{"id":4164,"date":"2018-08-25T21:36:04","date_gmt":"2018-08-25T20:36:04","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=4164"},"modified":"2018-08-25T21:36:04","modified_gmt":"2018-08-25T20:36:04","slug":"der-fall-skripal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/der-fall-skripal\/","title":{"rendered":"Der Fall Skripal"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Fall Skripal<\/strong><\/p>\n<p>  Im Fall Skripal gibt es erstaunlich wenig gesicherte Fakten, daf\u00fcr aber eine Menge Anschuldigungen von britischer Seite gegen Russland. Da eine vollst\u00e4ndige Chronologie des Falles schwer finden ist, werde <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/ueber-anti-spiegel\">ich<\/a> diese hier erstellen.  <\/p>\n<p>   Am 4. M\u00e4rz 2018 gegen 13.40 erreichte Sergej Skripal zusammen mit seiner Tochter Julia das Einkaufszentrum Maltings, sie gingen kurz in den Pub The Mill um danach von 14.20 Uhr bis 15.35 Uhr im italienischen Restaurant zu essen. Danach f\u00fchlten sie sich pl\u00f6tzlich schlecht und gingen an die Luft. Der Notarzt wurde um 16.15 Uhr gerufen und um 17.10 wurden die beiden bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert. Auch ein Polizist wurde station\u00e4r behandelt, aber noch im M\u00e4rz wieder entlassen, w\u00e4hrend die Skripals noch im Koma lagen.  <\/p>\n<p>   In den folgenden Tagen gab es wilde Spekulationen, was passiert sein k\u00f6nnte und am 7. M\u00e4rz gab die britische Seite bekannt, es handele sich um ein seltenes Nervengift, nannte jedoch zun\u00e4chst keine Details. Am 12. M\u00e4rz gab die britische Premierministerin May dann bekannt, es handele sich um das in der Sowjetunion entwickelte Nervengift Nowitschok.    <\/p>\n<p>   Es gab in dieser Zeit verschiedene Spekulationen dar\u00fcber, wo und wann die Skripals mit dem Gift in Kontakt gekommen sein sollen und es wurden hunderte Menschen aufgefordert, die sich am 4. M\u00e4rz in der N\u00e4he aufgehalten hatten, ihre Kleidung gr\u00fcndlich zu waschen.    <\/p>\n<p>   Erst am 28. M\u00e4rz wurde bekannt gegeben, dass die h\u00f6chste Konzentration des Giftes auf der T\u00fcrklinke des Hauses von Skripal gefunden wurde. Demnach m\u00fcssen beide Skripals beim Verlassen des Hauses die T\u00fcrklinke ber\u00fchrt haben und sind dann aber noch \u00fcber zwei Stunden nach dem Kontakt mit dem Nervengift v\u00f6llig Symptom-frei in einem Pub und einem Restaurant gewesen, bevor sie sich begannen schlecht zu f\u00fchlen. <\/p>\n<p>   Nachdem Premierministerin May am 12. M\u00e4rz mitgeteilt hat, dass es sich um das Nervengift Nowitschok handelte, beschuldigte sie auch sofort Russland der Tat und stellte Russland ein Ultimatum, sich bis Mitternacht \u201ezu erkl\u00e4ren\u201c. Russland wies das Ultimatum zur\u00fcck und erkl\u00e4rte, nichts mit dem Fall zu tun haben und forderte Proben des Giftes an, um es untersuchen zu k\u00f6nnen. Russland hat die Briten in der Folge immer wieder aufgefordert, Proben zur Verf\u00fcgung zu stellen und auch den Mitarbeitern der Botschaft Zugang zu den russischen Staatsb\u00fcrgern Skripal zu geben, was diplomatischer Usus und in Abkommen geregelt ist. Man stelle sich einmal vor, z.B. die T\u00fcrkei w\u00fcrde deutschen Beh\u00f6rden den Zugang zu deutschen Staatsb\u00fcrgern in einem t\u00fcrkischen Krankenhaus verwehren, so etwas ist unvorstellbar. Die Briten jedoch verweigerten den Zugang und verweigern ihn bis heute.        <\/p>\n<p>   Au\u00dfer den britischen Vorw\u00fcrfen war immer noch nichts bekannt, trotzdem griff die Presse in Deutschland die britische Version auf. So <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/fall-sergei-skripal-russland-weist-jede-schuld-von-sich-a-1197829.html\">schrieb der Spiegel<\/a> z. B. \u201e&#8220;Quatsch&#8220;, &#8222;Unsinn&#8220;, &#8222;M\u00e4rchen&#8220;: Moskau weist jede Schuld an der Vergiftung des russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal von sich. Die Taktik ist altbew\u00e4hrt\u201c    <\/p>\n<p>   Schon die Formulierung der \u201ealtbew\u00e4hrten Taktik\u201c suggeriert, dass nur Russland schuld sein k\u00f6nne, w\u00e4hrend es \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/sergej-skripal-so-koennte-grossbritannien-russland-bestrafen-a-1197780.html\">Beschuldigungen aus Gro\u00dfbritannien<\/a> hie\u00df: \u201eDer Ex-Spion Skripal wurde in England mit einem Mittel aus Sowjetproduktion vergiftet. London sieht die Schuld bei Moskau und bestellt den russischen Botschafter ein.\u201c     <\/p>\n<p>   F\u00fcr den Spiegel war es also sofort klar, dass die britische Position, das Mittel w\u00e4re aus sowjetischer Produktion, wahr ist. Allerdings wissen wir heute, dass die Formel f\u00fcr Nowitschok seit 1992 bekannt ist, als ein russischer \u00dcberl\u00e4ufer sie weitergab und dass in der Folge viele L\u00e4nder damit experimentiert haben, unter anderem auch Deutschland, England oder die Tschechei. Es kann also aus den Best\u00e4nden sehr vieler L\u00e4nder kommen. Trotzdem schlossen sich als erstes die USA dem Urteil der Briten an und ihnen folgten die Nato und die EU mit ihren Mitgliedern. In den folgenden Tagen kamen die Medien nicht zur Ruhe, allein bei Spiegel-Online erschienen am 12. und 13. M\u00e4rz zehn Artikel, die sich um dieses Thema drehten und dem Leser in den verschiedensten Varianten klar machten, dass Russland f\u00fcr einen Giftgasanschlag in Europa verantwortlich sei.  <\/p>\n<p>   Am 14. M\u00e4rz wies Gro\u00dfbritannien dann als Reaktion 23 russische Diplomaten aus, worauf Russland drei Tage sp\u00e4ter ebenfalls mit der Ausweisung von 23 Diplomaten reagierte. Alleine am 14. M\u00e4rz ver\u00f6ffentlichte der Spiegel nun zehn Artikel, die den Fall Skripal zum Thema hatten und alle Russland mehr oder weniger offen als Schuldigen benannten.  <\/p>\n<p>   Wie gesagt, gab es zu diesem Zeitpunkt nur die Behauptungen der britischen Regierung, der sich andere westliche Regierungen anschlossen. Aber zu diesem Zeitpunkt hatten die Experten der UNO von OPWC noch gar keinen Zugang zu den Skripals oder zu Proben des Giftes. Es gab also keinerlei neutrale Best\u00e4tigung. Trotzdem war f\u00fcr westliche Presse und Politik der Fall bereits klar. Russische Forderungen, endlich Zugang zu den Patienten zu bekommen oder die Proben untersuchen zu d\u00fcrfen, wurden <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/sergej-skripal-russland-will-zugang-zu-agenten-tochter-a-1198057.html\">von der Presse nur knapp erw\u00e4hnt:<\/a> \u201eMoskau weist jede Schuld an der Vergiftung des russischen Ex-Agenten Skripal von sich. Jetzt will der Kreml den Fall selbst untersuchen &#8211; und Kontakt zu Skripals ebenfalls vergifteter Tochter aufnehmen.