{"id":3034,"date":"2017-08-27T12:16:59","date_gmt":"2017-08-27T11:16:59","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=3034"},"modified":"2023-12-16T14:14:01","modified_gmt":"2023-12-16T13:14:01","slug":"mediale-volksverhetzung-1-die-griechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/mediale-volksverhetzung-1-die-griechen\/","title":{"rendered":"Mediale Volksverhetzung (1) &#8211; Die Griechen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mediale Volksverhetzung &#8211; Die Griechen<\/strong><br \/>\nBildlizenz: CC0<\/p>\n<p>Eine der wichtigsten Funktionen der Massenmedien ist die Herstellung von \u00d6ffentlichkeit.<br \/>\nIndem Medien aktuelle Themen <a href=\"https:\/\/effektegruppe.wordpress.com\/agenda-setting\/\">auf die Agenda setzen<\/a>, fungieren sie als Vermittler zwischen gesellschaftlichen Gruppierungen und Teilsystemen sowie zwischen B\u00fcrgern und Regierung. Medien bilden ein unverzichtbares Forum f\u00fcr den gesellschaftlichen Diskurs. In welcher Form dieser Diskurs stattfindet, ob er \u00fcberhaupt stattfindet und in welche Richtung er gelenkt wird, entspricht der Art und Weise der medialen Darstellung und Bewertung von Ereignissen in den Medien.<\/p>\n<p>Marian Turski:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAuschwitz begann mit der Dem\u00fctigung des Menschen. Wenn heute jemand einen Roma, einen Juden, einen Bosnier, einen T\u00fcrken, einen Israeli, einen Pal\u00e4stinenser, einen Christen, einen Moslem oder einen Ungl\u00e4ubigen dem\u00fctigt, so ist das ein neuer Beginn von Auschwitz.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein gro\u00dfer brauner Umschlag, den seine v\u00f6llig aufgel\u00f6ste Sekret\u00e4rin eines Tages zu ihm brachte, war randvoll mit menschlichen Exkrementen und offensichtlich in Bezug auf Dialogbereitschaft als DER Tiefpunkt innerhalb der ohnehin problematischen Korrespondenz mit deutschen B\u00fcrgern zu betrachten. Sowohl der chronisch \u00fcberlastete Schreibtisch des griechischen Konsuls Aris Radiopoulos, als auch das elektronische Postfach des Diplomaten quellen seit einiger Zeit, parallel zu halbgaren und unvorsichtigen Verlautbarungen seitens Politik und Medien, \u00fcber. (Quelle: LVZ vom 23.05.2015)<\/p>\n<p>Griechische Gastronomen, bislang vielleicht wegen der Vielzahl an Gratis-Ouzo st\u00e4rker frequentiert als die knausrige Schnitzelstube des deutschen Mitbewerbers, verzeichneten im Laufe der medial befeuerten, politischen Anti-Griechenland-Kampagnen &#8211; neben Besucher- und Umsatzschwund &#8211; reichlich despektierliche Anw\u00fcrfe, die sich bis hin zu offenen <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=47&amp;t=507&amp;p=2023#p2023\">Anfeindungen und anonymen Schm\u00e4hschreiben<\/a> steigerten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/23632a9da84f76621d4d1cc9878374f4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3036\" src=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/23632a9da84f76621d4d1cc9878374f4.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/23632a9da84f76621d4d1cc9878374f4.jpg 600w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/23632a9da84f76621d4d1cc9878374f4-225x300.jpg 225w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/23632a9da84f76621d4d1cc9878374f4-100x133.jpg 100w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/23632a9da84f76621d4d1cc9878374f4-150x200.jpg 150w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/23632a9da84f76621d4d1cc9878374f4-200x267.jpg 200w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/23632a9da84f76621d4d1cc9878374f4-300x400.jpg 300w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/23632a9da84f76621d4d1cc9878374f4-450x600.