{"id":6119,"date":"2021-02-24T17:34:33","date_gmt":"2021-02-24T16:34:33","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=6119"},"modified":"2021-02-24T17:36:03","modified_gmt":"2021-02-24T16:36:03","slug":"presserat-legt-zahlen-fuer-2020-vor-so-viele-beschwerden-wie-nie-und-deutlich-mehr-ruegen-ein-drittel-der-ruegen-nicht-veroeffentlicht","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/presserat-legt-zahlen-fuer-2020-vor-so-viele-beschwerden-wie-nie-und-deutlich-mehr-ruegen-ein-drittel-der-ruegen-nicht-veroeffentlicht\/","title":{"rendered":"Presserat legt Zahlen f\u00fcr 2020 vor: So viele Beschwerden wie nie und deutlich mehr R\u00fcgen, ein Drittel der R\u00fcgen nicht ver\u00f6ffentlicht"},"content":{"rendered":"<p>24.02.2021<\/p>\n<p><strong>Presserat legt Zahlen f\u00fcr 2020 vor: So viele Beschwerden wie nie und deutlich mehr R\u00fcgen, ein Drittel der R\u00fcgen nicht ver\u00f6ffentlicht<\/strong><\/p>\n<p>4085 Beschwerden.Das ist Rekord! Da die meisten Beschwerden aber unbegr\u00fcndet waren, wurden nur 530 vom Beschwerdeausschuss behandelt. Die Zahl der R\u00fcgen stieg auf 53.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur-vergnuegen\/tv-medien\/4085-beschwerden-ueberschwemmten-den-deutschen-presserat-2020-li.141873?pid=true\">https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur-vergnuegen\/tv-medien\/4085-beschwerden-ueberschwemmten-den-deutschen-presserat-2020-li.141873?pid=true<\/a><\/p>\n<p>Vor allem einige Massenbeschwerden treiben die Zahlen nach oben. Beim Thema Corona hat sich die gro\u00dfe Mehrheit allerdings an die ethischen Grunds\u00e4tze gehalten. &#8230;. Insgesamt 4085 Personen wandten sich 2020 an die Freiwillige Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien, fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor mit 2175 Beschwerden, meldete der Presserat am Dienstag.<\/p>\n<p>Verantwortlich f\u00fcr die Steigerung waren insbesondere Massenbeschwerden, etwa zu Artikeln \u00fcber die Kindst\u00f6tungen in Solingen oder zur Polizeikolumne in der &#8222;taz&#8220;. Der wohl prominenteste Fall des vergangenen Jahres bezog sich allerdings nicht auf die Pandemie, sondern hatte eine Satire zum Gegenstand. &#8230;. 53-mal erteilte der Presserat eine \u00f6ffentliche R\u00fcge, ebenfalls deutlich \u00f6fter als im Vorjahr mit 34 R\u00fcgen. &#8230;.. \u00dcber die Corona-Berichterstattung in Print- und Onlinemedien beschwerten sich 581 Leserinnen und Leser. Die meisten von ihnen hielten den Redaktionen falsche Tatsachenbehauptungen oder unzureichende Recherche vor. Von den 321 bereits gepr\u00fcften F\u00e4llen wurden vier ger\u00fcgt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/medien\/presserat-legt-zahlen-fuer-2020-vor-so-viele-beschwerden-wie-nie-und-deutlich-mehr-ruegen\/26942334.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/medien\/presserat-legt-zahlen-fuer-2020-vor-so-viele-beschwerden-wie-nie-und-deutlich-mehr-ruegen\/26942334.html<\/a><\/p>\n<p>H\u00e4ufigster Grund: Eine mangelnde Trennung von Werbung und Berichterstattung. \u201eWir stellen einen Trend fest: Das Problem der Schleichwerbung. Die klare Trennung zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten weicht in manchen Bereichen auf. Da versuchen wir, ein klares Zeichen zu setzen, weil es zur Glaubw\u00fcrdigkeit der Medien geh\u00f6rt\u201c, sagte Borowski.<\/p>\n<p>Laut Presserat hat sich der Gro\u00dfteil der Presseverlage in Deutschland verpflichtet, \u00f6ffentliche R\u00fcgen des Rats zu ver\u00f6ffentlichen. Dem Jahresbericht zufolge kamen dieser Selbstverpflichtung 2020 jedoch weniger Medien nach als im Vorjahr, jede dritte R\u00fcge blieb demnach unver\u00f6ffentlicht. &#8230;. Borowski schr\u00e4nkte zwar ein, dass teilweise Medien bei der Ver\u00f6ffentlichung zeitlich hinterher hinkten \u2013 und damit eine Ver\u00f6ffentlichung theoretisch noch folgen kann. Er betonte aber zugleich zu den unver\u00f6ffentlichten R\u00fcgen: \u201eEs ist nat\u00fcrlich h\u00f6chst bedauerlich, weil die freiwillige Selbstkontrolle davon lebt, dass die Medien, die sich dieser Kontrolle unterwerfen, dann auch tats\u00e4chlich den Regeln folgen.