{"id":5149,"date":"2019-10-31T18:32:51","date_gmt":"2019-10-31T17:32:51","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=5149"},"modified":"2024-01-27T08:41:13","modified_gmt":"2024-01-27T07:41:13","slug":"unser-buch-ist-da-zwischen-feindbild-und-wetterbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/unser-buch-ist-da-zwischen-feindbild-und-wetterbericht\/","title":{"rendered":"Unser Buch ist da: Zwischen Feindbild und Wetterbericht"},"content":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>p\u00fcnktlich zur Frankfurter Buchmesse hat der <a href=\"https:\/\/shop.papyrossa.de\/Mueller\/Braeutigam\/Klinkhammer-Zwischen-Feindbild-und-Wetterberich\">PapyRossa-Verlag<\/a> das neue Buch von Friedhelm Klinkhammer, Volker Br\u00e4utigam und mir als Herausgeberin vorgestellt. Auf 250 Seiten haben wir rubrizierte Programmkritiken zu den Angeboten von ARD-aktuell vorgestellt, die sich mit den Themen Venezuela, Syrien, Ukraine, Russland und politsch-sozialen Irrwegen im eigenem Land befassen.<\/p>\n<p>Im Onlinemagazin Rubikon erschien nun ein <a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/autoren\/maren-muller\">erster Exklusivabdruck<\/a>.<\/p>\n<h1>Vom Narrativ zum Feindbild<\/h1>\n<p><em><strong>Durch medial verbreitete Feindbilder werden Stigmatisierung und Ausgrenzung, Sanktionen und Schikanen, Gewalt und Willk\u00fcr gef\u00f6rdert \u2014 nach innen wie nach au\u00dfen. Die Rolle, welche die Tagesschau dabei spielt, spie\u00dfen Volker Br\u00e4utigam und Friedhelm Klinkhammer im j\u00fcngst auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellten neuen Buch \u201eZwischen Feindbild und Wetterbericht\u201c mit Ironie und Sarkasmus auf. Die Methoden und Mechanismen der kritisierten Nachrichtengebung macht Maren M\u00fcller in kenntnisreichen Einleitungen nachvollziehbar. Dabei arbeitet sie auch den bizarren Widerspruch zwischen selbst formuliertem Anspruch und gesetzlichem Auftrag der Tagesschau auf der einen und deren realer Praxis auf der anderen Seite heraus.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten forschen Hundertschaften von Wissenschaftlern zu M\u00f6glichkeiten erz\u00e4hlerischer \u00dcberzeugungsarbeit, oder akademisch ausgedr\u00fcckt: zum persuasiven Potenzial narrativer Berichterstattung. So ist der Zusammenhang zwischen Journalismus und Erz\u00e4hlung \u2014 Storytelling beziehungsweise Narrativ \u2014 bereits seit den 1970er Jahren Gegenstand zahlreicher Publikationen. Ziel der kollektiven Bestrebungen des \u201epolitisch-wissenschaftlich-medialen Komplexes\u201c ist es, den Rezipienten zu bef\u00e4higen, die vernommene und verstandene Botschaft auch nachhaltig zu verinnerlichen und eine entsprechende Verhaltens\u00e4nderung herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Wissenskluftforschung (17) unterstreicht insbesondere die Bedeutung alternativer Vermittlungsstrategien f\u00fcr Personen, f\u00fcr die sich eine klassische Nachrichtenvermittlung aus diversen Gr\u00fcnden als wenig oder g\u00e4nzlich ungeeignet erweist. Eine solch alternative Form der Berichterstattung m\u00fcsste zun\u00e4chst Interesse und Aufmerksamkeit wecken, um auch Menschen zu erreichen, die ansonsten mit politischen Nachrichten wenig beziehungsweise nichts anfangen k\u00f6nnen oder diese mit Vorsatz meiden.<\/p>\n<blockquote><p>Die meisten Menschen interessieren sich von Kindheit an mehr f\u00fcr Geschichten, die von anderen Menschen handeln, als f\u00fcr reine Fakten und Daten, weil sich sowohl Bilder als auch Metaphern besser verarbeiten lassen und leichter einpr\u00e4gen als abstrakte Sachverhalte.