{"id":9451,"date":"2024-08-04T13:59:46","date_gmt":"2024-08-04T12:59:46","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?post_type=news&#038;p=9451"},"modified":"2024-08-04T13:59:46","modified_gmt":"2024-08-04T12:59:46","slug":"blick-nach-drueben","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/news\/blick-nach-drueben\/","title":{"rendered":"Blick nach dr\u00fcben"},"content":{"rendered":"<p>35 Jahre nach dem Fall der Mauer wird noch immer vom &#8222;Osten&#8220; und vom &#8222;Westen&#8220; gesprochen, \u00fcber &#8222;ostdeutsche Identit\u00e4t&#8220; diskutiert und den &#8222;westlichen Blick&#8220;. Auch bei Fernsehproduktionen stellt sich die Frage, wer erz\u00e4hlt \u00fcber die Geschichte und Geschehnisse in der DDR? Tilmann Gangloff hat mit Produzentinnen, Autoren und Redakteurinnen gesprochen, wie sie mit solchen Stoffen umgehen.<\/p>\n<p>Deutschland ist wieder eins, hie\u00df es 1990, nach der Wiedervereinigung von BRD und DDR. Doch 35 Jahre nach dem Fall der Mauer wird immer noch \u00fcber &#8222;Wessis&#8220; und &#8222;Ossis&#8220; gesprochen, \u00fcber &#8222;ostdeutsche Identit\u00e4t&#8220; und den &#8222;westlichen Blick&#8220;. Kein Wunder, dass sich auch in der Fernsehproduktion immer wieder die Frage stellt, ob westdeutsche Autoren \u00fcber Ereignisse in der DDR schreiben d\u00fcrfen. Die Bereitschaft, \u00fcber dieses Thema zu sprechen, ist zwar gro\u00df, aber nicht jeder, der sich dazu \u00e4u\u00dfert, m\u00f6chte auch zitiert werden. Das sei &#8222;vermintes Gel\u00e4nde&#8220;, erst recht seit der Europawahl, sagte ein Gespr\u00e4chspartner dem epd. Niemand will den Graben zwischen Ost und West noch mehr vertiefen.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig beschweren sich ostdeutsche Zuschauerinnen und Zuschauer, Filme und Serien \u00fcber Ostdeutschland g\u00e4ben selten ihre tats\u00e4chliche Lebenswirklichkeit wieder &#8211; wom\u00f6glich, weil die Geschichten von Menschen erz\u00e4hlt w\u00fcrden, die im Westen sozialisiert worden sind. Schnell steht der Vorwurf im Raum, die jeweiligen Autorinnen und Autoren h\u00e4tten ihre B\u00fccher nicht aus der Region heraus entwickelt, sondern sich ein Thema &#8222;ergoogelt&#8220; und einer Gegend \u00fcbergest\u00fclpt, ohne jemals dort gewesen zu sein. Charaktere und Schaupl\u00e4tze\u00a0 seien durch Klischees und Vorurteile gepr\u00e4gt. [\u2026]<\/p>\n<p>Der Vorwurf beziehe sich jedoch eher darauf, &#8222;dass die erz\u00e4hlten Geschichten h\u00e4ufig als nicht relevant und die Zeichnung der Lebenswelten als nicht stimmig empfunden&#8220; w\u00fcrden. &#8222;Die Kritik gilt also eher der Haltung und der erz\u00e4hlerischen Sorgfalt der Filmschaffenden, weniger ihrer Herkunft. Um glaubw\u00fcrdige Figuren, stimmige Milieus und realistische Konflikte zu schaffen, an Schaupl\u00e4tzen, die mehr sind als nur Kulisse, braucht es geografische, soziokulturelle und historische Ortskenntnis, und die erlangt man nur, wenn man sich auf den Weg macht, mit Leuten spricht und dem Ganzen unvoreingenommen gegen\u00fcbersteht. Der R\u00fcckgriff auf g\u00e4ngige Klischees ist da in vielerlei Hinsicht bequemer.&#8220; [\u2026]<\/p>\n<p>Ihre Kollegin Henriette Lippold (1981 in Wittenberg geboren) erg\u00e4nzt: &#8222;Bei jeder Geschichte muss sich ein Erz\u00e4hler oder eine Erz\u00e4hlerin in erster Linie f\u00fcr die Story interessieren. Er muss recherchieren, zuh\u00f6ren, beobachten, dramaturgisch verdichten und mit einem guten H\u00e4ndchen f\u00fcrs authentische Nachempfinden die einzelnen Puzzleteile zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenf\u00fcgen.&#8220; [\u2026]<\/p>\n<p>Das Problem, sagt Wellmer, sei oft nicht das Wer, sondern das Wie. Manchmal werde &#8222;\u00fcber den Osten berichtet, als handele es sich nach wie vor um ein fremdes Land.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/medien.epd.de\/article\/1651\/\">https:\/\/medien.epd.de\/article\/1651\/<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_9451 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_9451')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_9451').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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