{"id":9113,"date":"2024-04-13T08:46:12","date_gmt":"2024-04-13T07:46:12","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=9113"},"modified":"2026-07-05T15:04:54","modified_gmt":"2026-07-05T14:04:54","slug":"ard-und-zdf-maidanschuetzen-weiter-kein-thema","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/ard-und-zdf-maidanschuetzen-weiter-kein-thema\/","title":{"rendered":"ARD und ZDF: Maidansch\u00fctzen weiter kein Thema"},"content":{"rendered":"<p><strong>ARD und ZDF: Maidansch\u00fctzen weiter kein Thema<\/strong><\/p>\n<p>\u00d6ffentlich-rechtliche Sender verschweigen in Maidan-R\u00fcckblicken jahrelang bekannte Fakten und aktuelles Gerichtsurteil \/ Maidank\u00e4mpfer schossen aus ZDF-Hotelzimmer \/ Kritik von Medienbeobachterin<\/p>\n<p><a class=\"calc-line-height-by-js\" href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/meldungen\/0040\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(multipolar)<\/a><br \/>\nF\u00fcr die \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sind zahlreiche teils seit Jahren bekannte Fakten zum Scharfsch\u00fctzenmassaker vom 20. Februar 2014 auf dem Maidan weiterhin kein Thema. So berichteten die verantwortlichen Korrespondenten in ihren R\u00fcckblicken zum zehnten Jahrestag des Umsturzes in der Ukraine erneut nicht \u00fcber die Tatsache, dass bewaffnete Maidank\u00e4mpfer w\u00e4hrend des Massakers ein Zimmer des ZDF im Kiewer \u201eHotel Ukraina\u201c kaperten und von dort aus in Richtung der Todeszone auf der Institutska-Stra\u00dfe schossen. Ein Kiewer Gericht hatte nach jahrelangen Untersuchungen im Oktober 2023 <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/artikel\/katchanovski-maidan-scharfschutzen\" target=\"blank\" rel=\"noopener\">geurteilt<\/a>, dass Maidanaktivisten und Journalisten vom Hotel Ukraina aus unter Feuer genommen wurden. Mindestens sechs Menschen sind demnach am 20. Februar 2014 vom Hotel aus erschossen worden.<\/p>\n<p>ZDF-Sprecher Thomas Hagedorn schrieb auf Multipolar-Anfrage: \u201eIn dem R\u00fcckblick r\u00fcckt das in den Vordergrund, was der Maidan-Aufstand vorrangig war: eine B\u00fcrgerbewegung.\u201c F\u00fcr einen 37min\u00fctigen <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/politik\/auslandsjournal\/auslandsjournal-frontlines-was-der-ukraine-mut-macht-102.html\" target=\"blank\" rel=\"noopener\">Auslandsjournal-Beitrag<\/a> hatte Korrespondentin Katrin Eigendorf mit dem heutigen Kiewer B\u00fcrgermeister und damaligen Oppositionspolitiker Vitali Klitschko \u00fcber den Maidan gesprochen. Klitschko bezeichnete dabei unwidersprochen die Anwesenheit von militanten Rechtsextremen auf dem Maidan als \u201eFake News\u201c und \u201ePropaganda\u201c.<\/p>\n<p>Zahlreiche internationale Medien hatten jedoch w\u00e4hrend des Maidan \u00fcber ukrainische Neonazi-Kampfgruppen aufseiten der Demonstranten berichtet. So hatte die Deutsche Welle in einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IFqmz_wj4BY&amp;t=561s\" target=\"blank\" rel=\"noopener\">Beitrag<\/a> aus dem Februar 2014 das von rechtsextremen Gruppierungen wie der Partei \u201eSwoboda\u201c oder der Kampfgruppe \u201eRechter Sektor\u201c besetzte Kiewer Rathaus besucht und die dort aufgeh\u00e4ngten Fahnen der Legionen ukrainischer Nationalsozialisten aus dem Zweiten Weltkrieg als \u201eirritierend\u201c bezeichnet. Der Maidanforscher Ivan Katchanovski von der Universit\u00e4t Ottawa macht rechtsextreme Gruppierungen f\u00fcr die Ermordung Dutzender Menschen im Februar 2014 auf dem Maidan <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/23311886.2023.2269685\" target=\"blank\" rel=\"noopener\">verantwortlich<\/a>.<\/p>\n<p>Das ZDF habe von den Ereignissen auf dem Maidan in Nachrichtensendungen, aktuellen Magazinen und \u201eZDF spezials\u201c vom 20. und 22. Februar 2014 \u201eumfassend und detailreich\u201c berichtet, teilte ZDF-Sprecher Hagedorn mit. Nicht erw\u00e4hnt wurde in den genannten Berichten allerdings die Kaperung eines ZDF-Zimmers im 14. Stock des \u201eHotel Ukraina\u201c direkt am Maidan durch eine mit Schusswaffen ausgestattete Maidankampfgruppe. Erst in einem \u201eZDF spezial: Kalter Krieg um die Krim \u2013 Was macht der Westen?