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In Deutschland geborene Kinder griechischer Mitb\u00fcrger wurden im Laufe der Feindseligkeiten von deutschen Mitsch\u00fclern schon mal auf dem Schulhof mit der Forderung konfrontiert, doch endlich mal <em>\u201eunser Geld\u201c<\/em> zur\u00fcckzuzahlen und selbst diverse Lehrk\u00f6rper hielten bei Leistungsabfall oder vergessenen Hausaufgaben mit ihrem Halbwissen \u00fcber die <em>\u201egriechische Mentalit\u00e4t\u201c<\/em> nicht hinter den Berg. Griechen in Deutschland sehen sich vor allem aufgrund der einseitig negativen Berichterstattung des Mainstreams zunehmend Anfeindungen ausgesetzt.<\/p>\n<p>Bereits ein halbes Jahr nach Beginn der Medienberichterstattung zur Staatsverschuldung in Griechenland war in Deutschland 2010 ein v\u00f6llig neues Griechenlandbild entstanden. Die durch Medien gepr\u00e4gte, negativ konnotierte Charakterisierung Griechenlands wurde beunruhigend rasch zur sozialen Routine im deutschen Sprachgebrauch.<br \/>\nDas Bild, wonach die Griechen auf Kosten der restlichen Eurozone ein unbeschwertes, rauschhaftes Leben f\u00fchren, selbst wenn ganz Europa dabei untergeht, lie\u00df sich wie auf Knopfdruck in die K\u00f6pfe deutscher Rezipienten projizieren.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Die soziale und kulturelle Stigmatisierung von Menschen hat in Deutschland eine unheilvolle Tradition und es f\u00e4llt den Meinungsbildnern offenbar schwer, von diesem Pfad abzuweichen, denn die verzerrende und stigmatisierende Berichterstattung erfolgte bewusst und ohne die geringsten Skrupel.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.germanistik.uni-hannover.de\/otten_publikationen.html\">(Vgl. Die Dynamik der Konstruktion von Differenz und Feindseligkeit am Beispiel der Finanzkrise Griechenlands (2012))<\/a><\/p>\n<p>Als Anfang 2012 das deutsche Magazin Focus online unter der Rubrik \u201eFinanzen\u201c mit der Schlagzeile<em> \u201ePleite-Griechen k\u00f6nnen Picasso-Bild nicht sch\u00fctzen\u201c<\/em> titelte, kn\u00fcpfte man mit einer v\u00f6llig sinnfreien T\u00e4ter-Opfer-Umkehr an die fr\u00fcheren Hetztiraden von BILD, Stern und Focus an. Beitr\u00e4ge, triefend vor Stereotypen und Vorurteilen wurden fortan auch in vermeintlich seri\u00f6sen Medien gesichtet. Neben den <em>\u201eSchulden-Hallodris\u201c<\/em> (BILD) die den deutschen <em>\u201eSteuerzahler-Deppen\u201c<\/em> schr\u00f6pfen, \u00fcber die Metapher Drogenabh\u00e4ngigkeit <em>\u201eDie Sucht der Griechen nach frischem Geld\u201c<\/em> (Focus online 2011) bis hin zu direkten Anleihen bei Pers\u00f6nlichkeiten, die als unmittelbare Wegbereiter des Nationalsozialismus und seiner Rassentheorien gelten \u2013 die immer abwegigeren Steigerungsformen verbaler Brandbeschleunigung tragen eindeutig volksverhetzende Z\u00fcge.<\/p>\n<p>Was Dietz Bering (1987) in seiner Studie zu Verfahren \u00fcber Ausgrenzung der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung unter dem Titel <em><a href=\"https:\/\/eden.one\/dietz-bering-der-name-als-stigma-historischer-teil\">\u201eDer Name als Stigma\u201c<\/a><\/em> zusammengetragen hat, findet ungeheuerliche Parallelen in der mentalit\u00e4tsgeschichtlichen Beschreibung, in der die Griechen innerhalb des \u00f6ffentlich-medialen Diskurses seit Beginn der systemisch bedingten Banken- und Finanzkrise als krisenausl\u00f6sende Akteure demontiert wurden.