{"id":4178,"date":"2018-08-31T15:25:16","date_gmt":"2018-08-31T14:25:16","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=4178"},"modified":"2018-08-31T15:27:09","modified_gmt":"2018-08-31T14:27:09","slug":"pipelines-aus-russland-und-fracking-gas-aus-usa-die-chronologie-der-gasversorgung-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/pipelines-aus-russland-und-fracking-gas-aus-usa-die-chronologie-der-gasversorgung-in-europa\/","title":{"rendered":"Pipelines aus Russland und Fracking-Gas aus USA &#8211; die Chronologie der Gasversorgung in Europa"},"content":{"rendered":"<p><em>Bildquelle: via Anti-Spiegel<\/em><\/p>\n<p>In den Medien finden sich immer wieder Berichte, dass Europa seine Abh\u00e4ngigkeit vom russischen Gas verringern sollte. Und es finden sich Berichte, dass die USA ihr Fracking-Gas nach Europa verkaufen wollen. Da lohnt sich ein Blick auf die Hintergr\u00fcnde und die historische Entwicklung.  <\/p>\n<p><strong>Die Vorgeschichte<\/strong>  <\/p>\n<p>Der Westen wirft Russland immer wieder vor, das Gas als \u201epolitische Waffe\u201c oder \u201eDruckmittel\u201c einzusetzen. Diese Vorw\u00fcrfe h\u00f6rte man auch schon fr\u00fcher. Daher lohnt es sich, hier die Vorgeschichte zu betrachten.<br \/>\nAls eine Folge der Entspannungspolitik der SPD in den 1970er Jahren wurden Vertr\u00e4ge \u00fcber die Lieferung von Erdgas mit der Sowjetunion geschlossen. Heute verbraucht Deutschland ca. 100 Mrd. m\u00b3 Gas pro Jahr und der gr\u00f6\u00dfte Teil davon kommt aus Russland. Die Pipelines, durch die das Gas nach Deutschland geleitet wurde, verlaufen durch Wei\u00dfrussland und die Ukraine. Da es in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen mit diesen Transitl\u00e4ndern gekommen ist, wurde mit Nord Stream eine weitere Pipeline durch die Ostsee verlegt und eine zweite ist gegen den massiven Widerstand der USA in Planung.<br \/>\nProbleme mit der Versorgung taten sich nur im Zuge verschiedener Streitigkeiten zwischen Russland und den Transitl\u00e4ndern Wei\u00dfrussland und Ukraine auf.<\/p>\n<p>Im Jahr 2005 kam es zu einem Streit zwischen Russland und der Ukraine \u00fcber die Gaspreise und die Transitbedingungen. Russland drohte zum 1. Januar 2006 die Gaslieferungen an die Ukraine einzustellen, wenn man sich bis dahin nicht einigen sollte. Zwischen dem 1. und 3. Januar kam es zu Schwankungen in der europ\u00e4ischen Gasversorgung, weil anscheinend die Ukraine aus den Pipelines Gas entnahm, welches f\u00fcr die EU bestimmt war, wie z.B. die <a href=\"http:\/\/news.bbc.co.uk\/2\/hi\/europe\/4573572.stm\">\u201eBBC\u201c berichtete<\/a>. Am 4. Januar einigten sich Russland und die Ukraine auf einen Kompromiss.  <\/p>\n<p>Im Jahr 2007 kam es erneut zu Problemen. Der Grund lag darin, dass die Ukraine einen Gasmix aus russischem und turkmenischem Gas bezog, wobei das turkmenische Gas bedeutend g\u00fcnstiger war als das russische. Im Winter 2007\/2008 kam es jedoch von Seiten Turkmenistans zu Lieferschwierigkeiten und Russland sprang ein und lieferte russisches Gas, um die Engp\u00e4sse zu kompensieren. Die Ukraine weigerte sich in der Folge jedoch, f\u00fcr das aus Russland erhaltene Gas die Differenz zwischen turkmenischem und russischem Preis zu bezahlen. Am 3. M\u00e4rz 2008 kam es f\u00fcr zwei Tage zu verringerten Gaslieferungen an die Ukraine, nachdem die Ukraine trotz Aufforderungen aus Russland ihre offenen Rechnungen nicht bezahlt hatte. Am 5. M\u00e4rz einigte man sich dann, wie z.B. der \u201eSpiegel\u201c unter der \u00dcberschrift <em>\u201eEnergie-Geschacher: Kiew und Moskau legen Gas-Streit bei\u201c berichtete.