{"id":5035,"date":"2019-08-11T13:30:56","date_gmt":"2019-08-11T12:30:56","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=5035"},"modified":"2019-08-25T16:01:14","modified_gmt":"2019-08-25T15:01:14","slug":"russophobie-und-groessenwahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/russophobie-und-groessenwahn\/","title":{"rendered":"Russophobie und Gr\u00f6\u00dfenwahn"},"content":{"rendered":"<p><em>Bildquelle: Rocksweeper\/Shutterstock.com<\/em><\/p>\n<h4>Russophobie und Gr\u00f6\u00dfenwahn<\/h4>\n<h4>In einer neuen \u201eDoku\u201c erkl\u00e4rt das ZDF Russland und China zu den gr\u00f6\u00dften Bedrohungen unserer Zeit, gegen die nur milit\u00e4risch anzukommen sei.<\/h4>\n<p>Beitrag von <a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/autoren\/stefan-korinth\">Stefan Korinth<\/a><\/p>\n<p>Die etablierten Medien sind die zentrale Korsettstange der \u00f6ffentlichen Anti-Russland-Agenda. Leider f\u00e4llt besonders das \u00f6ffentlich-rechtliche Fernsehen wiederholt mit einseitigen politischen Beitr\u00e4gen zum Thema Russland auf. Aktuell sendete das ZDF am 1. August 2019 eine \u201eDokumentation\u201c, die unverfroren wie selten das Feindbild Russland konstruiert und die B\u00fcrger auf Aufr\u00fcstung und Krieg einschw\u00f6rt. Die Filmemacher arbeiten dabei mit Mitteln, die sie dem russischen Staatsfernsehen im umgekehrten Fall sofort als \u201ePropaganda\u201c vorwerfen w\u00fcrden.<br \/>\nWenn das \u00f6ffentlich-rechtliche Fernsehen einen politischen Dokumentarfilm zum Thema NATO und Russland zeigt, wissen kritische Zuschauer inzwischen ziemlich sicher, was sie erwartet. Zu einschl\u00e4gig sind die Erfahrungen mit vorangegangenen ARD\/ZDF-Werken, wie \u201e<a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/wladimir-putin--wie-die-zdf-doku-offenbar-manipuliert-wurde-6687386.html\">Machtmensch Putin<\/a>\u201c, \u201e<a href=\"https:\/\/www.publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=30&amp;t=2413\">Putin vs. USA<\/a>\u201c und vielen Magazin- und <a href=\"https:\/\/propagandaschau.wordpress.com\/2016\/07\/08\/zdf-armin-coerper-erfindet-eine-russische-aggression\/\">Nachrichtenbeitr\u00e4gen<\/a>.<\/p>\n<p>Dieser Liste einseitiger, transatlantischer Filme hat der \u00f6ffentlich-rechtliche Sender nun eine weitere Sendung hinzugef\u00fcgt, die Russophobie und R\u00fcstungslobbyismus in dreister Weise kombiniert.<\/p>\n<p>Den Film namens \u201e<a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/dokumentation\/dokumentation-sonstige\/alte-buendnisse-neue-bedrohungen-102.html\">Alte B\u00fcndnisse, neue Bedrohungen: Deutschlands Rolle in der NATO und der Welt<\/a>\u201c von Nick Gol\u00fcke und Michael Mueller ordnet das ZDF zwar als \u201eDoku\u201c ein \u2014 tats\u00e4chlich handelt es sich dabei aber weniger um eine journalistische Dokumentationssendung, als vielmehr um eine extrem einseitige Aneinanderreihung von Behauptungen und Forderungen. Um zu verstehen, welche Botschaft der Film vermittelt, gen\u00fcgt es v\u00f6llig, sich die erste und die letzte Minute anzusehen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich w\u00e4re nicht einmal das n\u00f6tig \u2014 Gegenstand des Beitrags und Name des ausstrahlenden Senders h\u00e4tten schon gen\u00fcgt, so vorhersehbar parteiisch und so unbelehrbar einseitig ist das, was der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk seit Jahren zum Thema zu berichten hat. Einzige \u00dcberraschung: Wladimir Putin wird darin kaum d\u00e4monisiert. Nur zweimal r\u00fcckt er ins Bild, wird dann zwar wie \u00fcblich kritisiert als kriegsl\u00fcsterner, unberechenbarer Provokateur, der seine Panzer in andere L\u00e4nder schickt. Aber f\u00fcr eine 43-min\u00fctige ZDF-Sendung zu solch einem Thema ist das auffallend wenig.