<\/p>\n<p>So <a href=\"https:\/\/uebermedien.de\/4486\/der-afd-mann-vom-focus-und-sein-rassistisches-fanal\/\">zitierte der Focus<\/a> den als Rassentheoretiker bekannten Orientalisten und Publizisten Jakob Philipp Fallmerayer, der f\u00fcr seine Ablehnung gegen\u00fcber dem Philhellenismus bekannt war. Er vertrat die rassentheoretische These, dass die Griechen des 19. Jahrhunderts in keiner biologischen Verwandtschaft zu den Ur-Griechen der Antike st\u00fcnden, da sie durch den Einfluss slawischer V\u00f6lker gepr\u00e4gt seien. Der Focus zitierte in seiner Ausgabe vom 22.10.2010 ausgerechnet die aus heutiger deutscher Sicht besonders problematische rassentheoretische \u00dcberlegung Fallmerayers:<\/p>\n<p><em>\u201eKein Tropfen des alten Heldenblutes flie\u00dft ungemischt in den Adern der jetzigen Neugriechen. Eure schw\u00e4rmerische Teilnahme ist verschwendet an ein entartetes Geschlecht, an die Abk\u00f6mmlinge jener slawischen Unholde, die im f\u00fcnfte und sechsten Jahrhundert \u00fcber das byzantinische Reich hereinbrachen und die hellenische Nation mit Stumpf und Stil ausrotteten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ohne sich inhaltlich und in Bezug auf fragw\u00fcrdige Implikationen zu distanzieren f\u00e4hrt der Autor unmittelbar fort:<\/p>\n<p><em>\u201e<strong>In der Tat<\/strong> (sic!) d\u00fcrften die heutigen Griechen kaum mehr mit jenen verwandt sein, die in der Antike das Land bev\u00f6lkerten und diese staunenswerte Kultur schufen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Um die eingangs erw\u00e4hnte <em>\u201eRichtung des \u00f6ffentlichen Diskurses\u201c<\/em> aufzugreifen, so f\u00e4llt nat\u00fcrlich auf, dass eine Aufkl\u00e4rung \u00fcber systemische Effekte der Bankenkrise, Spekulationen am Finanzmarkt, weltweit hohe Staatsverschuldungen und Vers\u00e4umnisse bei der Euro-Einf\u00fchrung seitens der Medien weitestgehend vermieden wurde. Neben v\u00f6llig abwegigen Erkl\u00e4rungsversuchen f\u00fcr die Verfasstheit der Griechen der Neuzeit, \u201everga\u00dfen\u201c die Qualit\u00e4tsjournalisten das Naheliegende, n\u00e4mlich das starke finanzielle Engagement, das internationale und deutsche Banken mit betr\u00e4chtlichen Gewinnen in Griechenland t\u00e4tigten.<br \/>\nAuch hier griff die T\u00e4ter-Opfer-Umkehr durch die Mainstreammedien ganz im Sinne ihrer zum Gro\u00dfteil oligarchisch gepr\u00e4gten Besitzerkaste und der deutschen Profiteure. 360 Millionen Euro flossen bis 2015 <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/18\/041\/1804169.pdf\">allein an Zinsen<\/a> in den deutschen Bundeshaushalt. Zudem profitiert Finanzminister Sch\u00e4uble von niedrigen Zinsen auf deutsche Staatsanleihen, weil Deutschland in der Krise als sicherer Hafen f\u00fcr Investoren gilt und die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) die Zinsen auf den M\u00e4rkten dr\u00fcckt. Dies hat Deutschland <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=47&amp;t=874#p3144\">Einsparungen in Milliardenh\u00f6he gebracht<\/a>.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend <strong>\u201eder Markt\u201c<\/strong> und die Gemeinschaftsw\u00e4hrung <strong>\u201eEuro\u201c<\/strong> zunehmend mit menschlichen Metaphern versehen wurden, sollte <strong>\u201eder Grieche\u201c<\/strong> am besten aufh\u00f6ren zu leben&#8230;<\/p>\n<p>\u201e\u2026den j\u00fcngsten <strong>Schock<\/strong> der Finanzm\u00e4rkte\u2026\u201c (Spiegel 07\/10)<br \/>\n\u201e\u2026 das <strong>Vertrauen<\/strong> der M\u00e4rkte zu stabilisieren\u2026\u201c (Spiegel 18\/10)<br \/>\n\u201e\u2026 die Finanzm\u00e4rkte <strong>glauben<\/strong> nicht\u2026\u201c (Spiegel 19\/10)<br \/>\n\u201e\u2026 die <strong>Bef\u00fcrchtungen<\/strong> der Finanzm\u00e4rkte sind <strong>hysterische bis irrational<\/strong>\u2026\u201c (Spiegel 19\/10)<br \/>\n\u201e\u2026 die M\u00e4rkte <strong>rochen<\/strong> sofort, dass etwas nicht stimmte\u2026\u201c Spiegel 19\/10)<br \/>\n\u201e\u2026der Euro ist ein von Frankreich und Deutschland gemeinsam <strong>gezeugtes Kind<\/strong>\u2026\u201c (DIE ZEIT 12.05.2010)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Finanzkrise als <strong>\u201eKrankheit\u201c<\/strong> beschrieben wurde, die mit Hilfe des <strong>\u201eMedikamentes\u201c<\/strong> und einer <strong>\u201eTherapie\u201c<\/strong> in Form des <strong>\u201eRettungspaketes\u201c<\/strong> geheilt werden m\u00fcsse, insbesondere um eine <strong>\u201eAnsteckung\u201c<\/strong> mit dem <strong>\u201egriechischen Virus\u201c<\/strong> zu vermeiden, erh\u00f6hten sich in Griechenland die S\u00e4uglingssterblichkeit, die Obdachlosigkeit, die Selbstmordrate, die Arbeitslosigkeit, die Insolvenzen\u2026 die gesch\u00fcrte und geduldete Verelendung eines uns im <em>\u201eFriedensprojekt EU\u201c<\/em> bislang in Freundschaft verbundenen Volkes.<\/p>\n<p>\u201e\u2026 ein Land geht auf dem <strong>Zahnfleisch\u2026<\/strong>\u201c (DIE ZEIT 27.5. 2010)<br \/>\n\u201e\u2026 dass die geplante <strong>Milliardenspritze<\/strong> aus europ\u00e4ischen und deutschen Kassen die griechische Malaise heilen kann\u2026\u201c (Spiegel 17\/2010)<br \/>\n\u201e\u2026 wenn die <strong>Notoperation<\/strong> nicht gelingt\u2026\u201c (Spiegel 08\/2010)<br \/>\n\u201e\u2026 ob die Griechen die <strong>Medizin<\/strong> von au\u00dfen schlucken wollen\u2026\u201c (DIE ZEIT 6.5.2010)<br \/>\n\u201e\u2026 die von immer neuen <strong>Schuldeninjektionen<\/strong> abh\u00e4ngig sind, steht eine harte <strong>Entziehungskur<\/strong> bevor \u2026 sonst droht ihnen ein langes <strong>Siechtum<\/strong> und einigen der <strong>Kollaps<\/strong>\u2026\u201c (Spiegel 18\/2010)<br \/>\n\u201e\u2026 sogar die USA f\u00fcrchten sich vor der <strong>Ansteckungsgefahr<\/strong>\u2026\u201c (DIE ZEIT 6.5.2010)<\/p>\n<p>Wenige Jahre sp\u00e4ter richtet sich die politische Agitation der tradierten Medien nun gegen den Hoffnungstr\u00e4ger der Griechen, die demokratisch gew\u00e4hlte Partei Syriza und deren Repr\u00e4sentanten Alexis Tsipras und den Wirtschaftswissenschaftler und neuen Finanzminister Griechenlands Yanis Varoufakis. Eine besonders traurige Rolle spielten hier die Programme der \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten ARD, ZDF und Deutschlandfunk.<br \/>\nDeren Griechenlandberichterstattung war einseitig, regierungskonform, manipulativ, feindselig, verleumderisch und in Teilen geradezu absurd ob ihrer <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=47&amp;t=1479#p5316\">boulevardesken Erz\u00e4hlweise<\/a>. Durch die Verbreitung national-stereotyper Klischees entgegen des gesetzlichen Auftrages wurden bei der deutschen Bev\u00f6lkerung &#8211; wie schon so oft in der deutschen Geschichte &#8211; niedere Instinkte wie Neid, Hass, Zynismus und offener Rassismus geweckt.<\/p>\n<p>Alarmistische Schlagzeilen und hysterische Skandalisierung von Personen tragen Fr\u00fcchte bei einer gef\u00fchlten Mehrheit der deutschen B\u00fcrger. Die Liste rhetorischer Stilmittel ist lang und wird durch semantische \u00dcbertreibung, Dramatisierung, Verzerrung und Ironisierung bis hin zur <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=47&amp;t=1479&amp;start=25#p5353\">gesch\u00fcrten Eskalation<\/a> einen Gro\u00dfteil der Zuschauer davon \u00fcberzeugen, dass diese <em>&#8222;hemds\u00e4rmeligen&#8220;<\/em>, <em>&#8222;ruppigen&#8220;<\/em> (Thomas Roth 04.02.2015), <em>&#8222;selbstverliebten&#8220;<\/em> (Ulrich Deppendorf 27.02.2015) <em>&#8222;Halbstarken&#8220;<\/em> (Claus-Erich Boetzkes 12.02.2015), diese <em>&#8222;Schuljungen&#8220;<\/em> (Thomas Bormann 21.02.2015) mit ihrer <em>&#8222;Ruppigkeit-ich-will-nicht-sagen-Arroganz&#8220;<\/em> (Thomas Roth 16.02.2015), diese <em>&#8222;unberechenbaren Teenager&#8220;<\/em> mit <em>&#8222;frechem Grinsen im Gesicht&#8220;<\/em> (Angela Ulrich 08.07.2015), die ihre <em>&#8222;Hausaufgaben&#8220;<\/em> (Caren Miosga 23.02.2015) nicht