<\/em><\/p>\n<p>Im November 2008 gab es wieder Probleme, als Russland die Begleichung von 2,4 Mrd. Dollar r\u00fcckst\u00e4ndiger Zahlungen forderte, w\u00e4hrend die Ukraine von nur 1,3 Mrd. an einen Zwischenh\u00e4ndler sprach. Zus\u00e4tzlich gab es noch keinen neuen Liefervertrag ab 2009 und Russland kn\u00fcpfte den Abschluss des Vertrages an die Bedingung, dass erst die Altschulden beglichen werden m\u00fcssten. Ab 1. Januar 2009 reduzierte Gazprom die Lieferungen und speiste nur noch das Gas in die Pipeline ein, welches f\u00fcr europ\u00e4ische L\u00e4nder bestimmt war, wie die \u201eFrankfurter Allgemeine Zeitung\u201c am 1. Januar 2009 unter der \u00dcberschrift <em>\u201eRussland dreht den Gashahn zu\u201c<\/em> meldete: <\/p>\n<p><em>\u201eDer russische Staatskonzern Gazprom hat im Streit mit der Ukraine seine Drohungen wahr gemacht und seine Gaslieferungen an das Nachbarland am Neujahrsmorgen eingestellt. Im Streit geht es um weit mehr als um den Gaspreis. Westeuropas Energieversorgung ist davon zurzeit nicht beeintr\u00e4chtigt. \u2026 Vermutlich hatte die Ukraine tats\u00e4chlich Schwierigkeiten, das Geld f\u00fcr das russische Gas aufzubringen. Naftogas Ukrainy stand in den vergangenen Jahren schon mehrmals am Rande des Bankrotts, was auch daran lag, dass die Gaspreiserh\u00f6hungen der vergangenen Jahre nur teilweise an die Verbraucher in der Ukraine weitergegeben wurden. \u2026 Die W\u00e4hrung Griwna hat gegen\u00fcber dem Dollar deutlich an Wert verloren. Gazprom kam dem entgegen, indem es vorschlug, die Transitgeb\u00fchren f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr im Voraus zu zahlen und sie mit den aufgelaufenen Schulden zu verrechnen. Das h\u00e4tte f\u00fcr den Augenblick genau gereicht. Darauf wollte sich die Ukraine aber nicht einlassen, wom\u00f6glich, weil sie damit einen Trumpf aus der Hand gegeben h\u00e4tte.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Trotzdem hatte man sich schon \u00fcber die Altschulden geeinigt, es fehlte jedoch noch eine Einigung \u00fcber den k\u00fcnftigen Preis. Die \u201eFrankfurter Allgemeine Zeitung\u201c schrieb dazu im selben Artikel:<em> \u201eRussland verlangt 250 Dollar (177 Euro) je 1000 Kubikmeter Gas. Russlands Regierungschef Wladimir Putin bezeichnete Moskaus Angebot als Freundschaftspreis, der unter Weltmarktniveau liege. Die finanziell extrem angeschlagene Ukraine will den Preis auf 201 Dollar dr\u00fccken mit der Begr\u00fcndung, dass die Rohstoffkosten derzeit niedrig seien.\u201c  <\/em><br \/>\nZu allem \u00dcberfluss hob ein Kiewer Gericht, obwohl dies nicht in seine Kompetenzen fiel, den bis 2010 geltenden Transitvertrag auf. Nun musste Gazprom die Gaslieferungen komplett einstellen und konnte die EU nicht mehr beliefern, da es keine Transitregelung mehr gab. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/blog\/pipelines-aus-russland-und-fracking-gas-aus-usa-die-chronologie-der-gasversorgung-in-europa\">Wie ging es weiter? Das lesen Sie auf Anti-Spiegel&#8230;.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_4178 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_4178')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_4178').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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