{"id":1169,"date":"2016-02-27T12:58:50","date_gmt":"2016-02-27T11:58:50","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=1169"},"modified":"2026-10-18T10:57:27","modified_gmt":"2026-10-18T09:57:27","slug":"die-polit-oekonomische-dimension-des-syrien-krieges","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/die-polit-oekonomische-dimension-des-syrien-krieges\/","title":{"rendered":"Die polit-\u00f6konomische Dimension des Syrien-Krieges"},"content":{"rendered":"<p><strong>IMI-Analyse 2016\/03 &#8211; Die polit-\u00f6konomische Dimension des Syrien-Krieges<\/strong><\/p>\n<p>von: David X. Noack | <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2016\/02\/02\/die-polit-oekonomische-dimension-des-syrien-krieges\/\">Ver\u00f6ffentlicht am: 2. Februar 2016 von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.<\/a><\/p>\n<p>Seit vier Jahren tobt ein brutaler Krieg in und um die Syrische Arabische Republik (SAR). Der Konflikt in einer der letzten Republiken in der arabischen Welt kostete bereits \u00fcber 200.000 Menschen das Leben und trieb dar\u00fcber hinaus mehrere Millionen in die Flucht. Verschiedenste Erkl\u00e4rungsversuche wurden immer wieder gewagt, warum es \u00fcberhaupt zu dem Krieg kam und wieso die Westm\u00e4chte vier Jahre lang anfangs konsequent eine Regime-Change-Politik bef\u00f6rderten, bevor sie erst in den vergangenen Monaten auf eine neue Linie einschwenkten und mehr Verhandlungsbereitschaft an den Tag legten. Bei der Perzeption des Konfliktes gelingt es beispielsweise vielen b\u00fcrgerlichen Erkl\u00e4rungsversuchen nicht, darzulegen, wieso die Syrische Arabische Republik weiterhin fast alle gro\u00dfen Metropolen des Landes halten kann und es kaum \u00dcberl\u00e4ufer auf der h\u00f6heren diplomatischen, politischen und milit\u00e4rischen Ebene gab.[1] Letzterer Umstand stellt einen gro\u00dfen Unterschied zu Libyen dar, wo mehrere hochrangige Politiker und Milit\u00e4rs schnell \u00fcberliefen. Dieser Artikel versucht die polit-\u00f6konomische Dimension des Syrien-Krieges zu ergr\u00fcnden, um einerseits den R\u00fcckhalt der SAR in gro\u00dfen Teilen der syrischen Bev\u00f6lkerung und andererseits das Interesse der herrschenden Eliten der atlantischen M\u00e4chte bei der Zerschlagung Syriens und damit auch der Bedeutung der russischen Intervention in den Syrienkrieg zu ergr\u00fcnden.[2]<\/p>\n<p><strong>Die Anf\u00e4nge des heutigen Syrien<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem infolge des Ersten Weltkrieges das franz\u00f6sische V\u00f6lkerbunds-Mandatsgebiet Syrien geschaffen wurde, erlangten Syrien und der Libanon nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges endg\u00fcltig ihre Unabh\u00e4ngigkeit. In den ersten Jahren der Unabh\u00e4ngigkeit profitierten viele Menschen von einem Aufschwung, der durch die Einf\u00fchrung von neuer Technik in der Landwirtschaft \u2013 vor allem konzentriert auf die \u00f6stliche Region Jazira \u00ad\u2013 hervorgerufen wurde.[3] Doch die in den 1950er Jahren in Syrien herrschende nationale Elite verstand ihr eigenes Land als \u00f6konomische Unternehmung im Rahmen der von den franz\u00f6sischen und britischen Kolonialherren gezogenen Grenzen und nicht als historisch gewachsenen Staat.[4] Mehrere Jahrzehnte lang sollten nationalistische syrische Herrscher einen Anspruch auf ein gr\u00f6\u00dferes Gebiet stellen \u2013 vom Sandschak von Alexandretta \u00fcber Libanon, Jordanien und Israel\/Pal\u00e4stina.<\/p>\n<p>Zum Motor der Industrialisierung in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Textilindustrie, in welcher veraltete Maschinen durch moderne Technik ersetzt wurden. Einen Investitionsschub hatte dabei der Zufluss von neuem britischem und Dominion-Kapital gebracht, der nach der Befreiung von den Vichy-Franzosen einsetzte.[5] Mit dem Voranschreiten vom feudalen in einen peripher-kapitalistischen Staat erstarkte auch die Arbeiterbewegung in Syrien: Das neuentstandene Proletariat im Textilindustriesektor war gepr\u00e4gt durch einen hohen Grad an gewerkschaftlicher Organisierung.[6] Die Kommunistische Partei hatte dar\u00fcber hinaus auch R\u00fcckhalt in Teilen der Landbev\u00f6lkerung.[7] Die traditionalistische Bourgeoisie war w\u00e4hrend ihrer Herrschaft mit einem starken Widerstand im eigenen Land konfrontiert.<\/p>\n<p>Doch die unter der Herrschaft der Agrarbourgeoisie beschrittene kapitalistische Entwicklung Syriens, basierend auf der freien Marktwirtschaft, erreichte dann bereits in den 1950er Jahren ihre Grenzen. Im weltwirtschaftlichen System schien es keine Rolle f\u00fcr die Levante au\u00dfer der des peripheren Zulieferers des Weltmarktes zu geben. Dementsprechend gestaltete sich auch die syrische Au\u00dfenhandelsstatistik, dort dominierte als einer der wichtigsten Exportg\u00fcter die Baumwolle.[8] Diese wurde haupts\u00e4chlich in den Gebieten nord\u00f6stlich von Aleppo \u2013 schon damals die gr\u00f6\u00dfte Stadt des Landes \u2013 handgepfl\u00fcckt. Lediglich ein gr\u00f6\u00dferer Einfluss des Staates in der Wirtschaft schien dieses Problem l\u00f6sen zu k\u00f6nnen, dagegen stellte sich jedoch die agrarindustrielle Bourgeoisie des Landes.[9] Diese damals politisch dominierende Elite wollte ihre etablierten Privilegien nicht gef\u00e4hrdet sehen.<\/p>\n<p>Als Folge der verfahrenen Situation putschten sich im Verlauf der 1950er Jahre dann aus der provinziellen Bourgeoisie stammende Milit\u00e4roffiziere an die Regierung. Die Oberschicht aus den Randgebieten des Landes strebte danach, die wachsenden Pfr\u00fcnde aus dem \u2013 trotz politischer Widerst\u00e4nde initiierten \u2013 gr\u00f6\u00dfer werdenden Anteil des Staates an der syrischen Wirtschaft neu zu verteilen. Durch eine umfassende Sozialpolitik gelang es den neuen Milit\u00e4rherrschern, sich eine Massenbasis in Stadt und Land zu sichern. Eine neue Durchdringung des gesellschaftlichen Lebens durch staatliche Apparate, allen voran die Sicherheitsdienste, f\u00fchrte dazu, dass ein Hobbesscher Staat (\u201estarker Staat\u201c) entstand.[10] Diese Entwicklung forderte den Widerstand verschiedener innerer und \u00e4u\u00dferer Kr\u00e4fte heraus.