{"id":1503,"date":"2016-07-29T23:18:19","date_gmt":"2016-07-29T22:18:19","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=1503"},"modified":"2016-07-29T23:28:18","modified_gmt":"2016-07-29T22:28:18","slug":"ard-spiel-im-schatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/ard-spiel-im-schatten\/","title":{"rendered":"ARD &#8211; Spiel im Schatten"},"content":{"rendered":"<p>Es ist nicht nur die handwerklich desastr\u00f6se Machart der \u00f6ffentlich-rechtlichen Putin-Storys der letzten Jahre &#8211; Dokumentation m\u00f6chte man derartiges nicht nennen &#8211; es sind vor allem die plumpen Manipulationen, die Absurdit\u00e4ten zu dr\u00e4uender Hintergrundmusik und die offenkundigen Unwahrheiten, welche gro\u00dfe Teile des Publikums zunehmend verst\u00f6ren. Unsere Autorin Anja B\u00f6ttcher hat sich mit einer umfangreichen Analyse an der j\u00fcngsten Verfehlung der Kategorie &#8222;Feindbild Putin&#8220; abgearbeitet und unterlegt ihre Expertise mit zahlreichen Quellen und historischen Fakten.<\/p>\n<p>Schlussendlich ist festzustellen, dass die MDR-Produktion<\/p>\n<p>\u00b7 nicht den Grunds\u00e4tzen einer objektiven und unparteilichen Berichterstattung gen\u00fcgt,<br \/>\n\u00b7 nur unzureichend freie individuelle und \u00f6ffentliche Meinungsbildung erm\u00f6glicht,<br \/>\n\u00b7 keinen umfassenden und objektiven \u00dcberblick \u00fcber unser Nachbarland Russland gibt,<br \/>\n\u00b7 nicht die internationale Verst\u00e4ndigung f\u00f6rdert und insgesamt<br \/>\n\u00b7 nicht von vorbehaltlosem Willen zur Wahrhaftigkeit und Sachlichkeit bestimmt ist.<\/p>\n<p><strong>Programmbeschwerde: Spiel im Schatten \u2013 Putins unerkl\u00e4rter Krieg gegen den Westen<\/strong><\/p>\n<p>Hiermit legen wir Einspruch ein gegen die \u201aDokumentation\u2018 <a href=\"http:\/\/reportage.mdr.de\/schattenkrieg#5003\">\u201eSpiel im Schatten \u2013 Putins unerkl\u00e4rter Krieg gegen den Westen\u201c<\/a>, ausgestrahlt in der ARD am 04. 07 und auf Phoenix am 09.07.2016, da diese Sendung nicht nur einen, sondern mehrere Programmrichtlinien des Staatsvertrags f\u00fcr den MDR sowie die Richtlinien des Allgemeinen Pressekodexes in grober Weise verletzt. Zudem zeichnet sie sich durch unglaubliche Verst\u00f6\u00dfe gegen die journalistische Sorgfaltspflicht aus.<\/p>\n<p>Denn diese \u201aDokumentation\u2018, f\u00fcr die Ihre Mitarbeiter Marcus Weller und Arndt Ginzel verantwortlich sind, unternimmt es,<\/p>\n<p>&#8211;\tanstatt einen objektiven und umfassenden \u00dcberblick \u00fcber internationale Geschehen zu geben, Falschbehauptungen zu streuen und Personen ohne saubere Belege zu verunglimpfen.<\/p>\n<p>&#8211;\tanstatt internationale Verst\u00e4ndigung zu f\u00f6rdern, es bewusst darauf anzulegen, die Beziehung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und einem anderen Land, der Russischen F\u00f6deration, durch eine f\u00e4lschliche und herabw\u00fcrdigende Anschuldigung seiner Regierung schwer zu sch\u00e4digen.<\/p>\n<p>&#8211;\tanstatt sich f\u00fcr Friedenssicherung einzusetzen, den Frieden in Europa zu gef\u00e4hrden und internationale Spannungen durch eine verhetzende Darstellung der Regierung eines anderen Landes zu versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>&#8211;\tanstatt sich f\u00fcr den Minderheitenschutz einzusetzen, eine unverantwortliche Hetze gegen eine herkunftsdefinierte Minderheit, n\u00e4mlich die der Russlanddeutschen, zu verbreiten.<\/p>\n<p>&#8211;\tanstatt davon abzusehen, einseitig einer Partei oder Gruppe oder Weltanschauung zu dienen, in demagogischer Form die in einer Demokratie notwendige Kritik und den Widerspruch zur herrschenden Regierungspolitik und zu einem institutionalisierten Mediendiskurs durch die schmierenhaft-demagogische Konstruktion kolportierter Zusammenh\u00e4nge als prinzipiell extremistisch zu diffamieren.<\/p>\n<p>&#8211;\tanstatt sachlich und umfassend zu berichten sowie Informationen vor ihrer Verbreitung mit Sorgfalt auf Wahrheitsgehalt und Herkunft zu pr\u00fcfen, erfundene Zusammenh\u00e4nge zwischen nicht miteinander in Verbindung stehenden Ereignissen zu kolportieren, obgleich das Fehlen von Belegen f\u00fcr die lancierten Zusammenh\u00e4nge allzu offensichtlich ist.<\/p>\n<p>&#8211;\tanstatt zur eigenst\u00e4ndigen Urteilsbildung der Zuschauer beizutragen, sie mit billigsten propagandistischen Mitteln emotional aufzuladen, sie zu Feindseligkeit aufzustacheln und ihnen Vorurteile einzuimpfen.<\/p>\n<p>Insgesamt bleibt bei dieser Sendung, die einen kaum noch zu \u00fcbertreffenden Schandfleck im Programm des MDR darstellen d\u00fcrfte, zu konstatieren,<\/p>\n<p>&#8211;\tdass das Ausma\u00df der gezielten Erzeugung von Feindseligkeit gegen\u00fcber einem anderen Land, gegen\u00fcber einer herkunftsdefinierten Minderheit in Deutschland und konkreten Einzelpersonen sich hier zu einem St\u00fcck konzertierter Volksverhetzung ausw\u00e4chst.