{"id":8902,"date":"2024-01-31T10:16:15","date_gmt":"2024-01-31T09:16:15","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=8902"},"modified":"2024-01-31T10:16:15","modified_gmt":"2024-01-31T09:16:15","slug":"oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-wie-einseitig-sind-die-nachrichten","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-wie-einseitig-sind-die-nachrichten\/","title":{"rendered":"\u00d6ffentlich-rechtlicher Rundfunk: Wie einseitig sind die Nachrichten?"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00d6ffentlich-rechtlicher Rundfunk: Wie einseitig sind die Nachrichten?<\/strong><\/p>\n<p>Studie &#8222;Was fehlt?&#8220; nimmt \u00d6RR unter die Lupe: Es zeigt sich ein sehr deutlicher Sichtbarkeitsvorsprung der Regierungs- gegen\u00fcber den Oppositionsparteien. [\u2026]<\/p>\n<p>Die Unterschiede zwischen \u00d6RR und Vergleichsmedien sind \u00fcberwiegend gering. Nur &#8222;Rente&#8220; wird in den Vergleichsmedien mehr als doppelt so h\u00e4ufig thematisiert (in 0,7 statt 0,3 Prozent aller Beitr\u00e4ge). Migrationspolitik taucht im \u00d6RR in sieben Prozent, in der Vergleichsgruppe in sechs Prozent der Nachrichten auf.<\/p>\n<p>In der Summe wurde die Themenvielfalt als Entropiewert gemessen. Den Unterschied zwischen \u00d6RR und Vergleichsmedien erkl\u00e4ren die Forscher mit den &#8222;zeitlichen Beschr\u00e4nkung auf die Top-Themen des Tages&#8220; in den zeitlich begrenzten Rundfunksendungen. [\u2026]<\/p>\n<p>Sowohl die Themenvielfalt als auch die Akteursvielfalt in den neun untersuchten \u00f6ffentlich-rechtlichen Formaten halten die Forscher f\u00fcr durchweg hoch.<\/p>\n<p>Kritisch k\u00f6nne man allerdings &#8222;den sehr deutlichen Sichtbarkeitsvorsprung der Regierungs- gegen\u00fcber den Oppositionsparteien&#8220; sehen. [\u2026]<\/p>\n<p>Die \u00d6RR-Sendungen &#8222;fielen durch einen gegen\u00fcber den Vergleichsmedien weniger kritischen Umgang mit den aktuellen Regierungsparteien auf, geh\u00f6rten aber ansonsten nicht zu den Medien, die sich am st\u00e4rksten positionierten.&#8220;<\/p>\n<p>Allerdings h\u00e4tten sie im Schnitt auch nicht vielf\u00e4ltiger und ausgewogener als die Vergleichsmedien berichtet, &#8222;obwohl die Anspr\u00fcche an den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk in dieser Hinsicht durchaus h\u00f6her sind&#8220;. [\u2026]<\/p>\n<p>Ein grundlegendes Problem solcher Inhaltsanalysen ist allerdings auch, dass sie nicht auf die Details der Berichterstattung schauen, sondern nur bestimmte, vorher definierte Schlagworte erfassen. Dass sich damit Vielfalt und Ausgewogenheit wirklich messen lassen, kann man bezweifeln. [\u2026]<\/p>\n<p>Schon f\u00fcr die Vielfalt politischer Positionen sind die \u00fcblichen Kategorien nicht ausreichend. Es gibt innerhalb der Parteien zu jedem Thema sehr verschiedene Positionen. Wird diese innere Vielfalt abgebildet, wird die Diskussion um zu vertretende Positionen transparent und nachvollziehbar berichtet?<\/p>\n<p>Spielen beispielsweise die \u00dcberlegungen in den Ortsgruppen \u00fcberhaupt eine Rolle? Kommen jemals Parteien in der Berichterstattung vor, die nicht in einem Parlament vertreten sind (die aber auf dem letzten Wahlzettel standen)?<\/p>\n<p>Vollst\u00e4ndigkeit<\/p>\n<p>Zur sch\u00f6nen Frage &#8222;Fehlt da was?&#8220; geh\u00f6ren zudem noch weitere Qualit\u00e4tskriterien, etwa die Vollst\u00e4ndigkeit. Dass ein Thema \u00fcberhaupt auftaucht, sagt noch nichts dar\u00fcber aus, ob es inhaltlich zureichend dargestellt wurde. [\u2026]<\/p>\n<p>Eine weitere Schw\u00e4che der Studie wird zwischen den Zeilen deutlich: wenn n\u00e4mlich davon gesprochen wird, dass man vom \u00d6RR in manchen Punkten etwas bessere Leistungen erwarten kann als von den privatwirtschaftlichen Medien.<\/p>\n<p>Dass sich der beitragsfinanzierte Journalismus nur wenig vom marktwirtschaftlichen unterscheidet, ist ein Befund der Studie. Ob aber deutlich mehr zu leisten w\u00e4re, kann ein Vergleich der beiden Gruppen nicht zeigen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Oeffentlich-rechtlicher-Rundfunk-Wie-einseitig-sind-die-Nachrichten-9612533.html\">https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Oeffentlich-rechtlicher-Rundfunk-Wie-einseitig-sind-die-Nachrichten-9612533.html<\/a><\/p>\n<p><em>Hinweis: Paul Leo Giani: \u201eDeshalb ist dem Postulat der Vielfaltssicherung nur dann Rechnung getragen, wenn die Tiefe und Qualit\u00e4t der Informationen und Hintergr\u00fcnde von Meinungsverschiedenheiten in einer Weise aufgearbeitet werden, die ihrer Komplexit\u00e4t gerecht wird. Je schwieriger, komplexer also eine Frage ist, umso notwendiger ist die inhaltliche Aufbereitung \u2013 und zwar \u2013 in der Vielfalt der in der Gesellschaft bestehenden Wertungen, Erfahrungen etc.\u201c<\/em><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_8902 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_8902')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_8902').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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