<\/p>\n<p>Die Regierung der USA als Gralsh\u00fcter des freien Welthandels richtete fortan ihre Politik gegen Syrien und versuchte, die konservativen Monarchien in Jordanien und im Irak zu st\u00e4rken.[11] Mithilfe inszenierter Grenzzwischenf\u00e4lle wollten die britischen und nordamerikanischen Geheimdienste im Jahr 1957 versuchen, eine Milit\u00e4rintervention zu provozieren und die syrische Regierung st\u00fcrzen.[12] Allerdings ging der Plan schief. Die syrischen Machthaber reagierten auf die steigenden Spannungen und schufen 1958 gemeinsam mit den Nasseristen in \u00c4gypten die \u201eVereinigte Arabische Republik\u201c, um dem Druck aus dem Westen entgegenwirken zu k\u00f6nnen.[13] Die syrisch-\u00e4gyptische Allianz blieb jedoch nicht von Dauer und ein weiterer Putsch in Damaskus im September 1961 setzte der VAR ein Ende. Die nun an die Regierung gelangten Putschisten hoben die Syrische Arabische Republik (SAR) aus der Taufe \u2013 im Wesentlichen so, wie sie bis heute besteht.<\/p>\n<p><strong>Die Syrisch-Arabische Republik<\/strong><\/p>\n<p>Ab 1963 regierte dann die Baath-Partei das Land. Diese verschrieb sich einer Agrarreform zum Aufbau einer \u201esozialistischen Landwirtschaft\u201c, was ihr gro\u00dfen R\u00fcckhalt in den l\u00e4ndlichen Gebieten sicherte.[14] Als Reaktion ging die Agrarbourgeoisie zu einem Investmentstreik \u00fcber. Der Widerstand der traditionellen finanzkr\u00e4ftigen Schicht m\u00fcndete letztendlich in einen Aufstand der Muslimbruderschaft in Hama im Jahr 1964, welcher durch den Einsatz der Syrisch-Arabischen Armee beendet wurde.[15] In Hama hatte die traditionelle st\u00e4dtische Oberschicht viel durch die baathistischen Landreformen verloren, weswegen sie immer wieder gewaltsame Aufst\u00e4nde in der Stadt organisierten \u2013 bis in die 1970er Jahre hinein.[16] Das Muster des R\u00fcckgriffs auf Islamisten durch verprellte Teile der Bourgeoisie sollte sich in Syrien immer wieder wiederholen.<\/p>\n<p>Die Unruhen im Inneren sollten nicht das einzige Problem beim Aufbau der syrischen Wirtschaft bleiben: Der verlorene Sechs-Tage-Krieg im Jahr 1967 schnitt Syrien von den wichtigen Wasserquellen auf den Golanh\u00f6hen ab, welche Israel erst besetzte und sp\u00e4ter annektierte.[17] Nach dem Sandschak von Alexandretta mit den Stra\u00dfenwegen von Aleppo zum Mittelmeer hatte Syrien nun ein weiteres wirtschaftlich wichtiges Gebiet an einen Nachbarstaat verloren.<\/p>\n<p>Doch nicht nur Syriens \u00e4u\u00dfere Grenzen verschoben sich, sondern auch im Inneren machte die SAR eine Entwicklung durch, die das Land dauerhaft pr\u00e4gen sollte: Im Zuge der 1970er Jahre entwickelte sich die syrische Staatsideologie weg vom Mittelschichtssozialismus der panarabischen Baath-Partei hin zu einer rein etatistischen Ideologie.[18] Diese eignete sich besser daf\u00fcr, mit dem kapitalistischen Welthandel kombinierbar zu sein. Im Agrarsektor stockten die Reformen in Richtung einer \u201esozialistischen Landwirtschaft\u201c, und der 1970 an die Regierung geputschte Hafiz al-Assad suchte einen Weg, die fr\u00fcheren Gro\u00dfgrundbesitzer zu bes\u00e4nftigen und den privaten Agrarsektor zu st\u00e4rken. Der baathistische Staat band die l\u00e4ndliche Elite als Partner in die landwirtschaftliche Entwicklung ein und konzentrierte die staatlichen Aktivit\u00e4ten auf gr\u00f6\u00dfere Investitionen. Es entstand ein Mischsystem aus teilweise sozialistischen Ans\u00e4tzen und privater Kapitalherrschaft.[19] Generell verfolgte Assad eine Strategie, die auf eine Entwicklung der St\u00e4dte und einen Kompromiss mit gro\u00dfen Teilen der st\u00e4dtischen Bourgeoisie setzte.[20] Ein Kurs, der nicht ohne Konsequenzen in vielen l\u00e4ndlichen Gebieten bleiben sollte.<\/p>\n<p>Die neue staatlich gef\u00fchrte Wirtschaft hatte die zur Bildung einer Staatsbourgeoisie zur Folge, die sich aus Vertretern aller religi\u00f6sen Gruppen des Lands zusammensetzt \u2013 sowohl Alawiten, als auch Sunniten und Christen.[21] Diese neue Schicht zeichnet sich dadurch aus, dass sie selbst nicht im Besitz von Produktionsmitteln ist, sondern durch politische Funktionen oder Verbindungen zu politischen Amtstr\u00e4gern Kontrolle \u00fcber Teile der Wirtschaft aus\u00fcbt.[22] Sie kann auch kein Kapital ins Ausland abziehen und ist eng mit dem Staatswesen an sich verwoben.<\/p>\n<p>Auch im religi\u00f6sen Bereich zeigte sich Hafiz al-Assad offener als diverse Baath-Hardliner vor ihm und lie\u00df beispielsweise religi\u00f6se W\u00fcrdentr\u00e4ger als Unabh\u00e4ngige f\u00fcr das Parlament kandidieren.[23] Das Abr\u00fccken von der s\u00e4kularen Baath-Ideologie f\u00fchrte dazu, dass sich der Islam wieder im Land verbreitete.[24] Die neue Offenheit gegen\u00fcber der Religion d\u00fcrfte als T\u00fcr\u00f6ffner bei der heimischen traditionalistischen Bourgeoisie und in den konservativen Golfmonarchien gedient haben.<\/p>\n<p>Die heimische Bourgeoise sollte dazu motiviert werden, in die neue syrische kapitalintensive Schwerindustrie zu investieren. Selbst westliche Geldgeber wurden daf\u00fcr gesucht.[25] Um Letzteres zu erreichen, startete Syrien mehrere Initiativen, sich vor allem mit den westeurop\u00e4ischen M\u00e4chten zu arrangieren. Im Jahr 1977 kam es zu einem Assoziierungsabkommen mit der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft.[26]<\/p>\n<p>Trotz der Kurs\u00e4nderungen im innenpolitischen und wirtschaftspolitischen Bereich blieb die SAR mit der Sowjetunion milit\u00e4risch und \u00f6konomisch verb\u00fcndet \u2013 haupts\u00e4chlich aus einem strategischen Kalk\u00fcl heraus sowie wegen des Gegensatzes zum regionalen US-Verb\u00fcndeten Israel. Jedoch kamen mit dem Abr\u00fccken vom bisherigen Baath-Kurs und der neuen religi\u00f6sen Toleranz neue Geldgeber nach Syrien: Ab den 1970er Jahren str\u00f6mte Kapital aus den Golfstaaten nach Syrien.[27] In den 1980er Jahren finanzierten vor allem die Monarchien des Golf-Kooperationsrates (GCC) gemeinsam mit der Sowjetunion die meisten der syrischen Waffenimporte.[28] Der Umstand, dass Moskau und Riad in dieser Frage kooperierten, kann getrost als Ironie der Geschichte angesehen werden.