{"id":4753,"date":"2019-03-16T13:19:35","date_gmt":"2019-03-16T12:19:35","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=4753"},"modified":"2019-03-18T19:25:35","modified_gmt":"2019-03-18T18:25:35","slug":"es-bleibt-immer-was-haengen-ard-aktuell-und-die-antichinesische-propaganda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/es-bleibt-immer-was-haengen-ard-aktuell-und-die-antichinesische-propaganda\/","title":{"rendered":"Es bleibt immer was h\u00e4ngen: ARD-aktuell und die antichinesische Propaganda"},"content":{"rendered":"<header class=\"header-normal\">\n<div class=\"header-content\">\n<h3>ARD-aktuell setzt die antichinesische Propaganda \u00fcber angebliche Folterlager in Xinjiang fort.<\/h3>\n<div class=\"article-meta\">von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/autoren\/friedhelm-klinkhammer\">Friedhelm Klinkhammer<\/a>,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/autoren\/volker-brautigam\">Volker Br\u00e4utigam<\/a><br \/>\nFoto: voyata\/Shutterstock.com<\/div>\n<div class=\"article-teaser\">\n<p>Seit Heiko Maas, gr\u00f6\u00dfter Au\u00dfenminister aller Zeiten und Mensch gewordene Wahrheitsliebe, im November 2018 seinen Antrittsbesuch in die Volksrepublik China unter- und sich dabei daneben benahm, sind f\u00fcr ARD-aktuell die \u201eUmerziehungslager\u201c in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang schon wieder ein Thema (1). Galten die medialen Krokodilstr\u00e4nen zun\u00e4chst nur den Uiguren, so sind neuerdings auch Kasachen und andere muslimische Minderheiten im tr\u00e4nenumflorten Blick. Angeblich sind sie zu Millionen in besagten Lagern \u201everschwunden\u201c und dort der Folter und Zwangsarbeit unterworfen. Ohne Anklage und erst recht ohne Gerichtsurteil. Saubere Recherche und Beweisf\u00fchrung haben ARD-aktuell-Qualit\u00e4tsjournalisten bekanntlich nicht n\u00f6tig.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/header>\n<div class=\"article\">\n<div class=\"article-content\">\n<p>Auf welche gesicherten Erkenntnisse Maas sich bezog, lie\u00df er nicht wissen, als er nach seinem Treffen mit dem chinesischen Vize-Ministerpr\u00e4sidenten Liu He n\u00f6lte:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eMit Umerziehungslagern k\u00f6nnen wir uns nicht abfinden\u201c<\/em>\u00a0(ebenda).<\/p><\/blockquote>\n<p>Auf tagesschau.de hei\u00dft es weiter: Auf die Frage, ob er von der chinesischen Regierung einen Zutritt von Menschenrechtsorganisationen zu den Lagern in der Provinz Xinjiang fordere, \u00e4u\u00dferte sich Maas zur\u00fcckhaltend. Es sei sinnvoll, Transparenz herzustellen und daf\u00fcr ein vern\u00fcnftiges und objektives Verfahren zu finden.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWer f\u00fcr diese Transparenz sorgt, ist zun\u00e4chst einmal zweitrangig\u201c<\/em>\u00a0(ebenda).<\/p><\/blockquote>\n<p>Konkretes, Belastendes wusste H\u00e4uptling Gro\u00dfe Klappe zu diesem Zeitpunkt demnach auch nicht.<\/p>\n<p>Inzwischen hat die Regierung in Beijing zwar schon reihenweise Regierungsvertreter aus vorwiegend arabischen Staaten und aus L\u00e4ndern mit \u00fcberwiegend muslimischer Bev\u00f6lkerung zu Ortsbesichtigungen nach Xinjiang eingeladen und damit f\u00fcr reichlich Transparenz gesorgt (2). Aber was hilft das, wenn au\u00dfer dem im Londoner Exil aktiven TV- Magazin \u201eAl Araby \/ The New Arab\u201c keiner diese Transparenz nutzt?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ein einfacher Hinweis auf die Infos der Al-Araby-Leute h\u00e4tte gen\u00fcgt. Die hatten sogar voll im transatlantischen Trend gelegen und reichlich geh\u00e4ssig behauptet, die diplomatischen Bem\u00fchungen Bejings dienten nur der Wei\u00dfw\u00e4scherei. Der Grund f\u00fcr die ver\u00e4chtliche Einsch\u00e4tzung der transatlantisch orientierten Al-Araby war leicht erkennbar: Die muslimischen Diplomaten \u00e4u\u00dferten sich nach ihren Besichtigungsreisen \u2014 zum \u00c4rger der Boulevardjournaille \u2014 entweder \u00fcberhaupt nicht \u00fcber die Lager oder nicht in erhofft kritischer Weise.