{"id":3402,"date":"2018-03-31T12:42:14","date_gmt":"2018-03-31T11:42:14","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=3402"},"modified":"2018-03-31T12:45:05","modified_gmt":"2018-03-31T11:45:05","slug":"20-weitere-fragen-die-journalisten-zum-fall-skripal-stellen-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/20-weitere-fragen-die-journalisten-zum-fall-skripal-stellen-sollten\/","title":{"rendered":"20 weitere Fragen, die Journalisten zum Fall Skripal stellen sollten"},"content":{"rendered":"<p><strong>20 weitere Fragen, die Journalisten zum Fall Skripal stellen sollten<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.theblogmire.com\/20-more-questions-that-journalists-should-be-asking-about-the-skripal-case\/\">von Rob Slane, 27.03.2018<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.theblogcat.de\/uebersetzungen\/20-weitere-fragen\/\">\u00dcbersetzung FritzTheCat<\/a><\/p>\n<p> Meiner Kenntnis nach ist keine der Fragen, die ich in meinem vorangegangenen Artikel stellte \u2013 \u201e30 Fragen, die Journalisten zum Fall Skripal stellen sollten\u201c \u2013 zufriedenstellend beantwortet worden, zumindest nicht \u00f6ffentlich. Und trotz der Tatsache, dass diese legitimen Fragen noch nicht beantwortet wurden und viele wichtige Fakten rund um den Fall immer noch unbekannt sind, hat der Fall zu einer ernsten internationalen Krise gef\u00fchrt, durch die au\u00dferordentliche Ausweisung russischer Diplomaten am 26. M\u00e4rz aus vielen EU-L\u00e4ndern und insbesondere aus den USA.<\/p>\n<p>Hier sollte man mal innehalten. Am 4. M\u00e4rz wurden in der Innenstadt von Salisbury ein Mann und seine Tochter vergiftet. Trotz der Tatsache, dass die Ermittler anscheinend noch nicht wissen, wie sie vergiftet wurden, wann sie vergiftet wurden oder wo sie vergiftet wurden, haben eine Reihe westlicher L\u00e4nder den Zwischenfall als Vorwand f\u00fcr eine koordinierte Ausweisung russischer Diplomaten benutzt, in einem Ausma\u00df wie wir es nicht einmal am H\u00f6hepunkt des Kalten Krieges erlebt haben. Dies sind eindeutig sehr abartige und sehr gef\u00e4hrliche Zeiten.<\/p>\n<p>In meinem vorangegangenen Artikel habe ich darauf hingewiesen, dass es nicht meine Absicht ist, auf diesem Blog irgendwelche Verschw\u00f6rungstheorien zu verbreiten. Es bleibt dabei, dass ich einfach keine ganzheitliche Theorie dazu habe \u2013 Verschw\u00f6rung oder sonst was \u2013 wer das durchgef\u00fchrt hat und ich bleibe f\u00fcr alles offen. Aber da die Regierung meines Landes zu einem vorschnellen Urteil gekommen ist, ohne dass viele der Fakten zu dem Fall bewiesen sind und seither zur gr\u00f6\u00dften Verschlechterung der Beziehungen zwischen nuklear bewaffneten Nationen seit der Kuba-Krise gef\u00fchrt hat, da scheint mir, dass es wichtiger denn je ist, weiterhin Fragen zu stellen, in der Hoffnung dass Antworten kommen.<\/p>\n<p>Und daher, wozu immer es auch gut sein mag, sind hier weitere 20 wichtige Fragen von denen ich meine, dass die Journalisten sie zu diesem Fall stellen sollten:<\/p>\n<p>1.) Hat die Polizei in dem Fall schon irgendwelche Verd\u00e4chtige identifiziert?<\/p>\n<p>2.) Wenn ja, gibt es irgendeinen Beweis, der sie mit der russischen Regierung in Verbindung bringt?<\/p>\n<p>3.) Falls nein, wie kann man dann eine Schuldzuweisung treffen, so wie es die britische Regierung getan hat?