<\/p>\n<p>Der neue Kurs unter Assad verlief nicht widerspruchsfrei. Die zunehmenden Kompromisse mit Teilen der Bourgeoisie f\u00fchrten zu einer auseinandergehenden sozialen Schere und einer wachsenden Unzufriedenheit bei Teilen der Mittelschicht. Die kostenintensive Milit\u00e4rintervention in den seit 1975 tobenden Libanesischen B\u00fcrgerkrieg machte der syrischen Wirtschaft ebenso zu schaffen \u2013 die Sowjetunion stoppte sogar kurzzeitig ihre Waffenlieferungen an die SAR, nahm sie jedoch schnell wieder auf.[29] All diese Probleme f\u00fchrten zu sozialem Unmut, der in einem B\u00fcrgerkrieg in Teilen des Landes von 1979 bis 1982 gipfelte. Die Syrische Arabische Armee und bewaffnete Arbeitermilizen[30] beendeten diesen mit der Zerst\u00f6rung der Stadt Hama im Jahr 1982.[31] Die gewaltsame Niederschlagung dieses Aufstandes f\u00fchrte dazu, dass sich das Kleinb\u00fcrgertum von Hama, Homs und Aleppo mit der SAR arrangierte.[32] Doch w\u00e4hrend die syrische politische Elite in diesem Bereich nicht mehr mit Widerstand rechnen musste, erodierte die Machtbasis in anderen Teilen des Landes: Im Laufe der 1980er Jahre verlor die SAR vor allem an R\u00fcckhalt in den l\u00e4ndlichen Gebieten des Landes.[33]<\/p>\n<p>Insgesamt gelang es aber der politischen Elite der SAR, ihre Machtbasis zu halten und weiterhin \u00fcber einen gro\u00dfen R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung \u2013 vor allem in den st\u00e4dtischen Gebieten \u2013 zu verf\u00fcgen. Mit dem Aufkommen neuer Industriezweige in den 1970er Jahren schaffte es der syrische Staat beispielsweise, die Loyalit\u00e4t von gro\u00dfen Teilen der Mittelklassen zu sichern und den Muslimbr\u00fcdern ihre soziale Basis zu nehmen.[34] Ein gro\u00dfangelegter Ausbau der Infrastruktur sollte zudem den Lebensstandard der Bev\u00f6lkerung in allen Teilen des Landes heben. In den 1980er Jahren wurden zum Beispiel die Wohnungen von 500.000 Menschen an den Strom angeschlossen und insgesamt rund 2.000 D\u00f6rfer elektrifiziert. Die Zahl der Streckenkilometer der syrischen Eisenbahn stieg von 850 im Jahr 1968 auf 2.000 Anfang der 1980er Jahre. Im gleichen Zeitraum stieg die L\u00e4nge der Stra\u00dfen-Streckenkilometer von 8.000 auf 17.000.[35] Viele Eisenbahnen beispielsweise kamen aus der Sowjetunion, was bis zum Beginn des Syrienkrieges als Grundlage der Wirtschaftskooperation zwischen Syrien auf der einen Seite und der Ukraine und Russland auf der anderen Seite diente.<\/p>\n<p>Mit dem Ende der UdSSR und dem weltpolitischen Umbruch 1989 bis 1991 versuchte auch die Staatsf\u00fchrung der SAR zu einem neuen Kompromiss mit dem internationalen Kapital sowie mit den Westm\u00e4chten zu kommen. So beabsichtige die syrische Regierung durch ein 1991 verabschiedetes neues Investitionsgesetz, ausl\u00e4ndisches Kapital anzulocken. Doch das Land \u00f6ffnete sich nicht bedingungslos dem Freihandel und der Marktwirtschaft: Investitionen von mindestens 10 Millionen syrischen Lira (also circa 250.000 US-Dollar) mussten in das staatliche Entwicklungsprogramm passen, lokale Ressourcen nutzen, das Bruttonationaleinkommen steigern und neue Jobs schaffen. Der \u201eH\u00f6chste Investmentrat\u201c des Landes musste zustimmen, daf\u00fcr wurden die investierenden Unternehmen f\u00fcr eine festgelegte Zeit von Steuern befreit.[36] Weitere Liberalisierungsma\u00dfnahmen betrafen den syrischen Au\u00dfenhandel \u2013 so war es bis dahin Firmen verboten, ausl\u00e4ndische Devisen zu halten. Doch auch das \u00e4nderte sich in den Jahren von 1989 bis 1991.[37] Die Ma\u00dfnahmen m\u00fcndeten aber nicht in eine neoliberale Schocktherapie. Im Jahr 1995 beispielsweise waren 25,7 % der arbeitenden Bev\u00f6lkerung Staatsangestellte, die sich nebenbei als Unternehmer bereicherten.[38] Die syrische Wirtschaft sollte teilweise von staatlichen Einfl\u00fcssen \u201ebefreit\u201c werden, dabei blieben aber wichtige Z\u00fcge des Hobbesschen Staates \u2013 beispielsweise im sozialen und w\u00e4hrungspolitischen Bereich \u2013 erhalten.<\/p>\n<p>Auf der internationalen Ebene versuchte die Regierung von Hafiz al-Assad politisch direkt mit den USA zu einem Kompromiss zu kommen. Bei der \u201aOperation Desert Storm\u2018 stellte Syrien 14.500 Soldaten f\u00fcr den Feldzug gegen den syrischen Erzfeind Irak zur Verf\u00fcgung \u2013 Syrien rangierte damit an sechsth\u00f6chster Stelle bei den UN-mandatierten Koalitionstruppen. Doch auch auf anderen Politikfeldern zeigte sich die Assad-Regierung gegen\u00fcber Washington genehm: Anfang der 1990er Jahre unternahmen die Beh\u00f6rden des Libanons und Syriens gemeinsame Anstrengungen, um die Produktion von Drogen zu unterbinden. US-Pr\u00e4sident Bill Clinton erkannte diese Bem\u00fchungen an und nahm 1997 die beiden L\u00e4nder von der Liste der Staaten, welche in den Drogenhandel involviert sind.[39] Zuvor hatte f\u00fcr lange Zeit das syrisch besetzte Bekaa-Tal im Ostlibanon als Drehkreuz des regionalen Drogenhandels fungiert.[40] Die Reagan-Regierung hatte den syrischen Drogenhandel noch in den 1980er Jahren im Rahmen gr\u00f6\u00dferer iranisch-nordamerikanischer Absprachen (Iran-Contra-Aff\u00e4re) gedeckt.[41] Doch diese Zeiten waren nun vorbei: Syrien suchte seinen neuen Platz in der neuen Weltordnung.<\/p>\n<p>Doch der \u201eWandel durch Ann\u00e4herung\u201c verlief nicht nahtlos \u2013 andere NATO-Partner als die USA zeigten sich wesentlich unkooperativer: Im Fr\u00fchjahr 1992 stoppte ein bundesdeutscher Flottenverband unter F\u00fchrung des Zerst\u00f6rers \u201eM\u00f6lders\u201c einen polnisch-slowakischen Panzertransport im Mittelmeer. Das f\u00fcr Syrien bestimmte Kriegsger\u00e4t kam nie in Latakia an. Deutsche Medien beschrieben die vom V\u00f6lkerrecht nicht gedeckte Aktion, die mit \u201eGefahr im Verzug\u201c begr\u00fcndet wurde, als eine \u201espektakul\u00e4re Kaperung\u201c.[42] Auch die Regierung der T\u00fcrkei verfolgte gegen\u00fcber Syrien einen Konfrontationskurs: Mitte der 1990er Jahre eskalierten die Spannungen zwischen Ankara und Damaskus. Im Jahr 1996 gipfelten diese in einer Reihe von Bombenanschl\u00e4gen in Syrien, hinter welchen der t\u00fcrkische Geheimdienst vermutet wurde.[43] Der Druck aus dem Westen blieb auf der einen Seite damit hoch. Nur entfiel auf der anderen Seite Russland, welches in den 1990er Jahren die \u201ewelthistorisch wohl gr\u00f6\u00dfte Zerst\u00f6rung von Produktionskapazit\u00e4ten [\u2026], die ein Land au\u00dferhalb von Kriegszeiten und Naturkatastrophen je durchlitten\u201c hat, erlebte[44], als Verb\u00fcndeter \u2013 weder politisch, noch wirtschaftlich und milit\u00e4risch konnte Moskau zu dieser Zeit Damaskus helfen.