{"id":5060,"date":"2019-09-07T14:36:15","date_gmt":"2019-09-07T13:36:15","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=5060"},"modified":"2019-09-09T20:46:48","modified_gmt":"2019-09-09T19:46:48","slug":"vom-wirken-eines-desinformationsnetzwerks-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/vom-wirken-eines-desinformationsnetzwerks-teil-ii\/","title":{"rendered":"Vom Wirken eines Desinformationsnetzwerks &#8211; Teil II."},"content":{"rendered":"<header class=\"entry-header\">\n<h3 class=\"entry-title\">Kritik zur Replik \u2013 Neue Post f\u00fcr die ARD<\/h3>\n<div class=\"entry-meta post-details\"><span class=\"posted-on meta-date\">Ver\u00f6ffentlicht am <a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/2019\/09\/ard-kritik-berichterstattung-syrien-sanktionen-nro-open-society\/\" rel=\"bookmark\"><time class=\"entry-date published\" datetime=\"2019-09-04T08:57:51+02:00\">4. September 2019<\/time><\/a><\/span><span class=\"posted-by meta-author\"> von <span class=\"author vcard\"><a class=\"url fn n\" title=\"Alle Beitr\u00e4ge von Ped ansehen\" href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/author\/ped\/\" rel=\"author\">Ped<\/a><\/span><\/span><\/div>\n<\/header>\n<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p><strong>Beginnen wir mit dem Positiven: Briefe an die ARD werden dort tats\u00e4chlich gelesen.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>Dieser Fakt ist wichtig, weil er n\u00e4mlich die M\u00f6glichkeit einer wirklichen Kommunikation offen l\u00e4sst. Oft entsteht der Eindruck, dass die Gremien der ARD nur mit Standardantworten hantieren, um auf recht bequeme Art und Weise l\u00e4stige Kritiker abzufr\u00fchst\u00fccken. Um also herauszufinden, ob meine Kritik an einem Beitrag von \u201creport aus M\u00fcnchen\u201d auch tats\u00e4chlich gelesen und ausgewertet wird, hatte ich in diesem einen sogenannten \u201cHoneypot\u201d, einen Honigtopf hinterlassen.<\/strong><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Die Begrifflichkeit \u201cHoneypot\u201d habe ich aus der Informationstechnologie entlehnt. Dabei ist sie keinesfalls auf diese beschr\u00e4nkt, denn die programmierten Algorithmen nutzen Erkenntnisse aus der Psychologie. Die Erkl\u00e4rung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) zum Begriff ist brauchbar:<\/p>\n<div class=\"paragraph \">\n<blockquote>\n<p class=\"text\">\u201c<em>Die Honeypot-Strategie stammt urspr\u00fcnglich aus der Cybersicherheit: IT-Sicherheitsleute platzieren einen scheinbar ungesch\u00fctzten Rechner in einem Firmennetzwerk, der als Scheinziel Angreifer anlocken soll \u2013 so wie ein Honigtopf die Aufmerksamkeit eines B\u00e4ren von der eigentlichen Beute ablenken soll. Dringen Hacker in diesen \u201cHoneypot\u201d ein, zeichnet dieser das Verhalten der Angreifer genau auf. So erfahren die Verteidiger, welche Strategien die Eindringlinge nutzen und k\u00f6nnen so auf m\u00f6gliche Schwachstellen ihrer eigenen Infrastruktur schlie\u00dfen.<\/em>\u201d (1)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das ist mir wichtig, um nicht missverstanden zu werden. Ich habe hier den Adressaten keineswegs eine Falle gestellt, sondern \u00fcber einen psychologischen Trick versucht, deren Herangehen an Leserbriefe besser zu verstehen. Die Erkenntnis, dass mein Schreiben tats\u00e4chlich gelesen wurde, ist an sich schon erfreulich, doch erfuhr ich so auch, wie das Gelesene verarbeitet wurde.<\/p>\n<p>Mehr noch wurde ich darauf gesto\u00dfen, wie wir \u2013 also nicht nur die Journalisten und Redakteure der ARD \u2013 versuchen, auftretende Probleme effizient und bequem zu bew\u00e4ltigen \u2013 f\u00fcr uns zu bew\u00e4ltigen! Dabei bleibt die Wahrheit oft auf der Strecke. Sie muss unseren Techniken, schlechtes Gewissen zu verdr\u00e4ngen, weichen. Man nennt so etwas auch Opportunismus.