<\/p>\n<p>&#8211;\tund dass die Verachtung der Programmleitung des MDR f\u00fcr die sie durch Geb\u00fchren finanzierenden Zuschauer damit ein Ma\u00df erreicht hat, das man nur noch als blanken Zynismus bezeichnen kann.<\/p>\n<p><u>Begr\u00fcndung:<\/u><\/p>\n<p>Der MDR hat durch diese Sendung wesentliche Grunds\u00e4tze des Rundfunkvertrages und des Pressekodexes beiseite geschoben, um eine Agenda zu vertreten, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist: Er hat in diesem Film eine Botschaft verbreitet, die in erster Linie darauf ausgerichtet ist, Misstrauen und Feindschaft gegen ein anderes Land zu erzeugen. Zur Erf\u00fcllung dieses an sich schon unheiligen Zwecks nimmt er den Rufmord an individuellen Personen, Organisationen und die verhetzende Darstellung einer herkunftsbedingten Minderheit von 3,5 Millionen Menschen billigend in Kauf. <\/p>\n<p>Aber damit nicht genug: Um die gew\u00fcnschte Erweckung militanter Feindseligkeit gegen jeden Zweifel oder Einspruch zu immunisieren, ist er sich nicht zu schade, durch Kolportage den Eindruck zu erwecken, als seien urdemokratische Grundhaltungen wie die staatsb\u00fcrgerliche Kritik an Regierungen oder der Zweifel an der Richtigkeit oder Angemessenheit medialer Darstellungen prinzipiell des Extremismus verd\u00e4chtig. Das Einsetzen f\u00fcr V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung wird hier in plumper Verallgemeinerung als Apologie der Programmatik einer fremden Regierung diffamiert; das Bed\u00fcrfnis von Menschen, zun\u00e4chst die Perspektiven aller in einen Konflikt involvierten Parteien nachzuvollziehen, als Kumpanei mit dem \u201eFeind\u201c diskreditiert. B\u00fcrger sind in diesem Elaborat nur denkbar als blind \u201evertrauende\u201c Parteig\u00e4nger der eigenen Regierung und Staatsmedien oder als fehlgeleitete passive Opfer fremder Infamie \u2013 oder als Verfechter stumpfer rassistischer Vorurteile, die selbst vor Menschenhatz und Mord nicht zur\u00fcckstecken. <\/p>\n<p>Als nicht extremistisch und nicht fremdgesteuert wird hier nur die Haltung einer fraglosen Bejahung der Regierungspolitik des eigenen Landes und der mit ihr \u00fcbereinstimmenden Wirklichkeitsdeutung in den eigenen Leitmedien begriffen. Damit leistet sich der MDR ein Propagandast\u00fcck, das darauf ausgerichtet ist, die notwendige Breitendiskussion \u00fcber eine Grundsatzfrage, die die Menschen in Deutschland seit zweieinhalb Jahren aufw\u00fchlt, im Keim zu ersticken und jeden zu verunglimpfen, der am Diskussionsbedarf festh\u00e4lt. In der Konsequenz propagiert hiermit der MDR Meinungszensur durch Diffamierung des Einwands gegen eine verordnete Haltung.  In der Konsequenz wird Demokratie schwer sch\u00e4digt, weil Debatte durch ein Meinungsdiktat blockiert wird, anstatt dass eine Plattform f\u00fcr sie entst\u00fcnde. Der grundgesetzliche Auftrag \u00f6ffentlich-rechtlicher Medien wird in diesem propagandistischen Schmierenst\u00fcck in sein Gegenteil verkehrt. <\/p>\n<p>Dass diese Vorw\u00fcrfe unzweifelhaft gerechtfertigt sind, werden wir Ihnen im Folgenden im Detail nachweisen.  Zu diesem Zweck haben wir nicht nur die Sendung in G\u00e4nze transkribiert und alle zus\u00e4tzlich auf der Homepage des MDR  verlinkten Interviews und Quellen protokolliert, sondern ihren exakten Wortlaut einer eingehenden Analyse unterzogen. Dabei haben wir die Kriterien unserer Betrachtung mit denen anerkannter medienwissenschaftlicher Ver\u00f6ffentlichungen abgeglichen. Wir werden daraus nicht nur an entsprechenden Stellen zitieren, sondern bei unseren Begr\u00fcndungen verwendete medienwissenschaftliche Untersuchungen wie Dokumente in Fu\u00dfnoten anf\u00fcgen. Im Gegensatz zur kritisierten Sendung werden wir unsererseits von uns get\u00e4tigte Tatsachenbehauptungen durch belastbare Quellen belegen.<\/p>\n<p>Weiterlesen oder herunterladen: <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Schattenkrieg.pdf\"rel=\"\">Schattenkrieg<\/a><\/p>\n<div style=\"float:left;margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color:rgb(248,109,14);padding:30px;margin-left: 30px;\"><a style=\"color:white;font-size:20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<p><br style=\"clear:both;\" \/><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1503 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1503')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1503').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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