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Hafiz al-Assad sah weiteren Bedarf an Kursanpassungen und bereitete weitere Liberalisierungen vor. Von 1998 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 ersetzte Assad diverse Hardliner durch \u201eGem\u00e4\u00dfigte\u201c.[45] Die angestrebte weitere \u00d6ffnung gegen\u00fcber dem Weltmarkt \u00fcbernahm dann aber sein Sohn: Nach seiner Amts\u00fcbernahme, erkl\u00e4rte Baschar al-Assad, den staatlichen Sektor einschr\u00e4nken zu wollen, indem er staatliche Subventionen k\u00fcrzt \u2013 im Wirtschafts- und im Sozialbereich.[46] Im Agrarbereich f\u00fchrten die Gegenreformen zu einer Konzentration von Land in den H\u00e4nden Weniger und zu einer aufgehenden sozialen Schere in der Landbev\u00f6lkerung.[47] Dies d\u00fcrfte den R\u00fcckhalt der SAR in den l\u00e4ndlichen Gebieten weiter geschw\u00e4cht haben.<\/p>\n<p><strong>Syrien unter Baschar al-Assad<\/strong><\/p>\n<p>Unter Baschar al-Assad wurde Syrien \u2013 unter anderem mit tatkr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung der EU[48] \u2013 weiter liberalisiert und mehr und mehr in den Welthandel integriert. Allerdings ging dieser Prozess lange nicht so weit, wie sich dies die Strategen in EU, IWF und Weltbank w\u00fcnschten: Beteiligungen ausl\u00e4ndischen Kapitals durften nicht mehr als 49 % betragen und Finanzbewegungen wurden stark politisch kontrolliert.[49] Aufgrund der wirtschaftlichen Kapazit\u00e4ten des Landes blieb die syrische politische Elite hartn\u00e4ckig und lie\u00df keine umfassende neoliberale Schocktherapie zu.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt weil USA und EU ab 2005 aus politischen Gr\u00fcnden Sanktionen erlassen hatten, nutzte vor allem chinesisches Kapital die neu aufkommenden \u00f6konomischen Chancen durch eine weiter liberalisierte Wirtschaft aus, um in Syrien Fu\u00df zu fassen. So begann beispielsweise die chinesische Automarke Chery im Jahr 2001, Autos in die SAR zu exportieren.[50] In den Folgejahren er\u00f6ffnete der Konzern auch 21 Autoh\u00e4user in Syrien[51] und im Jahr 2009 eine Joint-Venture-Automobilfabrik mit einer Kapazit\u00e4t zum Bau von 30.000 Einheiten pro Jahr.[52] Chery wurde auch nachgesagt, einem Technologietransfer gegen\u00fcber offen zu stehen,[53] was f\u00fcr ein Schwellenland wie Syrien neue Chancen bedeutet h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Durch die Umstrukturierung der Wirtschaft und die neuen Partner auf der internationalen Ebene sanken Export- und Importanteil des Au\u00dfenhandels der Arabischen Republik mit der EU von 60 % und 35 % im Jahr 2001 auf 23 % und 19 % im Jahr 2005. Auch im zweiten Jahrf\u00fcnft des neuen Jahrtausends setzte sich diese Entwicklung weiter fort. Die syrischen Exporte nach Frankreich halbierten sich im Zeitraum von 2007 bis 2009, und im gleichen Zeitraum fielen die Ausfuhren von Waren der SAR nach Italien um vier F\u00fcnftel. Im Gegenzug sprang nicht nur der Handel mit der VR China, sondern auch der mit der T\u00fcrkei, der Ukraine, Russland und dem Iran sprunghaft an.[54] Diese neuen wirtschaftlichen Kennzahlen etablierten Syrien als Schwellenland an der Seite der BRICS-Staaten und in geringer Abh\u00e4ngigkeit von den Westm\u00e4chten.<\/p>\n<p>\u00dcber die Neustrukturierung des Au\u00dfenhandels hinaus gelang der Damaszener Regierung etwas in der derzeitigen Weltwirtschaft Seltenes: Syrien schaffte es, seine Auslandsschulden von 16,995 Milliarden US-Dollar im Jahr 1995 auf 4,171 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 zu reduzieren. Das Au\u00dfergew\u00f6hnliche daran ist auch noch, dass Syrien keine Auslandsschulden beim IWF oder der Weltbank hat. Die gr\u00f6\u00dften Schulden bis ins Jahr 2011 hatte Syrien bei Russland \u2013 einem strategischen Partner der SAR.[55] Nicht nur im Au\u00dfenhandel, sondern auch im international politisch sehr wichtigen Bereich der Auslandsschulden konnte sich Syrien somit als eigenst\u00e4ndig gegen\u00fcber den Westm\u00e4chten behaupten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gelang es dem syrischen Staat, in eine neue Phase der Entwicklung der eigenen Industrie einzutreten. Im Jahr 2007 er\u00f6ffnete die iranische Automobilfirma Iran Khodro Company (IKCO) in Damaskus eine erste Fabrik zur Produktion von Personenkraftwagen \u2013 die erste Fabrik dieser Art in der SAR. Zwei Jahre sp\u00e4ter wurde die Fabrik weiter ausgebaut, sodass Damaskus zur zweitgr\u00f6\u00dften Fabrik von IKCO wurde.[56] Neben dieser und der bereits erw\u00e4hnten Chery-Fabrik kam im Jahr 2009 in der Industriehochburg Hama eine Produktionsst\u00e4tte der ebenfalls iranischen Firma SAIPA hinzu.[57] Die Firmen sind ebenso Joint-Ventures, k\u00f6nnen aber als Beginn einer eigenst\u00e4ndigen syrischen Automobilindustrie angesehen werden. Solch einer kommt in der nachholenden Entwicklung eines peripheren oder semi-peripheren Staates eine besondere Rolle zu: Die Automobilindustrie stellte von den 1950er bis zu den 1970er Jahren neben der petrochemischen Industrie die Kernbranche des Fordismus dar. Sie funktionierte als die \u201eBasisinnovation\u201c, welche als Grundlage f\u00fcr die lange Welle des Nachkriegswirtschaftaufschwungs diente.[58] Mit der Wirtschaftspolitik \u2013 in diesem Fall eng verkn\u00fcpft mit der Au\u00dfenpolitik \u2013 gelang es der syrischen Staatselite, die Grundlagen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung tausender Arbeiter, Angestellter und Wissenschaftler (in der zur Automobilbranche dazugeh\u00f6renden Chemie- und IT-Branche) zu sichern.