<\/p>\n<p>4.) In einer Rede an das Parlament hat Theresa May, die britische Premierministerin, am 12. M\u00e4rz Folgendes gesagt:<\/p>\n<p><em>\u201eEs ist jetzt klar, dass Mr. Skripal und seine Tochter mit einem milit\u00e4rischen Nervenkampfstoff von einem durch Russland entwickelten Typ vergiftet wurden. Das ist ein Teil einer Gruppe von Nervengiften, die als &#8218;Novichok&#8216; bekannt sind. Dies basiert auf der positiven Identifikation dieses chemischen Kampfstoffs durch weltweit f\u00fchrende Experten des Defence Science and Technology Laboratory in Porton Down.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Im Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 22. M\u00e4rz \u00fcber die Zul\u00e4ssigkeit, Blutproben von Sergei und Yulia Skripal zur Pr\u00fcfung durch die Organisation f\u00fcr das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu entnehmen, legte Porton Down Beweise vor Gericht vor (Abschnitt 17 i) in denen es hei\u00dft:<\/p>\n<p><em>\u201eEs wurden Blutproben von Sergei Skripal und Yulia Skripal analysiert und die Befunde deuten darauf hin, dass sie einem Nervenkampfstoff oder einer verwandten Verbindung ausgesetzt waren. Die Proben wurden positiv auf das Vorhandensein eines Nervenkampfstoffes der Klasse Novichok oder eines eng verwandten Stoffes getestet.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Premierministerin sagt also, dass Porton Down die Substanz positiv als einen Novichok Nervenkampfstoff identifiziert habe. Die Ausage von Porton Down sagt, dass ihre Tests darauf hindeuten, dass es ein Novichok-Kampfmittel war oder ein eng verwandter Kampfstoff. Besagen diese zwei \u00c4u\u00dferungen genau das selbe?<\/p>\n<p>5.) Warum wurden die Begriffe \u201everwandte Verbindung\u201c und \u201eeng verwandter Kampfstoff\u201c der Feststellung von Porton Down hinzugef\u00fcgt, und ist das ein Hinweis darauf, dass die Wissenschaftler nicht 100% sicher waren, dass die Substanz ein \u201eNovichok\u201c Kampfstoff war?<\/p>\n<p>6.) Warum wurden diese Begriffe aus der Rede der Premierministerin im Parlament weggelassen?<\/p>\n<p>7.) Warum benutzte die Premierministerin in ihrer Rede das Wort \u201eNovichok\u201c und nicht das Wort Foliant, was der tats\u00e4chliche Name des Programms ist, das von der Sowjetunion eingeleitet wurde, als man in den 1970ern und 1980ern versuchte, eine neue Klasse chemischer Waffen zu entwickeln?<\/p>\n<p>8.) In einem <a href=\"http:\/\/www.dw.com\/en\/boris-johnson-russias-position-in-skripal-case-is-increasingly-bizarre\/a-43043873\">Interview mit Deutsche Welle<\/a> zu der Frage, wie Wissenschaftler in Porton Down so schnell herausgefunden haben, dass der Nervenkampfstoff zur \u201eNovichok\u201c-Klasse der chemischen Waffen geh\u00f6rt, wurde der Au\u00dfenminister Boris Johnson gefragt, ob Porton Down Proben davon besitze. So hat er geanwortet:<br \/>\n<em>\u201eBesitzen sie. Und sie waren absolut kategorisch und ich fragte den Kerl selbst, ich sagte, &#8218;Sind Sie sicher?&#8216; Und er sagte, dass es keinen Zweifel g\u00e4be.\u201c<\/em><br \/>\nWenn Mr. Johnsons \u00c4u\u00dferung richtig ist und das Defence Science and Technology Laboratory (DSTL) in Porton Down Proben von \u201eNovichok\u201c in seinem Besitz hat, wo kamen sie her?<\/p>\n<p>9.) Wurden sie in Porton Down produziert?<\/p>\n<p>10.) Wie lange haben sie sie schon in ihrem Besitz?