<\/p><\/blockquote>\n<p>Informationen, in Form narrativer Erz\u00e4hlweisen pr\u00e4sentiert, werden selektiv verinnerlicht und k\u00f6nnen auf Einstellungen und Verhalten nachwirken. Die Forschung zeigt, dass Narrationen auf sehr subtile Weise \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, wenn Erz\u00e4hlhandlung und Zielinformationen so eng wie m\u00f6glich miteinander verkn\u00fcpft sind. Rezipienten \u00fcbernehmen auch schwache Argumente und offensichtlich unsinnige \u00dcberzeugungen, wenn diese narrativ vermittelt werden. Die st\u00e4rksten Persuasionsmechanismen sind \u2014 laut Forschung \u2014 reduziertes Gegenargumentieren und unterbundene Reaktanz (18).<\/p>\n<ul>\n<li>Warum sind Staat, Wissenschaft und Medienbetriebe in der heutigen, sich als aufgekl\u00e4rt begreifenden Gesellschaft eigentlich so dringend darauf angewiesen, dass Rezipienten bestimmte Informationen nicht nur verstehen und m\u00f6glichst ohne Beanstandung und Widerspruch glauben, sondern auch verinnerlichen? Warum darf der Rezipient, nachdem er die aktuellen Nachrichten, den belehrenden Kommentar, den bebilderten Bericht oder die Reportage zur Kenntnis genommen hat, nicht einfach seine Schl\u00fcsse ziehen und die Botschaft wieder vergessen? Bei der Masse an Informationen, die beispielsweise das Internet zur Verf\u00fcgung stellt, ist die F\u00e4higkeit, das Gelesene, Geh\u00f6rte oder Gesehene zu verstehen <em>und<\/em> zu behalten, sowieso reduziert.<\/li>\n<li>Warum besch\u00e4ftigt das Pentagon um die 27.000 Personen, die ausschlie\u00dflich f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsarbeit \u2014 PR, Werbung, Rekrutierung \u2014 und das mediale Aufpolieren der US-Kriege zust\u00e4ndig sind? Tom Curley, ehemaliger Chef der US-amerikanischen Nachrichtenagentur AP, kritisierte 2009 in einem Vortrag vor Journalisten den Druck des US-Verteidigungsministeriums auf seine Berichterstatter in Kriegsgebieten. AP-Recherchen zufolge kosteten die PR-Ma\u00dfnahmen des Milit\u00e4rs die Steuerzahler j\u00e4hrlich 4,7 Milliarden Dollar (19).<\/li>\n<li>Warum gab das US-Verteidigungsministerium laut einem Bericht des britischen Guardian von M\u00e4rz 2011 j\u00e4hrlich bis zu 580 Millionen US-Dollar an Medien \u2014 Zeitungen, Fernsehsender, YouTube-Videos zum Beispiel von oppositionellen Gruppen in Krisengebieten \u2014, Blogs und sonstige wichtige Multiplikatoren im Ausland aus (20)?<\/li>\n<li>Warum betreibt die britische \u201eIntegrity Initiative\u201c unter Beteiligung deutscher Politiker, Journalisten und Think-Tanks ein internationales, verdecktes Netzwerk aus Geheimdienstlern, Milit\u00e4roffizieren, Politikern, Journalisten und Akademikern, welches sich die Aufgabe gestellt hat, umfangreiche antirussische Medienkampagnen zu koordinieren (21)?<\/li>\n<li>Warum ist die \u2014 laut <em>Spiegel<\/em> \u2014 \u201eeinflussreichste private Institution Amerikas und der westlichen Welt\u201c, der Council on Foreign Relations, so erpicht darauf, Eigent\u00fcmer, Chefredakteure und Top-Journalisten f\u00fchrender Medien in ihre Strukturen zu integrieren (22)?<\/li>\n<li>Warum drehte das Pentagon mit Hilfe einer britischen PR-Agentur f\u00fcr satte 500 Millionen Dollar Propaganda-Videos f\u00fcr al-Qaida (23)?<\/li>\n<li>Und warum flie\u00dfen auch in Deutschland Unmengen an Steuergeldern in die F\u00f6rdert\u00f6pfe von Organisationen, Stiftungen und Think-Tanks, deren Kerngesch\u00e4ft die Manipulation und Beeinflussung der \u00f6ffentlichen Meinung ist (24)?