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<hr \/>\n<h3>Offener Brief an die ARD<\/h3>\n<\/div>\n<p>Folgende E-Mail-Verteiler wurden angeschrieben:<\/p>\n<ul>\n<li>programmbeirat@daserste.de<\/li>\n<li>publikumsservice@tagesschau.de<\/li>\n<li>gremienbuero@br.de<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Betrifft: Artikel in ARD-Tagesschau (Online-Pr\u00e4senz) zu Syrien vom 25. Juni 2019 <\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Replik auf Ihre Antwort vom 19. August 2019 zu meiner Kritik vom 11. Juli 2019<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/report-muenchen\/syrien-giftgas-153.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/report-muenchen\/syrien-giftgas-153.html<\/a> (Online-Artikel zum kritisierten Bericht)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/2019\/07\/ard-giftgas-syrien-propaganda\/\">https:\/\/peds-ansichten.de\/2019\/07\/ard-giftgas-syrien-propaganda\/<\/a> (Kritik)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/2019-08-16_ARD-BR_LorenzWolf.pdf\">https:\/\/peds-ansichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/2019-08-16_ARD-BR_LorenzWolf.pdf\u00a0<\/a> (Ihre Antwort zur Kritik)<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Mit der Bitte um Weiterleitung an Herrn Lorenz Wolf<\/strong><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Sehr geehrter Herr Wolf,<\/p>\n<p>eingangs nochmals der Dank f\u00fcr die Reaktion auf meine Kritik (siehe Betreff), der auch anerkennt, dass sich die betreffenden Kollegen beim Bayerischen Rundfunk (BR), Philipp Gr\u00fcll und Ahmet Senyurt offenbar ernsthaft mit dem Inhalt befassten und zum Inhalt antworteten. Wobei letzteres zu differenzieren ist, was ich im Folgenden erl\u00e4utern werde. Im weiteren spreche ich mit \u201cSie\u201d die beiden BR-Mitarbeiter und Sie pers\u00f6nlich an.<\/p>\n<p>Der wichtigste Grund, warum ich mich erneut an Sie wende, ist jedoch, dass die grunds\u00e4tzlichen Aspekte meiner Kritik m\u00f6glicherweise erkannt, jedoch in keiner Weise in Ihrer Antwort ber\u00fccksichtigt wurden.<\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich nicht missverstanden werden. Sie und ich sind uns einig \u2013 so nehme ich zumindest an -, dass guter Journalismus ohne das Unbequeme und Mutige schwer umsetzbar ist. Gute Journalisten setzen nicht auf Besitzstandswahrung und vermeiden es, sich der herrschenden Macht anzubiedern. Gute Journalisten stellen in Frage, sind skeptisch und bem\u00fcht, dem Opportunismus, der uns immer wieder und all zu leicht einf\u00e4ngt, zu widerstehen. Mainstream und guter Journalismus passen irgendwie nicht so recht zusammen.<\/p>\n<p>Meine Hochachtung gilt jedem Journalisten, der sich die M\u00fche macht, \u00fcber den Tellerrand zu schauen und ich bin mir sicher, dass es davon auch eine erkleckliche Anzahl bei der ARD gibt. Auch registriere ich kritische und tats\u00e4chlich investigative Sendungen Ihres Hauses durchaus. Leider haben diese jedoch kaum Einfluss auf das Bild der Sendungen in ihrer Gesamtheit.<\/p>\n<p>Sie nahmen auf einen einzigen Punkt meiner Kritik an besagtem Sendebeitrag Bezug und argumentierten, dass die ARD ja auch kritisch \u00fcber Waffenlieferungen an arabische, demokratieferne Staaten berichtet. Das ist Ihr gutes Recht und damit haben Sie auch Recht. Der von Ihnen aufs Korn genommene Passus liest sich so:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Waffenlieferungen an arabische Diktaturen bringen Sie und die sich als Aufkl\u00e4rer von \u201creport aus M\u00fcnchen\u201d ansehenden Journalisten nicht um den Schlaf. Passend dazu haben Sie auch kein Problem mit den regen, auch wirtschaftlichen Beziehungen, die Deutschland zu Staaten mit demokratiefernen Regierungen wie denen in Brasilien und Kolumbien unterh\u00e4lt.