{"id":3050,"date":"2017-09-02T11:56:21","date_gmt":"2017-09-02T10:56:21","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=3050"},"modified":"2017-09-02T12:33:57","modified_gmt":"2017-09-02T11:33:57","slug":"fluchtgruende-35-kw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/fluchtgruende-35-kw\/","title":{"rendered":"Fluchtgr\u00fcnde 35. KW"},"content":{"rendered":"<p><em>Quelle: Gruppe 22 &#8211; Informationszentrum Asyl und Migration<br \/>\nBildquelle Symbolbild: dpa<\/em><\/p>\n<blockquote><p>K\u00fcrzlich hatte das Ausw\u00e4rtige Amt einen vertraulichen \u201eZwischenbericht\u201c zur Sicherheitslage in Afghanistan vorgelegt. In dem Papier sind unter anderem 27 der 34 Provinzen aufgelistet, in denen mit Angriffen vor allem der radikalislamischen Taliban gegen die afghanische Regierung oder internationale Vertreter gerechnet werde. Die Gefahr f\u00fcr die afghanische Bev\u00f6lkerung wird dennoch als eher gering beschrieben. Das Au\u00dfenamt und das Innenressort kamen auf der Basis des Berichts zu dem Schluss, dass es keinen Grund gebe, ihren Abschiebekurs zu ver\u00e4ndern. Die USA haben indes angek\u00fcndigt, ihr Engagement in Afghanistan angesichts der schwierigen Sicherheitslage wieder zu verst\u00e4rken. Die US-Luftwaffe k\u00f6nnte nach eigener Einsch\u00e4tzung h\u00e4ufiger Angriffe auf Ziele in Afghanistan fliegen. Die deutsche Regierung sieht aber keinen Grund, von Abschiebungen in das Land abzusehen. (Handelsblatt\/dpa) <\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Afghanistan<\/strong> <\/p>\n<p><u>Bewaffnete Auseinandersetzungen<\/u><\/p>\n<p>Weiterhin kommt es zu Kampfhandlungen, S\u00e4uberungsaktionen, Luft- und Drohnenangriffen, Razzien der Sicherheitskr\u00e4fte sowie \u00dcberf\u00e4llen und Anschl\u00e4gen der Aufst\u00e4ndischen, bei denen teilweise auch Zivilisten get\u00f6tet oder verletzt werden. Nach Presseberichten waren in der vergangenen Woche folgende Provinzen betroffen: Jawzjan (Norden, hier sollen die Taliban mindestens 17 D\u00f6rfer im Distrikt Khamab \u00fcberrannt haben), Balkh, Sar-i-Pul, Faryab (Norden), Kunar, Laghman, Nuristan (Osten), Nangarhar (Osten, neben Milit\u00e4roperationen und Drohnenangriffen sollen hier zwei St\u00e4mme einen Konflikt um eine Mineralienmine mit schweren Waffen ausgetragen haben), Maidan Wardak (Zentrum), Uruzgan, Kandahar (S\u00fcden), Ghazni (S\u00fcdosten, hier sollen die Taliban den Distrikt Zana Khan kurzzeitig erobert haben), Paktia, Paktika (S\u00fcdosten), Baghlan (Nordosten), Badghis, Farah und Herat (Westen).<\/p>\n<p><u>Anschl\u00e4ge und \u00dcbergriffe<\/u><\/p>\n<p>Am 21.08.17 sollen die Taliban im Distrikt Raghistan der Provinz Badakhshan (Nordosten) einen behinderten Mann wegen des Vorwurfs einer Vergewaltigung ausgepeitscht haben.<br \/>\nAm 23.08.17 starben mindestens 50 Menschen bei einem Bombenanschlag in Lashkargah, der Hauptstadt der Provinz Helmand (S\u00fcden). In Kabul wurden mindestens sieben Personen verletzt, als Unbekannte Handgranaten auf einen Kontrollposten warfen.<br \/>\nAm 24.08.17 wurden im Distrikt Nijrab der Provinz Kapisa (Zentrum) zwei Polizisten und zwei Zivilisten bei einem Bombenanschlag get\u00f6tet.<br \/>\nAm 25.08.17 wurden bei einem sog. komplexen Angriff (d.h. mit mehreren kombinierten Taktiken, etwa wie hier mit Selbstmordattent\u00e4tern und weiteren bewaffneten Angreifern) auf eine schiitische Moschee in Kabul mindestens 28 Menschen get\u00f6tet und \u00fcber 50 verletzt.<br \/>\nBei einem weiteren Vorfall wurden in Kabul f\u00fcnf Menschen bei der Explosion einer an einem Auto angebrachten Magnetbombe verletzt.