{"id":5233,"date":"2019-12-17T21:24:17","date_gmt":"2019-12-17T20:24:17","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=5233"},"modified":"2020-02-08T11:38:58","modified_gmt":"2020-02-08T10:38:58","slug":"syrien-keine-zusammenarbeit-mit-neuen-ermittlungs-teams-der-opcw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/syrien-keine-zusammenarbeit-mit-neuen-ermittlungs-teams-der-opcw\/","title":{"rendered":"Syrien: Keine Zusammenarbeit mit neuen Ermittlungs-Teams der OPCW"},"content":{"rendered":"<header class=\"entry-header\">\n<p class=\"entry-title\"><strong>Syrien wird nicht mit neuen Ermittlungs-Teams der OPCW zusammenarbeiten<\/strong><\/p>\n<div class=\"entry-meta post-details\"><span class=\"posted-on meta-date\">Ver\u00f6ffentlicht am <a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/2019\/12\/syrien-krieg-opcw-jim-uno\/\" rel=\"bookmark\"><time class=\"entry-date published\" datetime=\"2019-12-13T12:52:31+01:00\">13. Dezember 2019<\/time><\/a><\/span><span class=\"posted-by meta-author\"> von <span class=\"author vcard\"><a class=\"url fn n\" title=\"Alle Beitr\u00e4ge von Ped ansehen\" href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/author\/ped\/\" rel=\"author\">Ped<\/a><\/span><\/span><\/div>\n<\/header>\n<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p><strong>Das systematische Hintergehen Syriens im Bezug auf Ermittlungen zum Einsatz chemischer Waffen hat Konsequenzen.<\/strong><\/p>\n<hr>\n<p><em><strong>In einem Interview bei Kamal Khalaf von al-Mayadeen k\u00fcndigte der stellvertretende syrische Au\u00dfenminister Faisal al-Mekdad an, sich einer Zusammenarbeit mit dem neu gebildeteten Ermittlungs-Teams der OPCW zu verweigern. Er begr\u00fcndete dies unter anderem damit, dass selbst von den Mitgliedsstaaten der OPCW die Legitimit\u00e4t f\u00fcr diese Team mehrheitlich nicht anerkannt wurde. Doch gibt es da noch mehr.<\/strong><\/em><\/p>\n<hr>\n<p>Der Reporter von al-Mayadeen leitete mit den j\u00fcngst bekannt gewordenen F\u00e4lschungen im OPCW-Abschlussberichts zu den Ereignissen in Douma (1) ein.<\/p>\n<p>Die OPCW ist zum wiederholten Male in den Fokus der Aufmerksamkeit ger\u00fcckt, nachdem sich gezeigt hat, dass im Umfeld der Untersuchungen zu den angeblichen Vorf\u00e4llen mit Giftgas in Douma, im syrischen Ost-Ghouta, von Anfang an manipuliert und gef\u00e4lscht wurde (2). Das ist umso schwerwiegender, als Gro\u00dfbritannien, Frankreich und die USA die Ereignisse um Douma als Vorwand deklarierten, um im April 2018 gegen jedes V\u00f6lkerrecht Stellungen der Syrischen Arabischen Armee (SAA) anzugreifen.<\/p>\n<p>Moskau hat Washington vorgeworfen, die Ergebnisse der Douma-Untersuchung ge\u00e4ndert zu haben, was sich unter anderem aus den von WikiLeaks ver\u00f6ffentlichten E-Mails schlie\u00dfen l\u00e4sst. Dagegen behaupteten die USA, \u00fcber solide Beweise f\u00fcr einen Giftgasangriff zu verf\u00fcgen. Allerdings haben sie diese Beweise niemals preisgegeben. Der syrische Pr\u00e4sident Bashar al-Assad hingegen betonte wiederholt, dass es nicht einen einzigen Beweis f\u00fcr die Anwendung chemischer Waffen durch die syrische Armee gibt.