<\/em>\u201d (2)<\/p><\/blockquote>\n<p>Ihr Widerspruch dazu war nicht nur der Kern <a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/2019-08-16_ARD-BR_LorenzWolf.pdf\">Ihres Antwortbriefes<\/a>, sondern mit ihm ersch\u00f6pfte sich im Prinzip auch dessen gesamter Inhalt. Der an Sie gerichtete Brief hatte jedoch \u2013 nur den reinen Inhalt betreffend \u2013 etwa 2.500 W\u00f6rter. Ihre Kollegen, m\u00f6glicherweise auch Sie, haben mein Schreiben aufmerksam gelesen. Nur deshalb war es Ihnen auch m\u00f6glich, die Schwachstelle aufzufinden und zu benennen.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich offen sein: Diese Schwachstelle hatte ich bewusst im Text belassen!<\/p>\n<p>Ich hatte urspr\u00fcnglich diesen Passus \u2013 emotional aufgew\u00fchlt und somit verstrickt \u2013 niedergeschrieben. Doch schreibe ich prinzipiell in Phasen. Auf die emotionale Phase folgt eine Pause und dann die Reflexion des selbst Verfassten. Der zeitliche und so auch emotionale Abstand f\u00fchrte mir daher vor Versenden des Briefes auch die oben genannte Haltlosigkeit des Vorwurfs deutlich vor Augen (a1). Nun aber interessierte es mich, wie Sie beziehungsweise die Kollegen bei der ARD, ganz grunds\u00e4tzlich mit kritischen Leserbriefen umgehen. Deshalb lie\u00df ich die Passage, sozusagen als \u201cHoneypot\u201d (Honigtopf), im Text stehen.<\/p>\n<p>Mit welcher Wertsch\u00e4tzung nehmen Medienleute der ARD ihr Publikum wahr? Zumindest was meinen Fall angeht, ist diese Wertsch\u00e4tzung vorhanden und das finde ich sehr erfreulich. Nur so konnten Sie ja auch den \u201cHoneypot\u201d wahrnehmen und darauf reagieren. Sie suchten nach Widerspr\u00fcchlichkeiten im Text und bekamen das Gew\u00fcnschte serviert. Damit ergab sich f\u00fcr Sie auch die M\u00f6glichkeit einer sachlichen, fachlich korrekten Antwort \u2013 zu genau diesem einen Aspekt.<\/p>\n<p>Die Frage, die sich mir nun allerdings stellt ist die, was sie ohne das Auffinden des \u201cHoneypots\u201d geantwortet h\u00e4tten. H\u00e4tten Sie \u00fcberhaupt geantwortet?<\/p>\n<p>Die von mir formulierte Kritik hat es \u2013 so meine ich \u2013 in sich. In dieser habe ich Ihnen ganz offen vorgeworfen, dass Sie Ger\u00fcchte, Verleumdungen und L\u00fcgen verbreiten (a2). So diese Vorw\u00fcrfe auch nur teilweise haltlos sind, haben Sie jedes Recht, sich dagegen zu wehren \u2013 nicht nur in einer Replik sondern auch justiziabel. Das ist mir \u00fcbrigens auch sehr bewusst. Warum tun Sie es nicht?<\/p>\n<p>Das ist quasi der Umkehrschluss aus meinem \u201cHoneypot\u201d-Test. Dort wo Sie die Antwort nicht geben k\u00f6nnen, schweigen Sie.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Damit habe ich nicht gesagt, dass Sie auf die anderen von mir vorgebrachten Aspekte keine Antworten h\u00e4tten. Offen gelegt haben Sie die Antwort jedoch nur dort, wo die Betroffenen ihre Arbeit mit der eigenen ethischen Haltung in Einklang sahen, wo sie mit ihrer Pers\u00f6nlichkeit im Reinen waren. Sie fand sich dort, wo man authentisch sein konnte und den Blick in den Spiegel nicht zu scheuen brauchte. Das ist ein nachvollziehbares, v\u00f6llig nat\u00fcrliches Verhaltensmuster der menschlichen Psyche.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Wenn wir uns dagegen in einer Situation befinden, in der es nicht \u201cpasst\u201d, haben wir den Hang zu tricksen. Dort wo wir pl\u00f6tzlich in Widerspruch zu unserem Selbstverst\u00e4ndnis geraten, stehen wir vor der Herausforderung Dissonanzen aufzul\u00f6sen. Im schlechtesten Fall f\u00fchlen wir uns angegriffen und reagieren entsprechend emotional. Wenn aber in den Redaktionen der ARD zunehmend das schlechte Gewissen bohrte, w\u00e4re das ein \u00e4u\u00dferst ermutigendes Signal f\u00fcr anstehende Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich raten: Sie und Ihre Kollegen wissen, dass die von mir formulierten Vorw\u00fcrfe fundiert und belegt sind?