<\/p>\n<p>Arabischen beziehungsweise muslimischen Politikern muss eben niemand lange erkl\u00e4ren, was islamischer Terrorismus ist, was er beabsichtigt und was er bewirken kann. Sie lie\u00dfen sich folglich nicht zu Zeugen f\u00fcr angebliches chinesisches Unrecht aufrufen. Wegen ihrer Reserviertheit gegen\u00fcber dem transatlantisch genormten Sensationsjournalismus sahen sich die Diplomaten allerdings dem Vorwurf der Al-Araby ausgesetzt, ihr Schweigen sei auf finanzielle Abh\u00e4ngigkeit von der Volksrepublik China zur\u00fcckzuf\u00fchren. Selbst prowestlichen Regierungen wie der \u00e4gyptischen wurde das unterstellt.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4tsjournalisten der ARD-aktuell erw\u00e4hnten die ihrer antichinesischen Propaganda abtr\u00e4glichen Besichtigungsreisen nat\u00fcrlich nicht. Selbst als Beijing die Vereinten Nationen zu einer formellen \u00dcberpr\u00fcfung der Vorw\u00fcrfe einlud (3), schwieg die Tagesschau eisern. Chinesen oder Russen k\u00f6nnten heutzutage Kopfstand auf der Zunge vorf\u00fchren, sie bek\u00e4men dennoch keinen Beifall von den westlichen Agitatoren.<\/p>\n<p>Die antichinesische Hetze erzielt Wirkung, trotz aller diplomatischen Bem\u00fchungen Beijings. Ausnahmsweise erlauben wir uns hier ein Selbstzitat aus unserem fr\u00fcheren Rubikon-Beitrag zum Thema \u201eUiguren-Lager\u201c (4), mit dem wir zugleich auf noch zu bewertende neuere Tagesschau-Sudelei aufmerksam machen:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eOb weitere solche Latrinenparolen aus Doktor Gniffkes Hamburger \u00f6ffentlich-rechtlicher Bed\u00fcrfnisanstalt zu bef\u00fcrchten sind? Aber freilich doch! Das hat System. \u201aSemper aliquid haeret\u2018, wie unsere Elbefr\u00f6sche quaken, wenn wieder mal jemand in ihr Gew\u00e4sser schifft: \u201aImmer bleibt was h\u00e4ngen!\u2018\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Mitte Januar 2019 lieferte die ARD-Korrespondentin Birgit Virnich (Studio Moskau!) einen ihrer typischen Propagandastreifen. Titel: \u201eChinas Lager f\u00fcr Kasachen\u201c, Untertitel: \u201eSie wollen unsere Kultur zerst\u00f6ren\u201c. Beweislos behauptet Virnich, neben den Uiguren habe die Volksrepublik China ohne Prozess auch tausende von Kasachen in Zwangslager gesteckt.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eUmerziehungslager haben in China eine \u00fcble Tradition. Nach den Uiguren treffen solche Ma\u00dfnahmen nun offenbar auch Chinas kasachische Minderheit \u2014 weil sie nicht der offiziellen Linie folgt\u201c<\/em>\u00a0(5).<\/p><\/blockquote>\n<p>\u201eOffenbar\u201c. Das ist das neuzeitliche journalistische Synonym f\u00fcr \u201eich wei\u00df nix, ich versteh nix, ich hab nix auf der Pfanne, ich kann nix beweisen, ich schw\u00e4tze einfach so daher, wie es von mir erwartet wird.\u201c Virnich interviewte zur Unterlegung ihrer Schmieranterie Menschen, die angeblich den Lagern \u201eentkommen\u201c waren. Bitter beklagte sich einer dieser \u201eZeugen\u201c dar\u00fcber, dass er gezwungen gewesen sei, sein Bett nach milit\u00e4rischem Drill zu bauen und die Decken exakt auf Kante zu falten und zu legen &#8230; Gegenrecherche bei den Verantwortlichen in \u00dcr\u00fcmqi oder gar Beijing? Fehlanzeige. Angeblicher Haftgrund laut Virnich: \u201eWeil &#8230; nicht der offiziellen Linie folgt.