{"id":11552,"date":"2026-04-07T06:08:16","date_gmt":"2026-04-07T05:08:16","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=11552"},"modified":"2026-04-07T06:08:16","modified_gmt":"2026-04-07T05:08:16","slug":"das-zdf-will-ueber-frieden-sprechen-predigt-in-der-ukraine-jedoch-den-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/das-zdf-will-ueber-frieden-sprechen-predigt-in-der-ukraine-jedoch-den-krieg\/","title":{"rendered":"Das ZDF will \u00fcber Frieden sprechen, predigt in der Ukraine jedoch den Krieg"},"content":{"rendered":"<p><strong>(Red.) Stefano di Lorenzo, der f\u00fcr Globalbridge \u00fcblicherweise aus Moskau berichtet, hat sich die M\u00fche genommen, eine fast zweist\u00fcndige <a id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YKaibjK5fSg\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YKaibjK5fSg\" type=\"link\">Sendung des ZDF <\/a>anzuschauen, wo sogenannte Experten dar\u00fcber diskutieren, wie Frieden erreicht werden kann. Und wie kann \u2013 die konkrete Frage \u2013 Friede in der Ukraine erreicht werden? Die Antwort der ZDF-Sonderkorrespondentin hat ihn veranlasst, in die Tasten zu greifen \u2026 (cm)<\/strong><\/p>\n<p>Beitrag von<span class=\"post-author\">: <a class=\"author url fn\" title=\"Beitr\u00e4ge von Stefano di Lorenzo\" href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/author\/stefanodilorenzo\/\" rel=\"author\">Stefano di Lorenzo<\/a><\/span> <span class=\"post-categories\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Nach vier Jahren Krieg in der Ukraine h\u00e4tte die Ank\u00fcndigung des deutschen \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ZDF, eine Sendung zum Thema Frieden zu bringen, wie ein Hauch frischer Luft wirken k\u00f6nnen. Die Sendung tr\u00e4gt den Titel\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YKaibjK5fSg\">\u201eIran, Ukraine, Syrien: Wie man Kriege beenden kann\u201c<\/a>. Ein Titel, der in diesen dunklen Tagen ein wenig Optimismus zu vermitteln scheint. Man kann also wieder daran glauben, Kriege beenden zu k\u00f6nnen, auch den Krieg in der Ukraine! Nach Jahren, in denen Pazifismus als idiotisch und als Komplize des B\u00f6sen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2024\/januar\/ist-frieden-mit-putin-moeglich\">angeprangert wurde<\/a>, nachdem so viel von\u00a0<a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/das-woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit-xxiii-planwirtschaft-schicksalsmoment-pragmatischer-realismus-und-resilienz-vor-transp\/\">\u201eKriegst\u00fcchtigkeit\u201c\u00a0<\/a>gesprochen wurde, als sei ein k\u00fcnftiger Krieg zwischen Russland und Europa etwas absolut Unvermeidbares, das in keiner Weise von uns und davon abh\u00e4ngt, wie sich Europa zum Krieg in der Ukraine positioniert \u2014 da kommt endlich eine Botschaft der Hoffnung! Nach den Vorw\u00fcrfen gegen all jene, die es wagten, zu Verhandlungen und Friedensappellen mit Russland aufzurufen, ist nun endlich der Moment gekommen, in dem sich alle beruhigt haben und in der Lage sind, das Problem des Krieges in der Ukraine mit k\u00fchlem Kopf zu l\u00f6sen, rational und ohne sich von den Leidenschaften und der Wut der absoluten Gerechtigkeit sowie dem Wunsch nach Rache mitrei\u00dfen zu lassen?<\/p>\n<p>Sicherlich gibt es in Deutschland wie auch in anderen L\u00e4ndern Europas viele, die das Vertrauen in die traditionellen Medien und vor allem in\u00a0<a href=\"https:\/\/www.theeuropean.de\/wissenschaft\/umfrage-nur-jeder-dritte-unter-30-vertraut-ard-und-zdf\">die Berichterstattung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks verloren haben<\/a>, aber w\u00e4re eine Sendung \u00fcber Frieden nicht vielleicht die richtige Gelegenheit f\u00fcr das gro\u00dfe Fernsehen, eine wirklich neue, interessante Botschaft zu vermitteln, einen radikal revolution\u00e4ren Ansatz, der den Kriegen, allen Kriegen, wirklich ein Ende setzen will? Nat\u00fcrlich werden Kriege nicht von den Medien betrieben, aber die Medien tragen zweifellos dazu bei, Kriege zu sch\u00fcren: Ohne den psychologischen Faktor ist jeder Krieg verloren. In Kriegszeiten sind also auch die Medien ein Instrument des Krieges.