<\/p>\n<p>Der syrische Diplomat Faisal al-Mekdad wies nun darauf hin, dass dieser Skandal um die Manipulation der Ermittlungsergebnisse zu Douma eine l\u00e4ngere Vorgeschichte hat, die bis in das Jahr <a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/2016\/11\/das-giftgas-von-ghouta-und-unser-krieg-gegen-syrien\/\"><strong>2013 zur\u00fcckreicht<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>Am <a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/2017\/04\/die-opcw-und-die-un-als-werkzeuge-der-globalisten-2\/\"><strong>19. M\u00e4rz 2013<\/strong><\/a> hatten terroristische Milizen in der Gegend von Khan al-Asal, s\u00fcdlich von Aleppo, syrische Truppen mit chemischen Waffen angegriffen, in dessen Folge 25 Soldaten starben. Nach Kenntnisnahme war das Au\u00dfenministerium in Damaskus noch am gleichen Tag aktiv geworden und hatte seinerseits die Vereinten Nationen durch seinen UN-Botschafter Dschaafari von diesem Vorfall informiert (3).<\/p>\n<p>Wie Faisal al-Mekdad berichtete, hatte von da an die syrische Regierung intensiv darauf gedr\u00e4ngt, dass die UNO sich der Sache unverz\u00fcglich annimmt und sie weiterverfolgt. Das wurde von den westlichen Staaten aktiv behindert und verz\u00f6gert. Es dauerte schlie\u00dflich f\u00fcnf volle Monate, bis endlich eine internationale Kommission in Syrien eintraf. F\u00fcnf Monate, w\u00e4hrend derer die Vertreter westlicher Staaten immer wieder behaupteten, in der moralischen Pflicht zu stehen, den Einsatz chemischer Waffen zu verhindern.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nRussische Experten hatten damals ermittelt, dass bei dem Angriff in Khan al-Asal die chemischen Substanzen mit Raketen russischer Bauart von den Terroristen verschossen wurden, aber die Vereinigten Staaten von Amerika stritten rundweg ab, dass \u201cRebellen\u201d so etwas getan haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Wie gesagt traf nach f\u00fcnf Monaten endlich eine Untersuchungskommission unter Leitung des Norwegers Silitstr\u00f6m ein. Zuvor hatte das syrische Au\u00dfenministerium w\u00e4hrend \u00fcber acht Tage andauernder intensiver Verhandlungen erreicht, dass eine unter UN-Schirmherrschaft stehende Delegation am 21. August 2013 den Ort des Vorfalls bei Aleppo untersucht. An jenem 21. August geschah nun folgendes:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>An eben jenem Morgen er\u00f6ffnete mir Professor Silstr\u00f6m, dass er nicht nach Aleppo reisen k\u00f6nne, weil es einen Vorfall mit chemischen Waffen in Ost-Ghouta gegeben h\u00e4tte. Daher sei er von den Vereinten Nationen angewiesen worden, nicht den Vorfall von Khan al-Asal zu untersuchen, sondern stattdessen in das Gebiet [in Ost-Ghouta] zu gehen, in dem der chemische Angriff stattgefunden haben solle. Offen gesagt, waren wir fassungslos. Aber solange das Hauptziel darin besteht, alle chemischen Angriffe zu untersuchen, ist die Arabische Republik Syrien bereit zu unterst\u00fctzen, weil wir es f\u00fcr ein Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit halten [\u2026].<\/em>\u201d (Faisal al-Mekdad)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die syrischen Vertreter wurden von diesen Ereignissen v\u00f6llig \u00fcberrascht.<\/p>\n<p>An dieser Stelle erinnerte der syrische Politiker daran, dass es Syrien war, welche das Ermittlungsteam einlud, welches dann schlie\u00dflich in Ost-Ghouta statt in Khan al-Asal untersuchte (4). Nachdem Syrien im Jahr 2013 der OPCW beigetreten war, erlaubte es dies nat\u00fcrlich auch ausdr\u00fccklich den Ermittlungsteams der OPCW. Das focht die Medien nicht an, dem \u201cRegime\u201d beweislos den Einsatz von Giftgas <a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/2017\/05\/die-opcw-und-die-un-als-werkzeuge-der-globalisten-3\/\"><strong>vorzuwerfen<\/strong><\/a> (5).