{"id":1220,"date":"2016-03-23T22:14:25","date_gmt":"2016-03-23T21:14:25","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=1220"},"modified":"2016-03-25T13:20:54","modified_gmt":"2016-03-25T12:20:54","slug":"der-unaufhaltsame-aufstieg-des-adolf-d-trump","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/der-unaufhaltsame-aufstieg-des-adolf-d-trump\/","title":{"rendered":"Der unaufhaltsame Aufstieg des Adolf D. Trump"},"content":{"rendered":"<p>Die Berichterstattung \u00fcber die bevorstehenden Wahlen in den USA wird von den hiesigen Leit-Medien kaum mit kritischer W\u00fcrdigung begleitet. Im Gegenteil. Vom allgemeinen Wunsch beseelt, dass Hillary Clinton doch das Rennen machen m\u00f6ge, werden die einen aussichtsreichen <a href=\"http:\/\/www.uswahl2016.at\/kandidaten\/demokraten\/bernie-sanders\"> Kandidaten unangemessen ignoriert <\/a> und die anderen <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/tv\/extra-3\/Donald-Trump-Song\/NDR-Fernsehen\/Video?bcastId=3709210&#038;documentId=33177246\"> mit H\u00e4me \u00fcbergossen.<\/a> Weder das eine noch das andere Extrem ist angemessen &#8211; zumindest nicht f\u00fcr die Berichterstattung der mit gesetzlichem Auftrag betrauten \u00f6ffentlich-rechtlichen Medienanstalten ARD, ZDF und Deutschlandradio. Allein, man kann offenbar nicht raus aus seiner entsprechend sozialisierten Haut. Aber was sagt es \u00fcber Medien mit Bildungsauftrag aus, wenn euphorische Jubelmeldungen \u00fcber das Wahl-Spektakel \u00fcberwiegen und die \u00d6ffentlichkeit weder mit dem Leid einer gro\u00dfen Anzahl <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=30&#038;t=1236#p4455\"> komplett mittelloser US-B\u00fcrger<\/a>, noch mit dem dramatischen Abstieg der einst stolzen und patriotischen Mittelschicht der USA konfrontiert wird, sondern prim\u00e4r mit m\u00f6glichst unvorteihaften Bildern und grenzwertigen Aussagen des republikanischen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten Trump? Warum kl\u00e4rt man nicht dar\u00fcber auf, was es mit den Hoffnungen vieler abgeh\u00e4ngter US-B\u00fcrger auf den denkbar unm\u00f6glichsten Kandidaten auf sich hat?<\/p>\n<blockquote><p>Die aktuellen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten sind &#8211; wie ihre Vorg\u00e4nger &#8211; zum Gro\u00dfteil Vertreter der Finanzaristokratie, die eine un\u00fcberbr\u00fcckbare wirtschaftliche und soziale Kluft von der arbeitenden Bev\u00f6lkerung trennt, sodass es ausgesprochen befremdlich wirkt, wenn \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten in Deutschland das Spektakel nicht mit angemessener Zur\u00fcckhaltung oder zumindest mit einer kritischen W\u00fcrdigung der sozialen Missst\u00e4nde im \u201eLand der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten\u201c betrachten.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Der unaufhaltsame Aufstieg des Adolf D. Trump<\/strong><\/p>\n<p>Von John Komlos* (\u00dcbersetzt von Ralph Zumkley).  <\/p>\n<p>Die Medien \u00fcberbieten sich derzeit mit Analysen \u00fcber die unerwartete Zunahme an Populismus und Demagogie in den Vereinigten Staaten. Ich erg\u00e4nze gern noch meine eigene: der vollst\u00e4ndige Glaubw\u00fcrdigkeitsverlust des Establishments. Dessen Angeh\u00f6rige f\u00fchren die gro\u00dfe Mehrheit ihrer Mitb\u00fcrger seit \u00fcber einer Generation an der Nase herum, und nun f\u00e4llt Abraham Lincolns Warnung, man k\u00f6nne das auf Dauer nicht erfolgreich tun, mit Macht auf sie zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Es hat eine Weile gedauert, bis sich das bei den Leuten herum gesprochen hatte und sie es schlie\u00dflich nicht mehr hinnehmen wollten: 35 Jahre um genau zu sein. In diesen Jahren gab es keinen Mangel an gro\u00dfen Versprechungen, aber am Ende lie\u00dfen sie die Mittelschicht alle mit immer schmaleren Geldbeuteln zur\u00fcck, w\u00e4hrend die Apologeten der Versprechungen in Saus und Braus lebten. Die Liste der gescheiterten gro\u00dfen Ideen beginnt mit den sogenannten Reaganomics. Deren Steuerk\u00fcrzungen sollten \u00fcber stimulierende Effekte bis zu den breiten Massen durchsickern. Tats\u00e4chlich war der Geldregen jedoch z\u00e4h