{"id":5941,"date":"2020-11-02T21:17:05","date_gmt":"2020-11-02T20:17:05","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=5941"},"modified":"2020-11-14T20:45:43","modified_gmt":"2020-11-14T19:45:43","slug":"zunehmende-entfremdung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/zunehmende-entfremdung\/","title":{"rendered":"Zunehmende Entfremdung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zunehmende Entfremdung<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Beitrag von R\u00fcdiger Rauls<\/em><\/p>\n<p><strong>Weder bei Putin, Trump und Chinas Xi sind sich die politischen Lager in der Ablehnung so einig wie bei Erdogan und der T\u00fcrkei. Die Sichtweisen des westlichen Mainstreams werden dabei weitgehend vorbehaltlos sogar von jenen \u00fcbernommen, die sich ihm sonst verweigern. Moralische Emp\u00f6rung jedoch kann die sachliche Analyse nicht ersetzen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ungeliebte Volksvertreter<\/strong><\/p>\n<p>Es ist das vorherrschende Muster in der Darstellung des Wertewestens, dass die Schuld an der Verschlechterung der Beziehungen immer bei den anderen liegt: Putin, Xi Jingping, Lukaschenka, Maduro und nat\u00fcrlich auch Erdogan. Sie sind die St\u00f6renfriede in der Welt, denn sie halten sich aus der Sicht der Meinungsmacher nicht an die Ma\u00dfst\u00e4be, die der Wertewesten f\u00fcr die ganze Welt als verbindlich erkl\u00e4rt hat. Das nimmt man zum Anlass f\u00fcr Strafma\u00dfnahmen, meist in der Form von Sanktionen.<\/p>\n<p>Man muss Erdogan nicht m\u00f6gen. Man muss auch Putin oder Trump oder Merkel oder Chinas Xi nicht m\u00f6gen. Aber bei aller pers\u00f6nlichen Abneigung darf eine wesentliche Tatsache nicht \u00fcbersehen werden: Sie vertreten Hunderte Millionen Menschen. Besonders im Westen werden Emotionalisierung, moralische Emp\u00f6rung und Diffamierung immer wieder als Mittel der Auseinandersetzung eingesetzt. Sie aber sind schlechte Berater, wo es doch eigentlich darum gehen sollte, politische Vorg\u00e4nge zu erkennen und gesellschaftliche Zusammenh\u00e4nge zu verstehen. Da hilft nur sachliche und an den Tatsachen orientierte Analyse.<\/p>\n<p>Der t\u00fcrkische Ministerpr\u00e4sident wie auch die anderen Buhm\u00e4nner des Wertewestens sind \u2013 au\u00dfer Chinas Xi Jingping \u2013 nach Verfahren gew\u00e4hlt worden, die gemeinhin als Ma\u00dfstab f\u00fcr demokratische Wahlen im westlichen Sinne gelten. Nach diesem Verst\u00e4ndnis d\u00fcrfte es eigentlich keine Rolle spielen, ob die Ergebnisse den W\u00fcnschen des Wertewestens entsprechen, denn Wahl ist Wahl. Auch die westlichen W\u00e4hler richten sich bei ihrer Stimmabgabe ja nicht nach den W\u00fcnschen der t\u00fcrkischen, russischen oder chinesischen Regierung.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Gew\u00e4hlten vertreten die Interessen ihres Landes gegen\u00fcber anderen Staaten, so wie sie selbst und der Gro\u00dfteil ihrer Bev\u00f6lkerung diese Interessen verstehen. Das gilt f\u00fcr Erdogan genauso wie f\u00fcr Merkel, Putin oder Trump. Andererseits ber\u00fchren die Interessen des einen Staates mitunter die eines anderen, wodurch Konflikte entstehen k\u00f6nnen. Da werden dann sehr schnell Hoffnungstr\u00e4ger zu Buhm\u00e4nnern, nur weil sie den eigenen Interessen den Vorzug geben gegen\u00fcber denen des Wertewestens.