{"id":1040,"date":"2015-12-18T08:50:25","date_gmt":"2015-12-18T07:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=1040"},"modified":"2026-01-08T12:41:55","modified_gmt":"2026-01-08T11:41:55","slug":"putin-putin-und-kein-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/putin-putin-und-kein-ende\/","title":{"rendered":"Putin, Putin und kein Ende"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Programmbeschwerde zur Doku <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/zdfzeit\/machtmensch-putin-41341490.html\">ZDFzeit: Machtmensch Putin<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Film von Annette Harlfinger, Caroline Reiher, Michael Renz und Dietmar Schumann<br \/>\nKamera: Michael Habermehl, Zeljko Pehar<br \/>\nProduktion: ZDF\/Birgit Helten<br \/>\nRedaktion: Philipp M\u00fcller, Ursula Schmidt<\/em><\/p>\n<p>Ich [ADMIN nicht AUTORIN]* gebe es zu: Ich habe mir diese neue ZDF-&#8222;Doku&#8220; bewusst nicht angeschaut. Die Erfahrungen, die ich in den letzten zwei Jahren mit Produktionen dieser Art gemacht habe, gen\u00fcgen um zu wissen: Die Summe der beitragsfinanzierten D\u00e4mlichkeiten ist konstant. Das letzte Putin-Portr\u00e4t, dem die Publikumskonferenz im Februar diesen Jahres, auf Grund der Intervention ehemaliger Nachbarn der Familie Putin in Dresden, <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=30&#038;t=468%20%20Mensch%20Putin\">eine Beschwerde widmete<\/a>, wirkt zudem noch unangenehm nach.<\/p>\n<p>In der Jahresendausgabe &#8222;Machtmensch Putin&#8220; wurde zu allem \u00dcberfluss der <a href=\"http:\/\/www.turi2.de\/heute\/focus-schliesst-buero-moskau\/\">Ex-Focus-Mitarbeiter<\/a> und notorische <a href=\"http:\/\/reitschuster.de\/index.asp?typ=&#038;newsid=23851\">Putinhasser Boris Reitschuster<\/a> in einen v\u00f6llig unverdienten Expertenstatus gehoben. Reitschusters Onlineaktivit\u00e4ten, die sich in den sozialen Netzwerken haupts\u00e4chlich mit Russlandschelte befassen und beim Ausleben seiner Putin-Obsession auch schon mal homophobe Stereotype bem\u00fchen, werden von den &#8222;Kollegen&#8220; im Geiste gerne geteilt und geliked. Unter diesem seltsamen Account trifft sich Alles, was bei der Russlandkritik in Dauerschleife &#8222;Rang und Namen&#8220; hat &#8211; Spiegel-Journalisten, dubiose Ost-Europa-Experten, WDR-Radiofritzen bis hin zum ZDF-Fernsehratsvorsitzenden Polenz. Man versteht sich bei dieser Thematik offenbar blind und nat\u00fcrlich <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2015\/12\/15\/es-ist-schon-erschreckend-claus-klebers-statement-wider-die-luegenpresse-rufer\/\">vollkommen unabh\u00e4ngig<\/a>, wie das Mitglied der Atlantikbr\u00fccke, Claus Kleber, j\u00fcngst versicherte. Die Community war am\u00fcsiert.<\/p>\n<p>Das Dilemma einiger Film- und Fernsehschaffender, die sich (nat\u00fcrlich vollkommen frei(-willig) und unabh\u00e4ngig) der Feindpropaganda verschrieben haben, d\u00fcrfte normalerweise darin liegen, dass zwar das Feindbild klar gesetzt ist und gepflegt werden muss, gleichzeitig aber auch diverse Programmgrunds\u00e4tze einzuhalten sind.<\/p>\n<p><strong>(4) Programmrichtlinie des ZDF<\/strong><br \/>\n<em>Die Berichterstattung muss von vorbehaltlosem Willen zur Wahrhaftigkeit und Sachlichkeit bestimmt sein. Zweifel an der Zuverl\u00e4ssigkeit einer Nachricht sind zum Ausdruck zu bringen.<\/em><\/p>\n<p>Unsere damalige Mahnung an die Programmveranstwortlichen und an die &#8222;Anw\u00e4lte des Publikums&#8220;, Anstand und Diplomatie gegen\u00fcber dem Pr\u00e4sidenten eines souver\u00e4nen Staates zu wahren und im Interesse der Anspruchsberechtigten k\u00fcnftig mehr auf die Qualit\u00e4t der Produktionen und auf die Einhaltung der Programmgrunds\u00e4tze zu achten, verhallte. <strong>Sowohl der Fernsehrat als auch der Beschwerdeausschuss sahen in klar nachgewiesenen unwahren Darstellungen (im Volksmund auch L\u00fcgen genannt), Diffamierungen und unbelegten Behauptungen keinen Versto\u00df gegen die f\u00fcr das ZDF geltenden Rechtsvorschriften.