<\/p>\n<p>Doch die vielen Liberalisierungen im Wirtschafts- und Sozialbereich, die die Sicherung der Eigenst\u00e4ndigkeit gegen\u00fcber den Westm\u00e4chten und die Investitionen in gewisse Kernbereiche der eigenen Wirtschaft erst m\u00f6glich machten,[59] hatten ihren Preis. Im Agrarsektor verabschiedete sich die herrschende Elite des Landes vollst\u00e4ndig von allen fortschrittlichen Ans\u00e4tzen der Baath-Partei: Durch eine Gegenreform im landwirtschaftlichen Bereich wurden in den Jahren 2000 bis 2005 die fortschrittlichen Aspekte der syrischen Landreformen von 1958, 1963 und 1966 zur\u00fcckgenommen. In dieser Zeit enteignete Landbesitzer erhielten ihr Land zur\u00fcck und im Syrien der 2000er Jahre entstand somit eine neue Klasse von Latifundisten \u2013 teilweise im Einklang mit der Staatsbourgeoisie des syrischen Staates und teilweise im Einklang mit der klassischen Agrarbourgeoisie, die traditionell der SAR kritisch gegen\u00fcber stand.[60] Das Erstarken Letzterer wiederum bildet eine der Grundlagen f\u00fcr den B\u00fcrgerkrieg des dritten Jahrf\u00fcnfts des neuen Jahrtausends.<\/p>\n<p>Doch trotz des R\u00fcckzugs des syrischen Staates aus dem Agrarbereich und trotz der weiteren Liberalisierungen der 1990er und 2000er Jahre blieb die syrische Elite bei einem staatszentrierten Modell und garantierte eine unabh\u00e4ngige \u00f6konomische Politik durch eine politisch kontrollierte Zentralbank. Dar\u00fcber hinaus genoss die SAR einen gewissen R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung, da trotz einiger sozialer Einschnitte[61] weiter Essens- und Benzinpreise subventioniert und auch die Kosten in den Bereichen universit\u00e4re Bildung, Gesundheitswesen und \u00f6ffentlicher Transport gering gehalten wurden.[62] Diese Sozialpolitik sollte \u2013 neben dem R\u00fcckhalt in der Staatsbourgeoisie \u2013 ein R\u00fcckgrat der SAR im Krieg seit 2011 darstellen.<\/p>\n<p><strong>Im Fadenkreuz des Westens<\/strong><\/p>\n<p>Da Syrien auch weiterhin nicht bereit schien, sich nach IWF- und Weltbank-Bedingungen in den Welthandel zu integrieren und einen eigenst\u00e4ndigen Weg der Entwicklung ging und da Damaskus auch kaum Schulden im Westen hatte, blieben den Strategen in Br\u00fcssel und Washington wenig Einflussm\u00f6glichkeiten. Dar\u00fcber hinaus r\u00fcckte das Land als mutma\u00dflicher Teil der sogenannten \u201eSchiitischen Achse\u201c (Syrien\u2013Libanon\u2013Iran) und wichtigster Verb\u00fcndeter des von den USA zu einem der Hauptfeinde erkl\u00e4rten Iran zunehmend ins Visier der US-Regierung. Nach dem 11. September 2001 hatten die USA und ihre Verb\u00fcndeten eine regionale Offensive im Nahen und Mittleren Osten gestartet und nicht nur Afghanistan besetzt, sondern u.a. auch ihre Milit\u00e4rpr\u00e4senzen in Kirgisistan, Usbekistan, Pakistan, dem Jemen, Dschibuti sowie im Rahmen der Pan-Sahel-Initiative auch im Tschad, in Niger, Mali und Mauretanien ausgebaut.<\/p>\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden nahm der milit\u00e4rische Druck der NATO-Staaten auf Syrien dementsprechend zu: 2003 verabschiedete der US-Kongress den \u201eSyria Accountability and Lebanese Sovereignty Restoration Act\u201c (SALSRA), welcher darauf abzielte, dass Syrien seine \u201eUnterst\u00fctzung des Terrorismus\u201c, die Besatzung des Libanons und das syrische Streben nach Massenvernichtungswaffen beendet. Das bis heute nicht aufgekl\u00e4rte Attentat auf den libanesischen Politiker Rafik al-Hariri im Februar 2005 diente danach wiederum als Anlass, um die syrische Besatzung im Libanon zu beenden. EU und USA verabschiedeten zu dieser Zeit au\u00dferdem Sanktionen, die die syrische Wirtschaft schw\u00e4chen sollten \u2013 vor allem in den Bereichen Agrarindustrie und \u00d6lf\u00f6rderung.[63]<\/p>\n<p>In der folgenden 2005 begonnenen libanesischen \u201eZedernrevolution\u201c \u2013 der einzigen \u201eerfolgreichen\u201c \u201eFarbrevolution\u201c im Nahen und Mittleren Osten \u00ad\u00ad\u2013 unterst\u00fctzten diverse Vorfeldorganisationen der nordamerikanischen und westeurop\u00e4ischen Au\u00dfenpolitik die anti-syrischen Kr\u00e4fte im Libanon.[64] Dabei blieb es jedoch nicht: Ab 2007 setzte die offizielle US-Au\u00dfenpolitik dann auch offen auf die anti-syrischen Kr\u00e4fte im Libanon.[65] Im gro\u00dfen Nachbarland des Libanons blieb es hingegen vorerst klandestin: Ab 2006 unterst\u00fctzte die Bush-Regierung oppositionelle Gruppen in Syrien direkt.[66] Der damalige US-Botschafter pl\u00e4dierte sogar daf\u00fcr, mit einer von Saudi-Arabien finanzierten und von der Muslimbruderschaft getragenen syrischen Exilregierung in Riad zu kooperieren.[67] Erst seit der Eskalation der inneren Unruhen in Syrien hin zu einem vollen B\u00fcrgerkrieg 2011\/2012 setzt die US-Au\u00dfenpolitik offen auf den Sturz der syrischen Regierung.<\/p>\n<p>Der politische Druck blieb nicht der einzige: Durch den US-gef\u00fchrten Irak-Krieg im Jahr 2003 waren zum ersten Mal NATO-Truppen an die \u00f6stliche Grenze Syriens heranger\u00fcckt. Der von den westlichen Besatzungsm\u00e4chten im Zweistromland angefachte B\u00fcrgerkrieg f\u00fchrte dazu, dass zehntausende irakische Fl\u00fcchtlinge in Syrien Schutz suchten. Die Westm\u00e4chte, welche die Fl\u00fcchtlinge ja haupts\u00e4chlich zu verantworten hatten, unterst\u00fctzten den UNHCR jedoch nur rudiment\u00e4r, sodass der syrische Fiskus den Hauptteil der Belastung zu tragen hatte.[68] Die syrische Fl\u00fcchtlingspolitik belastete den Staatshaushalt zus\u00e4tzlich zum eh schon vom Westen ausge\u00fcbten Druck.<\/p>\n<p>Doch nicht nur Washington zog die Daumenschrauben an: Nach dem israelischen Libanonkrieg im Jahr 2006 dehnten die Vereinten Nationen die UNIFIL-Mission massiv aus (UNIFIL 2). Diverse EU-Staaten, wie Frankreich, Italien und Deutschland beteiligten sich an dieser UNIFIL-2-Mission im gro\u00dfen Umfang. Dadurch r\u00fcckten EU- und NATO-Truppen bis auf 25 Kilometer vor Damaskus heran. Die Regierung der SAR sandte als Reaktion \u201esehr unkonstruktive Signale\u201c in Richtung Westen aus.[69] Doch die De-facto-EU-Mission im Zedernstaat verfehlte ihr Ziel nicht: Der Einfluss Syriens im Libanon sank stark und die EU- und NATO-Truppen standen nun \u00f6stlich (im Irak) und westlich Syriens. Der milit\u00e4rische Druck stieg sogar noch weiter: Ein israelischer Luftschlag im Jahr 2007 (\u201eOperation Orchard\u201c) und eine aus dem besetzten Irak gestartete Helikopterattacke der US-Streitkr\u00e4fte auf die syrische Stadt Abu Kamal im Oktober 2008 bedr\u00e4ngten Syrien zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Dem Heranr\u00fccken der EU- und NATO-Streitkr\u00e4fte an die eigenen Grenzen setzte die Regierung der SAR eine Modernisierung der eigenen Streitkr\u00e4fte und damit einhergehend eine Aufr\u00fcstung der eigenen Armee mit neuen Waffen entgegen. Die in diesem Rahmen importierten Waffen kamen in den Jahren 2006\u20132010 zu fast 50 % aus der mittlerweile wieder erstarkten Russischen F\u00f6deration.