<\/p>\n<p><strong>Druck und H\u00e4rte<\/strong><\/p>\n<p>Die f\u00fchrenden kapitalistischen Staaten waren es \u00fcber Jahrzehnte gewohnt, dass Wirtschaft und Politik der anderen sich nach den westlichen Interessen ausrichteten. Das war der politische Kern des Imperialismus. Dabei ging es in der Regel um die \u00d6ffnung der M\u00e4rkte. Dort, wo es nicht funktionieren wollte mit der freiwilligen Markt\u00f6ffnung, half man mit Kanonenbooten nach bis hin zum Einsatz von Truppen.<\/p>\n<p>So entstand eine Vorstellung, die noch heute viele westliche Politiker verinnerlicht zu haben scheinen und deshalb als alternativlos ansehen: \u201cDie einzige Sprache, die Putin versteht ist eine der H\u00e4rte\u201d(1), wie Norbert R\u00f6ttgen beispielhaft f\u00fcr diese Haltung in der Auseinandersetzung um Nawalny und Nordstream2 feststellte.<\/p>\n<p>Der Irrtum aber besteht auf westlicher Seite. Die Putins verstehen nur deshalb die Sprache der H\u00e4rte, weil sie die einzige ist, die der Wertewesten zu sprechen versteht. Dass aber Druck in Form von Sanktionen immer weniger Erfolge bringt, wollen die Vertreter dieser These nicht erkennen und noch weniger wahrhaben. (2)<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu steht das diplomatische Geschick Russlands, das auch andere Sprachen beherrscht. Ihm gelingt es im Nahen Osten mit allen Akteuren in den Konflikten um Syrien, Libyen und auch aktuell zwischen Armenien und Aserbaidschan im Gespr\u00e4ch zu bleiben und zu belastbaren Vereinbarungen zu kommen. Dies geschieht auf der Grundlage des Respekts gegen\u00fcber den Interessen der Gespr\u00e4chspartner in der Sprache des Interessenausgleichs.<\/p>\n<p>Auf diese Weise k\u00f6nnen Russland und auch China ihren eigenen Einfluss in der Welt immer weiter erfolgreich ausbauen. Sie wissen aus eigener Erfahrung, dass milit\u00e4rischer Druck an seine Grenzen st\u00f6\u00dft &#8211; besonders in Zeiten von Atomwaffen.<\/p>\n<p><strong>Ehemaliger Hoffnungstr\u00e4ger<\/strong><\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist in der Politik des Wertewestens, dass seine Vertreter immer h\u00e4ufiger mit anderen Staaten in Konflikt geraten. Um den eigenen Willen durchzusetzen, greifen besonders die USA zunehmend zu Sanktionen. W\u00e4hrend Russland und China die Beziehungen zu anderen Staaten st\u00e4ndig verbessern, verschlechtert sich das Verh\u00e4ltnis des Wertewestens zum Rest der Staatengemeinschaft. Das macht selbst nicht Halt vor dem eigenen Lager.<\/p>\n<p>Es knirscht innerhalb der EU, zwischen den USA und der EU und seit einiger Zeit besonders innerhalb der NATO zwischen der T\u00fcrkei und den anderen Staaten des B\u00fcndnisses. An diesem Zerw\u00fcrfnis ist aus der Sicht der Meinungsmacher der anderen NATO-Staaten alleine die T\u00fcrkei schuld. Kritische Worte zur eigenen Politik gegen\u00fcber dem B\u00fcndnispartner sind nicht zu h\u00f6ren. Nicht einmal die Ann\u00e4herung der T\u00fcrkei an Russland f\u00fchrt zu einem \u00dcberdenken der eigenen Politik.<\/p>\n<p>Dabei hatte doch alles so gut begonnen mit Erdogan als dem neuen Mann in Ankara. In einem R\u00fcckblick beschreibt J\u00fcrgen Gottschlich, T\u00fcrkei-Korrespondent der Tageszeitung, die Ver\u00e4nderungen in der t\u00fcrkischen Politik, mit denen Erdogan bereits im Jahr 2004 hatte aufwarten k\u00f6nnen: \u201eIn den zwei Jahren der Regierung Erdo\u011fan sind mehr Reformen realisiert worden als in den 20 Jahren davor. Meinungsfreiheit und Null-Toleranz gegen Folter wurden proklamiert und gesetzlich verankert, kulturelle Rechte f\u00fcr die kurdische Minderheit garantiert und die Todesstrafe endg\u00fcltig abgeschafft.