machen wollen und es als ihr <em>&#8222;gottgegebenes Recht ansehen, auf Kosten anderer zu leben&#8220;<\/em> (Rolf-Dieter Krause 17.02.2015), <em>&#8222;runter von den B\u00e4umen&#8220;<\/em> (Ulrich Deppendorf 27.02.2015) m\u00fcssen, <em>&#8222;ins Gebet&#8220;<\/em> (Bettina Scharkus 29.01.2015) genommen werden m\u00fcssen. Und wenn alle Ermahnung nicht hilft \u2013 <em>&#8222;Ich-kann-gar-nicht-so-viel-fressen-wie-ich-kotzen-m\u00f6chte\u201c<\/em> (Rolf-Dieter Krause, Presseclub, 14.06.2015) \u2013, dann m\u00fcssen diese <em>&#8222;Schurken&#8220;<\/em> (Alois Theisen, 27.06.2015), vor allem dieser <em>&#8222;irrlichternde Varoufakis&#8220;<\/em> (Reinald Becker 29.06.2015) mal richtig diszipliniert, am besten <em>&#8222;zum Teufel gejagt&#8220;<\/em> werden. (Rolf-Dieter Krause, Hart aber fair, 29.06.2015)<\/p>\n<p>Rolf-Dieter Krause, Tagesthemen 17.02.2015: <em>&#8222;So arrogant redet einer [Bezug: &#8222;der Grieche&#8220;] daher, der es offenkundig f\u00fcr das gottgegebene Recht seines Landes h\u00e4lt, auf Kosten anderer zu leben. Wieso sollten eigentlich die Aldi-Kassiererin und der Realschullehrer, also die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen, mit ihren Steuern daf\u00fcr einstehen, dass Griechenlands aufgebl\u00e4hter Beamtenapparat noch weiter vergr\u00f6\u00dfert wird? \u2013 Das ist es, was Athen will.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Auch der ehemalige EU-Parlamentspr\u00e4sident und derzeitige SPD-Kanzler-Kandidat Schulz warf schon mal s\u00e4mtliche <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/interview-schulz-103.html\">diplomatischen Gepflogenheiten \u00fcber Bord,<\/a> ohne sich auch nur im Ansatz der Diskrepanz zwischen eigener Vita und der des Wirtschaftswissenschaftlers Yanis Varoufakis zu vergegenw\u00e4rtigen: <em>\u201e(\u2026) erstaunlicherweise bin ich dem Mann noch nicht begegnet. (\u2026)\u201c<\/em> meinte Schulz im Hinblick auf den (damaligen) griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis. <em>\u201e(\u2026) und ich muss sagen, das hat mich bis dato nicht in eine tiefere Sinnkrise gest\u00fcrzt (\u2026) in den ersten Monaten habe ich den f\u00fcr `nen Spa\u00dfhansel gehalten. \u00c4h, ich hab gedacht, das ist ja ganz vergn\u00fcgt wenn man mal so\u2019n Mann sieht, aber, er ist ja schon ein nicht ernstzunehmender Gespr\u00e4chspartner. Das was er sagt stimmt ja schlicht und ergreifend nicht.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch (CDU\/CSU) \u00e4u\u00dferte w\u00e4hrend einer \u00f6ffentlichen Debatte im Bundestag: <em>\u201eSchauen Sie sich Tsipras an, schauen Sie sich Varoufakis an, w\u00fcrden Sie von denen einen Gebrauchtwagen kaufen?\u201c<\/em><\/p>\n<p>Sigmar Gabriel am 14.06.2015: <em>&#8222;Wir werden nicht die \u00fcberzogenen Wahlversprechen einer zum Teil kommunistischen Regierung durch die deutschen Arbeitnehmer und ihre Familien bezahlen lassen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ada300d63d01793842faacc759c20008.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3038 size-full\" src=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ada300d63d01793842faacc759c20008.jpg\" alt=\"\" width=\"324\" height=\"532\" srcset=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ada300d63d01793842faacc759c20008.jpg 324w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ada300d63d01793842faacc759c20008-183x300.jpg 183w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ada300d63d01793842faacc759c20008-100x164.jpg 100w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ada300d63d01793842faacc759c20008-150x246.jpg 150w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ada300d63d01793842faacc759c20008-200x328.jpg 200w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ada300d63d01793842faacc759c20008-300x493.