<\/p>\n<h4>Dr\u00f6hnende Leopard-Panzer als Sound heutiger Konfliktbearbeitung<\/h4>\n<p>Wichtiger sind diesmal die deutschen Panzer. Von Beginn an geht es in dem Film um das Mittel milit\u00e4rischer Gewaltanwendung in Konfliktfragen. Milit\u00e4rische Gewalt wird als v\u00f6llig normales, ja indirekt sogar als einziges Mittel in solchen Fragen dargestellt. Nicht an einer einzigen Stelle hinterfragen die Filmemacher diese Ansicht. Die Doku vermittelt den Eindruck: Nichts anderes als dr\u00f6hnende herumballernde Leopard-2 sind als Mittel moderner Konfliktbearbeitung denkbar.<\/p>\n<p>Durchg\u00e4ngig darf sich die Bundeswehr transparent, freundlich und kompetent als entsprechendes Instrument zur Probleml\u00f6sung darstellen: Eine blonde Majorin erkl\u00e4rt l\u00e4chelnd, wie sie die Panzerverladung an die Ostfront organisiert, ein verwegener Panzerkommandant stellt seine Crew vor, ein Brigadegeneral pr\u00e4sentiert seine h\u00f6heren Einsichten.<\/p>\n<p>Zudem gibt es dynamische PR-Bilder vom Man\u00f6ver, wenn der Leopard 2 durch die polnische Heide pfl\u00fcgt. Kameraaufnahmen vom Inneren des Panzers zeigen, wie blank polierte Geschosse verladen werden. Was so ein gl\u00e4nzendes Geschoss mit Menschen anrichtet, wenn es in ein Haus oder anderen Panzer einschl\u00e4gt, wird hingegen nicht mal angedeutet. Einen Film, wie ihn sich die Bundeswehr-PR-Abteilung kaum besser h\u00e4tte w\u00fcnschen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Panzershow statt Hintergrundwissen<\/h4>\n<p>Hauptproblem ist aber: Zum Verst\u00e4ndnis der aktuellen Konfliktlage tr\u00e4gt all das \u00fcberhaupt nichts bei. Wenn es tats\u00e4chlich um die Vermittlung wichtigen Wissens um moderne geopolitische Konflikte und Deutschlands Rolle in der Welt gehen w\u00fcrde, h\u00e4tte man keine Sekunde der knappen Sendezeit mit belanglosen Man\u00f6verbildern verschwendet \u2014 aber komplexe Konfliktlagen auszuleuchten, ist ganz offensichtlich auch nicht die Absicht.<\/p>\n<p>Vielmehr geht es darum, beim Zuschauer die Einsicht in die Notwendigkeit von Aufr\u00fcstung zu produzieren. Nach Berechnungen des Heeres, so ist in der Doku zu lernen, seien 40 Milliarden Euro nur f\u00fcr die Vollausstattung der zugesagten acht deutschen Panzerbrigaden n\u00f6tig (16:15). Das entspricht fast einem kompletten j\u00e4hrlichen Verteidigungshaushalt.<\/p>\n<p>Und da man f\u00fcr solche Riesensummen schon sehr gute Argumente braucht, behauptet die Doku eine akute schwerwiegende Bedrohungslage f\u00fcr Deutschland, die Europ\u00e4ische Union und die NATO.<\/p>\n<p>Der ZDF-Film vermittelt den Eindruck, das nordatlantische Milit\u00e4rb\u00fcndnis sei permanent und ausschlie\u00dflich Bedrohungsszenarien ausgesetzt. Das st\u00e4ndige Wachstum der NATO und ihre Wandlung vom regionalen Verteidigungs- zum weltweiten Angriffsb\u00fcndnis werden nicht erw\u00e4hnt. Solche Informationen st\u00f6ren die These des Films.<\/p>\n<p>Als Aggressoren werden hingegen Russland und China identifiziert. Als St\u00fctzpfeiler dieser These dienen der Doku transatlantische Politiker, Milit\u00e4rs und westliche R\u00fcstungslobbyisten. Auf andere Stimmen im Film warten Zuschauer vergeblich.