\u2026 Im Gespr\u00e4ch k\u00fcndigte er [Erdogan] damals an, er werde es schaffen, die T\u00fcrkei in die Europ\u00e4ische Union zu f\u00fchren.\u201c (3)<\/p>\n<p>Zudem verfolgte er \u201eeinen Kurs, der viele auch westliche gepr\u00e4gte Intellektuelle begeisterte\u201c. (4) Das war sogar ganz nach dem Geschmack des fr\u00fcheren Salon-Revoluzzers und sp\u00e4ter gut dotierten gr\u00fcnen Europa-Politikers Daniel Cohn-Bendit. Selbst er \u201ezeigte sich von Erdogan angetan, er sah in ihm einen verwandten Geist im Widerstand.\u201c (5) Viel Vorschuss also gerade von Kr\u00e4ften, die ihm heute Betrug an den westlichen, also ihren eigenen Idealen vorwerfen.<\/p>\n<p>Nur eines aber hatten sie bei all der Idealisierung Erdogans und ihrer Verliebtheit in die eigenen Ideale nicht beachtet: die Wirklichkeit der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse in der T\u00fcrkei. Denn diese waren schwieriger als in den bereits h\u00f6her entwickelten westlichen Gesellschaften. Waren die gro\u00dfen t\u00fcrkischen St\u00e4dte weitgehend westlich gepr\u00e4gt durch eine moderne, gebildete Bev\u00f6lkerung, lebten die meisten T\u00fcrken jedoch noch immer in der R\u00fcckst\u00e4ndigkeit und Armut l\u00e4ndlicher Verh\u00e4ltnisse. Es fehlte an Arbeitspl\u00e4tzen, um f\u00fcr die schnell wachsende Bev\u00f6lkerung eine Lebensgrundlage zu schaffen. Diese wird nicht satt von westlichen Idealen allein.<\/p>\n<p><strong>Entgegengesetzte Interessen<\/strong><\/p>\n<p>Deshalb war seit den 1960er Jahren der Ausbau der Beziehungen zur EU, fr\u00fcher EWG (Europ\u00e4ische Wirtschaftsgemeinschaft) Schwerpunkt t\u00fcrkischer Politik. Ihr Ziel, das \u00fcber all die Jahrzehnte und alle politischen Spannungen hinweg nie aus den Augen verloren wurde, war die Vollmitgliedschaft in der EU. Das wird auch aus dem oben erw\u00e4hnten Zitat von Erdogan deutlich.<\/p>\n<p>Die sich versch\u00e4rfenden politischen Spannungen zwischen der T\u00fcrkei und dem Westen im allgemeinen und der EU im besonderen haben ihren Ursprung in den unterschiedlichen Interessen der T\u00fcrkei und&nbsp; der EU-Staaten. Die unterschiedlichen moralischen, politischen und rechtlichen Bedenken und Vorw\u00fcrfe sind in erster Linie Vorw\u00e4nde, die die EU als Ablehnung des t\u00fcrkischen Wunsches nach Vollmitgliedschaft vortrugen.<\/p>\n<p>Denn Menschenrechte und sonstige politisch-idealistischen Argumente spielen in den Erkl\u00e4rungen und Begr\u00fcndungen des Wertewestens nur dort eine Rolle, wo sie den eigenen Interessen dienen. Das wird besonders in dem weitgehend unkritischen Werben um die arabischen Monarchien deutlich, die weit entfernt sind von den rechtsstaatlichen Zust\u00e4nden der T\u00fcrkei, was Demokratie und Menschenrechte angeht. (6)<\/p>\n<p>Die T\u00fcrkei suchte in der EWG, sp\u00e4ter EU einen Absatzmarkt f\u00fcr ihre landwirtschaftlichen Produkte. Besonders in der Anfangszeit der gemeinsamen wirtschaftlichen Beziehungen waren sie aufgrund der gering entwickelten t\u00fcrkischen Wirtschaft die einzigen Exportprodukte des Landes. Des Weiteren hoffte sie auf einen leichteren Zugang der eigenen Bev\u00f6lkerung zu den Arbeitsm\u00e4rkten in Europa. Zur Entwicklung der eigenen Wirtschaft setzte das Land auf Investitionen durch westliche Staaten.