und klebrig, und blieb an den Reichen und Ultrareichen haften. Deren Steuern und Abgaben wurden signifikant verringert: etwa um die H\u00e4lfte. Man stelle sich einen Million\u00e4r vor, der in den 1970er Jahren noch 700.000 Dollar Steuern zahlte und pl\u00f6tzlich nur noch 350.000 Dollar zahlen musste. Was machte der jetzt blo\u00df mit dem unverhofften Geldsegen? Selbstverst\u00e4ndlich gab es manche, die das Geld f\u00fcr Luxusg\u00fcter ausgaben und herumprotzten. Viele entschieden jedoch stattdessen, Think Tanks zu finanzieren und \u00d6konomen einzustellen, um ihre Ideologie zu unterst\u00fctzen. Andere kauften Politiker, um Gesetze zu beeinflussen und so ihre Anliegen voranzubringen.<\/p>\n<p>Damit f\u00fchrten die Steuerk\u00fcrzungen in einen Teufelskreis, der sich vom Geldregen f\u00fcr die Reichen zu mehr politischem und medialem Einfluss, und dadurch wieder zu noch mehr Profit und Macht weiterdrehte. Nach Reagan folgte Bush Senior. Der initiierte das NAFTA (Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada), das sp\u00e4ter von Clinton in geltendes Recht \u00fcberf\u00fchrt wurde. Letzterer versprach, NAFTA w\u00fcrde zu mehr Wachstum, mehr Gleichheit, und allein 1995 zu 200.000 neuen Arbeitspl\u00e4tzen in den USA f\u00fchren. Er verga\u00df nat\u00fcrlich zu erw\u00e4hnen, wie viele hunderttausend andere Jobs zugleich verloren gehen w\u00fcrden, aber nur wenige machten damals auf solche Feinheiten aufmerksam.<\/p>\n<p>Clintons Beraterstab in Wirtschaftsfragen wurde von Goldman Sachs- CEO Bob Rubin geleitet. (Goldman Sachs ist in Washington gut vernetzt. Auch Hank Paulson wurde von dort losgeschickt, um der Regierung Bush Junior zur Hand zu gehen). Niemand hat jemals behauptet, NAFTA w\u00e4re gut f\u00fcr alle. Im Zusammenspiel mit der Globalisierung, inklusive des Eintritts Chinas in die Weltm\u00e4rkte, richteten die Handelsabkommen den amerikanischen Produktionssektor und mit ihm den Mittelstand zugrunde. Die Auswirkungen bestehen fort: erst vor kurzem verk\u00fcndete der Klimaanlagenbauer Carrier zur gro\u00dfen Entt\u00e4uschung seiner Angestellten, 1500 Arbeitspl\u00e4tze nach Mexiko zu verlegen.<\/p>\n<p>Eine weitere  gro\u00dfe Idee, die gut f\u00fcr alle Amerikaner sein sollte, war die Deregulierung der Finanzm\u00e4rkte. Und wieder war sie nur gut f\u00fcr die Eliten. Ernsthaft angesto\u00dfen zu Zeiten Reagans, wurde das Vorhaben von Clinton fortgef\u00fchrt, der die Gesetze der New-Deal-\u00c4ra unter Roosevelt \u201eantiquiert\u201c nannte und den Glass-Steagall-Act aufhob, der Gesch\u00e4ftsbanken das vom Steuerzahler besicherte Spekulieren an der Wall Street verbot. Die neue Gesetzeslage sollte \u201eallen amerikanischen Konsumenten, Gemeinden und Unternehmen aller Gr\u00f6\u00dfen\u201c zugute kommen. Man achte auf die auff\u00e4llige Abwesenheit von \u201eamerikanischen Arbeitnehmern\u201c in der Aufz\u00e4hlung. W\u00e4hrend der feierlichen Unterzeichnung der neuen Gesetze sagte Clinton in bemerkenswerter Kurzsichtigkeit, nun werde der Finanzsektor modernisiert und die antiquierten Mauern und W\u00e4lle niedergerissen. Und so setzten wir uns langsam in Bewegung in Richtung Finanzkrise 2008, die schlimmsten Schaden in der Mittelschicht angerichtet hat.<\/p>\n<p>Die Politik Bush Juniors stand unter einem \u00e4hnlichen Stern. Er machte weiter mit der Deregulierung, k\u00fcrzte Steuern f\u00fcr die 1%, und verschloss die Augen vor der sich zusammenbrauenden Krise. Als der Zusammenbruch kam, \u00fcbersch\u00fcttete das Establishment die gro\u00dfen Banken und deren CEOs mit Gro\u00dfz\u00fcgigkeiten und Milliarden an Dollar, ohne Gegenleistungen zu verlangen. F\u00fcr die normalen Leute blieb nichts \u00fcbrig, sie mussten nach sich selbst schauen. Sie verloren Arbeitsstellen, ihre H\u00e4user wurden ger\u00e4umt, oder sie mussten sich mit (nat\u00fcrlich befristeten) Niedriglohnjobs durchschlagen &#8211; am besten gleich mit zwei. Niemand erbarmte sich dieser Leute.