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Politisch meinungsf\u00fchrend sind in Deutschland die \u201eStiftung Wissenschaft und Politik\u201c (SWP) (25) und ihr \u201eDeutsches Institut f\u00fcr Internationale Politik und Sicherheit\u201c. Finanziell bestens ausgestattet vom Kanzleramt werden hier die au\u00dfenpolitischen Leitplanken, Argumentationsmuster, Wording und diverse Handreichungen f\u00fcr die Politik erarbeitet, die in Folge die gleichlautenden Narrative und den Informationsstil der konzern- und staatsnahen Medien pr\u00e4gen. Wann immer die \u00f6ffentlich-rechtliche Nachrichtengebung opportune Experten ben\u00f6tigt, stehen namhafte Mitarbeiter der SWP (26) vor den Kameras bereit.<\/p>\n<p>Geradezu prek\u00e4r mutet dagegen die von diversen Qualit\u00e4tsjournalisten in sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit herbeiphantasierte \u201erussische Troll-Fabrik in St. Petersburg\u201c an, die mit ihren 150 Mitarbeitern eher dem Charakter eines Call-Centers entspricht, aber laut der ehemaligen ARD-Moskau-Korrespondentin Golineh Atai in der Lage sei, die \u00d6ffentlichkeit der westlichen Welt ideologisch zu beeinflussen und sogar Wahlen zu manipulieren (27).<\/p>\n<blockquote><p>Die Beeinflussung der \u201eHeimatfront\u201c ist so alt wie die Kriegsf\u00fchrung selbst und, die Funktion der Medien f\u00fcr die Formatierung der Gedanken als notwendiges Element zur Realisierung von Kriegen ist evident. Kriege k\u00f6nnen nicht stattfinden, wenn nicht vorher auf mentalem Wege die Weichen daf\u00fcr gestellt wurden und die \u00f6ffentliche Meinung zustimmend auf geplante Interventionen reagiert.<\/p><\/blockquote>\n<p>Hass, Vorurteil und Kriege beginnen immer in den K\u00f6pfen der Menschen, eingepflanzt durch psychologische Mobilmachung, gezielte Desinformation und Propaganda. Bevor die \u00f6ffentliche Meinung einem Krieg zustimmt oder zu Intervention, Sanktionen und anderen Schikanen gegen andere V\u00f6lker animiert werden kann, muss sie von der realen Notwendigkeit und vom unvermeidlichen Konflikt \u00fcberzeugt werden.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Teil der modernen Kriegsf\u00fchrung zielt auf die menschliche Psyche ab und will prim\u00e4r Einstellungen ver\u00e4ndern, nicht nur in Bezug auf geplante Interventionen gegen andere V\u00f6lker, sondern auch um Feindbilder zu generieren, die dem herrschenden System von Nutzen sind. Die Massenpropaganda arbeitet dabei mit simplen, aber kategorisch vorgetragenen Behauptungen. Durch penetrante Wiederholung der Inhalte und unter Zuhilfenahme passender Schl\u00fcsselw\u00f6rter \u2014<em>Diktator, Schl\u00e4chter, Machthaber, Irrer, Regime et cetera<\/em>\u2014 bildet sich eine entsprechende Stimmung und ein Effekt der psychologischen Ansteckung. Verst\u00e4rkt wird der Prozess auch hier durch das Bestreben vieler Menschen, sich der Masse anzuschlie\u00dfen \u2014 Mitl\u00e4ufereffekt, auch Bandwagon-Effekt \u2014 und dazuzugeh\u00f6ren, anstatt durch gegenl\u00e4ufige Ansichten ausgegrenzt und stigmatisiert zu werden (28).<\/p>\n<blockquote><p>Das alte Herrschaftsinstrument Presse, das aus der N\u00e4he zu elit\u00e4ren und parteipolitischen Interessen Profit schl\u00e4gt oder gar Teil davon ist, bereitet M\u00e4chten den Boden, die darauf angewiesen sind, die \u00f6ffentliche Meinung auf die \u201eNotwendigkeit\u201c von Sanktionen bis hin zu Kriegseins\u00e4tzen einzuschw\u00f6ren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die geopolitischen Funktionen imperial orientierter Medien sind insbesondere die Delegitimierung potentieller \u201eFeindstaaten\u201c beziehungsweise deren aktueller Regierungen, die Unterst\u00fctzung offener und das Ausblenden verdeckter Operationen, die Rechtfertigung von Sanktionen und Regimewechseln sowie die Mithilfe bei der F\u00fchrung beziehungsweise Absetzung von Klientelregierungen (29).