<\/p>\n<p>In der Frage der Investitionen bestand ein gemeinsames Interesse zwischen der t\u00fcrkischen und europ\u00e4ischen Wirtschaftspolitik. In diesem Bereich kam es in der Folgezeit deshalb auch nur selten zu un\u00fcberbr\u00fcckbaren Konflikten zwischen den t\u00fcrkischen und europ\u00e4ischen Interessen. Sie erg\u00e4nzten sich noch bis weit in die 2000er Jahre hinein. Denn das eigentliche Interesse der Europ\u00e4er an der T\u00fcrkei bestand im Export von Industrieprodukten und Kapital.<\/p>\n<p>Dagegen hatten die europ\u00e4ischen Staaten zum Schutz der eigenen Bauern nur wenig Interesse an der Lieferung t\u00fcrkischer Agrarprodukte. Die EU verf\u00fcgte doch selbst bereits \u00fcber gewaltige \u00dcbersch\u00fcsse in Form von Butterbergen sowie Milch- und Weinseen. Ihre K\u00fchlh\u00e4user waren voll mit den Fleisch\u00fcbersch\u00fcssen der europ\u00e4ischen Bauern.<\/p>\n<p>Mit dem Auslaufen des deutschen Wirtschaftswunders und der zunehmenden Arbeitslosigkeit in den europ\u00e4ischen Industrienationen sank auch das Interesse in der europ\u00e4ischen Industrie an billigen Arbeitskr\u00e4ften aus der T\u00fcrkei, die in der Regel nur wenig qualifiziert waren. Selbst die bereits in Deutschland lebenden T\u00fcrken w\u00e4re man nur zu gerne losgeworden. \u201e1983 beschloss die damalige schwarz-gelbe Koalition, allen arbeitslos gewordenen T\u00fcrken eine R\u00fcckkehrpr\u00e4mie anzubieten\u201c. (7)<\/p>\n<p><strong>Vor verschlossenen Toren<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die T\u00fcrkei \u00fcber Jahrzehnte sich vergeblich bem\u00fcht hatte, Vollmitglied der EU zu werden, musste sie erleben, wie nach dem Untergang der Sowjetunion die ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes im Handumdrehen Vollmitglied wurden. Aus strategischen Gr\u00fcnden sollten die ehemaligen Ostblockstaaten schnellstm\u00f6glich in die EU und auch die NATO eingemeindet und dem Einfluss Russlands entzogen zu werden.<\/p>\n<p>Der T\u00fcrkei wurde 1996 als Trostpflaster eine Zollunion einger\u00e4umt und im Jahr 2005 Beitrittsverhandlungen zur Europ\u00e4ischen Union aufgenommen. Aber diese Verhandlungen scheiterten an der Zypernfrage, was abzusehen war, als das Thema Zypern \u00fcberhaupt auf den Tisch kam. Es ist also nicht auszuschlie\u00dfen, dass damit schon von vorneherein die Sollbruchstelle eingebaut worden war, um die Verhandlungen scheitern zu lassen.<\/p>\n<p>Wie anders ist zu erkl\u00e4ren, dass man ein Jahr zuvor das im Verh\u00e4ltnis zur T\u00fcrkei wirtschaftlich unbedeutende Zypern als Vollmitglied aufgenommen hatte. Denn \u201emit dem Beitritt Nikosias &#8222;importierte&#8220; Br\u00fcssel den Inselkonflikt. Die Entwicklungen auf der Insel beeinflussen die t\u00fcrkisch-europ\u00e4ischen Beziehungen\u201c. (8)<\/p>\n<p>Den politisch Erfahrenen in Br\u00fcssel und anderen europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten h\u00e4tte doch von vorneherein klar gewesen sein m\u00fcssen, dass die T\u00fcrkei niemals einer Anerkennung der zypriotischen Regierung zustimmen w\u00fcrde, mit der sie seit der Teilung des Landes 1974 in Konflikt lag. War die Bevorzugung der osteurop\u00e4ischen Staaten gegen\u00fcber der T\u00fcrkei aus den oben erw\u00e4hnten strategischen Gr\u00fcnden noch nachvollziehbar, so gab es f\u00fcr die Vollmitgliedschaft Zyperns nur eine Erkl\u00e4rung: Der Beitritt der T\u00fcrkei war zu diesem Zeitpunkt politisch und wirtschaftlich gar nicht mehr gewollt.