<\/p>\n<p>Dann kam Obama. Er versprach Wandel, f\u00fchrte im Wesentlichen jedoch die Politik seiner Vorg\u00e4nger fort. Er stellte zum Beispiel Tim Geithner ein, Kumpel von Goldman Sachs- CEO Bob Rubin, der bereits unter Bush Jr. t\u00e4tig war und mittlerweile f\u00fcr gesch\u00e4tzte 5 Millionen Dollar an der Wall Street arbeitet. Obama stellte gro\u00dfz\u00fcgige Bailoutgelder zur Verf\u00fcgung, die sich bis Ende der Finanzkrise auf mehrere Billionen Dollar summierten und der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen sollten. Aber wieder wurde die Mittelschicht verraten. Jamie Dimon, CEO von JP Morgan Chase, strich nat\u00fcrlich auch 2009 mit freundlicher Unterst\u00fctzung der Steuerzahler ca. 17 Millionen Dollar ein. Bis zur breiten Masse sickerte jedoch auch dieses Mal nichts durch. Noch nie in der Geschichte der Menschheit haben so wenige auf Kosten so vieler profitiert: nicht einmal damals, als die Pharaonen die Pyramiden bauen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die unten dargestellte Grafik zeigt diese Entwicklung deutlich. Jeder Balken auf der linken Seite (\u201eQuintiles\u201c) steht f\u00fcr das inflationsbereinigte Einkommen nach Steuern von einem F\u00fcnftel der 120 Millionen Haushalte der USA, inklusive Transferleistungen wie Essensmarken und Arbeitslosengeld. Jeder Balken steh also f\u00fcr 24 Millionen Haushalte (darin jeweils ca. 64 Millionen Menschen). Die Grafik zeigt klar, dass das oberste F\u00fcnftel den gr\u00f6\u00dften und einzig sp\u00fcrbaren Einkommenszuwachs zu verzeichnen hatte. Ein wenig sickerte bis zum vierten F\u00fcnftel durch. Dieses steht f\u00fcr die obere Mittelschicht, aber ein Einkommenszuwachs von 0,5% pro Jahr ist eigentlich nicht der Rede wert. In ganzen Zahlen macht das etwa 300 Dollar pro Jahr: kaum genug, um die eigene Zufriedenheit steigen zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Die \u00e4rmsten 20% der Bev\u00f6lkerung (der erste Balken) bekamen ihre Essensmarken um zu verhindern, dass sie hungern, denn das h\u00e4tte die Gesellschaft als Ganzes destabilisieren k\u00f6nnen. Mit einem Jahresdurchschnittseinkommen von 18.000 Dollar blieb ihnen trotzdem nichts au\u00dfer ihrer Unzufriedenheit. 18.000 Dollar kostet es, sein Kind auf eine staatliche Universit\u00e4t zu schicken. Das ist armen Familien also nur m\u00f6glich, wenn sie im \u00fcbrigen ohne Geld leben. Den zwei Mittelschicht-Gruppen von 21-60% erging es offensichtlich noch schlechter: deren Einkommenszuwachs l\u00e4sst sich nur schwer von null unterscheiden. Tats\u00e4chlich hatte die mittlere Mittelschicht (Balken drei) in den 32 Jahren des Untersuchungszeitraums eine Einkommenssteigerung von gerade einmal 32 Dollar pro Jahr.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik1.png\" rel=\"attachment wp-att-1221\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik1-300x176.png\" alt=\"Grafik1\" width=\"300\" height=\"176\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1221\" srcset=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik1-300x176.png 300w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik1-100x59.png 100w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik1-150x88.png 150w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik1-200x118.png 200w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik1-450x265.png 450w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik1.png 488w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Aush\u00f6hlung der Mittelschicht wird aus der linken Seite der Grafik also mehr als deutlich. Auf der rechten Seite wird nun das oberste F\u00fcnftel noch einmal in vier Gruppen aufgeteilt. Daraus ergibt sich, dass das oberste 1% der mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Nutznie\u00dfer des Wirtschaftswachstums war. Gewiss sickerten Teile von dort herab, aber nur auf die anderen Gruppen innerhalb der obersten 20%. Dort wird der Geldregen z\u00e4h und bleibt h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Die Wut, die die Unterst\u00fctzer von Donald Trumps Pr\u00e4sidentschaftskampagne antreibt, geht jedoch noch tiefer, als diese Grafik andeutet. Denn f\u00fcr diese Wut ist der Einkommensvergleich entscheidend, sowie der offensichtlich ungerechte Bailout 2008, der die Verm\u00f6gen der 1% rettete. Es ist eine Sache, sich kein iPhone leisten zu k\u00f6nnen, wenn es auch kein anderer kann, aber etwas v\u00f6llig anderes, wenn Superreiche gleichzeitig nicht nur das neueste iPhone, sondern auch ihre 3000-Dollar-Handtaschen, Privatflugzeuge, Jachten und ihren sonstigen Protz zur Schau stellen. Dann wird Neid zur Verzweiflung, insbesondere wenn man selbst sich um seinen Arbeitsplatz sorgt, Rechnungen nicht bezahlt sind, der Studienkredit auch nicht, das Konto ins Minus rutscht und man all das mit einem Teilzeit- oder Niedriglohnjob stemmen soll. Ich denke deshalb, dass die folgende Grafik die Ver\u00e4nderungen des Wohlstands der f\u00fcnf Einkommensgruppen genauer abbildet.