<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Wir dokumentieren im Wortlaut die Programmbeschwerde unserer Mitstreiterin Anja B\u00f6ttcher zu der erneuten Fehlleistung des ZDF:<\/p><\/blockquote>\n<p>Fehrsehrat des ZDF<br \/>\nFernsehrat@zdf.de<\/p>\n<p><strong>Betrifft: Programmbeschwerde zur \u201eDokumentation\u201c \u201eMachtmensch Putin\u201c vom 15.12.2015<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eDie \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erf\u00fcllung ihres Auftrags die Grunds\u00e4tze der Objektivit\u00e4t und der Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu ber\u00fccksichtigen.\u201c \u00a7 11 Rundfunkvertrag<\/em><\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>hiermit m\u00f6chte ich als deutsche Staatsb\u00fcrgerin und als jemand, der seit mehr als zwei Jahrzehnten mediendidaktisch t\u00e4tig ist, Programmbeschwerde \u00fcber die ZDF-\u201eDokumentation\u201c \u201eMachtmensch Putin\u201c einlegen, die allen gesetzlichen Grundlagen des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Bundesrepublik Deutschland in eklatantester Weise widerspricht. <\/p>\n<p>Von Beginn an vermittelt die Sendung zu einem gro\u00dfen europ\u00e4ischen Nachbarland, n\u00e4mlich der Russischen F\u00f6deration, nichts anderes als eine grobe Schwarz-Wei\u00df-Karikatur, die das Land in bester anti-kommunistischer Tradition  in sensationsheischendem Ton als schreckensstarres Reich der Finsternis  kolportiert, das von einem einsam despotisch f\u00fchrenden Diktator mit eiserner Hand herumdirigiert wird, von dem zudem noch die expansive Bedrohung der aggressiven Unterwerfung europ\u00e4ischer Nachbarn sowie die d\u00e4monische Absicht ausgeht, die Europ\u00e4ische Union zu zerst\u00f6ren. Dabei war offensichtlich der verantwortlichen ZDF-Redaktion keine unseri\u00f6se Effekthascherei, keine Unredlichkeit, ja noch nicht einmal die Lancierung als solcher heute einwandfrei bekannter Falschaussagen zu billig. Da die Missst\u00e4nde, die diese Sendung aufweist, zu zahlreich sind, als dass sie in G\u00e4nze hier angef\u00fchrt werden k\u00f6nnten, m\u00f6chte ich mich auf einige wenige beschr\u00e4nken, die allein h\u00e4tten ausreichen m\u00fcssen, um die Ausstrahlung der Sendung zu unterlassen.<\/p>\n<blockquote><p>Mangelnde Objektivit\u00e4t der Darstellung:<br \/>\nDie unsichtbare russische Invasion<\/p><\/blockquote>\n<p>So wird im ersten Drittel der Sendung hinsichtlich Russlands Politik in der Ukraine unhinterfragt die Behauptung kolportiert, die russische Armee sei invasiv in den Donbass eingefallen, obgleich diese Sichtweise weder durch die Berichte der OSZE gest\u00fctzt wird noch der Darstellung auf den Seiten des Ausw\u00e4rtigen Amtes entspricht. Als einziger \u201eKronzeuge\u201c dieser, nach aktuellem Kenntnisstand, nachweislichen Falschaussage zitiert die verantwortliche Redaktion prek\u00e4rer Weise ausschlie\u00dflich den <del datetime=\"2015-12-19T09:44:19+00:00\">inzwischen abgesetzten<\/del> inzwischen von Obama zur\u00fcckgepfiffenen Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove. Dieser US-General stie\u00df aber nicht nur der franz\u00f6sischen Regierung unangenehm auf, weil er den regelm\u00e4\u00dfig an die US-Administration weitergegebenen Erkenntnissen der franz\u00f6sischen Dienste widersprach. <\/p>\n<p>So erkl\u00e4rte der franz\u00f6sische General Christophe Gomard vor der Franz\u00f6sischen Nationalversammlung: \u201eWir haben in der Tat festgestellt, dass die Russen weder Kommandostellen noch Hinterlandeinrichtungen, etwa Feldspit\u00e4ler organisiert hatten, die ihnen eine milit\u00e4rische Intervention erm\u00f6glichen w\u00fcrden.\u201c Seiner Begutachtung aller Frankreich zur Verf\u00fcgung stehenden Dokumente zufolge habe es nie einen Hinweis darauf gegeben, dass Russland auch nur eine Invasion der Ukraine vorgehabt habe.<br \/>\nhttp:\/\/www.lecourrierderussie.com\/2015\/04\/russie-envahi-ukraine-renseignements-francais\/<\/p>\n<p>Noch ungehaltener \u00fcber die als gef\u00e4hrlich eskalierend eingesch\u00e4tzte Rolle des US-Generals zeigte sich die Bundesregierung, allem voran Au\u00dfenminister Frank-Walter Steinmeier, der die \u00c4u\u00dferungen Breedloves als \u201egef\u00e4hrliche Propaganda\u201c einstufte, als er sich zum Zweck seiner Z\u00fcgelung im M\u00e4rz 2015 an Nato-Generalsekret\u00e4r Jens Stoltenberg wandte.