<br \/>\nAm 26.08.17 wurden drei Polizisten und ein Kind bei einem Anschlag auf das Frauenministerium in der Provinz Badghis verletzt. In der Provinz Nangarhar (Osten) wurde ein Geistlicher ermordet. In der Provinz Farah (Westen) starben zwei Polizisten und ein Zivilist bei einem Anschlag.<br \/>\nAm 27.08.17 sprengte sich ein Selbstmordattent\u00e4ter in der N\u00e4he eines Milit\u00e4rkonvois in der Provinz Helmand in die Luft. Dabei starben mindestens 13 Menschen, darunter auch Zivilisten. In der Provinz Zabul (S\u00fcden) wurde der stellvertretende Vorsitzende des Rats der Geistlichen (Ulema Council) ermordet. In der Provinz Nimroz (S\u00fcden) wurde der Polizeichef des Distrikts Delaram zusammen mit einem seiner Leibw\u00e4chter bei einem Hinterhalt der Taliban get\u00f6tet.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>Kamerun\t<\/strong> <\/p>\n<p><u>Boko Haram: Mindestens 15 Tote bei Angriff auf Grenzort<\/u><\/p>\n<p>Am 24.08.17 attackierten mutma\u00dfliche Angeh\u00f6rige der islamistischen Terrororganisation Boko Haram die etwa 1 km von der nigerianischen Grenzstadt Kerawa entfernt gelegene Ortschaft Gakara (Region Far North). Dabei wurden mindestens 15 Menschen von den Terroristen erschossen und acht entf\u00fchrt. Zudem wurden 35 H\u00e4user in Brand gesteckt.<\/p>\n<p><strong>Marokko\t<\/strong> <\/p>\n<p><u>Neue Fl\u00fcchtlingsroute von Tanger nach Europa?<\/u><\/p>\n<p>In der Hafenstadt Tanger sollen sich ca. 20.000 bis 30.000 Migranten aus den s\u00fcdlicheren afrikanischen L\u00e4ndern aufhalten, in der Hoffnung, von dort aus nach Europa zu gelangen. Einige von ihnen hoffen, mit Hilfe von Schlauchbooten nach Gibraltar \u00fcberzusetzen; 9.300 Migranten ist dies seit Anfang des Jahres gelungen. Andere versuchen, \u00fcber die Exklaven Mellila und Ceuta europ\u00e4ischen Boden zu erreichen; auch dies haben mehrere tausend Migranten in diesem Jahr bereits geschafft.<\/p>\n<p><strong>Myanmar\t<\/strong> <\/p>\n<p><u>Dutzende Tote bei Angriffen auf Posten der Sicherheitskr\u00e4fte<\/u><\/p>\n<p>Am 25.08.17 wurden bei offenbar koordinierten Angriffen muslimischer Rohingya auf etwa 30 Polizeiposten und ein Milit\u00e4rlager in den Gemeinden Maungdaw, Buthidaung und Rathedaung im Rakhine State mindestens 71 Menschen get\u00f6tet, darunter zehn Polizisten, ein Einwanderungsbeamter und 59 mutma\u00dfliche Angreifer. Die Arakan Rohingya Salvation Army (ARSA) bekannte sich zu den \u00dcberf\u00e4llen. Das Milit\u00e4r evakuierte etwa 4.000 Nicht-Muslime aus dem betroffenen Gebiet. Etwa 2.000 Rohingya flohen ins benachbarte Bangladesch. Mittlerweile stieg die Zahl der Todesopfer in den andauernden Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskr\u00e4ften und hunderten K\u00e4mpfern auf insgesamt mindestens 104.<\/p>\n<p><strong>Niger<\/strong> <\/p>\n<p><u>Hochwasser bedroht tausende Menschen in Nigers Hauptstadt Niamey<\/u><\/p>\n<p>Nach sintflutartigen Regenf\u00e4llen haben die nigrischen Beh\u00f6rden tausende Bewohner der Hauptstadt Niamey zum Verlassen ihrer H\u00e4user aufgefordert. Mehrere Viertel der Stadt seien erheblich bedroht, sagte der Leiter der Katastrophenschutzbeh\u00f6rde, Abdoulaye Bako, am 27.08.17.<\/p>\n<p><strong>Nigeria<\/strong>\t <\/p>\n<p><u>Boko Haram: Sechs Tote bei Selbstmordanschlag in Maiduguri<\/u><\/p>\n<p>Am 23.08.17 n\u00e4herte sich in Maiduguri im Gebiet Muna Garage ein Selbstmordattent\u00e4ter einem Personentransporter der Polizeisondereinheit SARS. Als die Sicherheitskr\u00e4fte das Feuer auf ihn er\u00f6ffneten, explodierte sein Sprengstoffg\u00fcrtel. Bei dem Anschlag wurden laut Polizeiangaben der Attent\u00e4ter und ein Zivilist, nach anderen Angaben sechs Personen get\u00f6tet und mehrere verletzt.