\u201c<\/p>\n<p>Sollte sie damit illegale Versuche der Muslime gemeint haben, statt der chinesischen Rechtsordnung die Sharia zu praktizieren? Eine solche Bl\u00f6\u00dfe gibt Virnich sich nicht, sie bleibt bei ihrer Dreckschleuderei per Andeutungen. Birgit Virnich ist weder in Moskau noch hierzulande als sonderlich seri\u00f6se Journalistin bekannt. Die ARD-Karriere ist ihr damit sicher.<\/p>\n<p>Mitte Februar legte Steffen Wurzel vom ARD-Studio Shanghai nach:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDer vermeintliche Tod eines uigurischen Musikers in einer Haftanstalt in Xinjiang sorgt f\u00fcr Spannungen zwischen Peking und der T\u00fcrkei. Ankara greift nun generell China wegen seines Umgangs mit der uigurischen Minderheit an\u201c<\/em>\u00a0(6).<\/p><\/blockquote>\n<p>Nicht der \u201evermeintliche\u201c, sondern der \u201eangebliche\u201c Tod h\u00e4tte es hier hei\u00dfen m\u00fcssen. Aber mit Korrekturen an der Wurzelsprache wollen wir uns nicht lange aufhalten. Der Mann w\u00e4rmt in seinem Report durch nichts belegte Behauptungen anonymer \u201epro-uigurischer Menschenrechtsaktivisten\u201c auf. Im \u00dcbrigen referiert er \u00c4u\u00dferungen der t\u00fcrkischen Regierung, bekanntlich Mustersch\u00fcler in Demokratie und Achtung der Menschenrechte. Weitere Quellenangaben hat er nicht zu bieten.<\/p>\n<p>Der \u201eauch in der T\u00fcrkei popul\u00e4re Musiker\u201c Abdurehim Heyit sei im Jahr 2017 von der chinesischen Polizei verhaftet worden, seither verschwunden gewesen und vor wenigen Tagen in chinesischer Haft gestorben. Wurzel w\u00f6rtlich:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDiese Berichte hat die T\u00fcrkei nun zum Anlass genommen, um kr\u00e4ftig gegen die chinesische Staats- und Parteif\u00fchrung auszuteilen. Chinas Umgang mit der uigurischen Minderheit sei \u201aeine Schande f\u00fcr die Welt\u2018, erkl\u00e4rte das Au\u00dfenministerium in Ankara. Es bezog sich auf die rund eine Million Menschen, die Chinas Beh\u00f6rden in der Region Xinjiang ohne Anklage in Lagern festhalten\u201c<\/em>\u00a0(ebenda).<\/p><\/blockquote>\n<p>Nochmal im Wortlaut, zum Nachschmecken: \u201eRund eine Million Menschen, die Chinas Beh\u00f6rden ohne Anklage in Lagern festhalten.\u201c Kein \u201eangeblich\u201c, keine Infragestellung. Fakt. Eine Million Lagerinsassen gibt Herr Wurzel als Tatsache aus. Auch wenn er daf\u00fcr nicht die Spur von Beweis vorlegen kann.<\/p>\n<p>Wie fundiert auch immer chinesische Beh\u00f6rden solchen Hetzattacken entgegentreten \u2014 es hilft ihnen nichts. Im vorliegenden Fall hatten sie einen Tag zuvor sogar ein Video aufgenommen und zur Verf\u00fcgung gestellt, das den angeblich in der Haft gestorbenen Heyit quicklebendig zeigt. Ein Wurzel braucht den Heyit tot, wie lebendig der auch immer sein mag.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDie Aufnahme zeigt den Musiker vor einer grauen Wand sitzend. Dem Anschein nach wurde das Video gestern aufgenommen, zumindest sagt das Abdurehim Heyit in der Aufnahme. Wo er sich befindet und ob er zu dem Auftritt gezwungen wurde, bleibt unklar. Der Mitte-50-J\u00e4hrige erkl\u00e4rt in dem Video, es laufe ein Strafverfahren gegen ihn. Er sei jedoch gesund und er werde auch nicht misshandelt\u201c<\/em>\u00a0(ebenda).<\/p><\/blockquote>\n<p>Vor einer grauen Wand. Schlimm, schlimm. Nur \u201edem Anschein nach\u201c gestern aufgenommen. Der H\u00e4ftling best\u00e4tigt das zwar selbst und wortw\u00f6rtlich. Wie aber geht ein ARD-Karrierist mit einem solchen unwiderleglichen Lebenszeichen um? Richtig. Er setzt \u00fcber diese Stelle seines Artikels den Zwischentitel:<\/p>\n<p>Lebt Heyit doch?<\/p>\n<p>Mit einem Fragezeichen als Schluss. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.