{"id":3666,"date":"2018-06-02T14:40:09","date_gmt":"2018-06-02T13:40:09","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=3666"},"modified":"2018-07-05T12:48:10","modified_gmt":"2018-07-05T11:48:10","slug":"pawlow-und-die-mh17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/pawlow-und-die-mh17\/","title":{"rendered":"Pawlow und die MH17"},"content":{"rendered":"<p><em>Beitragsbild: Screenshot ZDF heute<\/em><\/p>\n<p>Der ber\u00fchmte russische Physiologe Iwan Pawlow hatte einst eine Glocke gel\u00e4utet, wenn seine Laborhunde gef\u00fcttert werden sollten &#8211; mit dem Ergebnis, dass die Tiere bereits beim Klang der Glocke auch dann zu sabbern begannen, wenn gar kein Futter in Sicht war. Diese &#8222;Glocke&#8220; funktioniert nicht nur bei den pawlowschen Hunden sondern auch bei Zweibeinern der Neuzeit, insbesondere bei Jenen, die einen Arbeitsplatz beim deutschen Mainstream innehaben.<\/p>\n<p>Reizworte wie Russland, Putin oder MH17 lassen es bei ihnen laut klingeln. Es ist zwar weit und breit kein &#8222;Futter&#8220; in Form von Fakten, logischen Schl\u00fcssen oder gar Beweisen in Sicht, aber der Reflex ist zuverl\u00e4ssig.<\/p>\n<h3><strong>ZDF Heute: Joint Investigation Team zu MH17<\/strong><\/h3>\n<p>In der Sendung <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/heute-19-uhr\/180524-h19-gesamtsendung-100.html\">ZDF \u201eheute\u201c vom 24.05.2018<\/a> um 19 Uhr wurde \u00fcber eine Ver\u00f6ffentlichung von \u201eErmittlungsergebnissen\u201c des JIT \u201eJoint Investigation Team\u201c zum Abschuss des Fluges MH17 berichtet. Es wurde erneut behauptet, Russland sei verantwortlich f\u00fcr den Abschuss. Es wurde von Anne Gellinek unter anderem kommentiert, dass die Ermittlung schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf Daten aus sozialen Netzwerken beruhe und Russlands Pr\u00e4sident Putin dazu schweigen w\u00fcrde. Er sei zurzeit beim Internationalen Sankt Petersburger \u00d6konomischen Forum.<\/p>\n<p><u>Wir kritisieren an der \u201eheute\u201c-Sendung:<\/u><\/p>\n<p>Die Kommentierung zu den \u201esozialen Netzwerken\u201c war unvollst\u00e4ndig, die Kommentierung von Anne Gellinek <em>\u201ePutin schweigt dazu\u201c<\/em> war schlicht falsch. \u201eFake-News\u201c!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zum Zeitpunkt der \u201eheute\u201c-Sendung h\u00e4tte eine journalistisch korrekte Formulierung zum Beispiel sein k\u00f6nnen:<\/p>\n<p><em>\u201eEs ist davon auszugehen, dass Russlands Pr\u00e4sident Putin sich im Rahmen der Pressekonferenz zum Sankt Petersburger Forum dazu \u00e4u\u00dfern wird.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Aber nein, Sie haben lieber die Propagandaversion gew\u00e4hlt, auf \u201eBILD\u201c-Niveau. Au\u00dferdem ordneten Sie den unverbindlichen Stellenwert einer Untersuchung des JIT nicht ein.<\/p>\n<p>Da im gleichgeschalteten deutschen Mainstream keine umfassende Berichterstattung zu finden ist, erlauben wir uns, die durch Sie zu Unrecht als angebliche Propagandaschleudern d\u00e4monisierten Quellen Russia Today und RTdeutsch zu verwenden, da dort genau die Fakten zu finden sind, welche Sie unterdr\u00fccken (gek\u00fcrzt). Weiter unten in diesem Schreiben erlauben wir uns, dazu eigene Erg\u00e4nzungen zu machen.<\/p>\n<p>Der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin kommentierte auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Sankt Petersburger \u00d6konomischen Forums gemeinsam mit dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron j\u00fcngste Aussagen des niederl\u00e4ndischen Staatsanwalts Fred Westerbeke \u00fcber Untersuchungen des Ermittlungsteams (JIT) zum MH17-Absturz wie folgt:<\/p>\n<p><em>\u201eUnsere Einstellung zu diesem Fall ist die folgende: Wir haben urspr\u00fcnglich angeboten, zusammenzuarbeiten, um diese Trag\u00f6die zu untersuchen. Aber zu unserer \u00dcberraschung wird uns kein Zugang zu den Ermittlungen gegeben&#8220;, so Putin. \u201eDie ukrainische Seite