<br \/>\nhttp:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/nato-oberbefehlshaber-philip-breedlove-irritiert-allierte-a-1022242.html<br \/>\nhttp:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Deutschland-legt-sich-mit-der-Nato-an-article14654376.html<\/p>\n<p>Schlussendlich wurde der bekannterma\u00dfen den US-Falken angeh\u00f6rige Nato-Chef selbst von der US-Regierung als derart unhaltbar erachtet, dass Pr\u00e4sident Obama ihn zur\u00fcckpfiff. Und nun zitiert ihn eine sich als \u201eDokumentation\u201c ausgebende Sendung des ZDF als unbestechlichen Zeugen \u201arussischer Aggression\u2018? Wie kann so etwas zustande kommen? Ist dies ein Recherchefehler oder eine absichtliche Irref\u00fchrung der deutschen \u00d6ffentlichkeit?  <\/p>\n<blockquote><p>Ausgewogenheit der Darstellung:<br \/>\nIm Herzen der propagandistischen Finsternis<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Russische F\u00f6deration wird in dem Beitrag dargestellt als ein Land, dessen Regierung lediglich aus seinem dominanten und finsteren Pr\u00e4sidenten besteht, der f\u00fcr seine pers\u00f6nliche paranoide Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung ein ganzes Land in Haftung nimmt und aus einer pathologischen Herrschsucht von der Obsession besessen ist, die europ\u00e4ische Union zu zerst\u00f6ren. Hierbei, so insinuiert der Beitrag, stehe ihm ein umfassender propagandistischer Apparat zur Verf\u00fcgung, der geeignet sei, die offensichtlich f\u00fcr unm\u00fcndig gehaltenen europ\u00e4ischen Medienkonsumenten zu verwirren. (Dabei m\u00fcsste das ZDF aus eigener leidvoller Erfahrung mit gut ausrecherchierten kritischen Publikumszuschriften doch wissen, dass die medienanalytisch offensichtlich kompetenten deutschen Zuschauer genau zu beobachten verstehen.) Deshalb wird in alarmistischem Ton gewarnt vor der Manipulation des Internets durch eine omin\u00f6se in Sankt Petersburg situierte \u201eTrollfabrik\u201c, die h\u00f6chstpers\u00f6nlich der Chef des Kremls \u00fcberwachen soll. Diese, so versucht der dramatisierende Darstellungsmodus  der \u201eDokumentation\u201c nahezulegen, sei geneigt, die dunkle Sicht des Kremls auch in K\u00f6pfe ahnungsloser europ\u00e4ischer Internetnutzer zu implantieren.<\/p>\n<p>Nun scheint es in der Tat (nicht erst) im 21. Jahrhundert zu der unerfreulichen Komponente der Au\u00dfenpolitik von Staaten zu geh\u00f6ren, ihre Sichtweise im Ausland nicht nur auf diplomatischem Wege zu vermitteln, sondern auch durch nicht als staatlich erkenntliche Kommunikationspartner innenpolitisch in anderen L\u00e4ndern in Szene zu setzen, vor allem durch die Nutzung von Internetforen. Dass aber das ZDF davon ausgeht, dass hier Russland eine Vorzugsrolle einnehme und die dem Land unterstellte Neigung zur Desinformation prim\u00e4r mit Russland in Verbindung zu bringen sei, ist eine so abwegige Annahme, dass sie die Intelligenz jedes auch nur halbwegs informierten kritischen B\u00fcrgers grob beleidigt.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte hier nur ganz dezent auf die sehr aufschlussreichen Relationen hinweisen, die seit den Leaks des Whistleblowers Edward Snowden zum politischen Allgemeinwissen geh\u00f6ren d\u00fcrften: <\/p>\n<p>Zu Russland:  Im Fr\u00fchjahr 2015 berichteten nahezu alle deutschen Leitmedien mit aufgew\u00fchltem Pathos, es gebe in Sankt Petersburg eine Institution, die mehrere hundert Mitarbeiter f\u00fcr einen Lohn von umgerechnet 900 Euro monatlich zw\u00f6lf Stunden t\u00e4glich damit besch\u00e4ftige, im Sinne des Kremls Threads und Kommentare in diversen Internetforen zu posten.<br \/>\nhttp:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/russische-trollfabrik-eine-insiderin-berichtet-a-1036139.html<br \/>\nhttp:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/propaganda-auf-bestellung-so-funktionieren-putins-troll-fabriken_id_4592188.html<br \/>\nhttp:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2015-07\/russland-trolle-enthuellung<br \/>\nhttp:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article145324382\/Trollfabrik-Propagandastelle-des-Kremls-muss-zahlen.html<\/p>\n<p>Diese Nachricht traf die damals von heftiger Kritik der eigenen Leser gebeutelten deutschen Leitmedien mit Wucht, l\u00f6ste sie doch gro\u00dfe Erleichterung unter den f\u00fchrenden Journalisten der Au\u00dfenressorts aus, die hierin den Nachweis sahen, es seien nicht etwa deutsche Leser, die die einseitige, manich\u00e4isch und