[70] Im Jahr 2009 wurde dann auch noch bekannt, dass Syrien MiG-29M-Mehrzweckkampfflugzeuge aus Russland kaufen wolle, was das Gleichgewicht der Luftwaffen in der Region ver\u00e4ndert h\u00e4tte.[71] Aufgrund der bewaffneten Auseinandersetzung in und um Syrien wurden diese MiGs jedoch bisher nicht ausgeliefert.<\/p>\n<p><strong>Soziale Bruchlinien und Spannungen<\/strong><\/p>\n<p>Neben dem Druck von au\u00dfen \u2013 politisch, wirtschaftlich und milit\u00e4risch \u2013 sollte es aber die innere Verfasstheit des Landes sein, die soziale Bruchlinien und Spannungen verursachte, die im Jahr 2011 zu einem B\u00fcrgerkrieg an den R\u00e4ndern Syriens f\u00fchren sollten. Drei aufeinanderfolgende D\u00fcrrejahre hatten in den Jahren 2008 bis 2010 zur Folge, dass die Zahl der in der Landwirtschaft arbeitenden Syrerinnen und Syrer von 1,4 Millionen auf 800.000 fiel.[72] Circa 1,5 Millionen Menschen vom Land \u2013 die Landarbeiterinnen und Landarbeiter und ihre Familien \u2013 flohen in die Randgebiete der gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte.[73] Diese waren daf\u00fcr nicht ger\u00fcstet: Circa eine Million Menschen mussten durch internationale Hilfslieferungen versorgt werden.[74] Die Menschen siedelten vermehrt dauerhaft in die Randgebiete der St\u00e4dte \u00fcber. Die Beh\u00f6rden nahmen diesen dauerhaften Zuzug von Menschen nicht ernst und waren gr\u00f6\u00dftenteils darauf nicht vorbereitet. Als Folge nahmen daraufhin die sozialen Spannungen in diesen Gebieten der Metropolregionen zu, auch wenn vor allem in den Gro\u00dfst\u00e4dten Assad weiter eine relativ starke Unterst\u00fctzerbasis hatte.<\/p>\n<p>Nachdem der sozial und politisch begr\u00fcndete Umsturz in Tunesien 2010\/2011 den so genannten \u201eArabischen Fr\u00fchling\u201c begonnen hatte, entluden sich auch in der syrischen Peripherie die sozialen Spannungen. So belastete der massive Zuzug von Binnenfl\u00fcchtlingen die s\u00fcdsyrische Stadt Daraa, bevor dort die ersten Massendemonstrationen zu Gewalt f\u00fchrten.[75] Die Revolte beschr\u00e4nkte sich aber lange Zeit auf Grenzgebiete zu Jordanien, zum Irak, zum Libanon und zur T\u00fcrkei. Vor allem im Norden nahm die Einnahme von Gebieten durch die \u201aFreie Syrische Armee\u2018 (FSA) teilweise den Charakter einer verdeckten t\u00fcrkischen Milit\u00e4rinvasion an.[76] Mit einer 2012 begonnenen Gro\u00dfoffensive der Rebellen von der t\u00fcrkischen Grenze aus wurden die Kerngebiete der SAR von dem \u201eBrotkorb\u201c des Landes, dem syrischen Teil des Jazira, abgeschnitten.[77] Der Charakter des Krieges hatte sich grundlegend ver\u00e4ndert. In diesem Jahr fiel mit Raqqa die erste Provinzhauptstadt Syriens an die bewaffnete Opposition, und bis heute ist diese Stadt die einzige der zehn gr\u00f6\u00dften Metropolen des Landes, die weder vollst\u00e4ndig noch teilweise von der SAR kontrolliert wird. Die Terrormiliz \u201eIslamischer Staat\u201c hat dort seit 2013 das Sagen und deren Emir machte Raqqa zur IS-Hauptstadt.<\/p>\n<p>Auf der wirtschaftspolitischen Ebene f\u00fchrte der Beginn der Unruhen im Jahr 2011 zu einer Umkehrung der liberalen Reformen und einer R\u00fcckkehr zu vielen etatistischen Praktiken.[78] Dieses Erstarken der \u201eHardliner\u201c und eine Entwicklung weg von den seit drei Jahrzehnten immer wieder schubweise durchgef\u00fchrten liberalen Reformen d\u00fcrften wesentliche Gr\u00fcnde daf\u00fcr gewesen sein, warum die Westm\u00e4chte Anfang 2012 eine Kompromissl\u00f6sung in der Syrienfrage auf Gro\u00dfm\u00e4chteebene ablehnten. Damals hatte die russische Staatsf\u00fchrung vorgeschlagen, einen politischen Kompromiss zwischen Regierung und bewaffneter Opposition zu vermitteln und Assad ins Exil gehen zu lassen.[79] Doch die Westm\u00e4chte setzten auf eine Strategie \u00e1 la \u201eAlles oder Nichts\u201c.<\/p>\n<p>Erst mit der massiven \u00ad\u2013 von den NATO-M\u00e4chten und den Golfmonarchien angef\u00fchrten \u2013 Einmischung von au\u00dfen gelang es den der SAR feindlich gesinnten Kr\u00e4ften in den Jahren 2014 und 2015, gro\u00dfe Teile der vor allem d\u00fcnn besiedelten Gebiete des Ostens sowie einige Territorien im Norden an der Grenze der T\u00fcrkei zu erobern. Als im Verlaufe des Jahres 2015 dann die bewaffneten Formationen der Opposition den Truppen der Syrisch-Arabischen Armee in der Provinz Latakia mehrere Niederlagen abringen konnten, \u00e4nderte sich die Konstellation auf dem syrischen Boden und auf dem internationalen Parkett fundamental. Die russische Marine erh\u00f6hte im August 2015 ihre Pr\u00e4senz im materiell-technischen Versorgungspunkt von Tartus von vier auf \u201emehrere hundert Soldaten\u201c.[80] Im gleichen Monat begannen die russischen Streitkr\u00e4fte mit der Entsendung von Kampfpanzern, Artilleriegesch\u00fctzen, Flugzeugen und Hubschraubern nach Syrien. Ende September begann dann offiziell der Einsatz der russischen Interventionsstreitmacht in Syrien.<\/p>\n<p>Diese konzentriert sich bei ihren Luftangriffen vor allem auf den Westteil des Landes. Wiktor Murachowski, Redakteur des Magazins \u201eArsenal des Vaterlandes\u201c, beschrieb in der zweitgr\u00f6\u00dften russischen Tageszeitung \u201eMoskowski Komsomolez\u201c die Hintergr\u00fcnde daf\u00fcr: Er schrieb, dass es eines der Hauptziele der Syrisch-Arabischen Armee \u2013 und damit auch der russischen Truppen in dem Land \u2013 sei, den \u201eindustriell entwickelten Westen\u201c des Landes wieder unter die Kontrolle der Damaszener Regierung zu bringen.