<\/p>\n<p>Gezielte Propaganda mittels handfester L\u00fcgen war Grundlage v\u00f6lkerrechtswidriger Kriege gegen Vietnam, Jugoslawien, den Irak, Libyen und Syrien. Zu jedem einzelnen Fall gibt es eine Legende, die von Spin-Doktoren oder Politikern erdacht und von Massenmedien eilfertig verbreitet wurde. Einige l\u00e4ngst widerlegte Kriegsl\u00fcgen haben sich bis heute \u201edank\u201c serviler Medien im kollektiven Ged\u00e4chtnis eingebrannt, andere, zu offensichtliche, haben die Glaubw\u00fcrdigkeit von Politik und Medien weiter besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Unvergessen ist der \u201eTonkin-Zwischenfall\u201c, der den Vorwand f\u00fcr die Ausweitung des Vietnamkriegs sowie die Luftangriffe und Fl\u00e4chenbombardements der USA gegen die Demokratische Republik Vietnam (\u201eNordvietnam\u201c) lieferte. Die \u201eTonkin-Resolution\u201c legalisierte nach ihrer Annahme im US-Kongress von 1965 bis 1973 alle Kriegsma\u00dfnahmen der USA in Vietnam (30). Der Krieg wurde bekannterma\u00dfen verloren, was die gedem\u00fctigten US-Eliten zu dem Schluss verleitete, dass der Vietnamkrieg vor allem durch die Berichterstattung in den Medien verloren wurde. Fortan wurde als notwendig erachtet, einen Krieg nicht nur an der Front, sondern auch an der Heimatfront zu gewinnen. So kam es zur verst\u00e4rkten Konditionierung der Medien, jeder k\u00fcnftige Krieg wurde von einer ausgekl\u00fcgelten Medienstrategie begleitet (31).<\/p>\n<p>Ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigt ist auch die sogenannte \u201eBrutkasten-L\u00fcge\u201c, kreiert von einer PR-Agentur und tr\u00e4nenreich vorgespielt von einer Jugendlichen, die vor dem informellen Menschenrechtskomitee des US-Kongresses behauptete, irakische Soldaten h\u00e4tten bei der Invasion Kuwaits im August 1990 Fr\u00fchgeborene get\u00f6tet, indem sie diese aus ihren Brutk\u00e4sten gerissen und auf dem Boden h\u00e4tten sterben lassen. Erst nach dem Krieg wurde bekannt, dass besagte Jugendliche die f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA war. Die Public Relation Agentur Hill &amp; Knowlton hatte sich den Vorfall ausgedacht, um die US-amerikanische \u00d6ffentlichkeit von der Notwendigkeit eines Krieges gegen den Irak zu \u00fcberzeugen. Die Brutkasten-L\u00fcge wurde seinerzeit von den meisten Massenmedien weiterverbreitet, leider auch von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International. Diese NGO trug damals ma\u00dfgeblich dazu bei, die \u00f6ffentliche Meinung in den USA zugunsten des ersten US-Krieges gegen den Irak zu drehen (32).<\/p>\n<p>Ein weiteres bekanntes Beispiel f\u00fcr Kriegspropaganda waren die angeblichen Belege \u00fcber irakische Massenvernichtungswaffen, die US-Au\u00dfenminister Colin Powell 2003 dem UN-Sicherheitsrat mittels eines in die H\u00f6he gehaltenen kleinen Reagenzglases verkaufte. Jahre sp\u00e4ter, aber zu sp\u00e4t f\u00fcr zigtausende get\u00f6tete Iraker, sollte er diese L\u00fcge selbst als \u201eSchandfleck\u201c seiner Karriere bezeichnen. Im Vorfeld seiner kriegsausl\u00f6senden Rede hatte Powell f\u00fcnf Tage im Hauptquartier der CIA verbracht und Geheimdienstberichte studiert, von denen sich viele sp\u00e4ter als falsch herausstellten. Nach der Invasion hatten US-amerikanische Waffeninspekteure keinerlei Belege f\u00fcr die Existenz von atomaren, biologischen oder chemischen Waffen im Irak gefunden (33).<\/p>\n<p>Die angeblichen serbischen Massaker im Kosovo, der Auschwitz-Vergleich des gr\u00fcnen Au\u00dfenministers Joseph Fischer und der sogenannte \u201eHufeisenplan\u201c, den der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) der jugoslawischen Regierung angedichtet hatte, um den NATO-Angriffskrieg zu rechtfertigen, gingen in die j\u00fcngere Geschichte ein (34).