\u201c     <\/p>\n<p>   Die Anschuldigungen von <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/sergej-skripal-theresa-may-gibt-die-harte-entscheiderin-a-1198150.html\">May gegen Russland<\/a> lasen dagegen z.B. so: \u201eMit ernster Miene tritt May an das Rednerpult. Sie sagt, es sei richtig gewesen, Moskau die M\u00f6glichkeit zu geben, auf die Vorw\u00fcrfe zu reagieren. Doch die russische Regierung sei dieser Aufforderung nicht gefolgt. &#8222;Ihre Antwort hat eine v\u00f6llige Verachtung f\u00fcr die Schwere dieser Geschehnisse gezeigt&#8220;, sagt May. &#8222;Es gibt keine andere Schlussfolgerung, als dass der russische Staat verantwortlich ist f\u00fcr den versuchten Mord an Herrn Skripal und seiner Tochter.&#8220; Die Giftattacke sei &#8222;ein unrechtm\u00e4\u00dfiger Einsatz von Gewalt durch den russischen Staat gegen das Vereinigte K\u00f6nigreich&#8220; gewesen.\u201c     <\/p>\n<p>   Wie wir gesehen haben, war das Thema Skripal nun Thema Nummer eins in den Medien, mit allein bei Spiegel-Online bis zu zehn Artikeln pro Tag. Auch am 16. M\u00e4rz gab es allein beim Spiegel wieder 8 Artikel zu dem Thema und in einem durfte die <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/russland-und-der-giftanschlag-auf-ex-spion-skripal-a-1198500.html\">Moskau-Korrespondentin als Einleitung<\/a> schreiben: \u201eF\u00fcr Gro\u00dfbritannien steht fest: Russland ist f\u00fcr die Giftattacke auf den Ex-Spion Skripal verantwortlich &#8211; doch in Moskau zweifeln viele daran. Im Staatsfernsehen l\u00e4uft die Propaganda auf Hochtouren.\u201c <\/p>\n<p>   Die Wortwahl sagt alles: Im russischen Staatsfernsehen lief &#8222;die Propaganda auf Hochtouren&#8220;, mit dieser Wortwahl wei\u00df der Leser gleich, was er von den russischen Mitteilungen halten kann: Alles Propaganda. <\/p>\n<p>   Dabei lief die Propaganda im Westen noch wesentlich hochtouriger. Bei der BBC (dem britischen Staatsfernsehen) und auch in den deutschen Medien. Und wenn beim Spiegel \u00fcber 30 Artikel zu einem Thema in vier Tagen ver\u00f6ffentlicht werden, was ist das wenn nicht eine Propaganda-Welle? Der Fall Skripal, das zeigt ein einfacher Blick in die Archive der russischen Medien, bekam weit weniger Artikel in Russland, als in der deutschen Presse. Die Propaganda lief tats\u00e4chlich, allerdings weniger in Russland als im Westen. Und als drei Tage sp\u00e4ter, am 19. M\u00e4rz, in Russland Pr\u00e4sidentschaftswahlen stattfanden, titelte die Moskau-Korrespondentin des Spiegel \u00fcber Putin: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/wladimir-putin-russland-keine-reformen-zu-erwarten-kommentar-a-1198748.html\">\u201eDer gro\u00dfe T\u00e4uscher\u201c<\/a>    <\/p>\n<p>   Das n\u00e4chste Ziel der Briten war es nun, auch andere L\u00e4nder zur Ausweisung von russischen Diplomaten zu bewegen. Zu diesem Zweck wurden Pressebriefings abgehalten. In Moskau lud die britische Botschaft Journalisten ein und pr\u00e4sentierte die britische Sicht der Dinge in einer <a href=\"https:\/\/www.kommersant.ru\/docs\/2018\/UK_Briefing.pdf\">Pr\u00e4sentation bestehend aus sechs Seiten<\/a>, inklusive Coverseite. Diese Pr\u00e4sentation w\u00fcrde in keiner zehnten Schulklasse zu einer gen\u00fcgenden Schulnote ausreichen, war aber f\u00fcr die Briten anscheinend sehr \u00fcberzeugend. Es lohnt sich, darauf n\u00e4her einzugehen, weil die Folgen gravierend waren. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/blog\/der-fall-skripal\">Weiterlesen auf Anti-Spiegel&#8230;<\/a><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_4164 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_4164')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_4164').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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