d\u00e4monisierende Russlandberichterstattung des deutschen Mainstreams kritisierten, sondern nur \u201eKremltrolle\u201c. Dabei gab die Faktenlage eine solche Deutung \u00fcberhaupt nicht her: Denn Initialpunkt des Medienhypes um die \u201eTrollfabrik\u201c war ein einziger Zeitungsartikel der russischen Zeitung Novaya Gazeta um eine in Sankt Petersburg beheimatete Firma unter dem Namen \u201eInternational Research Agency\u201c. Die Novaya Gazeta selbst firmiert wohl nach dem Verst\u00e4ndnis der zust\u00e4ndigen ZDF-Redaktion unter jenen Presseorganen, die die \u201eDokumentation\u201c  folgenderma\u00dfen charakterisiert: \u201eDie Medien sind f\u00fcr den russischen Pr\u00e4sidenten ein zentrales Mittel der Politik. Nur noch einige wenige Zeitungen d\u00fcrfen unabh\u00e4ngig und kritisch berichten.\u201c  Nun besteht die \u201eUnabh\u00e4ngigkeit\u201c der Novaya Gazeta in ihrer Finanzierung durch die \u201eOpen Society Foundation\u201c des ber\u00fcchtigten US-Milliard\u00e4rs George Soros, dessen Beteiligung an den diversen Farbrevolutionen im Osten Europas selbst von \u00f6ffentlichen Sendern im Westen nicht bestritten wird, wie es weiland der ORF f\u00fcr das neutrale \u00d6sterreich bewies.<br \/>\nhttps:\/\/nl.wikipedia.org\/wiki\/Novaja_Gazeta<\/p>\n<p>Doch selbst dieser wenig als neutral zu vermutende Artikel verweist nur auf die blo\u00dfe Existenz einer solchen Firma und vermag sie nur dadurch in Beziehung zum russischen Regierungschef zu setzen, indem sie \u2013 ohne Beleg hierf\u00fcr &#8211; deren Besitzer Evgeny Prigozhin als \u201eGesch\u00e4ftsfreund\u201c Wladimir Putins behauptet. Allerdings werden in dem Text nur Internetaktivit\u00e4ten in russischer Sprache genannt. Die Behauptung, es habe auch Verfasser von Posts in englischer Sprache und tats\u00e4chlich einen (sic!) in deutscher Sprache gegeben, erfolgte erst bei einem sp\u00e4teren, dem \u201ewestlichen\u201c Medienhype folgenden <a href=\"http:\/\/www.rferl.org\/content\/how-to-guide-russian-trolling-trolls\/26919999.html\">Radiointerview auf Radio Free Europe.<\/a><\/p>\n<p>Die Annahme aber, ausgerechnet hierbei handle es sich um eine neutrale Plattform nimmt passend Paul Schreyer auf Telepolis auseinander:<br \/>\n\u201eNun ist Radio Free Europe im Kontext einer Debatte um Propaganda sicherlich die am denkbar wenigsten vertrauensw\u00fcrdige Quelle. Es ist selbst ein Propagandawerkzeug aus der Zeit des Kalten Krieges und wurde nachweislich viele Jahre von der CIA finanziert.\u201c<br \/>\nhttp:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/44\/44596\/1.html<br \/>\nhttp:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/44\/44454\/1.html<br \/>\nhttp:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45739\/1.html<\/p>\n<p>Vor allem aber wird, selbst wenn man die d\u00fcrftige Beweislage und die Zweifelhaftigkeit der Zeugen au\u00dfer Acht l\u00e4sst, die Proportionalit\u00e4t zu einer anderen politischen Manipulationsmacht derart ignoriert, dass das dramatisierende Schmierenst\u00fcck \u00fcber die \u201aBedrohung durch russische Propaganda\u2018 sich selbst als das entlarvt, was es ist: n\u00e4mlich ganz besonders billige Propaganda.<\/p>\n<p>Denn selbst die sensationsheischenden Artikel der deutschen Leitmedien unterstellen der in bester Manier des kalten Krieges gezeichneten \u201eTrollfabrik\u201c lediglich wenige hundert Mitarbeiter. Dagegen kennt seit den Enth\u00fcllungen von Edward Snowden so ziemlich die ganze Welt die exakte Anzahl der von der NSA eingesetzten Mitarbeiter zur Manipulation von Internetforen: n\u00e4mlich glatte 27.000. Das freilich reicht der wissensbed\u00fcrftigen Agentur f\u00fcr den nach Pakistan am besten \u00fcberwachten Raum, den deutschen n\u00e4mlich, aber l\u00e4ngst nicht aus, wie folgende Jobanzeige belegt, in der die US-Botschaft in Berlin nach einem\/r Mitarbeiter\/in sucht, die sich in deutschen Foren unerkannt rumtreiben sollen, um sie zu Gunsten der US-Interessen zu beinflussen. Die Anzeige war f\u00fcr jeden Interessierten <a href=\"https:\/\/drive.google.com\/file\/d\/0B4xHZbr3vgOmbkVIbWhPYllNVE9taVBCSXcyZlJLN2NNN0hn\/view\">offen im Netz einsehbar<\/a>.