<\/p>\n<p>Die Bundesregierung brauche \u201eFakten \u00fcber Gr\u00e4uel, besser noch Bilder von Grausamkeiten, die Milosevics Schergen begangen haben\u201c, beschwerte sich Verteidigungsminister Scharping \u00f6ffentlich, die NATO r\u00fccke nicht gen\u00fcgend Bilddokumente heraus. \u201eIch hoffe, sie \u00e4ndert das bald\u201c, so Scharping, denn es sei \u201eauch eine Schlacht um Information und Propaganda\u201c (35).<\/p>\n<p>Was angesichts diverser Tribunale gegen Angegriffene durch die Angreifer besonders auff\u00e4llig ist: Kein noch so sehr auf L\u00fcgen basierendes NATO-Kriegsverbrechen wurde jemals angemessen geahndet. Es gab keinerlei Sanktionen im Gegenzug f\u00fcr Millionen Opfer in arabischen beziehungsweise muslimisch gepr\u00e4gten L\u00e4ndern seit 9\/11, die auf das Konto des US-Regimes und seiner Verb\u00fcndeten gingen, kein international anerkanntes Urteil wegen V\u00f6lkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, und vor allem kaum Kritik seitens der etablierten Medien am hegemonialen Gebaren des Westens.<\/p>\n<p>Das Gegenteil ist der Fall:<\/p>\n<blockquote><p>Die in Komplexit\u00e4tsreduktion brisanter geopolitischer Ereignisse ge\u00fcbten Medienvertreter samt ihren monokausalen Erkl\u00e4rungen von Kriegsursachen lassen Zweifel an deren beruflicher Eignung aufkommen. Jene Zunft in den Medienh\u00e4usern und Sendeanstalten, die wegen ihrer vorsorglichen Mitwirkung an Kriegsverbrechen fr\u00fcher einmal als \u201eSchreibtischt\u00e4ter\u201c bezeichnet wurden, \u00fcbt sich bis heute im Relativieren, Rechtfertigen und im Verdrehen von Realit\u00e4ten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Anstatt Kriegspolitik abzulehnen, wie es ihre demokratische Pflicht w\u00e4re, ergreifen sie Partei, sch\u00fctzen T\u00e4ter und werben weiterhin f\u00fcr milit\u00e4risches Eingreifen, wie man an den Beispielen Venezuela und Iran sehen kann (36\/37).<\/p>\n<p><em>\u201eMassenkommunikationsmittel k\u00f6nnen Verlauf und Ausgang von Konflikten entscheidend beeinflussen. Wer \u00fcber solche Mittel verf\u00fcgt, wird sie zu seinem Nutzen und zum Schaden des Gegners einsetzen. Propaganda, Desinformation und Manipulation von Meinungen sind Teil des Kampfes um und mit Information. In einem Klima einseitiger Information und eingeschr\u00e4nkter Informationsm\u00f6glichkeit kann politische, ethnische, religi\u00f6se und anders geartete Ideologisierung bis hin zur Gewaltbereitschaft gedeihen.\u201c<\/em> Zeitschrift Europ\u00e4ische Sicherheit, Ausgabe Juli 1999 (38).<\/p>\n<p><strong>Quellen und Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<p>(17) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wissenskluft\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wissenskluft<\/a><br \/>\n(18) Storytelling im Journalismus, Formen und Wirkungen narrativer Berichterstattung,<br \/>\nFlath, Seite 215<br \/>\n(19) <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/amerika\/27000-PRBerater-polieren-Image-der-USA\/story\/20404513\">http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/amerika\/27000-PRBerater-polieren-Image-der-USA\/story\/20404513<\/a><br \/>\n(20) <a href=\"https:\/\/www.sourcewatch.org\/index.php\/Pentagon_military_analyst_program\">https:\/\/www.sourcewatch.org\/index.php\/Pentagon_military_analyst_program<\/a>,<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/technology\/2011\/mar\/17\/us-spy-operation-social-networks\">https:\/\/www.theguardian.com\/technology\/2011\/mar\/17\/us-spy-operation-social-networks<\/a><br \/>\n(21) <a href=\"https:\/\/thegrayzone.com\/2018\/12\/17\/inside-the-temple-of-covertpropaganda-the-integrity-initiative-and-the-uks-scandalous-information-war\">https:\/\/thegrayzone.com\/2018\/12\/17\/inside-the-temple-of-covertpropaganda-the-integrity-initiative-and-the-uks-scandalous-information-war<\/a><br \/>\n(22) <a href=\"https:\/\/swprs.org\/die-propaganda-matrix\/\">https:\/\/swprs.org\/die-propaganda-matrix\/<\/a><br \/>\n(23) <a href=\"https:\/\/www.independent.co.uk\/news\/world\/us-government-pentagon-fake-al-qaeda-propganda-videos-a7348371.html\">https:\/\/www.independent.co.uk\/news\/world\/us-government-pentagon-fake-al-qaeda-propganda-videos-a7348371.html<\/a><br \/>\n(24) <a href=\"https:\/\/lobbypedia.de\/wihttps:\/\/lobbypedia.de\/wiki\/Kategorie:Think_tankki\/Kategorie:Think_tank\">https:\/\/lobbypedia.de\/wihttps:\/\/lobbypedia.de\/wiki\/Kategorie:Think_tankki\/Kategorie:Think_tank<\/a><br \/>\n(25) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stiftung_Wissenschaft_und_Politik\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stiftung_Wissenschaft_und_Politik<\/a><br \/>\n(26)<a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/2018\/09\/die-muslimbruderschaft-und-deutsche-syrien-politik\/\"> https:\/\/peds-ansichten.de\/2018\/09\/die-muslimbruderschaft-und-deutsche-syrien-politik\/<\/a><br \/>\n(27) <a href=\"https:\/\/russia-insider.com\/en\/whos-trip-trapping-my-bridge-fable-putinstroll-army\/5565\">https:\/\/russia-insider.com\/en\/whos-trip-trapping-my-bridge-fable-putinstroll-army\/5565<\/a><br \/>\n(28) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitl%C3%A4ufereffekt\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitl%C3%A4ufereffekt<\/a><br \/>\n(29) <a href=\"https:\/\/swprs.org\/logik-imperialer-kriege\/\">https:\/\/swprs.org\/logik-imperialer-kriege\/<\/a><br \/>\n(30) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tonkin-Zwischenfall\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tonkin-Zwischenfall<\/a><br \/>\n(31) Dr. Hauke Ritz: Die Strategie der Informationskriegsf\u00fchrung (Vortrag auf der Konferenz \u201eImage Russland \u2014 Mythen und Realit\u00e4t\u201c (Bonn, 10.9.14) http:\/\/russkoepole.de\/ru\/rubriki\/tochka-zreniya\/2054-dr-h-ritz-vortragauf- der-bonner-konferenz-image-russland-mythen-und-realit-t.html<br \/>\n(32) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brutkastenl%C3%BCge\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brutkastenl%C3%BCge<\/a><br \/>\n(33) <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/irak-krieg-powellschandfleck-meiner-karriere-1255325.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/irak-krieg-powellschandfleck-meiner-karriere-1255325.html<\/a><br \/>\n(34) <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Konstruktion-von-Medienrealitaet-im-Kosovo-Krieg-3336534.html?fbclid=IwAR2faIvErAA_kbIzGwjc1drF7QExa67yxkaEFUl4jtKeMxEbBRmqvyRUkVc\">https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Konstruktion-von-Medienrealitaet-im-Kosovo-Krieg-3336534.html?fbclid=IwAR2faIvErAA_kbIzGwjc1drF7QExa67yxkaEFUl4jtKeMxEbBRmqvyRUkVc<\/a><br \/>\n(35) Spiegel, 12.4.1999, S. 29<br \/>\n(36) <a href=\"https:\/\/uebermedien.de\/36645\/die-falsche-geschichte-vom-hilfsgueterkonvoi-den-maduro-anzuenden-liess\/\">https:\/\/uebermedien.de\/36645\/die-falsche-geschichte-vom-hilfsgueterkonvoi-den-maduro-anzuenden-liess\/<\/a><br \/>\n(37) <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/224027\/venezuela-manipulation-mit-staatsvertrag\">https:\/\/amerika21.de\/analyse\/224027\/venezuela-manipulation-mit-staatsvertrag<\/a><br \/>\n(38) Zeitschrift Europ\u00e4ische Sicherheit, Ausgabe Juli 1999<\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_5149 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_5149')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_5149').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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