\u201c am 6. M\u00e4rz 2014 hatte Korrespondentin Britta Hilpert erstmalig und einmalig dar\u00fcber <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/ivan.katchanovski\/videos\/vb.100000596862745\/989716864391533\" target=\"blank\" rel=\"noopener\">berichtet<\/a>.<\/p>\n<p>Die Redaktion von \u201eARD-aktuell\u201c hatte vom 18. bis 21. Februar 2024 drei r\u00fcckblickende Artikel zum Thema Maidan ver\u00f6ffentlicht, in welchen sie \u00fcber diese Fakten ebenfalls nicht berichtete. In einem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/zehn-jahre-maidan-100.html\" target=\"blank\" rel=\"noopener\">Tagesschau-Beitrag<\/a> der Korrespondentin Birgit Virnich hei\u00dft es: \u201eAls die Regierung die Proteste mit Gewalt niederschlagen wollte und sogar Scharfsch\u00fctzen einsetzte, wurden mehr als 100 Menschen erschossen.\u201c Dabei hatte das erw\u00e4hnte Gericht in seinem aktuellen Urteil festgestellt, dass weder der damalige ukrainische Pr\u00e4sident Viktor Janukowitsch noch einer seiner Minister einen Schie\u00dfbefehl gegeben h\u00e4tten. Tats\u00e4chlich wurden am 20. Februar 2014 auf dem Maidan nicht \u201emehr als 100\u201c sondern 52 Menschen erschossen \u2013 vier davon Polizisten.<\/p>\n<p>Die f\u00fcr \u201eARD-aktuell\u201c verantwortliche NDR-Pressestelle teilte Multipolar auf Nachfrage mit, dass der Fokus der Berichte auf der \u201eGesamteinordnung\u201c des Maidans lag und \u201enicht auf der Rekonstruktion einzelner Ereignisse\u201c. Korrespondent Bernd Gro\u00dfheim hatte die T\u00e4terschaft von Maidank\u00e4mpfern in seinem Tagesschau-Beitrag lediglich als \u201em\u00f6glich\u201c <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/kiew-maidan-massaker-100.html\" target=\"blank\" rel=\"noopener\">bezeichnet<\/a>. Vonseiten der NDR-Pressestelle hei\u00dft es hierzu, solche Formulierungen seien \u201ein einer seri\u00f6sen journalistischen Aufarbeitung zwingend\u201c, da es \u201ewiderspr\u00fcchliche Aussagen\u201c gebe und die ARD in ihrer Berichterstattung \u201eausschlie\u00dflich auf \u00fcberpr\u00fcfbare Fakten\u201c zur\u00fcckgreife. Auf das Gerichtsurteil oder die \u00f6ffentlichen <a href=\"https:\/\/www.dekoder.org\/de\/article\/ich-habe-sie-im-genick-getroffen\" target=\"blank\" rel=\"noopener\">Tateingest\u00e4ndnisse<\/a> damaliger Maidank\u00e4mpfer ging die NDR-Pressestelle nicht ein.<\/p>\n<p>Medienbeobachterin Maren M\u00fcller von der <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/\" target=\"blank\" rel=\"noopener\">\u201eSt\u00e4ndigen Publikumskonferenz der \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien\u201c<\/a> kritisiert die Berichterstattung von ARD und ZDF zum Maidan auf Multipolar-Anfrage. Es handele sich dabei nicht um seri\u00f6sen Journalismus, sondern um das \u201eWeglassen wichtiger Informationen\u201c und um eine \u201eaktive Narrativ-Pflege zu Gunsten der westlichen Geschichtsschreibung\u201c. Die Publikumskonferenz besch\u00e4ftige sich bereits seit 2014 mit dieser \u201eselektiven Art der Berichterstattung\u201c und habe deshalb zahlreiche Programmbeschwerden eingereicht.<\/p>\n<p>Das Problem der <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/search.php?keywords=Nachrichtenunterdr%C3%BCckung&amp;fid%5B0%5D=76\" target=\"blank\" rel=\"noopener\">\u201eNachrichtenunterdr\u00fcckung\u201c<\/a> im \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehen sei hierbei ein Hauptthema gewesen. Viele Berichte von ARD und ZDF zum Maidan beinhalteten eher \u201eStorytelling\u201c als Fakten, kritisiert M\u00fcller. Das Verschweigen relevanter Sachverhalte verunm\u00f6gliche Mediennutzern die freie Meinungsbildung und versto\u00dfe gegen die Vorgaben der Rundfunkgesetze. Allerdings finde eine \u201eeinseitig-selektive Informationsvermittlung\u201c von ARD und ZDF nicht nur beim Thema Maidan, sondern bei allen gro\u00dfen geopolitischen Themen statt.<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_9113 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_9113')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_9113').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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