<\/p>\n<h4>Keine Perspektivenvielfalt, keine einordnenden Zahlen<\/h4>\n<p>Der Medienforscher Uwe Kr\u00fcger von der Universit\u00e4t Leipzig hat gro\u00dfe Zweifel, ob solch ein Film den Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrags entspricht. Sowohl dort, als auch in den <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/zdfunternehmen\/zdf-leitlinien-100.html\">ZDF-Leitlinien<\/a>, w\u00fcrden Objektivit\u00e4t, Meinungsvielfalt und Ausgewogenheit der Berichterstattung als zentrale Kriterien journalistischer Arbeit im ZDF benannt, sagt Kr\u00fcger auf Rubikon-Anfrage.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eNun ist Objektivit\u00e4t schwer zu messen. Aber in Sachen Ausgewogenheit sehe ich bei dem Film deutliche M\u00e4ngel. Es gibt kaum Diskussion und Perspektivenvielfalt, was die Beurteilung russischer und westlicher Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik oder die Zwei-Prozent-Vorgabe der NATO angeht. Dabei sind das h\u00f6chst kontroverse Themen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Bis auf einen SPD-Mann k\u00e4men nur solche Personen zu Wort, die die Grundthesen des Films st\u00fctzen, vom NATO-Generalsekret\u00e4r \u00fcber CDU-Mann Peter Tauber im Verteidigungsministerium bis hin zu Passanten in Litauen, kritisiert der Kommunikationswissenschaftler.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eAuf Linke, Friedensforscher oder Milit\u00e4rkritiker wartet man vergeblich, ebenso auf vergleichende Zahlen des Stockholmer <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/157935\/umfrage\/laender-mit-den-hoechsten-militaerausgaben\/\">Friedensforschungsinstituts Sipri<\/a> zu den Milit\u00e4rausgaben Russlands und der NATO-Staaten, insbesondere der USA. Dann w\u00fcrde sich ein anderes Bild in Sachen Bedrohung ergeben.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Was ebenfalls fehlt, ist das Meinungsbild der deutschen Bev\u00f6lkerung, argumentiert der gelernte Journalist. H\u00e4tte die Doku entsprechende Umfrageergebnisse dargestellt, dann w\u00fcrde sich der milit\u00e4rskeptische Zuschauer nicht so allein f\u00fchlen und w\u00e4re weniger leicht von den Thesen des Films zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Kr\u00fcger unterstreicht:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDieser Film ist wie ein Geschenk f\u00fcr jene Kreise im sicherheitspolitischen Establishment des Westens, die die R\u00fcstungsausgaben Deutschlands drastisch erh\u00f6hen wollen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h4>Keine Eintagsfliege, Medien berichten oft im NATO-Sinn<\/h4>\n<p>Wer argumentiert, einzelne Filme m\u00fcssen nicht ausgewogen sein, solange das Gesamtprogramm des Senders eine Meinungsvielfalt bietet, mag theoretisch recht haben. Doch in der Realit\u00e4t bietet das ZDF, mit Ausnahme der Kabarettsendung \u201eDie Anstalt\u201c, faktisch nur das einseitig transatlantische Meinungsbild an.<\/p>\n<p>Der Medienwissenschaftler und Propagandaforscher Florian Zollmann, der an der Newcastle University lehrt, erkennt in der parteiischen Gesamtdarstellung des weltpolitischen Konflikts in den etablierten Medien propagandistische Methoden.<\/p>\n<p>\u201eDer Diskurs, der Russland (und China) als einzige Bedrohung ansieht, ist den Interessen der NATO dienlich\u201c, sagte er auf Rubikon-Anfrage. Die NATO-Integration aller Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes, trotz des gegenteiligen Versprechens 1990, sei nat\u00fcrlich eine Bedrohung f\u00fcr Russlands Interessen, erl\u00e4utert Zollmann.