<\/p>\n<p>Im tagesschau.de-Bericht \u00fcber den Maas-Besuch in Beijing hei\u00dft es hinsichtlich der Zwangslager ebenfalls ohne Wenn und Aber:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eBis zu einer Million Uiguren sitzen in chinesischen Umerziehungslagern. Dort sollen Mitglieder der muslimischen Volksgruppe &#8230; \u201aauf Linie\u2018 gebracht werden. &#8230; China rechtfertigt sein Vorgehen mit extremistischen Str\u00f6mungen in Xinjiang und macht die Uiguren f\u00fcr Unruhen und Terroranschl\u00e4ge verantwortlich\u201c<\/em>\u00a0(s. Anm. 1).<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Archiv der ARD-aktuell liegt ausreichend Filmmaterial \u00fcber die schrecklichen Sabotageakte und Bombenattentate islamistischer Uiguren vor, \u00fcber hunderte Ermordete und Verst\u00fcmmelte. Auch im Internet sind jede Menge Belege \u00fcber die m\u00f6rderischen Folgen des uigurisch-islamistischen Terrors abrufbar (7). Die Qualit\u00e4tsjournaille h\u00e4tte sich jederzeit davon \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, dass Beijing durchaus nachvollziehbare Gr\u00fcnde f\u00fcr seinen harschen Umgang mit Islamisten in Xinjiang hat, gleichg\u00fcltig, welcher Ethnie sie angeh\u00f6ren. Doch der Redaktion ARD-aktuell ist es nicht um sachliche Information zu tun, sondern um selbstklebende Meinungsmache, wie auch die folgenden S\u00e4tze zeigen:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eChina hatte lange die Existenz der Umerziehungslager f\u00fcr Uiguren bestritten, im Oktober wurden sie dann per Gesetz nachtr\u00e4glich legalisiert. Laut den Vereinten Nationen gibt es glaubhafte Berichte, wonach in diesen Lagern bis zu eine Million Menschen ohne konkreten Grund in Gefangenschaft sind.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>China hatte nicht die Existenz der Lager bestritten, sondern die Anschuldigung, dass dort eine ethnische Minderheit ohne Anklage inhaftiert sei und nur aufgrund ihrer Volks- und Religionszugeh\u00f6rigkeit. \u201eBis zu eine Million Menschen\u201c: Diese abenteuerliche Behauptung ist durch nichts zu rechtfertigen.<\/p>\n<p>Der Hinweis \u201eglaubhafte Berichte laut den Vereinten Nationen\u201c ist unzutreffend und bewusst irref\u00fchrend. Sekund\u00e4r-Quelle der unqualifizierten Beschuldigungen ist eine publicitygeile US-Amerikanerin (vgl. Anm. 4), zwar Mitglied einer UN-Kommission, aber nicht bevollm\u00e4chtigt, als deren Sprecherin aufzutreten. Sie ist zudem Proteg\u00e9 des US-Milliard\u00e4rs George Soros, eines der \u00fcbelsten Spekulanten und Strippenzieher unserer Gegenwart. Aufgestellt wurde die Behauptung vom B\u00fcro Hongkong der US-amerikanischen Organisation \u201eHuman Rights Watch\u201c, eines vom State Department Washington querfinanzierten Vereins f\u00fcr Faktenmanipulation mit Menschenrechtssiegel.<\/p>\n<p>Die weitere Pseudo-Sachlichkeit der ARD-aktuell sieht so aus:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDie rohstoffreiche Region Xinjiang gilt wegen der Spannungen zwischen Uiguren und Han-Chinesen als Konfliktherd. Vor dem Hintergrund blutiger Unruhen und mehrerer Terroranschl\u00e4ge greifen die Sicherheitskr\u00e4fte hart durch. Die Uiguren beklagen Unterdr\u00fcckung, w\u00e4hrend ihnen die Chinesen Separatismus vorwerfen. Nach ihrer Macht\u00fcbernahme 1949 in Peking hatten die Kommunisten die Region der Volksrepublik einverleibt.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>\u201eEinverleibt\u201c? Ein gewaltsamer Vorgang? Sp\u00e4testens der letzte Satz disqualifiziert die Redaktion. Xinjiang ist seit mehr als 2000 Jahren mit etlichen Unterbrechungen Teil des chinesischen Reiches, war zwischendurch zwar unter mongolischem sowie Einfluss turkst\u00e4mmiger V\u00f6lker und zu Beginn des vorigen Jahrhunderts auch der Sowjetunion, kam aber 1949 auf durchaus friedliche Weise wieder in die alleinige Zust\u00e4ndigkeit der VR China (8). Als autonome Provinz, notabene.