<\/p>\n<p>Doch damit nicht genug: Unter den <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2014\/02\/24\/jtrig-manipulation\/\">zahlreichen Publikationen von Glenn Greenwald<\/a> zur Auswertung der Snowden Leaks weisen einige die zus\u00e4tzlich mehrere tausend Mitarbeiter <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/NSA-Skandal-GCHQ-verfaelscht-Daten-im-Netz-2260589.html\">umfassende T\u00e4tigkeit des britischen GCHQ<\/a> nach, die nicht nur Diskussionen manipulativ formen sollen, sondern sogar zu diesem Zweck den Auftrag erhalten, die Reputation missbeliebiger Personen durch Rufmord, Diffamierung und \u00fcble Nachrede zu zerst\u00f6ren, um sie jedes Einflusses auf die \u00f6ffentliche Meinung relevanter Staaten zu rauben.<\/p>\n<p>Die Bedenklichkeit der Praxis der \u201eFive Eyes\u201c und der darin wirkenden Gefahr f\u00fcr die Demokratie scheint auch zum Zeitpunkt der Snowden-Leaks dem ZDF voll bewusst gewesen zu sein, wie eine 2014 ausgestrahlte ZDF-Dokumentation mit dem bezeichnenden Titel <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/2162504\/Verschwoerung-gegen-die-Freiheit-%25281%2529#\/beitrag\/video\/2162504\/Verschwoerung-gegen-die-Freiheit-(1)\">\u201eVerschw\u00f6rung gegen die Freiheit\u201c<\/a> belegt.<\/p>\n<p>Dennoch erweckt die Darstellung in der \u201eDokumentation\u201c den Anschein, als stecke in der nur lausig belegten Annahme, dass der Kreml auch nur wenige hundert Internetaktivisten in Petersburg besch\u00e4ftige, eine t\u00f6dliche Gefahr f\u00fcr die geistige Gesundheit der \u201ehearts and minds\u201c von 80 Millionen Deutschen, w\u00e4hrend der mehr als zehntausendfach besser ausger\u00fcstete Apparat von Spin-Doktoren \u201emade in the USA\u201c eine klar dokumentierte Propagandamaschinerie des Pentagons offenbart hat, die sich nicht davon abhalten l\u00e4sst, die Gesamtheit der deutschen B\u00fcrger dauerhaft ihrer Grundrechte nach \u00a7 4, \u00a7 5 und \u00a7 10 des Grundgesetzes zu berauben. Und das sind die realen Verh\u00e4ltnisse. <\/p>\n<p>Der Berichterstattung unseres \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks l\u00e4sst sich diese Proportionalit\u00e4t der Freiheitsberaubung nicht entnehmen, wenn man die Meldungen zu \u201ePutins Trollfabrik\u201c in ARD und ZDF liest, die ganz dem Tenor der vorliegenden \u201eDokumentation\u201c entsprechen.<br \/>\nhttps:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/video\/video-77151.html<br \/>\nhttps:\/\/meta.tagesschau.de\/id\/97251\/meinungsmache-im-internet-ex-putin-troll-im-interview<br \/>\nhttp:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/2389222\/auslandsjournal-vom-22.-April-2015#\/beitrag\/video\/2389222\/auslandsjournal-vom-22.-April-2015<\/p>\n<p>Ganz anders dagegen lesen sich die Posts der Leser auf der Mediathek unter den oben verlinkten Beitr\u00e4gen von ARD und ZDF. Wie will man dies erkl\u00e4ren? Ist dies auch das Werk \u201erussischer Trolle\u201c? Sollte tats\u00e4chlich Moskau der einzige Ort sein, an dem man sich Gedanken um die Auswirkungen eines gigantischen Sp\u00e4h- und Manipulationsapparats des Internets auf die Grund- und Freiheitsrechte deutscher Staatsb\u00fcrger macht?  <\/p>\n<p>Im ZDF scheint man das so zu sehen. Denn auch durch den gleichfalls nur \u00fcbers Internet in deutscher Sprache zug\u00e4nglichen russischen Sender RT scheint man dort die Geistesfreiheit der Deutschen gef\u00e4hrdet zu sehen. Das ist nun aber wirklich beachtlich. Da ja nun dankenswerterweise durch den verdienstvollen Sketch der Satiresendung \u201eDie Anstalt\u201c zu Uwe Kr\u00fcgers empirischer Untersuchung \u201eMeinungsmacht. Der Einfluss von Elitennetzwerken auf Leitmedien und Alphajournalisten\u201c (2014) bekannt ist, wie sehr transatlantische Netzwerke und Thinktanks zu daf\u00fcr zu sorgen versuchen, dass der deutsche B\u00fcrger nur das f\u00fcr eine Nachricht h\u00e4lt, was mit der Weltsicht der US-Regierung und der Nato vereinbar ist, muss RT ja geradezu \u00fcber magische Kr\u00e4fte verf\u00fcgen, um im unterstelltem Ma\u00dfe die deutsche Gesellschaft beeinflussen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Denn anders ist es nicht m\u00f6glich zu erkl\u00e4ren, wie das geballte mediale Potenzial US-amerikanischer Provenienz auch nur im Ansatz ausgehebelt werden kann. Zumal die dezent im Hintergrund arbeitenden Eliten-Netzwerke noch zus\u00e4tzlich durch die ganze Phalanx von