<\/p>\n<p>Am Ende der damaligen Inspektionen und nachdem Syrien in umfassender Kooperation (6) all seine Chemiewaffen an die OPCW \u00fcbergeben hatte, erkl\u00e4rte die Leiterin der Untersuchungsteams, die Niederl\u00e4nderin Sigrid Kaag, dass die Syrische Arabische Republik frei von Chemiewaffen ist.<\/p>\n<p>Die syrische Regierung war jedoch vorsichtig geworden, ob der Ehrlichkeit westlicher Stellungnahmen, die vorgaben, es w\u00fcrde ausschlie\u00dflich darum gehen, den Einsatz chemischer Waffen zu verhindern:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Es gibt da ein Detail, von dem ich berichten m\u00f6chte. Uns wurde n\u00e4mlich die M\u00f6glichkeit gegeben, diese Waffen auf dem Territorium Syriens zu zerst\u00f6ren \u2013 neben der weiteren Variante, dies au\u00dferhalb des Landes zu tun. Doch waren wir damals der Ansicht, dass wir sie innerhalb Syriens nicht zerst\u00f6ren sollten, denn wenn wir das tun, werden sie sagen: \u201cDu hast sie nicht zerst\u00f6rt.\u201d Also entschieden wir, alle Komponenten aus Syrien hinaus an Bord von Schiffen zu bringen. An Bord der westlichen Schiffe waren Norweger, Schweden, Finnen und US-Amerikaner.<\/em>\u201d (Faisal al-Mekdad)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das war der Anlass f\u00fcr den Reporter einzuwerfen, dass auch heute eine der wichtigsten Anschuldigungen gegen die syrische Regierung lautet, sie w\u00fcrde einen Teil ihres Vorrats an chemischen Waffen zur\u00fcckgehalten haben. Hierauf der syrische Diplomat:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Das ist verr\u00fcckt. All die Mengen, die verbraucht wurden und \u00fcber deren Bestand wir Aufzeichnungen f\u00fchrten, haben wir der OPCW vorgelegt, als sie in Syrien eingetroffen war. Aber die Vereinigten Staaten [von Amerika] und die westlichen Staaten, insbesondere Frankreich und Gro\u00dfbritannien \u2013 L\u00e4nder, die in der Vergangenheit ihrerseits Kriegsverbrechen mit dieser Art von Waffen ver\u00fcbt hatten \u2013 verfuhren mit diesen Anschuldigungen wie mit einer beliebig nutzbaren Melkkuh.<\/em>\u201d (Faisal al-Mekdad)<\/p><\/blockquote>\n<p>Womit der Minister den Bogen zur\u00fcck in die Gegenwart spannte:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Stellen sie sich vor. Wir wollen nun zum Beispiel die Provinz Idlib von Terroristen befreien, aber sie [westliche Politiker] sagen uns: \u201cSie m\u00fcssen da sehr vorsichtig sein, denn wenn sie in Idlib chemische Waffen einsetzen, werden wir die notwendigen Ma\u00dfnahmen ergreifen\u201d, das hei\u00dft Angriffe auf Syrien begehen. Das bedeutet, dass jene beschlossen haben, das Thema Chemiewaffen als milit\u00e4risches und politisches Erpressungsmittel zu nutzen, und sie haben uns angegriffen, einmal auf der Shyarat Luftwaffenbasis [2017] und dann auf das wissenschaftliche Forschungszentrum bei Damaskus [2018].<\/em>\u201d (Faisal al-Mekdad)<\/p><\/blockquote>\n<p>Diesbez\u00fcglich wies er darauf hin, dass es der Nachbar Israel ist, der sowohl \u00fcber atomare -, als auch chemische \u2013 und biologische Waffen verf\u00fcge.