{"id":11748,"date":"2026-06-18T05:53:10","date_gmt":"2026-06-18T04:53:10","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=11748"},"modified":"2026-06-16T13:08:55","modified_gmt":"2026-06-16T12:08:55","slug":"die-ard-will-ihr-wissensressort-abschaffen-technik-medizin-und-co-sind-keine-nischen-sondern-das-fundament","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/die-ard-will-ihr-wissensressort-abschaffen-technik-medizin-und-co-sind-keine-nischen-sondern-das-fundament\/","title":{"rendered":"Die ARD will ihr Wissensressort abschaffen: Technik, Medizin und Co sind keine Nischen \u2013 sondern das Fundament!"},"content":{"rendered":"<p>Deutschland lebt von innovativer Wissenschaft, Forschung und Technologie. Der Chefredaktion von ARD-Aktuell scheint das egal zu sein. Was k\u00fcrzlich noch als \u201eInvestition in die Zukunft\u201c galt, soll jetzt weggespart werden.<\/p>\n<p>Die \u201eInvestition in die Zukunft\u201c dauerte kaum vier Jahre: Noch im September 2022 hatten Juliane Leopold und Marcus Bornheim aus der Chefredaktion von ARD-Aktuell den Start eines eigenen Wissensressorts angek\u00fcndigt. Mit dem neuen redaktionellen Bereich, so Leopold damals, reagiere man \u201eauf ein Bed\u00fcrfnis unseres Publikums nach mehr Hintergrundinformationen und Einordnung von Nachrichten\u201c. [\u2026]<\/p>\n<p>Es ist nicht das erste Mal, dass die Leitungsebene eines \u00f6ffentlich-rechtlichen Senders in Zeiten von Sparzw\u00e4ngen die Wissenschaftsredaktion als vermeintlich schw\u00e4chstes Glied in der Redaktionshierarchie als leicht zu opferndes Sparschwein betrachtet \u2013 wom\u00f6glich in Ermangelung eines echten Reformkonzepts. Schlie\u00dflich kann man bei einem kleinen Ressort und einer im Vergleich zu anderen Akteuren kommunikativ eher tr\u00e4gen Forschungslandschaft auch auf m\u00f6glichst wenig Widerstand hoffen. [\u2026]<\/p>\n<p>Nicht umsonst haben die deutschen Wissenschaftsakademien bereits im Jahr 2017 empfohlen, den Bildungs- und Informationsauftrag der Sender gegen\u00fcber der Unterhaltung zu st\u00e4rken. Konkret sollten \u201e\u00f6ffentlich-rechtliche Medien (\u2026) angesichts ihrer besonderen Verantwortung und garantierten Finanzierung jenseits von Spartenprogrammen vor allem aber auch ihr zum aktuellen [!] Tagesgeschehen geh\u00f6rendes journalistisches Angebot zu Themen aus Wissenschaft, Technik und Medizin ausbauen\u201c. [\u2026]<\/p>\n<p>Sofern die ARD-Intendanzen die einstige \u201eInvestition in die Zukunft\u201c nun nicht doch noch retten, soll der dramatische Einschnitt \u00fcbrigens m\u00f6glichst unsichtbar geschehen. Der Plan: Der Reiter \u201eWissen\u201c auf tagesschau.de bleibt, auch wenn die fachlich versierte redaktionelle Qualit\u00e4tssicherung in Hamburg geht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/die-ard-will-ihr-wissensressort-abschaffen-technik-medizin-und-co-sind-keine-nischen--sondern-das-fundament-15717383.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/die-ard-will-ihr-wissensressort-abschaffen-technik-medizin-und-co-sind-keine-nischen&#8211;sondern-das-fundament-15717383.html<\/a><\/p>\n<p><strong>\u201eDie \u00d6ffentlich-Rechtlichen schei\u00dfen sich ein\u201c \u2013 B\u00f6hmermann &amp; Co. wettern gegen \u201eCosmo\u201c-Aus beim WDR<\/strong><\/p>\n<p>Andere K\u00fcnstler, lieber Hip-Hop statt Weltmusik: Der WDR-Rundfunkrat will seine jungen Radiowellen wie \u201eCosmo\u201c und \u201e1LIVE Diggi\u201c neu ausrichten. Stars wie Herbert Gr\u00f6nemeyer, Peter Fox und auch Jan B\u00f6hmermann sprechen sich gegen die Reform aus. [\u2026]<\/p>\n<p>In seinem Podcast \u201eFest und Flauschig\u201c (7. Juni, mit Olli Schulz) sprach B\u00f6hmermann zun\u00e4chst \u00fcber seine eigenen Erfahrungen mit der Redaktion: Bei \u201eCosmo\u201c h\u00e4tten, Zitat, \u201edie kl\u00fcgsten Menschen gearbeitet, die ich im \u00f6ffentlich-rechtlichen Radio kennengelernt habe\u201c. Der geplante Umbau w\u00fcrde einfach \u201emega-schief\u201c ausfallen, f\u00fchrte er laut einer Zusammenfassung im K\u00f6lner \u201eExpress\u201c weiter aus: \u201eDie \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten schei\u00dfen sich ein, \u00f6ffentlich-rechtliche Managements lassen sich politisch unter Druck setzen \u2013 und machen Dinge, von denen ich glaube, dass sie sie in ein paar Jahren wieder bereuen werden.