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDas hei\u00dft, eine Auseinandersetzung mit dem Verh\u00e4ltnis zwischen Russland, China und der NATO, die diese offensichtlichen Sachverhalte nicht thematisiert, kann nach g\u00e4ngigen wissenschaftlichen Definitionen durchaus als selektive und damit propagandistische Informationsvermittlung bezeichnet werden.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h4>Zehn Grunds\u00e4tze der Kriegspropaganda<\/h4>\n<p>Hilfreich zur Identifikation sind die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Prinzipien_der_Kriegspropaganda\">\u201eZehn Grunds\u00e4tze der Kriegspropaganda\u201c<\/a>, die der englische Politiker und Pazifist Lord Arthur Ponsonby nach dem Ersten Weltkrieg aufstellte und die die belgische Historikerin Anne Morelli im Jahr 2004 systematisierte.<\/p>\n<p>Wer sich die Liste Punkt f\u00fcr Punkt ansieht, erkennt, dass in der ZDF-Doku bereits sechs der zehn Prinzipien auftauchen, und das, obwohl der angeblich kurz bevorstehende Krieg mit Russland noch gar nicht begonnen hat.<\/p>\n<p><strong>Der Westen wolle den Krieg nicht, im Kriegsfall verteidige man sich nur selbst und in edler Weise alle, die sich nicht selbst verteidigen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Aggressiv ist nur das gegnerische Lager, dessen Anf\u00fchrer b\u00f6swillig und diktatorisch ist. Russland nutze unerlaubte Waffen, verletze also den INF-Vertrags, und wer dies alles in Frage stelle, also die R\u00fcstungsdebatte abw\u00fcrgen wolle, agiere naiv und erschaffe eine \u201ebrandgef\u00e4hrliche\u201c Situation ganz im Sinne des Feindes.<\/p>\n<h4>\u201eEin Film, der Angst macht\u201c<\/h4>\n<p>Medienforscher Uwe Kr\u00fcger best\u00e4tigt diesen Eindruck. \u201eEs gibt einige Kriterien bei Ponsonby, die ich durch den ZDF-Film auch erf\u00fcllt sehe.\u201c Es fehle ein kritischer Blick auf den milit\u00e4risch-industriellen Komplex des Westens, der von der Zwei-Prozent-Vorgabe der NATO profitiere.<\/p>\n<p>Die geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen der NATO-Staaten seien ein blinder Fleck des Films, und der Provokateur im Verh\u00e4ltnis zwischen Russland und dem Westen hei\u00dfe immer nur Putin. Dabei habe selbst Frank-Walter Steinmeier als deutscher Au\u00dfenminister der NATO bereits \u201eS\u00e4belrasseln und Kriegsgeheul\u201c vorgeworfen, unterstreicht Kr\u00fcger.<\/p>\n<p><em>\u201eWer den Film ohne besondere Hintergrundkenntnisse schaut, wird wohl folgende Schl\u00fcsse ziehen: Wir sind die Guten, Putin ist b\u00f6se und auf Expansion aus, ein Krieg mit Russland steht unmittelbar bevor und Deutschland tut viel zu wenig, um sich hierf\u00fcr zu wappnen. Der Film macht Angst und stellt Aufr\u00fcstung als L\u00f6sung dar.\u201c<\/em><\/p>\n<h4>Propaganda ist auch, was verschwiegen wird<\/h4>\n<p>Diese Stellungnahme macht klar, gef\u00e4hrlich ist die Doku auch deshalb, weil sie vieles nicht sagt. Es ist wichtig, daran zu erinnern, da es ein Ziel propagandistischen Framings ist, entscheidende Informationen unsichtbar zu machen.<\/p>\n<p>Alles, was die Filmemacher in der Doku Russland und China vorwerfen, tun die Vereinigten Staaten \u2014 also die NATO-F\u00fchrungsmacht \u2014 tats\u00e4chlich selbst. Und noch viel mehr.<\/p>\n<p>Die USA zetteln Kriege an, bedrohen und destabilisieren viele weitere L\u00e4nder, spionieren Deutschland bis hoch zur Kanzlerin aus, f\u00fchren nachgewiesenerma\u00dfen Cyberkriege, geben gigantische Summen f\u00fcr ihre R\u00fcstung aus und betreiben Hunderte Milit\u00e4rbasen weltweit. F\u00fcr die Einsch\u00e4tzung, wer hier der Aggressor ist, spielt das in der Doku aber keine Rolle.