<\/p>\n<p>Erneut kam zur Sprache, dass es sehr wohl einen weitestgehend unabh\u00e4ngig gehaltenen Bericht zu Douma gegeben hatte, dieser aber durch Weglassung wichtiger Fakten, unzul\u00e4ssig verk\u00fcrzt und verzerrt wurde.<\/p>\n<blockquote><p><strong>So auch um die Tatsache zu verschleiern, dass die Spuren von Chlor, die im Bericht wiedergegeben sind, nur Spuren in Mengen waren, die auch in jedem Haushaltbleichmittel gefunden werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Menge aufgefundener Chemikalien entspricht in keiner Weise den Symptomen, welche der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Videos der Wei\u00dfhelme pr\u00e4sentiert wurden (a1). Aber dem Journalisten Kamal Khalaf war aufgefallen, dass ein Teil der Mitglieder innerhalb der Ermittlungsteams der OPCW offensichtlich nicht mehr bereit ist, dieses Spiel weiter mitzuspielen. Hierauf al-Mekdad:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Man muss differenzieren. Es wurden eine Reihe von Berichten zur Umsetzung der Verpflichtungen Syriens im Rahmen des Beitritts zur Chemiewaffenkonvention vorgelegt und diese Person [welche die ersten Internas an die Daily Mail im Fr\u00fchjahr 2019 leakte] war in mehreren Untersuchungskommissionen eingesetzt. Diesen Kommissionen wurden von Syrien praktisch unbegrenzte Vollmachten zur Untersuchung fraglicher Ereignisse einger\u00e4umt.<\/em>\u201d (Faisal al-Mekdad)<\/p><\/blockquote>\n<p>Syrien war bereits seit dem Jahr 2012 extrem daran interessiert, zu erfahren, wer wo tats\u00e4chlich chemische Waffen in Syrien einsetzt.<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Wir haben dokumentierte Informationen zu gewissen Zeiten fast t\u00e4glich an die OPCW, an den UN-Sicherheitsrat in New York sowie an befreundete \u2013 wie auch nichtbefreundete Parteien gesendet. In diesen informierten wir \u00fcber Vorbereitungen terroristischer Organisationen, sei es in Nordsyrien, im Gebiet Aleppo, in Ghouta, Damaskus oder im Lager Yarmouk [s\u00fcd\u00f6stlich von Damaskus] und andernorts, wo terroristische Gruppen pr\u00e4sent waren und Chemiewaffen verwendeten, manchmal auch gegeneinander.<\/em>\u201d (Faisal al-Mekdad)<\/p><\/blockquote>\n<p>Doch was ist nun anders?<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Doch im Falle Doumas scheint es, dass einige Ermittler der OPCW nicht mehr bereit sind, die L\u00fcgen zu tolerieren. Denn das ist es, was wir im Syrischen Nationalkommitee und bei den Beh\u00f6rden, die sich mit diesem Thema befassen festgestellt haben [\u2026].<\/em>\u201d (Faisal al-Mekdad)<\/p><\/blockquote>\n<p>Der syrischen Regierung ist bekannt, dass zum Beispiel der Brite Jan Anderson, wie auch andere Mitglieder des Untersuchungsteams [zu Douma] von der OPCW vorgeladen und befragt wurden. Allesamt hatten sie erkl\u00e4rt, dass ihre Ansichten zum Douma-Vorfall nicht richtig im Bericht widergespiegelt wurden. Sie begr\u00fcndeten dies mit dem permanenten US-amerikanischen und westlichen Druck, politisch gew\u00fcnschte Ergebnisse vorzulegen. Ermittler, die sich dem widersetzen, wird eine Weiterarbeit in der OPCW erschwert oder unm\u00f6glich gemacht. Sprich: Sie <strong><a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/2019\/12\/opcw-giftgas-syrien-douma-skandal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">werden entlassen<\/a><\/strong> (7).