<\/p>\n<p>Die Psychologie hat gezeigt, dass unsere Lebenszufriedenheit von unserer sozialen Umgebung abh\u00e4ngt. Die Grafik nimmt an, dass alle Gruppen die f\u00fcnfte Gruppe der Reichen als Referenz nehmen, mit der sie sich vergleichen. Diese Grafik beinhaltet den wahren Schl\u00fcssel f\u00fcr den Erfolg von Trump. Der Wohlstand ist gefallen f\u00fcr alle Gruppen au\u00dfer den Superreichen. So einfach ist das. Der gro\u00dfe Rest der Gesellschaft wurde seit \u00fcber einer Generation abgeh\u00e4ngt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik2.png\" rel=\"attachment wp-att-1222\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik2-300x177.png\" alt=\"Grafik2\" width=\"300\" height=\"177\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1222\" srcset=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik2-300x177.png 300w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik2-100x59.png 100w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik2-150x89.png 150w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik2-200x118.png 200w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik2-450x266.png 450w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Grafik2.png 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In der Summe hatten wir also eine lange Reihe gro\u00dfer Versprechungen von Reagan bis Obama. Steuerk\u00fcrzungen, Durchsicker-\u00d6konomie, Deregulierung, Globalisierung und Freihandelsabkommen, die alle nur der Gruppe der Superreichen gro\u00dfe finanzielle Vorteile gebracht und die Mittelschicht ausged\u00fcnnt haben. Dadurch haben sich Reichtum und politische Macht ebenso stark konzentriert, wie zu Zeiten der Trusts und \u00d6lbarone Anfang des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Nun wissen Sie, warum sich so viele Leute Donald Trump zuwenden. Das Establishment war gut darin, gro\u00dfe Versprechen zu machen, aber am Ende blieb f\u00fcr die Mittelklasse nicht mehr \u00fcbrig als ein paar Kr\u00fcmel. Die Eliten sind erstaunt. Sie verstehen nicht, was passiert, weil sie l\u00e4ngst keinen Kontakt mehr haben zum Alltag ihres Landes. Dieser Vorgang l\u00e4sst sich als Regel verallgemeinern: Eliten sind st\u00e4ndig in Gefahr, Opfer ihrer eigenen Gier zu werden. Es ist auch nicht ungew\u00f6hnlich, bis zur letzten Minute losgel\u00f6st zu sein von der Realit\u00e4t des eigenen Volkes. Ludwig XVI. proklamierte noch unmittelbar vor seiner Exekution, dass er immer nur durch die Liebe seiner Untertanen gehandelt habe. Und auch Mitt Romney bildet sich ein, das amerikanische Volk wolle ihm immer noch zuh\u00f6ren. Unglaublich!<\/p>\n<p>* John Komlos ist Professsor Emeritus f\u00fcr Wirtschaftsgeschichte an der LMU Munich. Er ist Autor von <a href=\"http:\/\/www.metropolis-verlag.de\/buchbeigaben\/1083\/1083_inhalt.pdf\">&#8222;\u00d6konomisches Denken nach dem Crash: Einf\u00fchrung in eine realit\u00e4tsbasierte Volkswirtschaftslehre&#8220;.<\/a><\/p>\n<p>** Dieser Text darf ohne Genehmigung vervielf\u00e4ltigt werden.<\/p>\n<div style=\"float:left;margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color:rgb(248,109,14);padding:30px;margin-left: 30px;\"><a style=\"color:white;font-size:20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<p><br style=\"clear:both;\" \/><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1220 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1220')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1220').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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