{"id":3339,"date":"2018-02-21T21:27:33","date_gmt":"2018-02-21T20:27:33","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=3339"},"modified":"2018-02-22T21:38:39","modified_gmt":"2018-02-22T20:38:39","slug":"ard-aktuell-und-die-truebe-quelle-bild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/ard-aktuell-und-die-truebe-quelle-bild\/","title":{"rendered":"ARD-aktuell und die tr\u00fcbe Quelle BILD"},"content":{"rendered":"<p><em>Beitragsbild: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/titanic-redakteur-man-haette-sehr-leicht-sehen-koennen-dass-es-ein-fake-sein-kann-15460554.html\">Screenshot FAZ<\/a><\/em><\/p>\n<p>Seri\u00f6se und verifizierbare Quellen sind das A und O glaubw\u00fcrdiger und qualitativ hochwertiger Berichterstattung. Innerhalb gro\u00dfer Medienbetriebe, in denen ma\u00dfgebliche Mitarbeiter je nach politischer Gro\u00dfwetterlage \u00fcber die Relevanz von Ereignissen befinden, sich in Folge am allgemeinen Gleichklang der Meldungen erfreuen und diesen Gleichklang auch noch als Best\u00e4tigung der Eigenleistung im Dienste der Wahrheit empfinden, ist gr\u00fcndliche Quellenrecherche ein Stiefkind journalistischer Aktivit\u00e4ten. Zu ambivalent verhalten sich Echtzeitbegebenheiten und diverse Eigen- und B\u00fcndnisinteressen zueinander. <\/p>\n<p>Passende Informationen finden sich teilweise in einer ganzen Anzahl von Quellen, wobei sich oft herausstellt, dass alle darin enthaltenen Informationen aus ein und derselben Quelle stammen, n\u00e4mlich AFP, DPA oder Reuters. In der Nachrichtengebung von ARD, ZDF, DLF und sonstigem Mainstream finden sich dar\u00fcber hinaus oft schwer verifizierbare Befunde von Fernbeobachtern und vermeintlichen Experten, bspw. der Syrischen Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte in London, dem Couchforensiker Elliot Higgins (Bellingcat) oder dem 1000 km vom Ereignis entfernten Korrespondentenb\u00fcro. Aber auch in unmittelbarer N\u00e4he vom Geschehen drohen Quellen mit einschl\u00e4giger Agenda. Exemplarisch sei hier das Aleppo-Media-Center, die Al-Kaida-nahe Organisation White Helmets, oder &#8222;freie&#8220; Reporter, die Kamera und Mikro stets in die politisch genehme Richtung halten.<\/p>\n<p>Im kleinen Handbuch f\u00fcr Journalistensch\u00fcler steht geschrieben, dass stets versucht werden solle, f\u00fcr jede Fragestellung mehr als eine und unterschiedliche Arten von Quellen zu finden. Bevorzugt werden sollten in jedem Fall Original-\/Prim\u00e4rquellen.<br \/>\nEs sei wichtig, nach einer m\u00f6glichst gro\u00dfen Bandbreite an Quellen zu suchen, in denen unterschiedliche Meinungen zu einer Frage oder einem Ereignis reflektiert werden, da dies dazu beitrage, einen ausgewogenen Bericht zu erstellen. Das Auffinden von mehr als nur einer Quelle verleihe der bereitgestellten Information mehr Gewicht, was besonders in F\u00e4llen zutreffe, in denen die Information sensibler oder kontroverser Natur ist. Damit k\u00f6nne gezeigt werden, dass die vertretene Meinung nicht ausschlie\u00dflich auf einer \u2013 m\u00f6glicherweise befangenen \u2013 Quelle beruht. <\/p>\n<p>Und es ist besonders wichtig, <u>die Eignung der Quelle<\/u> zu pr\u00fcfen. Vielleicht in den Pausen und vor den Redaktionskonferenzen mal wieder <a href=\"https:\/\/www.kiwi-verlag.de\/buch\/der-aufmacher\/978-3-462-04487-4\/\">Wallraff<\/a> lesen &#8211; oder die <a href=\"http:\/\/www.titanic-magazin.de\/news\/miomiogate-juri-kuehnert-bild-und-titanic-9482\/\">TITANIC?<\/a><\/p>\n<p>Volker Br\u00e4utigam und Friedhelm Klinkhammer hatten p\u00fcnktlich zum Ereignis eine entsprechende <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=44&#038;t=2464\">Programmbeschwerde<\/a> im Kasten und konnten daher noch nicht wissen, dass die kompromittierenden Mails nicht im Hause Springer erstellt wurden. Nachdem der Kollege mit Silicon-Valley-Hintergrund aus dem aktiven Dienst als Chefredakteur der BILD ausgeschieden war, herrscht bei Springers offenbar Notstand, was technische M\u00f6glichkeiten im elektronischen Informationsaustausch anbelangt. <\/p>\n<p>Die Beschwerde richtet sich nat\u00fcrlich an die Nachrichtenredaktion der ARD, die sich nicht zu schade daf\u00fcr ist, ihr russophobes Narrativ zu Lasten des Jusos Kevin K\u00fchnert auszuleben und dazu die deutschlandweit zweifelhafteste Gazette als Quelle heranzuziehen. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eNachrichtensendungen sind gem\u00e4\u00df anerkannten journalistischen Grunds\u00e4tzen zu gestalten&#8220;, schreibt der Staatsvertrag vor. Zu diesen Grunds\u00e4tzen geh\u00f6rt, bei ungesicherten Informationen mindestens zwei Quellen beizuziehen. Bei ihrem Bericht:<\/p>\n<p><strong>No-GroKo-Kampagne<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/jusos-russland-101.html\">Jusos dementieren Hilfe aus Russland<\/a><\/strong><\/p>\n<p>st\u00fctzte sich ARD aktuell ersichtlich nur auf eine einzige Quelle, und zwar ausgerechnet auf die BILD Zeitung, eines der widerw\u00e4rtigsten journalistischen Produkte hierzulande.<\/p>\n<p>Die Methode (nicht nur) dieses Drecksblattes ist es, einer anzugreifenden politischen Zielperson eine abtr\u00e4gliche \u00c4u\u00dferung\/Verhaltensweise anzulasten, und zwar unter Berufung auf Dritte, die nicht greifbar sind. In den Konjunktiv gesetzt, ohne dass sich die Autoren selbst damit identifizieren. Der Vorwurf zwingt den dergestalt Diskreditierten meist zu einem Dementi, das wiederum wird aufgegriffen und rundet die ganze Story ab \u2013 und fertig ist die Skandalgeschichte.<\/p>\n<p>Im vorliegenden Fall dienen dazu einige E-Mails, f\u00fcr deren Echtheit es keinerlei Nachweis gibt und die mit gr\u00f6\u00dfter Wahrscheinlichkeit F\u00e4lschungen sind. Dass die BILD sie nicht sofort in den M\u00fcll warf, sondern \u00f6ffentlich zitierte, diente dazu, dem Juso-Chef geradezu haneb\u00fcchene Dummheit zu unterstellen. Der Zweck dieser Art von Boulevard-Journalismus ist allerdings deutlich: \u201eSemper aliquid haeret,\u201c es bleibt immer etwas h\u00e4ngen. Da kann der Juso nun soviel dementieren wie er will.<\/p>\n<p>Zitat tagesschau.de:<\/p>\n<p><em>    (&#8230;) Die Jusos wehren sich gegen Vorw\u00fcrfe, ihr Vorsitzender Kevin K\u00fchnert habe russische Hilfe f\u00fcr eine Social-Media-Kampagne gegen eine neue Gro\u00dfe Koalition angenommen. Die in einem Bericht der \u201eBild\u201c-Zeitung zitierten E-Mails von K\u00fchnert seien gef\u00e4lscht, sagte Juso-Sprecher Benjamin K\u00f6ster. Die Sozialdemokraten pr\u00fcfen, ob sie eine Anzeige gegen Unbekannt erstatten. \u201eSolche Methoden machen wir nicht, brauchen wir auch nicht\u201c, sagt der Juso-Sprecher. Der SPD-Nachwuchs verwies zudem darauf, dass es technisch nicht m\u00f6glich sei, von dem genannten Account mit der Endung \u201ejusos.de\u201c E-Mails zu verschicken.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Echtheit der Mails unbelegt<\/strong><\/p>\n<p>\u201eBild\u201c hatte von angeblichen E-Mails berichtet, die dem Blatt zugespielt worden seien, deren Echtheit sich aber nicht belegen lie\u00dfe. Demnach soll ein Russe namens \u201eJuri\u201c aus St. Petersburg K\u00fchnert Unterst\u00fctzung bei der Kampagne gegen die Neuauflage der Gro\u00dfen Koalition angeboten haben. K\u00fchnert habe diese Hilfe gerne angenommen, so der angebliche Informant.<\/em><\/p>\n<p>Diskreditiert wird mit dieser Schein-Objektivit\u00e4t und Schein-Distanziertheit auch, was der Juso K\u00fchnert will.<\/p>\n<p>Es liegt im Interesse des Springer-Konzerns und ersichtlich auch im Interesse der regierungskonformen ARD-aktuell, die Gegner einer Neuauflage der Regierungskoalition abzuwerten und die SPD-F\u00fchrung medial nach Kr\u00e4ften zu unterst\u00fctzen. Dazu z\u00e4hlt, dass mittlerweile auch Ortsvereinssitzungen dazu genutzt werden, Frau Nahles ins Bild zu hebeln als angeblich aussichtsreichste Bewerberin um den Parteivorsitz.<\/p>\n<p>Unstreitig beteiligt sich hier die Tagesschau an politischem Kampagnenjournalismus. Sie \u00fcbernimmt einfach eine Behauptung der BILD-Zeitung, die selbst von diesem Drecksblatt nicht als beweisbar deklariert wird. Wenn man sich an fr\u00fchere F\u00e4lschungen der BILD erinnern wollte, k\u00f6nnte man sogar auf den Verdacht kommen, auch die hier genannten E-Mails aus Russland seien im Hause Springer produziert worden. Aber ARD-aktuell erinnert nicht an Fr\u00fcheres, sondern macht hier auch noch kostenlos und vollkommen grundlos Werbung f\u00fcr das Drecksblatt.<\/p>\n<p>Von Sachlichkeit und Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit, wie in den Programmrichtlinien vorgegeben, ist dieses Nachrichten-Surrogat der ARD-aktuell meilenweit entfernt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=44&#038;t=2464\">Link zur Beschwerde im Forum<\/a><\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3339 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3339')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3339').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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