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 324px) 100vw, 324px\" \/><\/a>In den medial vermittelten Wahrnehmungs-und Beurteilungskategorien schwingen stets vermeintliche deutsche Tugenden wie Zuverl\u00e4ssigkeit, Ordnung, Ehrlichkeit, P\u00fcnktlichkeit, H\u00f6flichkeit, Flei\u00df und Sparsamkeit mit &#8211; Tugenden, die dem \u201eGegner\u201c selbstverst\u00e4ndlich aufgrund der medial vermittelten \u201eErfahrungen\u201c abgesprochen werden. Stereotype setzen sich so unmittelbar fest und <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=47&amp;t=1479\">manifestieren sich zu Narrativen<\/a>.<br \/>\nFalschinformationen werden in der Regel nicht einger\u00e4umt, sondern stattdessen kontinuierlich wiederholt.<\/p>\n<p>Weil deutsche Qualit\u00e4tsmedien das populistische Ressentiment auch weiterhin stoisch kolportierten, dass doch alles gut w\u00fcrde, wenn nur die Griechen von ihrer Verschwendungssucht abk\u00e4men, schrieben deutsche B\u00fcrger brav ihren medial vermittelten Hass nieder und bel\u00e4stigten damit v\u00f6llig unbescholtene Menschen.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Den \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien k\u00f6nnte eine Seismograph-Funktion innerhalb politischer Ver\u00e4nderungsprozesse zukommen, wenn sie nicht permanent auf einen quotentr\u00e4chtigen und kurzfristigen \u00f6ffentlichen Erregungszustand des Publikums abzielten. H\u00f6hepunkte medialen Dauerfeuers produzierten sie daher kontinuierlich \u2013 von absurden Spin-Doctorship-Beitr\u00e4gen eines, mittlerweile f\u00fcr hervorragende Leistungen preisgekr\u00f6nten, Rolf-Dieter Krause \u00fcber die b\u00f6sartige Inszenierung des inzwischen beleidigt abgetretenen Stinkefinger-Betr\u00fcgers Jauch bis hin zur kollektiven medialen Vernichtung des international angesehenen Wirtschaftswissenschaftlers Yanis Varoufakis.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>Informationsgehalt = Null.<\/strong><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Trailer Storytelling\" width=\"605\" height=\"340\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/VfLVn3uIMUQ?list=UU36WD86_vjwvMyOLB0sXksg\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Sozial reduzierte Berichterstattungen in den Medien zeigten und zeigen auch weiterhin Wirkung, wie man unschwer in den Kommentarspalten der Meinungsmacher, an diversen Umfrageergebnissen oder an eingangs veranschaulichten Aktionen der Opfer publizistischer Blindleistungen sehen kann. Im ZDF-Politbarometer, im ARD-Deutschlandtrend, bei Emnid und am deutschen Stammtisch wird man nach der monatelangen Medien-Kampagne zu Lasten der griechischen Bev\u00f6lkerung erfahren, dass eine deutliche Mehrheit der Deutschen sowohl Finanzhilfen als auch formale Zugest\u00e4ndnisse gegen\u00fcber Griechenland ablehnt und sich dar\u00fcber hinaus emotional von einem freundlichen, lebensfrohen und gastfreundlichen Land distanzierte.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWas wir \u00fcber unsere Gesellschaft, ja \u00fcber die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien. (&#8230;) Andererseits wissen wir so viel \u00fcber die Massenmedien, dass wir diesen Quellen nicht trauen k\u00f6nnen.\u201c Niklas_Luhmann<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Beitrag erschien zuerst im <a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/mediale-volksverhetzung\">Rubikon.<\/a><\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3034 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3034')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3034').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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