<\/p>\n<h4>Leerstellen beim Thema Russland<\/h4>\n<p>Dort wird gezeigt, dass russische Kampfflugzeuge \u201eScheinangriffe\u201c auf US-Kriegsschiffe in der Ostsee 130 Kilometer vor Kaliningrad ausf\u00fchren (11:20). ZDF: \u201eDie Provokationen h\u00e4ufen sich.\u201c Absurderweise besteht die Provokation f\u00fcr die Doku aber nicht in der Anwesenheit von US-Kriegsschiffen vor Kaliningrad \u2014 also rund 6.000 Kilometer von den USA entfernt \u2014, sondern in der aktiven Pr\u00e4senz der russischen Luftwaffe vor ihrer eigenen Haust\u00fcr.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich erw\u00e4hnt die Doku, dass die Menschen im Baltikum aufgrund ihrer historischen Erfahrung Angst vor russischer Besatzung haben. Selbstverst\u00e4ndlich wird aber nicht erw\u00e4hnt, dass die Menschen in Russland ebenfalls infolge historischer Erfahrungen Angst vor westlichen Invasionen haben. \u00dcbrigens war das Baltikum auch mehrere Jahre von Deutschland besetzt, was offenbar weder im Baltikum noch hierzulande historisch bedingte Bedenken wachruft.<\/p>\n<p>Wladimir Putin wird unterstellt, er teste die Grenzen der NATO aus (11:06) \u2014 etwa mit dem \u201eEinmarsch in die Ostukraine\u201c. Da man beim ZDF von diesem Einmarsch nach f\u00fcnf Jahren offenbar immer noch keine Bilder hat, zeigt man eben ukrainische Panzer, mit gro\u00dfer ukrainischer Flagge darauf \u2014 dem Zuschauer wird das schon nicht auffallen.<\/p>\n<p>Das sind die inzwischen \u00fcblichen suggestiven Bilder, die mit Journalismus \u2014 man muss es immer wieder betonen \u2014 nichts zu tun haben. Dass die Ukraine \u00fcberhaupt kein NATO-Mitglied ist, ist den Filmemachern bei dieser Argumentation sowieso egal.<\/p>\n<p>Fast schon sensationell, dass man in der Doku eingesteht, dass Russland sich durch die NATO-Osterweiterung \u201eprovoziert f\u00fchlte\u201c. Man beachte: Hier sprechen die Filmemacher nicht von einer objektiver Bedrohungslage, so wie die der NATO, sondern nur von Gef\u00fchlen. Ein putinkritischer russischer Journalist bezeichnet dieses \u201eGef\u00fchl\u201c sp\u00e4ter in der Doku sogar als \u201eParanoia\u201c.<\/p>\n<h4>Eine Doku, die vor Leerstellen strotzt<\/h4>\n<p>Die Doku vermittelt den Eindruck, dass die deutschen R\u00fcstungsausgaben sehr niedrig seien und immer weiter absinken. In der Realit\u00e4t jedoch <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/183064\/umfrage\/militaerausgaben-von-deutschland\/\">stiegen<\/a> die deutschen Milit\u00e4rausgaben in den vergangenen f\u00fcnf Jahren kontinuierlich: Von 39,9 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 49,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Deutschland liegt damit weltweit auf Rang 8 von rund 200 L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter im Beitrag ist auch China Thema und wird als milit\u00e4rische Bedrohung f\u00fcr den Westen hochstilisiert. Die chinesische Botschaft an alle laute: \u201eWir sind gro\u00df, wir sind m\u00e4chtig, und wir nehmen uns, was wir wollen\u201c, behauptet die ZDF-Doku.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit hat sich China \u00fcberhaupt nichts genommen. Es hat weder einen Krieg begonnen noch etwa Taiwan annektiert, wovor die Doku inst\u00e4ndig warnt. Tats\u00e4chlich sind es auch hier die USA, die ihre Kriegsschiffe im s\u00fcdchinesischen Meer \u2014 also vor der Haust\u00fcr des angeblichen Aggressors, auffahren lassen.