[81] Dementsprechend ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die russische Interventionsstreitmacht bei ihren Luftangriffen auf diese Gebiete \u2013 und damit auf die von den Westm\u00e4chten gef\u00f6rderte \u201egem\u00e4\u00dfigte Opposition\u201c \u2013 konzentriert. Der agrarisch gepr\u00e4gte und d\u00fcnn besiedelte Osten des Landes wiederum ist f\u00fcr die politische und wirtschaftliche Zukunft des Landes von geringerer Bedeutung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das wirtschaftliche Experiment eines etatistischen syrischen Baathismus, der sich in vielen Bereichen der Wirtschaft mit der traditionellen Bourgeoisie arrangierte und die l\u00e4ndlichen Gebiete politisch und wirtschaftlich mehr oder weniger aufgab, war f\u00fcr die Region einmalig. Die sukzessiven Wirtschaftsliberalisierungen und die Konzentration auf einige \u201eLokomotiven der Wirtschaft\u201c f\u00fchrten auf der einen Seite dazu, dass das Land keine Schulden im Westen hat, einen eigenst\u00e4ndigen Au\u00dfenpolitikkurs verfolgen konnte und vielen \u2013 vor allem st\u00e4dtischen \u2013 Schichten wirtschaftliche Perspektiven gab. Auf der anderen Seite erodierte der R\u00fcckhalt der SAR in den l\u00e4ndlichen Territorien zunehmend und der eigenst\u00e4ndige Kurs machte Syrien zur politischen, milit\u00e4rischen und wirtschaftlichen Zielscheibe der Westm\u00e4chte. Eine historisch einzigartige D\u00fcrrewelle von 2008 bis 2010 f\u00fchrte dann dazu, dass circa 1,5 Millionen Menschen in die gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte flohen, was die soziale Lage dort eskalieren lie\u00df und den Beginn des B\u00fcrgerkrieges an den R\u00e4ndern des Landes bedeutete. Die Westm\u00e4chte und die mit ihnen eng verb\u00fcndeten Golfmonarchien sahen ihre Chance gekommen: Mit der Intervention \u00e4u\u00dferer M\u00e4chte ver\u00e4nderte sich die Gemengelage im Land und durch das Eingreifen der russischen Streitkr\u00e4fte zur Sicherung der westsyrischen Industriegebiete wurden die Karten noch einmal neu gemischt. Seither scheinen die Regierungen der Westm\u00e4chte zumindest vorl\u00e4ufig von dem Ziel abgekommen zu sein, schnellstm\u00f6glich auf den Sturz Assads zu dr\u00e4ngen \u2013 der Krieg in Syrien geht unterdessen aber trotzdem mit unverminderter H\u00e4rte weiter.<\/p>\n<p>Anmerkungen<\/p>\n<p>[1] Bassam Haddad: Syria\u2019s State Bourgeoisie: An Organic Backbone for the Regime, in: Middle East Critique, Jg. 21 (2012), Nr. 3, S. 231\u2013257 (hier: S. 231).<\/p>\n<p>[2] Der Artikel konzentriert sich wie der Titel bereits besagt auf \u00f6konomische Gesichtspunkte, menschenrechtliche Aspekte sind deshalb weitgehend ausgeklammert, da sie den Rahmen dieses Textes sprengen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>[3] Steven Heydemann: Authoritarianism in Syria: Institutions and Social Conflict, 1946\u20131970, Ithaca (NY) 1999, S. 37.<\/p>\n<p>[4] Ebenda, S. 35.<\/p>\n<p>[5] Ebenda, S. 34.<\/p>\n<p>[6] Ebenda.<\/p>\n<p>[7] Hanna Batatu: Syria\u2019s Peasantry, the Descendants of Its Lesser Rural Notables, and Their Politics, Princeton (NJ) 1999, S. 118\u2013123.<\/p>\n<p>[8] Charles Issawi: An Economic History of the Middle East and North Africa, London 2005, S. 121.<\/p>\n<p>[9] Raymond A. Hinnebusch: The Political Economy of Economic Liberalization in Syria, in: International Journal of Middle East Studies, Jg. 27 (1995), S. 305\u2013320 (hier: S. 305).<\/p>\n<p>[10] Kees van der Pijl: Global Rivalries \u2013 From the Cold War to Iraq, London 2006, S. 47.<\/p>\n<p>[11] Ebenda, S. 49.<\/p>\n<p>[12] Ben Fenton: Macmillan backed Syria assassination plot, theguardian.com 27.09.2003.<\/p>\n<p>[13] van der Pijl: Global Rivalries, S. 49.<\/p>\n<p>[14] Raymond Hinnebusch: The Ba\u2019th\u2019s Agrarian Revolution (1963-2000), in: Raymond Hinnebusch (Hg.): Agriculture and Reform in Syria, Boulder (Co) 2011, S. 3\u201314 (hier: S. 3).<\/p>\n<p>[15] Volker Perthes: The Political Economy of Syria Under Asad, London 1997, S. 38.<\/p>\n<p>[16] Ebenda, S. 136.<\/p>\n<p>[17] Lutz Dommel: Wasser: Schl\u00fcssel zu Krieg und Frieden im Nahen Osten \u2013 Zur\u00fcck zu den Ursachen des Nahost-Konflikts, Norderstedt 2002, S. 53.<\/p>\n<p>[18] Bassam Haddad: Syria\u2019s State Bourgeoisie: An Organic Backbone for the Regime, in: Middle East Critique, Jg. 21 (2012), Nr. 3, S. 231\u2013257 (hier: S. 237).<\/p>\n<p>[19] Hinnebusch: The Ba\u2019th\u2019s Agrarian Revolution (1963-2000), S. 3.<\/p>\n<p>[20] Daniel Robicheau: Syria, the MENA Region, and International Finance Capitalism, in: International Critic of Thought, Jg. 4 (2014), Nr. 2, S. 198\u2013207 (hier: S. 201).<\/p>\n<p>[21] Haddad: Syria\u2019s State Bourgeoisie, S. 238.<\/p>\n<p>[22] Ebenda, S. 233\/234.<\/p>\n<p>[23] Maximilian Felsch: Die Hamas: Eine pragmatische soziale Bewegung? Eine transnationale empirische Fallanalyse der Hamas in den besetzten Gebieten, in Jordanien, im Libanon und in Syrien, M\u00fcnster\/New York\/M\u00fcnchen\/Berlin 2011, S. 206.<\/p>\n<p>[24] Line Khatib: Islamic Revivalism in Syria: The Rise and Fall of Ba\u2019thist Secularism, Abbington 2011, S. 143.<\/p>\n<p>[25] Fred Haley Lawson: Why Syria Goes to War: Thirty Years of Confrontation, Ithaca (NY) 1996, S. 82.<\/p>\n<p>[26] Jacques Bourrinet: The Implications of EC Commercial Policy on Developing Countries, in: Dermot McAleese\/Jacques Bourrinet\/Michael Davenport\/Alan Matthews\/Christopher Stevens (Hgg.): Africa and the European Community after 1992, Washington D.C. 1993, S. 26.<\/p>\n<p>[27] Haddad: Syria\u2019s State Bourgeoisie, S. 232.<\/p>\n<p>[28] Perthes: The Political Economy of Syria Under Asad, S. 32.<\/p>\n<p>[29] Arthur Mark Weisburd: Use of Force: The Practice of States Since World War II, University Park (PA) 1997, S. 158.<\/p>\n<p>[30] Perthes: The Political Economy of Syria Under Asad, S. 176.<\/p>\n<p>[31] Ebenda, S. 4.<\/p>\n<p>[32] Ebenda, S. 104.<\/p>\n<p>[33] Bassam Haddad: Business Networks in Syria: The Political Economy of Authoritarian Resilience, Stanford 2012, S. 321.<\/p>\n<p>[34] Ebenda.<\/p>\n<p>[35] Derek Hopwood: Syria 1945\u20131986: Politics and Society, London 1988, S. 112.<\/p>\n<p>[36] Hans Hopfinger\/Raslan Khadour: The development of the Transportation Sector in Syria and the actual Investment Policy, in: Middle Eastern Studies, Jg. 35 (1999), Nr. 3, S. 64\u201371 (hier: S. 65\/66).<\/p>\n<p>[37] Perthes: The Political Economy of Syria Under Asad, S. 56.<\/p>\n<p>[38] Haddad: Syria\u2019s State Bourgeoisie, S. 242.<\/p>\n<p>[39] Guy Arnold: The International Drugs Trade, London\/New York 2005, S. 176.<\/p>\n<p>[40] van der Pijl: Global Rivalries, S. 340.