<\/p>\n<p>Ich z\u00e4hle sie im Kern noch einmal auf:<\/p>\n<ol>\n<li>Bei der ARD wird die Berichterstattung regelm\u00e4\u00dfig emotional unterbaut und mit Feindbildern gest\u00fctzt. Bestes Beispiel ist die \u00dcberschrift zum kritisierten Beitrag mit \u201cAssads Giftgas\u201d und der wiederholt genutzte Ausdruck \u201cAssad-Regime\u201d (a3).<\/li>\n<li>Die ARD und speziell der Bericht von \u201creport aus M\u00fcnchen\u201d verbreiten Ger\u00fcchte, die sie mit rein gar nichts belegen k\u00f6nnen \u2013 au\u00dfer \u201ces wurde berichtet\u201d. Auf diese Art und Weise schieben Sie der syrischen Regierung wiederholt unter, Giftgas eingesetzt zu haben.<\/li>\n<li>Die ARD-Berichterstattung und speziell der Bericht von \u201creport aus M\u00fcnchen\u201d sind tendenzi\u00f6s und \u2013 wenn auch subtil \u2013 deutlich erkennbar parteiisch gefasst. Mittels \u201cwiederholter Berichte \u00fcber den Einsatz von Giftgas durch das Assad-Regime\u201d stricken sie ein Narrativ, das, wenn es bei den Menschen greift, Beziehungen zu Syrien ethisch verwerflich macht. Hier mischt sich die Verbreitung von Ger\u00fcchten bereits mit dem Tatbestand der Verleumdung.<\/li>\n<li>Mit 3. begr\u00fcnden Sie Sanktionen der Europ\u00e4ischen Union (EU), welche als Ma\u00dfnahmen innerhalb des Wirtschafts- und Finanzkrieges gegen Syrien zu begreifen sind. Sie legitimieren sie und waschen sie moralisch rein. In keiner Weise gehen Sie auf die Sanktionspolitik der EU als Mittel der Kriegf\u00fchrung ein.<\/li>\n<li>Mit 4. drehen Sie den wahren Skandal der EU-Sanktionen um, in einen angeblichen Skandal, wenn diese EU-Sanktionen auch nur in irgendeiner Weise nicht befolgt werden. Ohne jede Reflexion machen Sie mit bei der Umkehr von Unrecht zu Recht. Damit gehen Sie auf einer Linie mit der politischen Macht in unserem Land. Genau dort koppelt die \u201cRecherche\u201d von \u201creport aus M\u00fcnchen\u201d an.<\/li>\n<li>Sie konstruieren eine Verbindung von Stoffen mit Giftgas (\u201cwaffenf\u00e4hige Chemikalien\u201d, \u201cDual-Use \u2013 G\u00fcter\u201d), die jede einigerma\u00dfen entwickelte Wirtschaft ben\u00f6tigt, um vern\u00fcnftig existieren zu k\u00f6nnen. Das ist hoch selektiv, denn eine solche Verbindung kann so ziemlich f\u00fcr alles und jeden hergestellt werden. Und das wird es auch; nicht umsonst befindet sich Syriens Wirtschaft und Infrastruktur in einer katastrophalen Lage.<\/li>\n<li>Sie beteiligen sich an einer Denunziation all Jener, die in irgendeiner Weise Beziehungen zu Syrien pflegen oder aufbauen woll(t)en oder es fr\u00fcher praktizierten. Mit dieser Hexenjagd disziplinieren auch Sie alle, die Kontakte \u2013 auf welcher Ebene auch immer \u2013 zu einem souver\u00e4nen UN-Mitgliedsland kn\u00fcpfen wollen.<\/li>\n<li>Bei dieser Hexenjagd bedienen Sie sich der Arbeit und Quellen von Organisationen, die keinesfalls unabh\u00e4ngig sind. Schlie\u00dflich sind sie allesamt mit den Open Society \u2013 Netzwerken verbandelt und stramm in die Front der Gegner der aktuellen syrischen Regierung eingebunden. Nichts erf\u00e4hrt der Rezipient von Ihnen \u00fcber diese Verbindungen und ist somit guten Glaubens, dass da tats\u00e4chlich \u201cNichtregierungsorganisationen\u201d ausschlie\u00dflich f\u00fcr ethisch-moralische Ziele am Wirken sind. Nichts erf\u00e4hrt der Rezipient au\u00dferdem dar\u00fcber, dass ein Hedgefonds-Manager Milliardensummen in diese Netzwerke <strong>investiert<\/strong>.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Und hier \u2013 an dieser Stelle im Bericht \u2013 haben Sie <strong>schlicht und einfach L\u00fcgen verbreitet<\/strong>. Gern nochmal f\u00fcr die Leser zum pr\u00fcfen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Sp\u00e4ter [nach 2014] allerdings verf\u00fcgte das Assad-Regime erneut \u00fcber Sarin, das nach UN-Angaben auf Basis von Isopropanol hergestellt worden war und 2017 in Chan Schaichun im Nordwesten Syriens zum Einsatz kam. Bei dem Angriff wurden Dutzende Menschen get\u00f6tet.