arbeitet mit, trotz der Tatsache, dass die Ukraine internationale Vorschriften verletzt hat und den Luftraum \u00fcber einem Territorium, in dem Kampfhandlungen stattfanden, nicht geschlossen hat. Auf jeden Fall werden wir [dieser Angelegenheit] Aufmerksamkeit und Respekt entgegenbringen und alles analysieren, was darin dargelegt wird\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Die Ukraine war Teil der MH17-Untersuchung, w\u00e4hrend Russland ausgeschlossen wurde, bemerkte der russische Pr\u00e4sident. An dem internationalen Team beteiligen sich neben den Niederlanden noch Ermittler aus Malaysia, Australien, Belgien und der Ukraine.<\/p>\n<p>Das Rechercheteam um den britischen Netzaktivisten Eliot Hidding steht seit Jahren in der Kritik. Vorw\u00fcrfe lauten, Bellingcat w\u00fcrde gef\u00e4lschtes Bildmaterial f\u00fcr seine Analysen verwenden und auf Fake-Accounts in sozialen Medien zur\u00fcckgreifen, um Beweise zu erlangen. Au\u00dferdem sei es nicht m\u00f6glich, mit Methoden wie jenen Bellingcats wissenschaftlich \u00fcberpr\u00fcfbare Ergebnisse zu liefern, so Bildforensiker Jens Kriese. \u2026<\/p>\n<p>Aus der Sicht des russischen Verteidigungsministeriums konnten auch diesmal die &#8222;Beweise&#8220; von Bellingcat keiner n\u00e4heren Analyse standhalten. \u2026 Auff\u00e4llig: Seinen eigenen Bericht pr\u00e4sentierte Bellingcat w\u00e4hrend einer Pressekonferenz nur einen Tag nach dem Vortrag der Ermittler in Den Haag.<\/p>\n<p>Die Sprecherin des russischen Au\u00dfenministeriums, Frau Sacharowa, teilte mit, dass nach wie vor keine Satellitendaten von den USA vorliegen.<\/p>\n<p>Russland kritisiert die JIT-Untersuchung wegen mangelndem Interesse der Ermittler an objektiven, wissenschaftlich gepr\u00fcften Rohdaten wie z. B. Aufzeichnungen von Radarstationen. Auch die US-Satellitenaufnahmen seien bislang nicht vorgelegt worden, von denen Washington unmittelbar nach dem Absturz der malaysischen Boeing \u00fcber der Ostukraine gesprochen hatte.<\/p>\n<p>Frau Sacharowa machte ferner auf die Weigerung der Niederlande aufmerksam, den wichtigsten Umstand einzusch\u00e4tzen, der die Trag\u00f6die erst m\u00f6glich gemacht habe. Es gehe darum, dass die ukrainischen Beh\u00f6rden den Luftraum \u00fcber dem Konfliktgebiet nicht f\u00fcr Zivilfl\u00fcge gesperrt hatten. Die ukrainische Seite sei auch nicht dazu aufgefordert worden, Aufzeichnungen von Fluglotsengespr\u00e4chen des Ungl\u00fcckstages zur Verf\u00fcgung zu stellen, kritisierte Sacharowa. (Quelle: http:\/\/www.deutsch.rt.com)<\/p>\n<p>Solch elementare Vers\u00e4umnisse k\u00f6nnen nur deshalb passieren, weil das JIT kein regelkonformes Ermittlungsinstrument ist. Es ist keine legitime Einrichtung, wie sie das V\u00f6lkerrecht f\u00fcr solch einen Fall vorsehen w\u00fcrde. Die Ukraine h\u00e4tte eine gemeinsame Ermittlung mit Malaysia starten m\u00fcssen, was aber nicht getan wurde.<\/p>\n<p>Die Katastrophe im Luftraum \u00fcber dem ostukrainischen Donbass unterliegt Artikel 26 des 13. Anhangs zur Chicagoer Konvention \u00fcber Internationale Zivilluftfahrt aus dem Jahr 1944. Laut diesem Dokument obliegt es der Ukraine als jenem Land, in dem sich die Trag\u00f6die ereignete, mit Malaysia eine Vereinbarung \u00fcber das weitere Vorgehen zu treffen. Das Flugzeug geh\u00f6rte Malaysia und nicht den Niederlanden. Au\u00dferdem sollte die Ukraine diese Vereinbarung nach den Regeln der internationalen Luftfahrtbeh\u00f6rde registrieren lassen. Dieses Prozedere sieht eine Kontrolle vonseiten besagter Beh\u00f6rde vor. Nichts dergleichen sei getan worden, so der russische Luftfahrtexperte Bordunow.