{"id":12050,"date":"2026-07-11T05:44:08","date_gmt":"2026-07-11T04:44:08","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=12050"},"modified":"2026-07-07T09:46:11","modified_gmt":"2026-07-07T08:46:11","slug":"linke-medienpolitik-verteidigung-des-oerr-ist-zu-wenig","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/linke-medienpolitik-verteidigung-des-oerr-ist-zu-wenig\/","title":{"rendered":"Linke Medienpolitik: Verteidigung des \u00d6RR ist zu wenig"},"content":{"rendered":"<p>Die wichtigsten Felder der Medienpolitik sind heute zum einen der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk und zum anderen die Regulierung von Online-Plattformen. Das Verh\u00e4ltnis der Linken zum \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk ist widerspr\u00fcchlich. Einerseits teilt sie das Ideal gesellschaftlicher statt privatwirtschaftlicher Kontrolle. Andererseits stehen die Anstalten seit ihrer Gr\u00fcndung unter politischem Druck und sind zunehmend von der Konkurrenz zu privaten Anbietern, von Werbekunden und Klicks getrieben. Das schl\u00e4gt sich auch in den Inhalten nieder. Vielfalt, einschlie\u00dflich progressiver Positionen, decken die Anstalten auftragsgem\u00e4\u00df im Hinblick auf das Gesamtprogramm ab. So erkl\u00e4ren Nachrichtenmagazine der ARD politische Hintergr\u00fcnde und \u00f6konomische Zusammenh\u00e4nge, und Arte liefert Beitr\u00e4ge zur Geschichte der Arbeiterbewegung. Abseits dieser Nischen insbesondere im Feuilleton geben die politischen und wirtschaftlichen Nachrichten aber den politischen Elitekonsens wieder. Kommunikationswissenschaftliche Theorien wie das Indexing erkl\u00e4ren das damit, dass Medien politische Debatten spiegeln. Wo etwa Kritik an Israels Krieg in Gaza im Bundestag kaum pr\u00e4sent ist, findet sich diese auch medial nicht wieder.<\/p>\n<p>Kurzfristig kann sich eine Linke strategische politische Kommunikation besser auf solche Mechanismen ausrichten. Langfristig sollte eine linke Medienpolitik f\u00fcr eine umfassende Reformierung zur Demokratisierung und Entkommerzialisierung der Anstalten und eine Berichterstattung \u00fcber die Belange der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung statt politische Elitediskurse streiten. Die Herausforderung f\u00fcr Linke besteht dabei darin, angesichts der Angriffe von rechts auf \u00f6ffentlich-rechtliche Institutionen nicht in die reine Verteidigung des defizit\u00e4ren Status quo zu verfallen. Der rechten Kritik eines vermeintlichen \u00bbRotfunks\u00ab ist die Einforderung eines tats\u00e4chlich gesellschaftlich kontrollierten Mediums zur Aufkl\u00e4rung und Bildung entgegenzusetzen. Nicht verteidigungswert ist hingegen ein Programm aus Talkshows, die staatliche Transferleistungen oder Migration als dr\u00e4ngendste politische Probleme etablieren und damit der extremen Rechten diskursiv den Weg bereiten, oberfl\u00e4chlicher Politikberichterstattung, die Stil und Performance statt Inhalte bewertet, oder staatstragender Satire, die nach unten tritt, statt die Herrschenden zu kritisieren.<\/p>\n<p>Bei Fragen der Plattformregulierung muss f\u00fcr eine linke Medienpolitik die st\u00e4ndige Verbindung der Verteidigung der Meinungsfreiheit \u2013 etwa vor nationalstaatlichen Eingriffen oder EU-Sanktionen \u2013 mit der Forderung der Einschr\u00e4nkung \u00f6konomischer Macht leitend sein. Diese spezifische Verbindung grenzt sozialistische Medienpolitik auf der einen Seite von (links-) liberalen Initiativen zur Verfolgung tats\u00e4chlicher oder vermeintlicher Hetze und Desinformation und auf der anderen Seite von der rechtslibert\u00e4ren Apologetik der vermachteten Strukturen privater Netzwerke als vorgeblich freier R\u00e4ume ab.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1200845.debatte-medien-mehr-als-social-media.html\">https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1200845.debatte-medien-mehr-als-social-media.html<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_12050 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_12050')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_12050').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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