<\/p>\n<p>11.) Warum hat das DSTL den Besitz dieser Substanzen nicht bei der OPCW angemeldet, wozu sie gem\u00e4\u00df der Chemiewaffen-Konvention (CWC) gesetzlich verpflichtet sind?<\/p>\n<p>12.) Deutete diese \u00c4u\u00dferung von Mr. Johnson nicht darauf hin, dass \u201eNovichoks\u201c in jeder modernen Chemiewaffen-Anlage hergestellt werden kann, so wie im Iran 2016 <a href=\"https:\/\/www.craigmurray.org.uk\/archives\/2018\/03\/first-recorded-successful-novichok-synthesis-was-in-2017-by-iran-in-cooperation-with-the-opcw\/\">unter der Schirmherrschaft der OPCW?<\/a><\/p>\n<p>13.) Wenn dem so ist, wie kann die Regierung so sicher sein, dass die bei der Vergiftung von Mr. Skripal und seiner Tochter verwendete Substanz durch Russland hergestellt oder produziert wurde?<\/p>\n<p>14.) In ihrer Rede am Mittwoch den 14. M\u00e4rz vor dem Parlament sagte die britische Premierministerin, dass es nur zwei plausible Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die Vergiftung von Mr. Skripal und seiner Tochter g\u00e4be:<\/p>\n<p><em>\u201eEntweder war es eine direkte Tat des russischen Staats gegen unser Land. Oder vielleicht hatte die russische Regierung die Kontrolle \u00fcber einen milit\u00e4rischen Nervenkampfstoff verloren und zugelassen, dass er in andere H\u00e4nde gelangt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Gibt es, abgesehen von der tats\u00e4chlich verwendeten Substanz, irgendwelche festen Beweise, die die Regierung zu dem Schluss kommen lie\u00dfen, dies seien die beiden einzigen plausiblen Szenarien?<\/p>\n<p>15.) Am 26. M\u00e4rz haben eine Reihe von L\u00e4ndern als offensichtliche Antwort auf den Vorfall in Salisbury russische Diplomaten ausgewiesen. Die OPCW hat zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt aber den Fall noch gar nicht untersucht oder die Blutproben analysiert. Warum wurde die eindeutig koordinierte Entscheidung zur Ausweisung von Diplomaten getroffen, bevor die Untersuchung der OPCW abgeschlossen ist?<\/p>\n<p>16.) Setzt man damit nicht die OPCW unter gewaltigen Druck, mit der \u201erichtigen\u201c Schlussfolgerung herauszukommen?<\/p>\n<p>17.) Es wird damit gerechnet, dass die OPCW-Untersuchung der Substanz bis zum Ende mindestens drei Wochen dauern wird. Porton Down brauchte weniger als eine Woche f\u00fcr die Analyse. Wie kommt es zu diesem Unterschied?<\/p>\n<p>18.) Wird die OPCW jene \u201eNovichok\u201c-Proben verwenden, die laut Boris Johnson in Porton Down aufbewahrt werden, um sie mit den Blutproben von Mr. Skripal und dessen Tochter zu vergleichen?<\/p>\n<p>19.) Wenn nicht, auf welcher Grundlage wird dieser Vergleich gemacht werden, da die erste bekannte Synthese eines \u201eNovichoks\u201c 2016 im Iran gemacht wurde?<\/p>\n<p>20.) Falls die OPCW herausfindet, dass die Substanz tats\u00e4chlich ein \u201eNovichok\u201c ist, wird das ein ausreichender Beweis sein um festzustellen wer den Angriff auf die Skripals ausgef\u00fchrt hat oder w\u00e4ren \u2013 angesichts der Tatsache, dass andere L\u00e4nder eindeutig in der Lage sind, solche Substanzen herzustellen \u2013 weitere Beweise notwendig?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3402 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3402')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3402').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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