<\/em>\u201d (3)<\/p><\/blockquote>\n<p>Aha, UN-Angaben also? L\u00e4sst sich das irgendwie nachvollziehen, haben Sie ein Dokument in der Hinterhand, das wir alle noch nicht kennen? Oder erz\u00e4hlen Sie das, weil es eben alle anderen auch erz\u00e4hlen? Das A und O solch brisanter Vorw\u00fcrfe sind handfeste Quellen. Um diese \u2013 auch wenn es despektierlich klingt \u2013 mogelten Sie sich in Ihrem Antwortbrief folgenderma\u00dfen herum:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Es l\u00e4ge eine Reihe von revelanten Dokumenten vor, es sei mit etlichen Experten gesprochen worden, die Quellenlage sei transparent gemacht und die betroffenen Firmen seien mit den Recherchen konfrontiert wurden.<\/em>\u201d (4)<\/p><\/blockquote>\n<p>Es sollte klar sein, dass die L\u00fcgen, Verleumdungen und Ger\u00fcchte zu Syrien es sind, auf die ich zeige. Die von Ihnen gesendete \u2013 wie Sie es nennen \u2013 Recherche; diese selbst interessiert mich \u00fcberhaupt nicht, wie ich schon in meiner Kritik schrieb. Die Basis auf der die Recherche aufsetzt, ist das, was mich umtreibt (siehe auch obige Punkte) und da sind Quellen, wie schon gesagt, das A und O.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Wo sind die Prim\u00e4rquellen, welche den Einsatz chemischer Waffen durch Syrien belegen? Sagen Sie es mir.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnen Sie nicht, weil Sie \u00fcber keine Quellen dieser Art verf\u00fcgen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Halten wir also gut den Report in seinen untersuchenden Details und das Narrativ, in das er eingebettet ist, auseinander. Was Zuschauer und Leser mit voller Breitseite abbekamen, war n\u00e4mlich erneut das Narrativ \u2013 eines dass ein klares Feinbild vermittelt und dabei vor diversen h\u00e4sslichen Manipulationen nicht zur\u00fcckschreckt. Ja, ohne das Narrativ hinge auch der Report faktisch ohne Bezug im luftleeren Raum, w\u00e4re sinnlos und damit \u00fcberfl\u00fcssig. So aber wird ihm durch das Narrativ k\u00fcnstlich eine Daseinsberechtigung \u2013 auch Relevanz genannt \u2013 eingehaucht.<\/p>\n<p>Es kann ja durchaus sein, dass Sie all das, was Sie da erz\u00e4hlen \u2013 nochmals, damit ist das Narrativ gemeint (!) -, tats\u00e4chlich glauben. Nur ist Glauben eben strikt von Wissen zu unterscheiden und Glaubensbekenntnisse sollten im Journalismus klar als solche gekennzeichnet sein. Doch ist in mir ein Verdacht, dass Sie und Ihre Kollegen das alles bereits selbst wissen und andere \u201cgute Gr\u00fcnde\u201d daf\u00fcr herhalten m\u00fcssen, Propagandaschinken wie den von mir Untersuchten zu fabrizieren. Denn es handelt sich doch um Propaganda \u2013 oder etwa nicht?<\/p>\n<p>Warum sitzen Anne Allmeling und Daniel Hechler in Kairo? Ist diese kostspielige Pr\u00e4senz tats\u00e4chlich erforderlich, um in der Syrien-Berichterstattung letztlich nur eine sogenannte Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte, mit Sitz in Mittelengland zu zitieren? Wenn man nicht gerade Kristin Helberg hei\u00dft (5), wird man doch wohl eine Akkreditierung in Damaskus bekommen, oder nicht?<\/p>\n<p>Die Luft dort k\u00f6nnte helfen, Vorurteile aufzubrechen und erst einmal sich selbst spannende Fragen zu stellen. Zum Beispiel die, auf welche Art und Weise die deutsche Regierung 40 Millionen Euro in eine syrische Provinz pumpt und uns dabei weismachen will, dass davon die \u201cZivilgesellschaft\u201d profitiert \u2013 in einer Gegend in der das Gesetz der Scharia gilt (6). Oder was es mit dem Giftgas in Syrien so auf sich hat. Oder auch um besser zu sp\u00fcren, wen die scheinheilig aus \u201chumanit\u00e4ren Gr\u00fcnden\u201d verh\u00e4ngten Sanktionen dort in ganzer H\u00e4rte treffen.