<\/p>\n<p>Die Doku strotzt vor solchen Auslassungen, allesamt in Washingtons Interesse. Das zeigt, wie wenig objektiv der Beitrag ist. Besonders bedenklich wird es, wenn man sich ins Ged\u00e4chtnis ruft, dass die Filmemacher nicht aus US-Perspektive, sondern eigentlich aus deutscher Sicht berichten. Doch zwischen deutschen und US-Interessen scheint f\u00fcr G\u00f6dicke und Mueller kein Unterschied zu bestehen.<\/p>\n<h4>ZDF: Die EU ist ein von den USA abh\u00e4ngiger Zwerg<\/h4>\n<p>Vor diesem Hintergrund verwundert auch das merkw\u00fcrdige Fazit der Doku kaum noch. Dort hei\u00dft es etwa: Die EU sei \u201epolitisch und milit\u00e4risch ein gro\u00dfer Zwerg am Tropf der USA\u201c (41:00). Moment, die EU ist also politisch existenziell abh\u00e4ngig von Washington?<\/p>\n<p>Nimmt man diesen Satz ernst, zweifelt das ZDF damit faktisch an der Souver\u00e4nit\u00e4t der Europ\u00e4ischen Union \u2014 eine bemerkenswerte Aussage. Denn das sagt nicht irgendein Reichsb\u00fcrger oder Wladimir Putin, sondern das Zweite Deutsche Fernsehen.<\/p>\n<p>Was den milit\u00e4rischen Sektor angeht, ist die ZDF-Aussage ebenso zweifelhaft. Denn auch EU-Staaten, darunter immerhin zwei Atomm\u00e4chte und viele reiche Industriel\u00e4nder mit gro\u00dfen R\u00fcstungskonzernen, haben teilweise riesige Milit\u00e4rbudgets. Und weiter hei\u00dft es in der Doku:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDeutschland wird mehr investieren und mehr leisten m\u00fcssen. Nicht nur finanziell. Will Deutschland ein verl\u00e4sslicher Partner sein, muss es Verantwortung \u00fcbernehmen und Soldaten auch in Kampfeins\u00e4tze schicken. Denn die Aufgaben werden gr\u00f6\u00dfer, und sie werden gef\u00e4hrlicher.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Hier lassen die Filmemacher die Katze aus dem Sack. Den ganzen Beitrag \u00fcber geht es um Verteidigung des B\u00fcndnisgebiets. Doch pl\u00f6tzlich soll Deutschland Truppen in Kampfeins\u00e4tze schicken. Mal ganz davon abgesehen, dass sich die Bundeswehr derzeit in mehr als einem Dutzend Auslandseins\u00e4tzen, darunter auch Kampfmissionen, befindet.<\/p>\n<p>Hier wird deutlich, dass mit dem ethisch einwandfreien Argument der Heimatverteidigung um die geistige Kriegsbereitschaft der Zuschauer geworben wird, damit aber \u2014 quasi huckepack \u2014 auch Zustimmung f\u00fcr unter Umst\u00e4nden v\u00f6lkerrechtswidrige Angriffsmissionen fernab des NATO-Gebiets geschaffen werden soll.<\/p>\n<h4>ZDF reagiert schmallippig<\/h4>\n<p>Der Film entstammt nicht direkt dem ZDF, sondern ist eine Auftragsproduktion. Verantwortlich sind die M\u00fcnchener Filmemacher Nick Gol\u00fcke und Michael Mueller. Gol\u00fcke machte sich bisher vor allem mit Sport-Dokumentationen und als Feldreporter beim Fu\u00dfball einen Namen. Er wollte auf Anfrage des Rubikon keine Stellung zu seinem Film nehmen. Dies tue grunds\u00e4tzlich nur der ausstrahlende Sender.<\/p>\n<p>Vom ZDF kamen knappe Antworten auf die Rubikon-Anfrage. Alle kritischen Fragen zum Fehlen von nichtmilit\u00e4rischen Mitteln beziehungsweise zu fehlenden Informationen \u00fcber US-Milit\u00e4raktivit\u00e4ten b\u00fcgelte ZDF-Sprecher Thomas Stange mit der Erkl\u00e4rung ab, dies sei \u201enicht Thema\u201c der Sendung gewesen.