<\/p>\n<p>Vom 25. bis 27 November 2019 fand die Jahrestagung der OPCW statt, in welcher die syrische Regierung eine gemeinsame Sitzung mit dem Ermittlungsteam zu Douma vorschlug. Das wurde von den westlichen Staaten einhellig abgewiesen. Gem\u00e4\u00df Artikel 62 der Satzung der OPCW hatte Syrien eine Anh\u00f6rung beantragt, um den Mitgliedern des Ermittlungsteams die M\u00f6glichkeit zu geben, \u00fcber das was sie tats\u00e4chlich gesehen und untersucht haben, zu sprechen. Die OPCW gab diesem Antrag nicht statt.<\/p>\n<p>Im syrischen Au\u00dfenministerium ist man sich recht sicher, dass es nicht die Ermittler vor Ort sind, welche Ergebnisse manipulieren, verk\u00fcrzen und verf\u00e4lschen. Die Leute, welche den Douma-Bericht verzerrten, sitzen in den F\u00fchrungsriegen der OPCW und die syrischen Verantwortlichen zum Thema kennen die Leute dort.<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Einschub von Peds Ansichten:<\/strong><\/p>\n<p>An dieser Stelle muss klar sein, was der syrischen Regierung so sauer aufst\u00f6\u00dft. Sie wurde, w\u00e4hrend sie eng mit den UN-Organisationen kooperierte, von denjenigen in diesen Organisationen, die sich Machtinteressen westlicher Staaten beugten, sch\u00e4big hintergangen. W\u00e4hrend Syrien in einen puren Existenzkampf um die Einheit und Souver\u00e4nit\u00e4t des Landes gezwungen wurde, hat man wiederholt, unter vorgeschobenen humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden, massiv und zu dessen Ungunsten in den Krieg gegen das Land eingegriffen. Die UNO wie auch die OPCW wiesen nach, dass sie eben NICHT neutral und einzig den Menschen verpflichtet sind.<\/p>\n<p>Bei all dem war das Konstrukt an Ermittlungen und Bewertungen zu Vorf\u00e4llen mit chemischen Waffen an bestimmte Regeln gebunden. Der UN-Sicherheitsrat beauftragte die OPCW, um vor Ort zu ermitteln. Diese stellte Ermittlungsteams, sogenannte Fact Finding Missions (FFM) zusammen und entsendete sie nach Syrien. Die Berichte der Ermittler wurden von der OPCW zusammengefasst und einem sogenannten Joint Investigative Mechanism (JIM) \u00fcbergeben. Dieser bewertete nunmehr die Berichte und \u00fcbergab sie \u2013 mit dieser Bewertung \u2013 an den UN-Generalsekret\u00e4r. Die Bewertung des JIM, ganz nach dem Wunsch politischer Interessen der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft, war es schlie\u00dflich, welche praktische Politik gegen Syrien durchsetzte.<\/p>\n<p>Ja, und genau deshalb gibt es den JIM heute nicht mehr, denn seine Existenz war von der Zustimmung der Mitglieder des UN-Sicherheitsrates abh\u00e4ngig. Unter anderem China und Russland verweigerten im November 2017 die Fortsetzung des Mandats f\u00fcr den JIM. Das eben deshalb, weil dieser Mechanismus einseitig und damit parteiisch, statt unabh\u00e4ngig und neutral angewendet wurde. Mit diesem Wissen k\u00f6nnen wir nun auch besser erfassen, warum eine Aufstockung nicht nur der Ressourcen der OPCW angestrebt wird, sondern auch derer Kompetenzen!<\/p>\n<p>Das Mandat f\u00fcr die FFM und auch f\u00fcr die OPCW als Ganzes verbot eine Feststellung von T\u00e4tern. Seine Aufgabe beschr\u00e4nkte sich einzig und allein darauf, festzustellen, ob chemische Waffen eingesetzt wurden und wenn ja, welcher Art und Menge sie waren. Eine Bewertung, ein \u201cUrteil\u201d \u2013 dessen Rechtm\u00e4\u00dfigkeit schon damals h\u00f6chst fraglich war \u2013 durfte ausschlie\u00dflich durch den JIM gef\u00e4llt werden.