\u201c [\u2026]<\/p>\n<p>Gespart werde, so der Entertainer, ausgerechnet dort, wo der WDR eigentlich t\u00e4tig werden m\u00fcsste und dies auch grandios erledigt habe: \u201eDinge wegzustreichen, die zum Kern des \u00f6ffentlich-rechtlichen Auftrags geh\u00f6ren, ist wirklich das D\u00fcmmste, was man machen kann.\u201c [\u2026]<\/p>\n<p>Besonders deutlich gegen die Ver\u00e4nderungen positioniert sich der Deutsche Musikrat. Generalsekret\u00e4rin Antje Valentin betonte, dass migrantische Stimmen und Perspektiven ein Anrecht auf Pr\u00e4senz im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk h\u00e4tten. Sie forderte einen \u201eARD-Schulterschluss f\u00fcr COSMO 2.0\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article6a2aa197a8f463c23bad1fa0\/die-oeffentlich-rechtlichen-scheissen-sich-ein-boehmermann-und-co-wettern-gegen-neuausrichtung.html\">https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article6a2aa197a8f463c23bad1fa0\/die-oeffentlich-rechtlichen-scheissen-sich-ein-boehmermann-und-co-wettern-gegen-neuausrichtung.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Osten im Krimi unterrepr\u00e4sentiert<\/strong><\/p>\n<p>Unterrepr\u00e4sentiert waren die gar nicht mehr neuen Bundesl\u00e4nder im ARD-Programm immer schon von gut 40 Sonntagabendkrimis im Jahr verhandelten im Durchschnitt gerade mal sechs ostdeutsche Geschichten. Schon darauf, auf die Sichtbarkeit, aufs Offentlichmachen des spezifisch Ostdeutschen zu verzichten, ist ein eklatantes Vergehen gegen den Senderauftrag von RBB und MDR. (Paid)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus6a2ac114a8f463c23bad24b1\/oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-der-mdr-hat-den-osten-schon-aufgegeben.html\">https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus6a2ac114a8f463c23bad24b1\/oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-der-mdr-hat-den-osten-schon-aufgegeben.html<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Anmerkung:<\/strong> Meine pers\u00f6nliche Meinung zu den aktuellen Spar-Aktivit\u00e4ten der \u00d6RR ist, dass die Anstalten damit in einer Art Notwehr proaktiv breiten Protest organisieren wollen. Nat\u00fcrlich regt sich der \u00c4rger, wenn die Sparpolitik ausgerechnet beliebte Programme trifft, die ein gro\u00dfes Publikum erreichen und deren Wegfall von vielen Zusehern bedauert wird. Die geplante Cosmo-Abschaltung z.B. schafft bereits &#8222;Dank&#8220; der Vernetzung vieler (migrantischer) NGOs einen selten erlebten <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?p=11315#p11315\">Massenwiderspruch<\/a> zu den geplanten Ma\u00dfnahmen. Die Aussetzung der ostdeutschen TATORTE aus Spargr\u00fcnden hat in etwa soviel Sinn, wie eine Sortimentsbereinigung in einem B\u00e4ckerladen, die ausgerechnet den Lieblingskuchen der Kunden trifft. Das Regionale bleibt auf der Stecke und ruft Protest bei Publikum UND Schauspielern hervor. Der SWR will die seit mehr als 30 Jahren laufende Unterhaltungssendung &#8222;Immer wieder sonntags&#8220; mit Stefan Mross nicht weiterf\u00fchren, was eine Vielzahl von Schlagerfreunden auf den Plan rufen d\u00fcrfte. Gro\u00dfe Denker sind bei der Erstellung dieser Sparvorschl\u00e4ge weder bei den Programmverantwortlichen noch bei den Gremien zu vermuten. Wer ausgerechnet auf Formate verzichten will, mit denen die Sender Reichweite, Sympathie und Kundenbindung generieren, hat offenbar zu lange vom bequemen Geldsegen durch Rundfunkbeitr\u00e4ge partizipiert. Wer sich die gesellschaftliche Legitimation durch Erpressungsversuche erk\u00e4mpfen will, der hat sie bereits verloren und wer nun auch noch bei Bildung und Information sparen will, der verst\u00f6\u00dft gegen seinen eigentlichen Auftrag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_11748 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_11748')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_11748').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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