\u201c Wenn ein Medium sage, man ver\u00f6ffentliche eine R\u00fcge nicht, dann sei das bedauerlich, \u201eweil es das ganze System dann auch sprengt\u201c. Borowski erg\u00e4nzte: \u201eIch kann nur appellieren, die R\u00fcgen zu ver\u00f6ffentlichen.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/meedia.de\/2021\/02\/23\/sascha-borowski-vom-presserat-ich-kann-nur-appellieren-die-ruegen-zu-veroeffentlichen\/\">https:\/\/meedia.de\/2021\/02\/23\/sascha-borowski-vom-presserat-ich-kann-nur-appellieren-die-ruegen-zu-veroeffentlichen\/<\/a><\/p>\n<p>14 R\u00fcgen bezogen sich auf verletzten Opferschutz in der Berichterstattung. F\u00fcnf R\u00fcgen hatten mit nicht offengelegten Interessenskonflikten von Autoren zu tun. Im Zusammenhang mit Corona kam es nur viermal zu einer R\u00fcge. Die R\u00fcgen m\u00fcssen von den an der freiwilligen Selbstkontrolle teilnehmenden Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien ver\u00f6ffentlicht werden, was bisher aber in 19 F\u00e4llen nicht geschehen ist.<\/p>\n<p>Den prominentesten Beschwerdefall des Jahres, die taz-Kolumne, erkannte der Presserat als Satire und Gedankenspiel, und wies die 382 Beschwerden dazu ab.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/presserat-ruegen-2020-1.5215318\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/presserat-ruegen-2020-1.5215318<\/a><\/p>\n<p>Die mit Abstand meisten R\u00fcgen erhielt, wie schon in den Vorjahren, die \u201eBild\u201c-Zeitung. Auf einige R\u00fcgen sei die Redaktion sogar stolz, erkl\u00e4rte Chefredakteur Julian Reichelt Anfang 2020 auf einer Diskussionsveranstaltung des Hamburger Margaretha-Rothe-Gymnasiums: \u201eWir sind durchaus schon f\u00fcr Punkte ger\u00fcgt worden, die wir f\u00fcr journalistisch gegeben, geboten halten.\u201c<\/p>\n<p>So habe \u201eBild\u201c etwa bereits die Herkunft von Straft\u00e4tern genannt, als der Pressekodex das noch kritisch gesehen habe. Der Presserat best\u00e4tigte nun, dass \u201eBild\u201c seit 2018, wie eigentlich vorgesehen, keine R\u00fcge mehr in ihrer Print-Ausgabe und auch online noch nicht alle R\u00fcgen f\u00fcr 2020 ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p>\n<p>Auf der Veranstaltung vor einem Jahr warf Reichelt dem Presserat vor, er entwickle sich in eine falsche Richtung: Die Organisation nehme sich zu wichtig und handle dabei ideologisch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/jahresbericht-des-presserats-bild-seehofer-und-corona.2907.de.html?dram:article_id=493020\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/jahresbericht-des-presserats-bild-seehofer-und-corona.2907.de.html?dram:article_id=493020<\/a><\/p>\n<p>Auf die Frage, ob h\u00e4rtere Sanktionen eingef\u00fchrt werden sollten, sagte Borowski: \u201eDer Presserat ist so, wie er jetzt ist, richtig aufgestellt. Wir sind ein Kollegengremium und kein Gericht.\u201c Darum sei es auch nicht am Rat, etwa finanzielle Strafen zu verh\u00e4ngen. \u201eWir appellieren an und wir beraten Medien und wir machen deutlich, wenn eine Berichterstattung nicht unseren ethischen Normen entspricht. Das ist die Rolle des Presserats.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/meedia.de\/2021\/02\/23\/sascha-borowski-vom-presserat-ich-kann-nur-appellieren-die-ruegen-zu-veroeffentlichen\/\">https:\/\/meedia.de\/2021\/02\/23\/sascha-borowski-vom-presserat-ich-kann-nur-appellieren-die-ruegen-zu-veroeffentlichen\/<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_6119 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_6119')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_6119').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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