Nachrichtensendern (wie CNN, CBS fr\u00fcher Rias oder noch immer Radio free Europe) und die gigantisch Soft-Power-Maschine Hollywood verst\u00e4rkt werden, die die  USA als m\u00e4chtigste Besatzungsmacht Westdeutschlands in sieben Nachkriegsjahrzehnten auszeichneten. Und was steht diesem Bollwerk entgegen? Ein Internetportal, das \u2013 sage und schreibe \u2013 drei jeweils halbst\u00fcndige Sendungen pro Woche ausstrahlt. Die ZDF-\u201eDokumentation\u201c spricht hier allen Ernstes von einem \u201arussischen Informationskrieg\u2018 und leidet bitter unter der Angst, die deutsche Gesellschaft k\u00f6nne derart perfider Verf\u00fchrungsmacht doch glattweg erliegen und davor &#8211; trotz all der aufopferungsvollen \u201atransatlantischen F\u00fcrsorge\u2018 \u2013 im Eiltempo kapitulieren. W\u00e4re das aber dann wirklich mit der propagandistischen Finesse des russischen Senders erkl\u00e4rbar? Oder liegt die Diskrepanz zwischen dem Denken des Publikums und den Botschaften USA-affiner Meinungsmacht nicht viel eher daran, dass die Attraktivit\u00e4t transatlantischer Narrative durch Erscheinungen wie die NSA-Total\u00fcberwachung, Foltercamps \u00e0 la Guantanamo und Abu Graib, eine endlose Serie v\u00f6lkerrechtswidriger Angriffskriege im Nahen Osten, kurz: durch Elemente also, die in Deutschland seit nun sieben Jahrzehnten nicht so furchtbar hoch im Kurs stehen, erheblich gelitten hat?<\/p>\n<blockquote><p>Die Unparteilichkeit der Darstellung:<br \/>\nDas unrettbare B\u00f6se und die edlen Ritter der Tafelrunde<\/p><\/blockquote>\n<p>Jede Sch\u00fclerin und jeder Sch\u00fcler, der in Deutschland das Abitur bestanden hat, hat sich im Laufe seiner Schulzeit mindestens zweimal im Deutschunterricht und zweimal im Fach Geschichte mit der nationalsozialistischen Propaganda unter dem einschl\u00e4gig bekannten Minister Joseph Goebbels vertraut machen m\u00fcssen. Gelernt hat dieser Mann bekannterma\u00dfen sein Handwerk durch das intensive Studium der aus dem Jahre 1928 stammenden Schrift \u201ePropaganda\u201c des in den USA lebenden Freud-Neffen Edward Bernays. Die von diesem herausgearbeiteten Merkmale agitatorischer Rede, deren sich die NS-Zeit im \u00dcberfluss beflei\u00dfigte, m\u00fcssen in textanalytischen Klausuren von Sch\u00fclern en detail herausgearbeitet werden: wie zum Beispiel der typische Manich\u00e4ismus, bzw. die auff\u00e4llige Gut\/B\u00f6se und Schwarz\/Wei\u00df-Dichotomie, der bis in die Verben hinein ein dichotomisches Wording entspricht, die Neigung zur grunds\u00e4tzlichen Personifikation behaupteter \u00dcbel, die Obsession der D\u00e4monisierung des Gegners und der Hang zum \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Gebrauch von Superlativen. Zudem bemerken die Sch\u00fcler, wie sehr Agitation und Propaganda permanent auf die Dramatisierung der Darstellung und die dauernde Emotionalisierung der Zuh\u00f6rer setzen.<\/p>\n<p>Als p\u00e4dagogischer Effekt wird hierbei intendiert, dass Sch\u00fcler lernen sollen, einer derart die Affekte ankurbelnden und N\u00fcchternheit ausschaltenden Form der Rede zu misstrauen und auf ihre Intention abzuklopfen. <\/p>\n<p>Schauen wir, das im Hinterkopf behaltend, nur mal auf den Beginn der Sendung, die sich ernsthaft f\u00fcr eine Dokumentation h\u00e4lt: Eine unbekannte Frau sagt auf Russisch zu martialischer Musik \u201eEr ist stark und charismatisch.\u201c Dazu die Moderation: \u201eIn der Heimat verehrt, im Westen geschm\u00e4ht.\u201c Nun h\u00f6rt man General Breedlove: \u201ePutin verh\u00e4lt sich nach dem Motto: L\u00fcgen und Leugnen.\u201c Hierauf folgt martialisch der Titel der Sendung: \u201eMachtmensch Putin\u201c. Etwas sp\u00e4ter, nachdem der Moderator mit Verweis auf den Syrienkrieg raunend angek\u00fcndigt hat, \u201edem Machtmensch Putin geht es in Syrien um mehr\u201c (als den Kampf gegen den Terror), setzt die Stimme des Focusredakteurs Boris Reitschuster ein:<\/p>\n<p><em> \u201eDa stecken viele Gr\u00fcnde hinter. Zum einen ist es so, dass er sich als eine Reinkarnation von Peter dem Gro\u00dfen und Ivan dem Schrecklichen f\u00fchlt. Er will auf die Weltb\u00fchne, will wieder mit den Amerikanern auf Augenh\u00f6he operieren, und er sp\u00fcrt sehr genau, wunderbar, ich denke, er hat einen wunderbaren Instinkt, er sp\u00fcrt sehr genau die Schw\u00e4che von andern. Er sp\u00fcrt die Schw\u00e4che von Obama und das reizt ihn. Er ist der Spieler, er sp\u00fcrt hier, da kann ich den Platzhirsch machen, hier kann ich\u2019s meinem gr\u00f6\u00dften Konkurrenten zeigen.