<\/p>\n<p>Das widerspricht jedoch dem Filmtitel. Zur Erinnerung, dieser lautet \u201eAlte B\u00fcndnisse \u2014 neue Bedrohungen, Deutschlands Rolle in der NATO und der Welt\u201c. Es gibt auch nichtmilit\u00e4rische B\u00fcndnisse, auf Bedrohungen kann man nichtmilit\u00e4risch reagieren \u2014 etwa mit diplomatischen oder wirtschaftlichen Initiativen \u2014 und Deutschlands Rolle in der Welt besteht in mehr als nur Bundeswehreins\u00e4tzen. Die Filmemacher verengen das Dokuthema einfach unn\u00f6tig auf das Milit\u00e4r.<\/p>\n<h4>Die angeblich neuen Bedrohungen entpuppen sich als die altbekannten<\/h4>\n<p>Auch zum Thema USA ist das unbefriedigend. Was sind denn nun die \u201eneuen Bedrohungen\u201c, die der Filmtitel ank\u00fcndigt? Pr\u00e4sentiert werden mit Russland und China nur die altbekannten Kandidaten. Der Film ist damit in seiner eigenen Logik Etikettenschwindel.<\/p>\n<p>F\u00fcr ZDF-Sprecher Stange scheint die Antwort \u201eUSA\u201c von vornherein ausgeschlossen \u2014 sonst w\u00e4re sie ja Thema des Films gewesen. Es lie\u00dfe sich doch auch die These wagen, dass die USA eine Bedrohung f\u00fcr Deutschland sind \u2014 nicht nur wegen des pr\u00e4sidialen R\u00fcpels Donald Trump, sondern weil der \u201ePermanent-War Complex\u201c der Vereinigten Staaten gerade enge Verb\u00fcndete wie Deutschland wie ein schwarzes Loch immer mehr in sich zieht.<\/p>\n<p>Konkret: Erst durch US-Milit\u00e4raktivit\u00e4ten auf deutschem Staatsgebiet, wie die Lagerung von Atomwaffen in B\u00fcchel oder die Aktivit\u00e4ten der Airbase Ramstein, wird die Bundesrepublik zur Zielscheibe f\u00fcr andere M\u00e4chte. Dadurch werden Leben und Gesundheit aller Menschen in Deutschland bedroht.<\/p>\n<p>Durch milit\u00e4rische US-T\u00e4tigkeiten, ausgehend von deutschem Boden, und durch politischen Druck auf die Bundesregierung, wird Deutschland direkt oder indirekt in v\u00f6lkerrechtswidrige Aktivit\u00e4ten der USA hineingezogen.<\/p>\n<p>Durch Wirtschaftsspionage und das geheimdienstliche Abh\u00f6ren der Bundesregierung werden die politische und \u00f6konomische Souver\u00e4nit\u00e4t der Bundesrepublik bedroht. Und f\u00fcr die humanit\u00e4ren Folgen der US-Kriege, etwa in Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien, mit Millionen Fl\u00fcchtlingen, kommen nicht die Verursacher im Pentagon, sondern Deutschland und andere EU-Staaten auf.<\/p>\n<h4>Fazit: Angstmache statt V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung<\/h4>\n<p>Der aktuelle ZDF-Film reiht sich ein in das bekannte Muster einseitig transatlantischer Medienbeitr\u00e4ge zur weltpolitischen Lage. Die Doku bringt lediglich den vorherrschenden Diskurs innerhalb der sicherheitspolitischen Eliten zum Ausdruck und l\u00e4sst \u2014 nicht sonderlich demokratisch \u2014 die Mehrheitsmeinung der Bev\u00f6lkerung au\u00dfer Acht.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass das offene, unverstellte <a href=\"https:\/\/www.maz-online.de\/Nachrichten\/Kultur\/kaempfen-und-fuehren-neue-Plakat-Kampagne-der-Bundeswehr\">Werben f\u00fcr R\u00fcstung und Krieg<\/a> nicht nur auf <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/bundeswehrreklame-gas-wasser-schiessen-was-sind-das-fuer-typen-die-das-genehmigen\/24488386.html\">Bundeswehrplakaten<\/a>, sondern auch im \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehen neue Dimensionen erreicht, die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar erschienen.