{"id":6747,"date":"2021-09-30T20:58:24","date_gmt":"2021-09-30T19:58:24","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=6747"},"modified":"2021-09-30T20:58:24","modified_gmt":"2021-09-30T19:58:24","slug":"wsr-nemi-el-hassan-eine-entscheidung-aber-keine-klaerung","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/wsr-nemi-el-hassan-eine-entscheidung-aber-keine-klaerung\/","title":{"rendered":"WSR &#8211; Nemi El-Hassan: Eine Entscheidung, aber keine Kl\u00e4rung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nemi El-Hassan: Eine Entscheidung, aber keine Kl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlich-Rechtlichen besch\u00e4ftigen hunderte Fernsehmoderatorinnen und -moderatoren \u2013 dass die Neubesetzung einer einzigen Sendung es heute zum achten Mal ins Altpapier schafft, ist somit au\u00dfergew\u00f6hnlich. Am Fall Nemi El-Hassan werden gerade Grundsatzdebatten aufgezogen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/altpapier\/das-altpapier-2332.html\">https:\/\/www.mdr.de\/altpapier\/das-altpapier-2332.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Moderieren unter Antisemitismus-Verdacht, das nutzt keinem<\/strong><\/p>\n<p>Nemi El-Hassan wird das WDR-Wissensmagazin &#8222;Quarks&#8220; nicht moderieren. Die WDR-Entscheidung ist akzeptabel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/medien\/der-fall-nemi-el-hassan-moderieren-unter-antisemitismus-verdacht-das-nutzt-keinem\/27659488.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/medien\/der-fall-nemi-el-hassan-moderieren-unter-antisemitismus-verdacht-das-nutzt-keinem\/27659488.html<\/a><\/p>\n<p>Nemi El-Hassan wird die Wissensschafts-Sendung \u201eQuarks\u201c nicht moderieren. WDR-Intendant Buhrow erw\u00e4gt, sie als Autorin f\u00fcr die Sendung einzusetzen.<\/p>\n<p>Das Problem sei in seinen Augen nicht so sehr ihre Teilnahme an einer Al-Kuds-Demonstration vor sieben Jahren, da sie sich davon klar distanziert habe. Es h\u00e4tten sich aber auch aus j\u00fcngster Zeit problematische Likes von ihr in sozialen Netzwerken gefunden. \u201eEs ist eine schwierige, schwierige Abw\u00e4gung\u201c, sagte Buhrow. Eine Moderation w\u00fcrde aber in jedem Fall zu einer unangebrachten Politisierung der Sendung f\u00fchren. Allerdings erw\u00e4ge man, El-Hassan als Autorin f\u00fcr \u201eQuarks\u201c arbeiten zu lassen, sagte Buhrow \u2013 also nicht vor, sondern hinter der Kamera.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Debatte-um-WDR-Moderatorin\/!5804812\/\">https:\/\/taz.de\/Debatte-um-WDR-Moderatorin\/!5804812\/<\/a><\/p>\n<p>Man kann diese Aktionen in der Vergangenheit als &#8222;Jugends\u00fcnden&#8220; bezeichnen, jeder Mensch entwickelt sich, es w\u00e4re sehr verkehrt, El-Hassan diesen Reifeprozess abzusprechen. Ein Offener Brief von Kulturschaffenden und Journalisten dr\u00fcckte Solidarit\u00e4t aus, El-Hassan habe ihre Vergangenheit problematisiert, sich von ihnen distanziert, um Entschuldigung gebeten und glaubhaft ihren Wandel dargelegt. Hat sie das? Weitere &#8222;Bild&#8220;-Recherchen haben aufgezeigt, dass auch aus j\u00fcngster Zeit problematische Likes von ihr in sozialen Netzwerken existierten, diese von der Journalistin gel\u00f6scht worden seien. &#8230;. Nemi El-Hassan wirkt in dem, was ihre Fehlerkultur, sprich ihren Umgang damit angeht, nicht sehr glaubw\u00fcrdig, es bestehen Restzweifel und mehr als das, wo die Journalistin steht. Vor diesem Hintergrund kann der WDR sie nicht als Moderatorin einsetzen. W\u00fcrde sie schon, wie eigentlich geplant, im November als &#8222;Quarks&#8220;-Moderatorin auf dem WDR-Bildschirm erscheinen, w\u00e4ren diese Aufritte stets mit der Frage verbunden, wes Geistes Kind die Moderatorin ist. Das kann der \u00f6ffentlich-rechtliche Sender, der Antisemitismus in allen Erscheinungsformen strikt ablehnt, nicht riskieren. nicht akzeptieren, wenn er seine eigene Haltung ernst nimmt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/medien\/der-fall-nemi-el-hassan-moderieren-unter-antisemitismus-verdacht-das-nutzt-keinem\/27659488.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/medien\/der-fall-nemi-el-hassan-moderieren-unter-antisemitismus-verdacht-das-nutzt-keinem\/27659488.html<\/a><\/p>\n<p>Medienredakteur Christian Meier findet bei der Welt die Entscheidung des WDR, El-Hassan die Quarks-Sendung nicht moderieren zu lassen, richtig und schmerzhaft zugleich. Aus zwei Gr\u00fcnden:<\/p>\n<p><em>&#8222;Zum einen ist jegliches Urteil \u00fcber eine Person, das aufgrund von Likes in sozialen Medien gef\u00e4llt wird, problematisch. Das Prinzip der sogenannten Kontaktschuld ist abzulehnen. Gleichzeitig muss jeder Mensch nat\u00fcrlich darauf achten, wen oder was er im Netz unterst\u00fctzt, und gerade Likes haben selbstverst\u00e4ndlich eine Aussagekraft. Medienprofis sollte die Wirkungsmacht auch solcher symbolischer Kommentierungen bewusst und pr\u00e4sent sein. Frau El-Hassan muss sich der Brisanz ihrer Likes bewusst gewesen sein, sonst h\u00e4tte sie diese nicht wieder entfernt. Dennoch ist die Vorstellung deprimierend, dass eine Karriere, ja ein Lebenslauf von einem Like vielleicht unwiderruflich besch\u00e4digt wird.