{"id":3936,"date":"2018-07-18T20:36:47","date_gmt":"2018-07-18T19:36:47","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=3936"},"modified":"2018-07-23T20:49:43","modified_gmt":"2018-07-23T19:49:43","slug":"rundfunkbeitrag-im-urteil","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/rundfunkbeitrag-im-urteil\/","title":{"rendered":"Rundfunkbeitrag im Urteil"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rundfunkbeitrag im Urteil<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/rundfunkbeitrag-sixt-und-private-klaeger-ziehen-vor-bverfg-15694217.html\">Sie fordern eine Revolution:<\/a> Der Autoverleiher Sixt und mehrere private Kl\u00e4ger sind vor das Bundesverfassungsgericht gezogen, um gegen den Rundfunkbeitrag vorzugehen.<\/p>\n<p>Gegenstand des Verfahrens ist nicht der Beitrag an sich, sondern dessen gesetzliche Ausgestaltung. Zum einen steht die Entscheidung an, ob der Beitrag formal als Steuer anzusehen ist. In diesem Fall h\u00e4tte der Bund die Gesetzgebungskompetenz und nicht die L\u00e4nder, welche aber den Rundfunkbeitragsstaatsvertrag aufgesetzt haben, auf dessen Grundlage der Beitrag erhoben wird. Zum anderen ist zu kl\u00e4ren, ob die pauschale Erhebung je Haushalt beziehungsweise Wohnung zul\u00e4ssig ist.<\/p>\n<p><u>Hinweis:<\/u> Im Mai 2010 hat Paul Kirchhof f\u00fcr die Anstalten in Gutachten zum neuen Beitragmodell vorgelegt. Er forderte in seinem Gutachten u.a. mit dem Rundfunkbeitrag<\/p>\n<ul>\n<li>(mindestens schrittweise) die Werbe- und Sponsoringfreiheit des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks einzuf\u00fchren ,<\/li>\n<li>die \u00dcbernahme der Kosten f\u00fcr die Beitragsbefreiung durch die Versicherungstr\u00e4ger,<\/li>\n<li>ein von Einschaltquoten unabh\u00e4ngigeres Programm zu machen,<\/li>\n<li>den Beitrag f\u00fcr die Zweitwohnung abzuschaffen,<\/li>\n<li>bei allem jedoch auch eine Befreiungsm\u00f6glichkeit zuzulassen, wenn man nachweisbar Rundfunkangebote nicht empfangen kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nicht eine dieser Pr\u00e4missen wurde im Rundfunkbeitragsstaatsvertrag umgesetzt.<\/p>\n<h4>Vorschriften zur Erhebung des Rundfunkbeitrages f\u00fcr die Erstwohnung und im nicht privaten Bereich verfassungsgem\u00e4\u00df<\/h4>\n<p>Pressemitteilung Nr. 59\/2018 vom 18. Juli 2018<\/p>\n<p>Urteil vom 18. Juli 2018<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2018\/07\/rs20180718_1bvr167516.html\">1 BvR 1675\/16, 1 BvR 981\/17, 1 BvR 836\/17, 1 BvR 745\/17<\/a><\/p>\n<p>Die Rundfunkbeitragspflicht ist im privaten und im nicht privaten Bereich im Wesentlichen mit der Verfassung vereinbar. Mit dem allgemeinen Gleichheitssatz nicht vereinbar ist allerdings, dass auch f\u00fcr Zweitwohnungen ein Rundfunkbeitrag zu leisten ist. Dies hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts mit Urteil vom heutigen Tage auf die Verfassungsbeschwerden dreier beitragspflichtiger B\u00fcrger und eines Unternehmens hin entschieden und die gesetzlichen Bestimmungen zur Beitragspflicht f\u00fcr Zweitwohnungen f\u00fcr mit dem Grundgesetz unvereinbar erkl\u00e4rt. Er hat den zust\u00e4ndigen Landesgesetzgebern aufgegeben, insofern bis zum 30. Juni 2020 eine Neuregelung zu treffen. Nach dem Urteil steht das Grundgesetz der Erhebung von Beitr\u00e4gen nicht entgegen, die diejenigen an den Kosten einer \u00f6ffentlichen Einrichtung beteiligen, die von ihr &#8211; potentiell &#8211; einen Nutzen haben. Beim Rundfunkbeitrag liegt dieser Vorteil in der M\u00f6glichkeit, den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk nutzen zu k\u00f6nnen. Auf das Vorhandensein von Empfangsger\u00e4ten oder einen Nutzungswillen kommt es nicht an. Die Rundfunkbeitragspflicht darf im privaten Bereich an das Innehaben von Wohnungen ankn\u00fcpfen, da Rundfunk typischerweise dort genutzt wird. Inhaber mehrerer Wohnungen d\u00fcrfen f\u00fcr die M\u00f6glichkeit privater Rundfunknutzung allerdings nicht mit insgesamt mehr als einem vollen Rundfunkbeitrag belastet werden.<\/p>\n<p>Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2018\/bvg18-059.html\">im Wortlaut.<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3936 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3936')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3936').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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