<\/p>\n<hr>\n<p>Was nun in den Korridoren der OPCW abl\u00e4uft, dass wei\u00df Syrien ganz genau \u2013 und Russland auch:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Westliche Staaten haben \u2013 ohne Zustimmung Russlands \u2013 dem Ermittlungsteam f\u00fcr Syrien den Haushalt aufgestockt und dieses zus\u00e4tzlich beauftragt, die Namen von Verantwortlichen f\u00fcr Chemiewaffenangriffe zu ermitteln.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Der syrische stellvertretende Au\u00dfenminister erinnert sich:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Die Mitglieder des Teams kamen zu uns und sagten, dass man Syrien unm\u00f6glich irgendetwas vorwerfen k\u00f6nne, und dann, wenn sie nach New York gingen und einigen befreundeten L\u00e4ndern im Sicherheitsrat sagen, dass sie nichts gefunden haben, waren wir alle \u00fcberrascht, dass der Bericht, der schlie\u00dflich [vom JIM] ver\u00f6ffentlicht wurde, anders war als das, was die Ermittler sagten.<\/em>\u201d (Faisal al-Mekdad)<\/p><\/blockquote>\n<p>Laut al-Mekdad wurde Ende Juni 2019 auf Betreiben der USA nun ein weiteres Team in der OPCW gebildet, ein sogenanntes Investigation and Identification Team (IIT), welches auch T\u00e4ter identifizieren soll (8). Zudem beriefen die USA eine Dringlichkeitssitzung einberufen, in der sie \u00fcber die Legitimit\u00e4t dieses Teams abstimmen lie\u00dfen. Von 193 Staaten waren 106 bei der Sitzung anwesend und wiederum 82 von diesen stimmten f\u00fcr die von den USA eingebrachte Entschlie\u00dfung (9).<\/p>\n<p>al-Mekdad:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<strong>Wir haben gesagt, dass wir diese Entscheidung nicht anerkennen werden und wir werden auch nicht an derer Umsetzung mitwirken, da die ver\u00f6ffentlichten Berichte nichts anderes als Anklagepunkte ver\u00f6ffentlichen w\u00fcrden. Wir werden dieses Team nicht einreisen lassen. Wir werden nicht mit ihm zusammenarbeiten. Wir werden es nicht anerkennen. Die Position Syriens zu diesem Thema ist der OPCW klar.<\/strong>\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Tats\u00e4chlich versuchten OPCW-F\u00fchrungskreise sogar, die Wei\u00dfhelme als offizielle Partnerorganisation der OPCW zu etablieren. Was wohl von Russland verhindert wurde, denn in der offiziell verabschiedeten Mitgliederliste ist diese F\u00fcnfte Kolonne dann doch nicht enthalten (10).<\/p>\n<p>Der stellvertretende syrische Au\u00dfenminister l\u00e4sst uns ein weiteres Detail wissen:<\/p>\n<p>Alle von der OPCW durchgef\u00fchrten Ermittlungen beinhalteten die Entsendung von jeweils zwei Teams [FFM]. Ein Team untersuchte im vom syrischen Staat kontrollierte Gebiet und und das zweite Team ging in die T\u00fcrkei [sic!], um sich mit terroristischen Gruppen und den Wei\u00dfhelmen zu treffen. Es traf sich mit jenen, die all diese Anschuldigungen erhoben, von dessen G\u00fcltigkeit die USA, Gro\u00dfbritannien und Deutschland ausgehen und welche den syrischen Staat schuldig sprechen.<\/p>\n<p>Hinweise und Informationen seitens der syrischen Regierung zu F\u00e4llen, die in der T\u00fcrkei behandelt wurden, lehnten die Ermittler dort ab.<\/p>\n<p>Stellt sich nun noch die Frage, wo denn die chemischen Waffen, welche durch terroristische Gruppen eingesetzt wurden, herkamen.