<\/p>\n<p>Ein Forist auf meiner Plattform hat eine sch\u00f6ne Idee f\u00fcr Ihr Haus aufgeschrieben:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Jetzt, wo die wertewestlichen und von der ARD soufflierten Proxies in Khan Sheikhoun die Hucke voll gekriegt haben und somit das souver\u00e4ne Syrien wieder \u00fcber dieses, sein Staatsgebiet verf\u00fcgt, kann doch der \u201cFaktenfinder\u201d tats\u00e4chlich Fakten finden. Ein Anfang w\u00e4re, den angeblichen Sarin-Anschlag vom 04. April 2017 vor Ort zu untersuchen. Ich will nicht behaupten, dass damit die Reputation wieder hergestellt werden k\u00f6nnte, es w\u00e4re aber ein Zeichen des guten Willens.<\/em>\u201d (7)<\/p><\/blockquote>\n<p>Dem ist nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Achtungsvoll,<\/p>\n<p>Ped<\/p>\n<p>Bitte bleiben Sie sch\u00f6n aufmerksam, liebe Leser.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Anmerkungen und Quellen<\/h3>\n<p>(a1) Anspruchsvoller Journalismus ist nur dann m\u00f6glich, wenn der Betreffende die M\u00f6glichkeit erh\u00e4lt, emotionale Verstrickungen mittels zum Beispiel zeitlicher Distanz zu entflechten und so auch die im Text verankerten Verstrickungen aufzul\u00f6sen. In der gehetzten Atmosph\u00e4re heutiger Redaktionen stelle ich mir so etwas als ziemlich schwierig umsetzbar vor.<\/p>\n<p>(a2) An dieser Stelle lege ich noch einmal Wert auf die Unterscheidung des Vorwurfs \u201cL\u00fcgen zu verbreiten\u201d zu dem des \u201cein L\u00fcgner zu sein\u201d. Ersterer bezieht sich klar und ohne jede Polemik auf das untersuchte Thema und vermeidet die pers\u00f6nliche Verunglimpfung des Angesprochenen.<\/p>\n<p>(a3) Man kann das Framing der ARD in Bezug auf die Syrien-Berichterstattung manchmal nur noch als abartig bezeichnen. Selbst Informationen solch ber\u00fcchtigter Quellen wie der Syrischen Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte (SOHR) werden, wenn notwendig, zurecht geschnitzt um den passenden Spin zu erzeugen. W\u00e4hrend Anne Allmeling im Text sowohl korrekt als auch konkret zitierte (Hervorhebung durch Autor):<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Der Vorsitzende der Beobachtungsstelle [SOHR], <strong>Rami Abdel Rahman<\/strong>, sagte: \u00abDas ist ein entscheidender Sieg f\u00fcr die <strong>Regierungstruppen<\/strong>.\u00bb<\/em>\u201d (8)<\/p><\/blockquote>\n<p>wurde aus dem Zitat im einleitenden Text (dem Teaser) \u2013 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durch Anne Allmeling gestaltet \u2013 ein Lehrst\u00fcck in Propaganda (Hervorhebung durch Autor):<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em><strong>Beobachter<\/strong> sprechen von einem \u00abentscheidenden Sieg\u00bb des <strong>Assad-Regimes<\/strong>.<\/em>\u201d (9)<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit der extrem verk\u00fcrzten Wiedergabe des Zitats und dem Herbeizaubern fiktiver \u2018Beobachter\u201d konnte so doch noch erfolgreich das \u201cAssad-Regime\u201d verhackst\u00fcckt werden. Ein weiteres Mal darf daher die Frage gestellt werden, wie es sein kann, dass sich ein Redakteur f\u00fcr so etwas hergibt.<\/p>\n<p>(Allgemein) Dieser Artikel von\u00a0<a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/\">Peds Ansichten<\/a>\u00a0ist unter einer\u00a0<strong>Creative Commons-Lizenz<\/strong>\u00a0(<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/4.0\/deed.de\" rel=\"license\">Namensnennung \u2013 Nicht kommerziell \u2013 Keine Bearbeitungen 4.0 International<\/a>) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielf\u00e4ltigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.