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Zum anderen ist der Fall aus Sicht von Christian Meier schmerzhaft, &#8222;weil die Gesellschaft dringend Vorbilder n\u00f6tig h\u00e4tte, die sich glaubhaft von radikalem Gedankengut distanzieren, das sie zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt gutgehei\u00dfen oder zumindest toleriert haben&#8220;. So ein Vorbild h\u00e4tte Nemi El-Hassan sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kress.de\/news\/detail\/beitrag\/148153-nicht-vor-sondern-hinter-der-kamera-die-seltsame-entscheidung-von-wdr-chef-buhrow-im-fall-el-hassan.html\">https:\/\/kress.de\/news\/detail\/beitrag\/148153-nicht-vor-sondern-hinter-der-kamera-die-seltsame-entscheidung-von-wdr-chef-buhrow-im-fall-el-hassan.html<\/a><\/p>\n<p>Der WDR hat die richtige Entscheidung getroffen: Ihre Likes f\u00fcr antisemitische Posts gaben den Ausschlag: Der Westdeutsche Rundfunk hat sich entschieden, die Journalistin Nemi El-Hassan die Wissenschaftssendung \u201eQuarks\u201c nicht moderieren zu lassen. Das ist so richtig wie schmerzhaft.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus234086852\/Fall-Nemi-El-Hassan-Der-WDR-hat-die-richtige-Entscheidung-getroffen.html\">https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus234086852\/Fall-Nemi-El-Hassan-Der-WDR-hat-die-richtige-Entscheidung-getroffen.html<\/a><\/p>\n<p>Antisemitismus-Vorw\u00fcrfe: WDR Moderatorin El-Hassan wird \u201eQuarks\u201c nicht moderieren \u2013 Interview mit Andrej Reisin [AUDIO]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2021\/09\/29\/wdr_moderatorin_el_hassan_wird_quarks_nicht_moderieren_dlf_20210929_1541_ec039fce.mp3\">https:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2021\/09\/29\/wdr_moderatorin_el_hassan_wird_quarks_nicht_moderieren_dlf_20210929_1541_ec039fce.mp3<\/a><\/p>\n<p>Wie hat der Sender den Vorwurf des Antisemitismus belegt? Oder hat er sich mit dem Verdacht auf Antisemitismus begn\u00fcgt? Der Jahre zur\u00fcckliegende Besuch einer Al-Kuds-Demo, mit dem die &#8222;Bild&#8220;-Zeitung die Diskussion ins Rollen gebracht hat, war f\u00fcr den WDR wohl nicht ausschlaggebend. Stattdessen ging es um j\u00fcngere Likes, vermutlich diese von der &#8222;Bild&#8220; erw\u00e4hnten. Die NZZ hatte au\u00dferdem einen Tweet im Mai erw\u00e4hnt, der eine Rolle gespielt haben k\u00f6nnte. Dass Nemi El-Hassan zu Beginn der Debatte auf ihren Social-Media-Kan\u00e4len aufger\u00e4umt hat, macht die Beurteilung nicht leichter und spricht erst einmal gegen sie. Andererseits ist der Vorwurf des Antisemitismus ein schwerwiegender, vor allem, weil ihre Arbeit der vergangenen Jahre f\u00fcr sie spricht. Nat\u00fcrlich kann niemand den WDR zwingen, \u00f6ffentlich nachzuweisen, warum er sich gegen Nemi El-Hassan entschieden hat. Wenn aber nicht der Eindruck h\u00e4ngen bleiben soll, dass der Sender angesichts \u00f6ffentlicher Kritik eingeknickt ist, sind Belege f\u00fcr den diagnostizierten Antisemitismus dringend notwendig: Welche der in diversen Medien erw\u00e4hnten kleinteiligen Vorw\u00fcrfe waren letztendlich ausschlaggebend? &#8230; Welche Au\u00dfenwirkung hat die Causa auf m\u00f6gliche junge Nachwuchskr\u00e4fte f\u00fcr die \u00d6ffentlich-Rechtlichen? Einen gro\u00dfen Unterschied h\u00e4tte es machen k\u00f6nnen, wenn der WDR nach den ersten Vorw\u00fcrfen gegen Nemi El-Hassan mit ihr gemeinsam eine Pressemitteilung herausgegeben h\u00e4tte mit der Ank\u00fcndigung, die Kritik zusammen sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen \u2013 dass sie an der Aufarbeitung interessiert ist, nehme ich ihr nach ihrem &#8222;Spiegel&#8220;-Interview ab, schon allein deshalb, weil es um ihre pers\u00f6nliche Zukunft geht. So h\u00e4tte der Sender die Journalistin bis zur endg\u00fcltigen Entscheidung gesch\u00fctzt und sich deutlicher gegen die Anfeindungen gestellt. Denn von Anfang an haben Rassistinnen und Rassisten die Debatte f\u00fcr ihre Hetze instrumentalisiert. F\u00fcr junge Medientalente, die die Rundfunkanstalten ja dringend brauchen, war der Fall sicher keine Einladung \u2013 besonders f\u00fcr diejenigen unter ihnen, die mit Rassismus schon Erfahrungen gemacht haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/altpapier\/das-altpapier-2332.html\">https:\/\/www.mdr.de\/altpapier\/das-altpapier-2332.html<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_6747 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_6747')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_6747').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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