerecht finanzierten \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk sein.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/177784\/6178439\">https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/177784\/6178439<\/a><\/p>\n<p><strong>WDR: Vernau appelliert an Politik<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Wir setzen mit dem Haushalt 2026 klare Priorit\u00e4ten im Programm: Zum Beispiel werden wir die regionale Berichterstattung insbesondere im Digitalen ausbauen und den Menschen noch mehr Angebote machen, sich direkt mit uns auszutauschen&#8220;, erkl\u00e4rte WDR-Intendantin Katrin Vernau. Der WDR sei &#8222;in allen Szenarien f\u00fcr die gesamte Beitragsperiode gut aufgestellt&#8220;. Sorge bereite ihr jedoch die langfristige Entwicklung. Vernau forderte die Politik erneut auf, f\u00fcr Klarheit bei der Finanzierung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks zu sorgen.<\/p>\n<p>Die Politik m\u00fcsse sich an die selbst gemachten Regeln halten oder aber die Spielregeln \u00e4ndern. &#8222;Beides ist nicht zu erkennen&#8220;, sagte Vernau. Die Intendantin verwies darauf, dass die Anpassung des Rundfunkbeitrags seit 2009 immer unter dem Niveau des allgemeinen Preisanstiegs gelegen habe: &#8222;Das kriegen Sie nur dann hin, wenn Sie wirtschaftlicher arbeiten.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/medien.epd.de\/article\/4051\">https:\/\/medien.epd.de\/article\/4051<\/a><\/p>\n<p><strong>2,7 Milliarden: So viel Geld hat das ZDF 2026 zur Verf\u00fcgung<\/strong><\/p>\n<p>Der Finanzplan schlie\u00dft mit einem negativen Gesamtergebnis von circa 105 Millionen Euro ab. In dieser H\u00f6he erfolgt eine Entnahme aus der Gesamtergebnisr\u00fccklage.<\/p>\n<p>Der ZDF-Fernsehrat hat am Freitag in Mainz den ZDF-Haushalt 2026 verabschiedet. Dem Sender stehen im kommenden Jahr somit rund 2,7 Milliarden Euro zur Verf\u00fcgung, geplant wird mit einem negativen Gesamtergebnis von etwa 105 Millionen Euro (der Verlust soll aus R\u00fccklagen ausgeglichen werden). \u201eGlobale Player diktieren die Regeln \u2013 \u00f6konomisch, technologisch, algorithmisch. Das ist nicht nur ein Branchenthema. Es ist eine Kernfrage f\u00fcr unsere Gesellschaft und f\u00fcr die Demokratie\u201c, sagte Intendant Norbert Himmler bei seiner Rede vor dem Gremium. F\u00fcr die Zukunft m\u00fcssten, so der ZDF-Intendant, die Voraussetzungen f\u00fcr einen Digital Open Public Space geschaffen werden \u2013 gemeinsam mit Partnern aus Medien, Wissenschaft, Kultur und Bildung. \u201eUnsere Rolle dabei w\u00e4re: Ein Erm\u00f6glicher zu sein f\u00fcr digitale Teilhabe und demokratische Kommunikation. Damit neben \u2013 oder am besten anstelle \u2013 der Battle Grounds wieder ein solider Common Ground entstehen kann\u201c, sagte Himmler. [\u2026]<\/p>\n<p>Zufrieden zeigte sich der ZDF-Intendant am Freitag mit der Entwicklung des Spartenprogramms ZDFneo: Mit einem Marktanteil von 3,1 Prozent ist ZDFneo der erfolgreichste deutsche Spartenkanal und erreicht erneut Platz sechs im Sender-Ranking. ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler: \u201eZDFneo st\u00e4rkt mit seinen innovativen Angeboten die Bindung des j\u00fcngeren Publikums an die ZDF-Senderfamilie. Der Digitalkanal verkn\u00fcpft erfolgreich die lineare und non-lineare Welt, verpackt gesellschaftlich relevante Themen in unterhaltsame Erz\u00e4hlformen und ist damit einzigartig in der deutschen TV-Landschaft.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.digitalfernsehen.de\/news\/inhalte\/fernsehen\/27-milliarden-so-viel-geld-hat-das-zdf-2026-zur-verfuegung-1167143\/\">https:\/\/www.digitalfernsehen.de\/news\/inhalte\/fernsehen\/27-milliarden-so-viel-geld-hat-das-zdf-2026-zur-verfuegung-1167143\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_11252 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_11252')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_11252').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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