\u201c Nun folgt das Echo des Moderators: \u201eSein Auftritt soll zeigen: Wir sind wieder stark.\u201c <\/em><\/p>\n<p>In einem sp\u00e4teren Ausschnitt leitet der Moderator, nachdem er auch die Wiedereinf\u00fchrung der Melodie der sowjetischen Hymne als Zeichen stalinistischen Machtstrebens gedeutet hat, eine dramaturgisch \u00e4hnlich aufgebaute und stilistisch verfasste Textstelle mit dem Satz ein: \u201ePutin der Machtmensch: Er will den Glanz der Zaren und die Macht der Sowjets miteinander verbinden.\u201c  (Ist sich dieser ZDF-Mann \u00fcbrigens dar\u00fcber im Klaren, dass auch er bei jedem Fu\u00dfballspiel die Hymne h\u00f6rt, zu der auch Wilhelm  II. und Adolf Hitler strammgestanden haben?)  <\/p>\n<p>Etwas sp\u00e4ter sagt Boris Reitschuster im Zuge einer erneuten intimen Introspektion in die Seele des russischen Pr\u00e4sidenten:<\/p>\n<p><em> \u201eWenn man Wladimir Putin, wenn man seine Stimmungslage in zwei Worten beschreiben m\u00fcsste, dann w\u00fcrde ich sagen: erniedrigt, beleidigt. Es zieht sich durch sein ganzes Leben: Ich bin erniedrigt und beleidigt worden, mein Land ist beleidigt worden, ich muss jetzt wieder St\u00e4rke zeigen, ich muss allen zeigen, wie toll ich bin, wie gro\u00df ich bin und der Westen hat da vielleicht aus psychologischer Sicht nicht sehr geschickt gehandelt und h\u00e4tte Selbstbewusstsein aufbl\u00fchen lassen soll. Und wenn Obama sagt, er ist eine Regionalmacht, dann ist der wie von der Tarantel gestochen, tse, tse, tse, tse, tse\u201c<\/em> <\/p>\n<p>  &#8211; und in diesem Tonfall geht es in einem fort\u2026.<\/p>\n<p>Welche Reflexe l\u00f6st alleine eine solche Bagatellisierung eines Landes und seiner Regierung und eine derart unterirdischer Stil der Mitteilung in einem Sendeformat, das eine Dokumentation darstellen soll, in einem Publikum aus, das prinzipiell von seiner Schulzeit an gelernt hat, pejorativer Rede zu misstrauen? Man fragt sich unwillk\u00fcrlich: Wurde in solchem Tonfall je \u00fcber einen englischen Staatschef berichtet?  &#8211; einem franz\u00f6sischen? \u2013 einem US-amerikanischen? Oder was w\u00fcrde geschehen, wenn irgendwer es wagte, sich in einem solchen Modus \u00fcber einen israelischen Pr\u00e4sidenten auszulassen? Nicht auszudenken! Wie kann es aber kommen, dass so etwas im Falle Russlands m\u00f6glich ist?<\/p>\n<p>Und mit welcher Auswahl von Kronzeugen wird eine derartig missg\u00fcnstige und sinistre Sichtweise abgesichert? \u00dcber die Aussagekraft eines Philip Breedlove habe ich mich bereits zu Beginn des Anschreibens ge\u00e4u\u00dfert; was vom langj\u00e4hrigen Focuskorrespondenten Boris Reitschuster zu halten ist, mag man seiner Rede entnehmen. Aber \u00e4hnlich voreingenommen zeigen sich auch weitere Personen, die in der Sendung zu Worte kommen. Eine den Passagen Reitschusters vergleichbare Mischung von D\u00e4monisierung und missg\u00fcnstig-spekulativer, dabei hoch fiktiver Introspektion in die Psyche Wladimir Putins findet sich auch in der ausf\u00fchrlich zitierten Rede der amerikanisch-russischen Aktivistin Masha Gessen, die mit ihrer Familie bereits 1981 14j\u00e4hrig aus Russland emigrierte und 2012 eine gallig-zornige Biographie mit dem Titel <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Der-Mann-ohne-Gesicht-Enth%C3%BCllung\/dp\/349205529X\/ref=cm_cr_pr_product_top?ie=UTF8\">\u201eDer Mann ohne Gesicht. Wladimir Putin\u201c<\/a> schrieb.<\/p>\n<p>Schaut man sich die Anzeigen hierauf, stellvertretend f\u00fcr andere Plattformen, auf Amazon.de und Buecher.de an, so f\u00e4llt auf, dass die dort verlinkten positiven Rezensionen der Leitmedien auffallend mit den eher <a href=\"http:\/\/www.buecher.de\/shop\/fachbuecher\/der-mann-ohne-gesicht-wladimir-putin\/gessen-masha\/products_products\/detail\/prod_id\/34532701\/\">niederschmetternden Kommentaren der Leser<\/a> kontrastieren, die dem Buch attestieren, au\u00dfer einer ausgiebigen Beschimpfung der von ihr portraitierten Person nichts zu bieten, als was die westliche Tagespresse eh mantrahaft von sich gibt. Auch hier ist, wie bei allen anderen interviewten Personen, eine einseitig absch\u00e4tzige Sicht auf den Gegenstand der \u201eDokumentation\u201c vorprogrammiert.