<\/p>\n<p>Die internationale Luftfahrtbeh\u00f6rde stehe abseits und der ganze Prozess sehe eher wie ein Komplott aus mit dem Ziel, Russland um jeden Preis zu beschuldigen. Mit einer ernsthaften Untersuchung habe dies nichts zu tun. (Quelle: http:\/\/www.deutsch.rt.com)<\/p>\n<p><u>Erg\u00e4nzung zur fehlenden Einordnung des Stellenwerts der Untersuchung des JIT:<\/u><\/p>\n<p>Eine kontextualisierende Einordnung des Stellenwerts der JIT-Untersuchung w\u00e4re wichtig gewesen f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis auch vor dem Hintergrund, dass zwischen den am JIT beteiligten L\u00e4ndern eine geheim gehaltene Vereinbarung besteht, nach der die Ukraine berechtigt ist, die Ver\u00f6ffentlichung aller Daten und Fakten, welche zum Nachteil der Ukraine sind, zu verhindern (die niederl\u00e4ndische Zeitung Elsevier berichtete dazu). Das JIT muss seine T\u00e4tigkeit mit den nationalen Gesetzen der Ukraine in Einklang bringen, unter der Schirmherrschaft des ukrainischen Generalstaatsanwalts.<\/p>\n<p>Malaysia Today berichtete, dass die JIT Untersuchung \u201eeine korrupte und nutzlose \u00dcbung\u201c sei.<\/p>\n<p><u>Erg\u00e4nzung zum Themenbereich \u201eSoziale Netzwerke\u201c:<\/u><\/p>\n<p>Mit anderen Fotos und Argumentationen als solchen, welche das erkl\u00e4rte Ziel haben, Russland als Schuldigen darzustellen, befassen Sie sich erst gar nicht, wie z. B. mit der Ver\u00f6ffentlichung des ehemaligen Lufthansa-Piloten Peter Haisenko. In dieser Ver\u00f6ffentlichung wird dargestellt, dass auch 30 mm Geschosse aus Bordkanonen eines Kampfflugzeugs eine Rolle spielten. Ein- und Austrittsl\u00f6cher mit 30 mm Durchmesser sind am Cockpit nachweisbar. Auch ein Streifschuss an einer Tragfl\u00e4che.<\/p>\n<p><u>Zusammenfassung:<\/u><\/p>\n<p>Sie machen sich mit Ihrer einseitigen Berichterstattung sowie Unterdr\u00fcckung von Fakten zum Komplizen derer, welche die tats\u00e4chlichen Schuldigen vor Strafverfolgung und internationaler Anklage sch\u00fctzen wollen. Au\u00dferdem verh\u00f6hnen Sie mit solch nachl\u00e4ssiger Arbeitsweise die Opfer des Flugzeugabschusses.<\/p>\n<p>Sie unterdr\u00fccken z. B. folgende Fakten:<\/p>\n<p>\u2022 Der ehemalige US-Pr\u00e4sident Obama behauptete wenige Stunden nach dem Flugzeugabschuss, die USA w\u00fcrden \u00fcber Satellitendaten verf\u00fcgen, welche die Schuld Russlands nachweisen w\u00fcrden. Diese Daten wurden bis heute nicht ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>\u2022 Die Ukraine ver\u00f6ffentlichte ihre Radardaten und das Gespr\u00e4chsprotokoll des Fluglotsen bis heute nicht.<\/p>\n<p>\u2022 Die niederl\u00e4ndischen Beh\u00f6rden haben mittlerweile zwar 569 Dokumente mit Ermittlungsdaten zum Absturz von MH 17 ver\u00f6ffentlicht, aber wichtige Informationen sind darin unleserlich gemacht worden.<\/p>\n<p>\u2022 147 Ermittlungs-Dokumente werden geheim gehalten, wie der niederl\u00e4ndische Nachrichtensender RTL Nieuws mitteilte.<\/p>\n<p>\u2022 Die vom JIT pr\u00e4sentierte Seriennummer an der Buk-Rakete stammt aus einer Zeit, in der die Buk-Raketen dieses Typs nicht mehr in Russland produziert wurden, sondern nur noch in der Ukraine.<\/p>\n<p>Wir fordern Sie auf, eine Richtigstellung zu Ihrer Berichterstattung zum Thema MH17 zu senden und in Zukunft sorgf\u00e4ltiger zu recherchieren.<\/p>\n<p>Kurz vor seinem Tod wandte sich Pawlow mit einem Brief an die Jugend und wir geben diesen weisen Rat gerne an die erwachsenen Verantwortlichen im \u00f6ffentlich-rechtlichen Funk und Fernsehen weiter:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Denkt daran, dass die Wissenschaft vom Menschen das ganze Leben verlangt, und h\u00e4ttet ihr zwei Leben, sie w\u00fcrden nicht ausreichen. Seid leidenschaftlich in eurer Arbeit und in euren Forschungen. Lernt, sammelt Tatsachen, h\u00e4uft Tatsachen an. Die Tatsachen sind die Luft des Gelehrten; ohne sie kein Aufstieg, ohne sie bleiben eure \u00b4Theorien\u00b4 leere Bem\u00fchungen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=30&amp;p=8642#p8642\">Link zur Beschwerde<\/a><\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3666 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3666')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3666').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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