<\/p>\n<p>Der Propagandahype \u00fcber die KZ-\u00e4hnlichen Lager f\u00fcr ethnische Minderheiten in Xinjiang verwendet die immer gleichen Versatzst\u00fccke jeder westlichen Agitation gegen China und ist damit logikfrei. Beispielsweise im Hinblick auf die demografiefeindliche Behauptung, von den acht Millionen Uiguren s\u00e4\u00dfen eine Million in Lagerhaft, also jeder zweite m\u00e4nnliche Uigure vom J\u00fcngling bis zum Tattergreis. Schon vor fast vier Jahren spekulierte der ARD-\u201eWeltspiegel\u201c so aus dem hohlen \u00f6ffentlich-rechtlichen Bauch<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eUiguren unter Generalverdacht\u201c<\/em>\u00a0(9)<\/p><\/blockquote>\n<p>und nahm dabei nicht einen einzigen der denkbaren oder objektiv vorliegenden Gr\u00fcnde f\u00fcr einen solchen Verdacht unter die kritische Lupe. Der Vergleich zum Umgang mit dem Dauerbrenner-Thema \u201eTibet\u201c ist angebracht. Tibetaner und Uiguren, wiewohl extrem verschieden, waren und sind f\u00fcr die USA Versuchskarnickel f\u00fcr wiederholte Anl\u00e4ufe, auch in China \u201eFarbenrevolutionen\u201c anzuzetteln. Und immer spielten die Mainstream-Medien des Westens die Begleitmelodie, die Tagesschau schlug die Kesselpauke. Dass der Dalai-Lama, weltweit verg\u00f6tterter Kuttenhopser, seit 1956 auf der CIA-Gehaltsliste steht und hunderttausende US-Dollar einsackte (10) \u2014 wen juckt das schon?<\/p>\n<p>Ist es weit hergeholt, dass die USA ihre Terroristen-Intrige \u201e\u201aVolksmudschaheddin\u2018 f\u00fcr den Partisanenkrieg in Afghanistan gegen die Sowjetunion\u201c erneut inszenieren, diesmal in Xinjiang, um mithilfe der Uiguren und anderer Muslime nunmehr inner-chinesische Aufst\u00e4nde anzuzetteln? Welchen ARD-Journalisten h\u00e4tte es je gereizt, dieser \u00fcberdeutlich sichtbaren Spur recherchierend nachzugehen?<\/p>\n<p>Mehr als 8.000, m\u00f6glicherweise sogar 10.000 bis an die Z\u00e4hne bewaffnete uigurische Dschihadisten bilden derzeit im nordwestsyrischen Idlib das R\u00fcckgrat der al-Kaida-Terrorbrigaden (11). Wer finanziert sie? Wer r\u00fcstete sie aus? Wer schaffte sie halb um den Erdball herum nach Syrien? Weist nicht allein schon die Existenz dieser S\u00f6ldnerarmee auf eine hochaktive und leistungsstarke terroristische Infrastruktur der Uiguren in ihrem Herkunftsland Xinjiang hin?<\/p>\n<p>Dass es die Absicht der uigurischen Dschihadisten ist, die staatlichen Strukturen in Xinjiang zu zerschlagen und mit durch muslimische Terrorherrschaft zu ersetzen, ist ohnehin belegt (12). Was bewegt die deutsche Qualit\u00e4tsjournaille eigentlich, sich ein Urteil \u00fcber die Abwehrma\u00dfnahmen der Volksrepublik China anzuma\u00dfen? Nach atlantisch-deutscher Elle und ohne jeden selbstkritischen Ansatz?<\/p>\n<p>Haben wir in Deutschland keine juristischen Grauzonen? Keine Vorbeugehaft f\u00fcr \u201eGef\u00e4hrder\u201c, keine Abschiebehaftanstalten, keine Lager, in denen Unschuldige ohne Gerichtsverfahren festgehalten werden? Keine ungekl\u00e4rten gewaltsamen Todesf\u00e4lle w\u00e4hrend der Polizeihaft? Und woher stammt schlie\u00dflich die Behauptung, die Uiguren seien \u201eohne Anklage\u201c eingesperrt worden? Per Tagesbefehl des Politb\u00fcros: Du Uigure, du Knast? Auch wenn nicht jeder solchen Schmarren rundum glaubt, so nimmt er viele doch langfristig gegen \u201edie Chinesen\u201c ein. Immer bleibt was kleben.<\/p>\n<p>Wird Dr. Gniffkes Qualit\u00e4tsjournaille jemals den Schluss ziehen, die miesen Spielchen mit der Volksrepublik China nach US-amerikanischem Muster seien nicht mehr vertretbar?