<\/p>\n<p>Nun ist es aber nicht so, dass es andere Beurteilungen in Deutschland nicht g\u00e4be. Vormals oft interviewten Russlandexperten, die jedoch ab 2013 merklich im \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehen k\u00fcrzer treten mussten, fallen langj\u00e4hrigen Zuschauern da zuhauf ein: zum Beispiel Christian Wipperf\u00fcrth, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten, Alexander Rahr, der Projektleiter beim Deutsch-Russischen Forum, Mathias Platzeck, der ehemalige Ministerpr\u00e4sident von Brandenburg, Mitglied des ZDF-Verwaltungsrats und Vorsitzender des Petersburgers Dialog, der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schr\u00f6der, Gabriele Krone-Schmalz, die ehemalige Russlandkorrespondentin der ARD und Professorin f\u00fcr Journalistik oder der mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis ausgezeichnete Auslandskorrespondent der ARD Hubert Seipel. Keiner dieser Personen kommt als Kontrapunkt in dieser unw\u00fcrdigen Sendung vor, die offensichtlich nichts als blo\u00dfe Stimmung erzeugen will \u2013 und zwar eine hochgradig b\u00f6sartige. <\/p>\n<p>Es ist den Zuschauern ziemlich klar, dass mit Sendungen dieser Art f\u00fcr eine generelle politische Richtung \u2013 und zwar eine geopolitische Ausrichtung Deutschlands geworben werden soll und zwar eine strikt transatlantische. Eine solche gab es in der Bundesrepublik Deutschland schon immer. Ihr stand immer mit vergleichbarer St\u00e4rke eine eher kontinentaleurop\u00e4ische oder \u2013 wie sie in den 50er und 60er Jahren genannt wurde, eine gaullistische entgegen. Durch Sendungen wie die obige wollen ganz offensichtlich die Macher, die genau diese Richtung vertreten, diese als \u201ealternativlos\u201c in die K\u00f6pfe der Menschen h\u00e4mmern. Einer solchen Einseitigkeit d\u00fcrfte, wie sich dem oben zitierten Gesetzesausschnitt des Rundfunkvertrags entnehmen l\u00e4sst, ein \u00f6ffentlich-rechtlicher Sender in Deutschland nicht folgen. Doch selbst wenn man hiervon absieht, ist eine derart sichtbar tendenzi\u00f6se Haltung dar\u00fcber hinaus denkbar ungeschickt und st\u00f6\u00dft eher ab: <\/p>\n<p>In Verbindung mit der NSA-Totalaussp\u00e4hung, dem permanenten Konfrontationswillen gegen ein Land, gegen das wir schon in zwei Weltkriegen blutig gehetzt wurden, und dem permanent von Washington aufgebauten Druck, eine immer st\u00e4rker militarisierte Au\u00dfenpolitik gegen die L\u00e4nder im Nahen Osten mitzumachen, erreicht solche Propaganda das Gegenteil von dem, was sie erreichen will: Die Nation, an deren Interessen offensichtlich die deutsche Gesellschaft gekettet werden soll, wird den Menschen hierdurch immer unsympathischer.<\/p>\n<p>Nicht die, die da portraitiert werden, sondern die, die ein anderes Land und dessen Regierung derart primitiv und menschenverachtend portraitieren, erscheinen den Menschen n\u00e4mlich immer mehr als t\u00f6dlich-totalit\u00e4re Bedrohung. Denn wer demokratischem Denken verpflichtet ist, versucht doch Menschen nicht derart emotional zu beeinflussen?<\/p>\n<p>Diese Sendung war wie die \u00e4hnlichen Stils, die ihr vorangingen, \u00fcbergriffig \u2013 auch und gerade uns als Zuschauern gegen\u00fcber.Ich protestiere hiermit entschieden dagegen, f\u00fcr so einen Schmutz Rundfunkgeb\u00fchren entrichten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ich bitte also Sie, liebe Mitglieder des Rundfunkrats, sich mit der Frage zu befassen, ob ein solcher Fehlgriff mit den gesetzlichen Grundlagen des Rundfunkvertrags vereinbar ist.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Anja B\u00f6ttcher <\/p>\n<div style=\"float:left;margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color:rgb(248,109,14);padding:30px;margin-left: 30px;\"><a style=\"color:white;font-size:20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<p><br style=\"clear:both;\" \/><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1040 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1040')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1040').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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