<\/p>\n<p>(1) 7.12.2018, 15:17 Uhr; <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/zentrum-fuer-politische-schoenheit-soko-chemnitz-honeypot-methode-100.html\">https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/zentrum-fuer-politische-schoenheit-soko-chemnitz-honeypot-methode-100.html<\/a><\/p>\n<p>(2) 11.7.2019; <a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/2019\/07\/ard-giftgas-syrien-propaganda\/\">https:\/\/peds-ansichten.de\/2019\/07\/ard-giftgas-syrien-propaganda\/<\/a><\/p>\n<p>(3) 25.6.2019, 17:18 Uhr; <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/report-muenchen\/syrien-giftgas-153.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/report-muenchen\/syrien-giftgas-153.html<\/a><\/p>\n<p>(4) Lorenz Wolf; 16.8.2019; <a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/2019-08-16_ARD-BR_LorenzWolf.pdf\">https:\/\/peds-ansichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/2019-08-16_ARD-BR_LorenzWolf.pdf<\/a><\/p>\n<p>(5) Maren M\u00fcller; 11.1.2016; <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/2016\/01\/11\/anfrage-zur-syrien-expertin-kristin-helberg\/\">https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/2016\/01\/11\/anfrage-zur-syrien-expertin-kristin-helberg\/<\/a><\/p>\n<p>(6) 6.11.2018; <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/inland\/78844-bundespressekonferenz-wieso-pumpt-deutschland-40-millionen-nach-idlib\/?fbclid=IwAR3VPEQoW4ncj-zeIeSV0FZRYxNtyMkMiyKrvHdpXr8XtVY5YgPIosP6mqQ\">https:\/\/deutsch.rt.com\/inland\/78844-bundespressekonferenz-wieso-pumpt-deutschland-40-millionen-nach-idlib\/?fbclid=IwAR3VPEQoW4ncj-zeIeSV0FZRYxNtyMkMiyKrvHdpXr8XtVY5YgPIosP6mqQ<\/a><\/p>\n<p>(7) 21.8.2019; <a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/2019\/08\/die-ard-antwortet\/#comment-13853\">https:\/\/peds-ansichten.de\/2019\/08\/die-ard-antwortet\/#comment-13853<\/a><\/p>\n<p>(8,9) Anne Allmeling; 20.8.2019; <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/syrien-idlib-107.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/syrien-idlib-107.html<\/a><\/p>\n<p>(Titelbild) M\u00fcnchen, Sendezentrale des Bayerischen Rundfunks; Autor: Masaya I; 2.3.2011; <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Munich%E9%A7%85Sofitel%E3%81%A7%E4%B8%80%E6%B3%8A_-_panoramio.jpg?uselang=de\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Munich%E9%A7%85Sofitel%E3%81%A7%E4%B8%80%E6%B3%8A_-_panoramio.jpg?uselang=de<\/a>; Lizenz: Creative Commons CC3.0<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_5060 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_5060')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_5060').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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Dieser Fakt ist wichtig, weil er n\u00e4mlich die M\u00f6glichkeit einer wirklichen &hellip;<\/p>\n<p class=\"read-more\"> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/vom-wirken-eines-desinformationsnetzwerks-teil-ii\/\"> <span class=\"screen-reader-text\">Vom Wirken eines Desinformationsnetzwerks &#8211; Teil II.<\/span> Weiterlesen &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5061,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[5,340,190,282],"class_list":["post-5060","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news","tag-ard","tag-giftgas","tag-propaganda","tag-syrien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5060","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5060"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5060\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5075,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5060\/revisions\/5075"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5061"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5060"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5060"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5060"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}