<\/p>\n<p>Die Volksrepublik China hat 56 anerkannte Ethnien, und die Kommunistische Partei ist im Umgang damit \u00e4u\u00dferst erfahren. Eine ethnische Minderheit grundlos zu kriminalisieren, w\u00e4re das Ende eines Vielv\u00f6lkerstaats, dessen beispiellose Entwicklung die Menschen nicht nur ern\u00e4hrt, sondern ihnen Bildung, Selbstachtung und solide Zukunftsperspektiven vermittelt hat. Ganz im Gegensatz zu den USA und ihren spalterischen Machenschaften: Beijing k\u00fcmmert sich, baut politische und praktische Br\u00fccken zu Problemzonen. Seit jedermann mit dem Schnellzug nach Lhasa beziehungsweise von dort nach Beijing fahren kann, h\u00f6rt man nichts mehr von tibetanischem Gejammer \u00fcber Schulpflicht, Impfzwang oder \u00e4hnliche Formen Han-chinesischer \u201eUnterdr\u00fcckung\u201c. Nun also muss die uigurische Karte gespielt werden.<\/p>\n<p>Wie lange l\u00e4sst sich die Regierung der Volksrepublik noch von deutschen Exponenten \u00fcber den richtigen Umgang mit dem Fundamentalismus der Muslime in Xinjiang belehren? Muss sie uns erst noch daran erinnern, dass sie selbst Elektro-Autos bauen kann, dass die deutsche Autoindustrie auf sie angewiesen ist und nicht umgekehrt? Wie wohl wird China ohne den besorgten Erkenntnisreichtum deutscher journalistischer \u201eMenschenrechtsaktivisten\u201c auskommen?<\/p>\n<p>Der \u201eIslamische Staat\u201c mag inzwischen in Syrien geschlagen sein (13), aber seine messianische Ideologie darf nicht ignoriert werden und wird auch kaum auszumerzen sein. In Afrika macht er sich da und dort schon wieder bemerkbar, und in B\u00e4lde d\u00fcrfte er auch in Europa weit nachdr\u00fccklicher als bisher in Erscheinung treten. Seine kampferprobten S\u00f6ldner kehren ja schon aus Syrien wieder nach Deutschland zur\u00fcck, ohne dass hier konkretes juristisches Prozedere und politische Gegenma\u00dfnahmen festst\u00fcnden. Umso problematischer ist die Bedenkenlosigkeit, mit der unsere Journaille deutsche Vorstellungen auf die Verh\u00e4ltnisse in Xinjiang projiziert und aus dem Unvereinbaren den Saft f\u00fcr ihre allgemeine anti-chinesische Propaganda zieht.<\/p>\n<p>Es gibt keine rationalen Vergleichsgrundlagen f\u00fcr moralisierendes Aburteilen. Weder historische, noch kulturelle, rechtliche, institutionelle, organisatorische oder auch nur quantitative. Mehr als die H\u00e4lfte der Bewohner Xinjiangs ist muslimisch. Man stelle sich dieses Mischverh\u00e4ltnis in Deutschland vor! Und wie dann hierzulande mit der Gefahr des dschihadistischen Terrors umgegangen w\u00fcrde &#8230;<\/p>\n<blockquote><p><strong>Der hochgereckte deutsche Zeigefinger demonstriert Realit\u00e4tsverlust und Dummheit.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Der deutsche Bundestag debattierte dennoch k\u00fcrzlich und exakt auf diesem Niveau \u00fcber die Lage und die Menschenrechtsfrage in Xinjiang (14). Einige Parlamentarier plusterten sich danach sogar noch m\u00e4chtig auf, als Beijing sich solche heuchlerische Befassung als Einmischung in seine inneren Angelegenheiten verbat.<\/p>\n<p>Dass die Tagesschau und ihr Korrespondentenstab diese Problematik nicht kapieren, keine journalistische Distanz wahren und sich nicht um sachliche Betrachtung bem\u00fchen, ist in Anbetracht des hegemonialen Einflusses der USA auf die deutsche Medienwelt nicht weiter erstaunlich. Es w\u00e4re demnach durchaus gerechtfertigt, w\u00fcrden die Kommunistische Partei Chinas und ihre Regierung einmal den Spie\u00df umdrehen.<\/p>\n<p>Beispielweise per Debatte im Nationalen Volkskongress \u00fcber die Menschenrechtsdefizite in der Bundesrepublik Deutschland (15).<\/p>\n<p>Wohin w\u00fcrde sich dann Dr. Gniffke kneifen?<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Quellen und Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<p>(1)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/maas-china-103.