<\/p>\n<p>[41] Eine Ermittlergruppe der US-Drogenfahndungsbeh\u00f6rde DEA, welche den lokalen Drogenhandel untersucht hatte, wurde vom syrischen Geheimdienst bei ihrem R\u00fcckflug in die USA \u00fcber Schottland in die Luft gesprengt (Lockerbie-Anschlag). Der Anschlag wurde jedoch Libyen in die Schuhe geschoben, um Aufmerksamkeit von den Iran-Contra-Machenschaften abzulenken; siehe: van der Pijl: Global Rivalries, S. 340.<\/p>\n<p>[42] 26 Tage geschlafen, in: Der Spiegel, 03.02.1992.<\/p>\n<p>[43] Jordi Tejel: Syria\u2019s Kurds: History, Politics and Society, New York 2009, S. 77.<\/p>\n<p>[44] Rudolf Traub-Merz: \u00d6l oder Autos \u2013 Chancen einer Re-Industrialisierung Russlands, Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Februar 2015, S. 4.<\/p>\n<p>[45] Haddad: Syria\u2019s State Bourgeoisie, S. 240.<\/p>\n<p>[46] Robicheau: Syria, the MENA Region, and International Finance Capitalism, S. 202.<\/p>\n<p>[47] Myriam Ababsa: Contre-r\u00e9forme agraire et conflits fonciers en Jaz\u00eera syrienne: 2000-2005, in: Revue des mondes musulmans et de la M\u00e9diterran\u00e9e, Jg. 10 (2006), Nr. 115\/116, S. 211\u2013230 (hier: S. 230).<\/p>\n<p>[48] J\u00fcrgen Wagner: Imperialer Neoliberalismus: Syrien und die Europ\u00e4ische Nachbarschaftspolitik, in: AUSDRUCK (Oktober 2012), S. 1\u201312.<\/p>\n<p>[49] Robicheau: Syria, the MENA Region, and International Finance Capitalism, S. 202.<\/p>\n<p>[50] Juan Antonio Fernandez\/Shengjun Liu (Hgg.): A Case Guide for Business Leaders in China, Singapur 2007, S. 152.<\/p>\n<p>[51] Silvia Cambi\u00e9\/Yan-May Ooi: International Communications Strategy: Developments in Cross-Cultural Communications, PR and Social Media, London\/Philadelphia 2009, S. 8.<\/p>\n<p>[52] Fernandez\/Liu: A Case Guide for Business Leaders in China, S. 152.<\/p>\n<p>[53] Chery\u2019s Syria partner to assemble vehicles in \u201909, autonews.gasgoo.com 30.12.2008.<\/p>\n<p>[54] Peter Seeberg: The EU and the Syrian Crisis: The Use of Sanctions and the Regime\u2019s Strategy for Survival, in: Mediterranean Politics, Jg. 20 (2015), Nr. 1, S. 18-35 (hier: S. 22).<\/p>\n<p>[55] Robicheau: Syria, the MENA Region, and International Finance Capitalism, S. 202.<\/p>\n<p>[56] Iran Khodro launches biggest overseas car assembly line in Syria, payvand.com 08.05.2009. payvand.com\/news\/09\/may\/1089.html<\/p>\n<p>[57] Saipa launches production line in Syria, presstv.ir 03.07.2009.<\/p>\n<p>[58] Ingar Solty: Die USA unter Obama \u2013 Charismatische Herrschaft, soziale Bewegungen und imperiale Politik in der globalen Krise, Hamburg 2013, S. 51.<\/p>\n<p>[59] Im Jugoslawien der 1990er Jahre wurden die Bereiche, auf welche sich das damalige politische System wirtschaftspolitisch konzentrierte, als die \u201eLokomotiven der Industrie\u201c bezeichnet. Diese sollten den \u201eInvestitionszirkel neustarten\u201c, siehe: Michael Palairet: The Economic Consequences of Slobodan Milosevic, in: Europe-Asia Studies, Jg. 53 (2001), Nr. 6, S. 903\u2013919 (hier: S. 908). Die Westm\u00e4chte setzten mit ihren Interventionen 1995, 1999 und 2001 diesem Kurs jedoch ein Ende.<\/p>\n<p>[60] Ababsa: Contre-r\u00e9forme agraire et conflits fonciers en Jaz\u00eera syrienne (2000-2005), S. 211-230.<\/p>\n<p>[62] Robicheau: Syria, the MENA Region, and International Finance Capitalism, S. 201-202.<\/p>\n<p>[63] Ebenda, S. 203.<\/p>\n<p>[64] Beispielsweise: Kriegserkl\u00e4rung, german-foreign-policy.com 01.04.2005.<\/p>\n<p>[65] P. Edward Haley: The future of US\u2013Israel relations, in: Eytan Gilboa\/Efraim Inbar (Hgg.): US\u2013Israeli Relations in a New Era: Issues and Challenges After 9\/11, London\/New York 2009, S. 240.<\/p>\n<p>[66] Craig Whitlock: U.S. secretly backed Syrian opposition groups, cables released by WikiLeaks show, washingtonpost.com 17.04.2011.<\/p>\n<p>[67] Seymour M. Hersh: Military to Military, lrb.co.uk 07.01.2016.<\/p>\n<p>[68] Karin Leukefeld: Das Fluchtziel hei\u00dft Syrien, in: junge Welt, 18.05.2007; R\u00fcdiger G\u00f6bel: 25 Cent mehr f\u00fcr Irak-Fl\u00fcchtlinge, in: junge Welt, 25.08.2007; Karin Leukefeld: Kaum Geld f\u00fcr Irak-Fl\u00fcchtlinge in Syrien, in: junge Welt, 22.01.2010.<\/p>\n<p>[69] 25 Kilometer vor Damaskus, german-foreign-policy.com 27.08.2006.<\/p>\n<p>[70] Kimberly Marten: Informal Political Networks and Putin\u2019s Foreign Policy: The Examples of Iran and Syria, in: Problems of Post-Communism, Jg. 62 (2015), Nr. 2, S. 71-87 (hier: S. 81).<\/p>\n<p>[71] Yaakov Katz: Russia confirms MiG jet sale to Syria, jpost.com 03.09.2009. www.jpost.com\/International\/Russia-confirms-MiG-jet-sale-to-Syria<\/p>\n<p>[72] Myriam Ababsa: Agrarian Counter-Reform in Syria (2000-2010), in: Raymond Hinnebusch (Hg.): Agriculture and Reform in Syria, Fife\/Boulder 2011, S. 83\u2013107 (hier: S. 83).<\/p>\n<p>[73] Colin P. Kelleya\/Shahrzad Mohtadib\/Mark A. Canec\/Richard Seagerc\/Yochanan Kushnirc: Climate change in the Fertile Crescent and implications of the recent Syrian drought, in: Proceedings of the National Academy of Sciences, Jg. 112 (2015), Nr. 11, S. 3241\u20133246.<\/p>\n<p>[74] Ababsa: Agrarian Counter-Reform in Syria (2000-2010), S. 83.<\/p>\n<p>[75] Michael Gunning: Background to a Revolution, nplusonemag.com 26.08.2011.<\/p>\n<p>[76] Nick Brauns: Im Zweifrontenkampf, in: junge Welt, 23.01.2013.<\/p>\n<p>[77] Syria\u2019s civil war: The next battlefield, in: The Economist, 27.10.2012.<\/p>\n<p>[78] Linda Matar: Syria\u2019s Economic Crisis: Al Assad Government Roles Back Neoliberal Reforms, globalresearch.ca 15.08.2012.<\/p>\n<p>[79] Zynische Optionen, german-foreign-policy.com 28.09.2015.<\/p>\n<p>[80] Roger McDermott: Putin Threatens \u2018Below the Threshold\u2019 Operation in Syria, in: Jamestown Eurasia Daily Monitor, Jg. 12, Nr. 165, 15.09.2015.<\/p>\n<p>[81] Roger McDermott: Russian Memories of Soviet-Afghanistan Conflict Cloud Syria Operation, in: Jamestown Eurasia Daily Monitor, Jg. 12, Nr. 189, 20.10.2015.<\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1169 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1169')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1169').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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