<\/p>\n<p>Laut dem syrischen Au\u00dfenminister hat man F\u00e4sser mit chemischen Substanzen gefunden, deren Herkunft sich in der T\u00fcrkei und Saudi-Arabien ermitteln l\u00e4sst. Mehr noch spricht er von Beweisen, die belegen, dass der Einsatz dieser chemischen Substanzen an Weisungen aus westlichen Staaten gebunden war, um als Operation unter falscher Flagge, Vorw\u00e4nde f\u00fcr die Weiterf\u00fchrung des Krieges gegen Syrien kreieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bitte bleiben Sie sch\u00f6n aufmerksam.<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Anmerkungen und Quellen<\/strong><\/p>\n<p>(a1) Der OPCW-Bericht zu Douma kommt zu dem Schluss, dass \u2013 so der OPCW-Generalsekret\u00e4r in seiner Begr\u00fc\u00dfungsrede zur OPCW-Konferenz am 25. November 2019:<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>The evaluation and analysis of all the information gathered by the FMM provide reasonable grounds that the use of a toxic chemical as a weapon had taken place.<\/em>\u201d (11)<\/p><\/blockquote>\n<p>zu deutsch (\u00dcbersetzung durch Autor):<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<em>Die Pr\u00fcfung und Analyse aller von der FFM gesammelten Informationen, liefert glaubw\u00fcrdige Gr\u00fcnde zu der Annahme, dass giftige Chemikalien als Waffe zum Einsatz kamen.<\/em>\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>In Anbetracht der absolut unauff\u00e4lligen Konzentrationen chlorhaltiger Substanzen, welche von der FFM am angeblichen Tatort vorgefunden wurden, ist gerade das eine grobe Verf\u00e4lschung im Bericht. Eine Verf\u00e4lschung die durch hohe Funktion\u00e4re der OPCW munter weiter verbreitet wurde und wird. Diesmal waren Ermittler am Tatort und daher ist die Verf\u00e4lschung erst recht so auff\u00e4llig.<\/p>\n<p>(Allgemein) Im Prinzip alle Informationen und s\u00e4mtliche Zitate des stellvertretenden syrischen Au\u00dfenminsters wurden dem folgenden Artikel entnommen:<\/p>\n<p>\u201cSyria will NOT Cooperate with the OPCW new Investigation Team\u201d, 6. Dezember 2019, Syria News, <a href=\"https:\/\/www.syrianews.cc\/syria-will-not-cooperate-with-the-opcw-new-investigation-team\/\">https:\/\/www.syrianews.cc\/syria-will-not-cooperate-with-the-opcw-new-investigation-team\/<\/a>;<\/p>\n<p>Es handelt sich um das ins Englische \u00fcbersetzte Skript eines Interviews bei al-Mayadeen, das im Original hier abgerufen werden kann: <a href=\"https:\/\/videos.files.wordpress.com\/nuhAswuk\/syria-deputy-fm-dr-faisal-mekdad-interview-with-mayadeen-on-chemical-weapons-and-opcw-corruption_dvd.mp4\">https:\/\/videos.files.wordpress.com\/nuhAswuk\/syria-deputy-fm-dr-faisal-mekdad-interview-with-mayadeen-on-chemical-weapons-and-opcw-corruption_dvd.mp4<\/a><\/p>\n<p>(Allgemein) \u00dcbersetzung aus dem Englischen \u2013 insbesondere die m\u00f6glichst w\u00f6rtliche in den Zitaten \u2013 durch Peds Ansichten, ebenso die Hinzuf\u00fcgung von Quellen. Dieser Artikel von&nbsp;<a href=\"https:\/\/peds-ansichten.de\/\">Peds Ansichten<\/a>&nbsp;ist unter einer&nbsp;<strong>Creative Commons-Lizenz<\/strong>&nbsp;(<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/4.0\/deed.de\" rel=\"license\">Namensnennung \u2013 Nicht kommerziell \u2013 Keine Bearbeitungen 4.0 International<\/a>) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielf\u00e4ltigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.