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/maas-china-103.html<\/a><br \/>\n(2)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.alaraby.co.uk\/english\/news\/2019\/2\/25\/china-steps-up-diplomatic-whitewash-of-uighur-re-education-camps\">https:\/\/www.alaraby.co.uk\/english\/news\/2019\/2\/25\/china-steps-up-diplomatic-whitewash-of-uighur-re-education-camps<\/a><br \/>\n(3)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.japantimes.co.jp\/news\/2019\/01\/07\/asia-pacific\/china-says-welcomes-u-n-visit-xinjiang-via-proper-procedures\/#.XHzWDC1oRt8\">https:\/\/www.japantimes.co.jp\/news\/2019\/01\/07\/asia-pacific\/china-says-welcomes-u-n-visit-xinjiang-via-proper-procedures\/#.XHzWDC1oRt8<\/a><br \/>\n(4)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/der-sudeljournalismus\">https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/der-sudeljournalismus<\/a><br \/>\n(5)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/china-kasachen-101.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/china-kasachen-101.html<\/a><br \/>\n(6)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/uiguren-111.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/uiguren-111.html<\/a><br \/>\n(7)\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_von_Terroranschl%C3%A4gen_in_China\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_von_Terroranschl\u00e4gen_in_China<\/a><br \/>\n(8)\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xinjiang\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xinjiang<\/a><br \/>\n(9)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/xinjiang-uiguren-101.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/xinjiang-uiguren-101.html<\/a><br \/>\n(10)\u00a0<a href=\"https:\/\/derstandard.at\/1338559537799\/Dalai-Lama-auf-CIA-Gehaltliste\">https:\/\/derstandard.at\/1338559537799\/Dalai-Lama-auf-CIA-Gehaltliste<\/a><br \/>\n(11)\u00a0<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/syrien-das-rebellenpuzzle-von-idlib-a-1227377.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/syrien-das-rebellenpuzzle-von-idlib-a-1227377.html<\/a><br \/>\n12) <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/uighur-militants-in-syria-look-to-zionism-as-model-for-their-homeland\/\">https:\/\/www.timesofisrael.com\/uighur-militants-in-syria-look-to-zionism-as-model-for-their-homeland\/<\/a><br \/>\n(13) <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Idlib-China-unterstuetzt-Baschar-al-Assad-4129120.html\">https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Idlib-China-unterstuetzt-Baschar-al-Assad-4129120.html<\/a><br \/>\n(14) <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2018-11\/uiguren-china-bundestag-debatte-umerziehungslager-druck\">https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2018-11\/uiguren-china-bundestag-debatte-umerziehungslager-druck<\/a><br \/>\n(15) <a href=\"https:\/\/deutsche-wirtschafts-nachrichten.de\/2019\/03\/03\/die-armut-der-deutschen-ist-eine-schwere-hypothek-fuer-die-zukunft-des-landes\/\">https:\/\/deutsche-wirtschafts-nachrichten.de\/2019\/03\/03\/die-armut-der-deutschen-ist-eine-schwere-hypothek-fuer-die-zukunft-des-landes\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Dieser Beitrag erschien zuerst <a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/es-bleibt-immer-was-hangen\">im Rubikon. <\/a><\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_4753 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_4753')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_4753').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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