<\/p>\n<p>W\u00fcrden solche Man\u00f6verbilder, wie die der Doku, umgekehrt mit russischen Panzern im dortigen Staatsfernsehen laufen \u2014 dieselben deutschen Filmemacher spr\u00e4chen wohl von Drohgeb\u00e4rden, S\u00e4belrasseln und Militarismus. Sie w\u00fcrden dar\u00fcber schimpfen, wie unkritisch und eilfertig die russischen \u201eInformationskrieger\u201c die aggressive Au\u00dfenpolitik ihrer Staatsf\u00fchrung begleiten und dabei s\u00e4mtliche unpassenden Informationen unter den Tisch fallen lassen. Sie w\u00fcrden von \u201eStaatspropaganda\u201c reden.<\/p>\n<p>Mit diesem Film konstruiert das ZDF Feindbilder und sch\u00fcrt Angst vor Russland, um Aufr\u00fcstung und geistige Kriegsbereitschaft herbeizuf\u00fchren. Die Doku wirkt wie das Begleitprogramm zu <a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/der-vernichtungskrieg\">Ursula von der Leyens rhetorischem Ausfall<\/a> vom April 2018, als sie empfahl, mit Russland \u201eaus einer Position der (milit\u00e4rischen) St\u00e4rke\u201c zu sprechen. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu antwortete damals:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eNach all dem, was Deutschland unserem Land angetan hat, sollte man dort besser noch 200 Jahre nichts zu dem Thema sagen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Enden soll dieser Beitrag aber mit dem Zitat eines anderen Russen. Iwan Turgenjew (1818 bis 1883), einer der russischen Weltklasse-Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, der sehr gut Deutsch sprach und lange in Deutschland lebte, sagte einst (1):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eRussland ist doch ein Mitglied der europ\u00e4ischen Familie und werth, besser bekannt zu werden, besonders von den Deutschen\u201c<\/em>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Man darf noch davon tr\u00e4umen, dass das ZDF diesen Geist der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung, der auch dem Rundfunkstaatsvertrag entspricht, irgendwann wieder in seinem Programm realisiert.<\/p>\n<p><strong>Quellen und Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>(1) Iwan Turgenjew, zitiert nach Vera Bischitzky in Iwan Turgenjew: Aufzeichnungen eines J\u00e4gers, M\u00fcnchen 2018, Seite 569 (Nachwort zur Neu\u00fcbersetzung)<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag erschien zuerst im <a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/\">Rubikon.<\/a><\/em><\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_5035 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_5035')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_5035').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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Beitrag von Stefan Korinth Die etablierten Medien sind die zentrale Korsettstange der \u00f6ffentlichen &hellip;<\/p>\n<p class=\"read-more\"> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/russophobie-und-groessenwahn\/\"> <span class=\"screen-reader-text\">Russophobie und Gr\u00f6\u00dfenwahn<\/span> Weiterlesen &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5037,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[112,465,434,6,190,7,20],"class_list":["post-5035","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news","tag-eu","tag-feindbild","tag-kriegspropaganda","tag-nato","tag-propaganda","tag-russland","tag-zdf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5035","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5035"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5035\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5052,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5035\/revisions\/5052"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5037"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}