<\/p>\n<p>Die Sendung im ZDF ist eine Diskussionsrunde, die im Schlachthof in Wiesbaden vor einem sehr gro\u00dfen Publikum von mehreren hundert Menschen stattfindet und live \u00fcbertragen wird. Zweifellos befinden sich im Publikum viele Menschen, die am Frieden interessiert sind: Wenn der Krieg, wie manche meinen, aus vielen Gr\u00fcnden \u2014 politischen, aber auch anthropologischen und biologischen \u2014 tats\u00e4chlich der nat\u00fcrliche Zustand der Dinge unter Menschen ist, dann ist auch der Wunsch nach Frieden, vor allem in demokratischen und b\u00fcrgerlichen Gesellschaften, etwas absolut Normales.<\/p>\n<p>Die Sendung beginnt so: \u201eWie kommen wir aus dem Krieg heraus? Wie k\u00f6nnen wir Frieden schaffen? Wie k\u00f6nnen wir Frieden erhalten? Genau das wollen wir heute tun!\u201c, k\u00fcndigt die Moderatorin an. Anlass der Diskussion ist ein Dokumentarfilm von zwei ZDF-Journalisten, die viele Kriegsschaupl\u00e4tze besucht haben, Katrin Eigendorf und Carl Gierstorfer, ein zweiteiliger Film mit dem Titel\u00a0<a href=\"https:\/\/presseportal.zdf.de\/pressemappe\/auslandsjournal-so-geht-frieden\">\u201eSo geht Frieden\u201c<\/a>. \u201eKriege k\u00f6nnen mit einem Schuss beginnen. Frieden zu schaffen ist eine Aufgabe f\u00fcr Generationen\u201c, verk\u00fcndet die Journalistin Katrin Eigendorf in einem Ausschnitt aus dem Film. \u201eFrieden bedeutet heute, denen die Hand zu reichen, die gestern noch Feinde waren\u201c, f\u00e4hrt Carl Gierstorfer fort. Die beiden Journalisten sind in acht L\u00e4nder gereist, um \u201eRezepte f\u00fcr eine friedlichere Welt\u201c zu finden. Das klingt sicherlich nach einem guten Vorsatz.<\/p>\n<p>Und zu welchen Schl\u00fcssen sind die beiden Journalisten gekommen? Wie soll Frieden konkret funktionieren? Die Frage beginnt sich etwa zwanzig Minuten nach Beginn der Sendung zu kl\u00e4ren. Die Moderatorin\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/live\/YKaibjK5fSg?si=jcJOphtGRer0fDLD&amp;t=1259\">stellt endlich die Frage aller Fragen<\/a>: \u201eWir diskutieren das nat\u00fcrlich sehr theoretisch und landen dann oft bei den zugespitzten Fragen: Sind Waffenlieferungen eigentlich Friedenspolitik oder verl\u00e4ngern sie die Kriege?\u201c Und was antwortet Katrin Eigendorf, die Star-Kriegskorrespondentin des ZDF?<\/p>\n<p>\u201eIch erlebe die Diskussion in der Ukraine schon sehr lange nicht mehr differenziert\u201c, sagt Eigendorf mit ernstem und nachdenklichem Gesichtsausdruck. \u201eIch glaube, das muss man schon vor dem Hintergrund sehen, von was f\u00fcr eine Art Frieden reden wir.\u201c Das Konzept des Friedens wird also bereits relativiert. Vielleicht ist Frieden also nicht das Wichtigste.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Ukrainer bedeutet Frieden: Russland beendet diesen Krieg, zieht sich aus ihrem Land zur\u00fcck, gibt die besetzten Gebiete auf, und es gibt irgendeine Art von Tribunal, wo Russland dazu gezwungen wird, Reparationen zu zahlen. Das ist die Idealvorstellung der Ukraine und die wird sich nat\u00fcrlich nur milit\u00e4risch erreichen lassen. Und nur mit westlichen Partnern an ihrer Seite, die \u00fcber Sanktionen, \u00fcber all die Ma\u00dfnahmen, die wir hier nennen, nat\u00fcrlich auch \u00fcber Diplomatie, aber auch mit Waffenlieferungen, das versuchen zu erzwingen. [\u2026] Ich argumentiere jetzt hier aus der Sicht der Ukraine, es gibt, um den Frieden zu erreichen, eigentlich keinen anderen Weg.\u201c Kurz gesagt: Frieden kann und muss nur durch Krieg erreicht werden. Und warum sollte Russland sich auf diese Art von Frieden einlassen?<\/p>\n<p>Das Problem ist: Wenn man wirklich Frieden will, muss man bereit sein, Kompromisse einzugehen, die einem vielleicht nicht ganz gefallen; das bedeutet, mit Menschen zu sprechen, die sich stark von uns unterscheiden k\u00f6nnen. Friedenswille bedeutet, die Interessen der anderen zu verstehen und maximalistische und universalistische Urteile beiseite zu lassen. Der Wille zum Frieden bedeutet, eine gemeinsame Sprache mit Menschen zu finden, die uns aus vielen Gr\u00fcnden vielleicht nicht gefallen; es bedeutet, unsere Vorurteile als brave besorgte B\u00fcrger beiseite zu lassen, die voller guter Ideale und guter Vors\u00e4tze sind, aber unf\u00e4hig, irgendeinen Kompromiss mit dem Anderen zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_11552 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_11552')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_11552').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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