<\/p>\n<p>(1) 01.03.2019; OPCW-Abschlussbericht zu Douma im April 2018; <a href=\"https:\/\/www.opcw.org\/sites\/default\/files\/documents\/2019\/03\/s-1731-2019%28e%29.pdf\">https:\/\/www.opcw.org\/sites\/default\/files\/documents\/2019\/03\/s-1731-2019%28e%29.pdf<\/a><\/p>\n<p>(2) 16.04.2018; Thomas Pany; <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Syrien-Das-Gezerre-um-die-OPCW-Inspektoren-und-die-Wahrheit-von-Douma-4025362.html\">https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Syrien-Das-Gezerre-um-die-OPCW-Inspektoren-und-die-Wahrheit-von-Douma-4025362.html<\/a><\/p>\n<p>(3) 10.09.2017; Rede von Baschar Dschaafari; <a href=\"http:\/\/www.schiller-institut.de\/seiten\/2016\/dschaafari.html\">http:\/\/www.schiller-institut.de\/seiten\/2016\/dschaafari.html<\/a><\/p>\n<p>(4) 16.09.2013; OPCW-Mission in Ghouta; <a href=\"http:\/\/www.un.org\/depts\/german\/gv-sonst\/a67-997-s13-553.pdf\">http:\/\/www.un.org\/depts\/german\/gv-sonst\/a67-997-s13-553.pdf<\/a><\/p>\n<p>(5) 26.04.2013; <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/eu-fordert-uno-zur-untersuchung-der-giftgas-vorwuerfe-gegen-syrien-auf-a-896773.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/eu-fordert-uno-zur-untersuchung-der-giftgas-vorwuerfe-gegen-syrien-auf-a-896773.html<\/a><\/p>\n<p>(6) Mai 2017; <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/fileadmin\/contents\/products\/studien\/2017S09_mro.pdf\">https:\/\/www.swp-berlin.org\/fileadmin\/contents\/products\/studien\/2017S09_mro.pdf<\/a><\/p>\n<p>(7) 11.12.2019; <a href=\"https:\/\/orbisnjus.com\/2019\/12\/11\/opcw-skandal-zieht-immer-weitere-kreise-usa-ueben-druck-auf-chemischen-wachhund-und-medien-aus-um-douma-maerchen-vital-zu-halten\/\">https:\/\/orbisnjus.com\/2019\/12\/11\/opcw-skandal-zieht-immer-weitere-kreise-usa-ueben-druck-auf-chemischen-wachhund-und-medien-aus-um-douma-maerchen-vital-zu-halten\/<\/a><\/p>\n<p>(8) 28.06.2019; <a href=\"https:\/\/www.opcw.org\/sites\/default\/files\/documents\/2019\/07\/ec91s03%28e%29.pdf\">https:\/\/www.opcw.org\/sites\/default\/files\/documents\/2019\/07\/ec91s03%28e%29.pdf<\/a><\/p>\n<p>(9) 28.11.2019; Florian R\u00f6tzer; <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/OPCW-Generaldirektor-weist-Vorwuerfe-gegenueber-dem-Duma-Abschlussbericht-zurueck-4596998.html\">https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/OPCW-Generaldirektor-weist-Vorwuerfe-gegenueber-dem-Duma-Abschlussbericht-zurueck-4596998.html<\/a><\/p>\n<p>(10) 25.11.2019; <a href=\"https:\/\/www.opcw.org\/sites\/default\/files\/documents\/2019\/11\/c24dec03%28e%29.pdf\">https:\/\/www.opcw.org\/sites\/default\/files\/documents\/2019\/11\/c24dec03%28e%29.pdf<\/a>; Annex, S. 2,3<\/p>\n<p>(11) 25.11.2019; <a href=\"https:\/\/www.opcw.org\/sites\/default\/files\/documents\/2019\/11\/c24dg19%28e%29.pdf\">https:\/\/www.opcw.org\/sites\/default\/files\/documents\/2019\/11\/c24dg19%28e%29.pdf<\/a>; S. 2, Punkt 15<\/p>\n<p>(Titelbild) UN-Flagge; Autor: Etereuti (Pixabay); Datum: 8.2.2016; Quelle: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/vereinten-nationen-welt-flagge-un-1184119\/\">https:\/\/pixabay.com\/de\/vereinten-nationen-welt-flagge-un-1184119\/<\/a>; Lizenz: CC0 Creative Commons<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_5233 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_5233')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_5233').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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