<\/p>\n<p><u>Boko Haram: Zahl der minderj\u00e4hrigen Selbstmordattent\u00e4ter 2017 stark angestiegen<\/u><\/p>\n<p>Laut Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) vom 22.08.17 erh\u00f6hte sich die Zahl der minderj\u00e4hrigen Selbstmordattent\u00e4ter von 19 im Jahr 2016 auf 83 im laufenden Jahr. 55 davon waren M\u00e4dchen, die meisten noch keine 15 Jahre alt.<\/p>\n<p><strong>Somalia\t<\/strong> <\/p>\n<p><u>Anschl\u00e4ge<\/u><\/p>\n<p>Al-Shabaab-K\u00e4mpfer ermordeten im Stadtteil Karan von Mogadischu am 24.08.17 einen Angeh\u00f6rigen der \u00f6rtlichen Verwaltung. Nach Angaben von al-Shabaab t\u00f6teten K\u00e4mpfer am 25.08.17 in der Stadt Fahdun (Region Gedo) einen Mitarbeiter des somalischen Geheimdienstes NISA.<\/p>\n<p><u>Kampfhandlungen<\/u><\/p>\n<p>Die somalische Armee und AMISOM nahmen am 19.08.17 die Ortschaft Barire (Region Lower Shabelle) ein und errichteten dort einen St\u00fctzpunkt. Al-Shabaab eroberte nach einem Gefecht mit AMISOM am 21.08.17 f\u00fcr kurze Zeit die Ortschaft Mahaday (Region Middle Shabelle). Es handelte sich um den achten Angriff der Extremisten auf diese Ortschaft in zwei Wochen. Al-Shabaab beschoss am 22.08.17 nach eigenen Angaben somalische Sicherheitskr\u00e4fte in Qoryooley und Barire (Region Lower Shabelle). Die somalische Armee und Einheiten der \u00dcbergangsregierung von Galmudug (Galmudug Interim Administration \u2013 GIA) nahmen am 23.08.17 die von der Ahlu Sunna wal Jama\u2019a (ASWJ) gehaltene Ortschaft Mareer Gur (Region Galgudud) ein. Ungeachtet andauernder Verhandlungen zwischen der GIA und der ASWJ um eine m\u00f6gliche Einbindung der ASWJ in die Regierung kam es daraufhin am 23.08.17 in Dhusamareb (Region Galgudud) zu Zusammenst\u00f6\u00dfen. Bei der ASWJ handelt es sich um eine sufitisch gepr\u00e4gte islamistische Miliz, die gegen al-Shabaab k\u00e4mpft und vor allem in den zentralsomalischen Regionen Galguduud und Hiiran aktiv ist. Wegen Streits um eine angemessene Vertretung der ASWJ auf nationaler und regionaler Ebene kam es bereits mehrfach zu milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen mit der somalischen Armee sowie der GIA.<br \/>\nAm 25.08.17 unterst\u00fctzten US-Einheiten eine Operation der somalischen Armee nahe Barire (Region Lower Shabelle). Dabei sollen nach Angaben des stellvertretenden Gouverneurs von Lower Shabelle ausl\u00e4ndische Soldaten zehn Zivilisten, darunter drei Kinder, get\u00f6tet haben. Der somalische Informationsminister wies diese Behauptung zur\u00fcck. Ihm zufolge kamen ausschlie\u00dflich al-Shabaab-K\u00e4mpfer ums Leben. Das US Africa Command gab an, das Verteidigungsministerium untersuche die Anschuldigungen.<\/p>\n<p><u>T\u00fcrkische Milit\u00e4rbasis in Mogadischu<\/u><\/p>\n<p>Die T\u00fcrkei er\u00f6ffnete am 22.08.17 in Mogadischu einen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt, auf dem somalische Soldaten ausgebildet werden sollen. Am 23.08.17 wurden etwa 200 t\u00fcrkische Ausbilder nach Mogadischu verlegt. Die Stationierung weiterer t\u00fcrkischer Soldaten ist f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen vorgesehen. <\/p>\n<p><u>Missernte droht<\/u><br \/>\nNach UN-Angaben werden in Somalia wegen der unterdurchschnittlichen Regenf\u00e4lle der Sommerregenzeit bis zu 50 % weniger Getreide produziert werden als \u00fcblich. <\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3050 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3050')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3050').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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