<\/p>\n<p>Denn mit der Vollmitgliedschaft der T\u00fcrkei w\u00e4re diese mit ihren etwa 80 Millionen B\u00fcrgern neben Deutschland zu einem europ\u00e4ischen Schwergewicht geworden und Freiz\u00fcgigkeit f\u00fcr t\u00fcrkischen Arbeitskr\u00e4fte innerhalb der EU h\u00e4tte die Probleme am europ\u00e4ischen Arbeitsmarkt versch\u00e4rft, die durch die Integration der osteurop\u00e4ischen Staaten bereits erheblich zugenommen hatten.<\/p>\n<p>Eigentlich hatte die EU mit dem Zollabkommen von 1996 die eigenen Interessen in Bezug auf die T\u00fcrkei weitestgehend verwirklicht: \u00d6ffnung des t\u00fcrkischen Marktes f\u00fcr europ\u00e4ische Industrieprodukte und Kapital, keine Freiz\u00fcgigkeit f\u00fcr t\u00fcrkische B\u00fcrger in der EU und Schutz der eigenen Landwirtschaft vor t\u00fcrkischer Konkurrenz. Die T\u00fcrkei bekam, was f\u00fcr sie wichtig war: westliches Kapital und Investitionen sowie einen begrenzten Zugang zum europ\u00e4ischen Agrarmarkt, mehr aber auch nicht.<\/p>\n<p><strong>Alleingelassen<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Syrienkrieg entstand ein neues Feld f\u00fcr weitere Spannungen, dieses Mal nicht nur zwischen der T\u00fcrkei und der EU sondern auch mit den restlichen NATO-Partnern. Von Anfang an hatte die T\u00fcrkei sich gegen Assad gestellt und Rebellen unterst\u00fctzt, die ihn milit\u00e4risch bek\u00e4mpften. Aber sie griff auch aktiv in die K\u00e4mpfe ein, indem sie sich Gefechte mit der syrischen Luftwaffe lieferte.<\/p>\n<p>Bald wurde jedoch deutlich, dass die Rebellen alleine die syrischen Streitkr\u00e4fte nicht w\u00fcrden besiegen k\u00f6nnen. In den Jahren 2012 und 2013 kam es immer h\u00e4ufiger zu Konflikten zwischen dschihadistischen und prowestlichen Gruppen innerhalb des Rebellenlagers, weil die Unterst\u00fctzung des Westens haupts\u00e4chlich letzteren zufloss. Die Konflikte unter den Rebellen f\u00f6rderten ihren Zerfall und damit sanken die Aussichten auf einen Sieg \u00fcber Assad. Der Druck vonseiten des Wertewestens auf die T\u00fcrkei wuchs, sich st\u00e4rker in dem Krieg zu engagieren.<\/p>\n<p>Zwar schien die T\u00fcrkei dazu bereit, wie sie es auch schon durch den Abschuss syrischer Flugzeuge unter Beweis gestellt hatte, aber sie wollte das Risiko nicht alleine tragen. Bereits im Jahre 2012 dr\u00e4ngte sie die anderen NATO-Staaten zur Ausrufung des B\u00fcndnisfalls, der ihr die Unterst\u00fctzung des gesamten B\u00fcndnisses sichern sollte. Aber dazu waren die Partner nicht bereit. Man lie\u00df die T\u00fcrkei alleine den Kampf gegen Assad f\u00fchren und beschr\u00e4nkte sich auf die Unterst\u00fctzung der Rebellen durch Geld, Waffen und Helfer, aber keine regul\u00e4ren Truppen.<\/p>\n<p>Von da an ist das Verhalten der T\u00fcrkei nicht mehr strategisch, also in einem Regime-Change in Syrien, zu verstehen, sondern taktisch, d.h. in der Wahrung der eigenen Interessen. Das schloss mit ein, zur Verwirklichung der eigenen Vorhaben Druck auf die NATO-Partner auszu\u00fcben. In diesem Zusammenhang sind besonders die Streitigkeiten, um die Nutzung des Flughafen Incirlik durch NATO-Flugzeuge zu sehen, was zu deren Verlegung nach Jordanien und einer Schw\u00e4chung der Luft\u00fcberwachung durch die NATO-Staaten f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Auch die sp\u00e4tere Unterst\u00fctzung des Islamischen Staates durch die T\u00fcrkei und die Bek\u00e4mpfung der Kurden beziehungsweise das wiederholte Eindringen in kurdische Gebiete und deren Besetzung in Nordsyrien m\u00fcssen im Rahmen dieses taktischen Verhaltens gesehen werden. Einerseits wollte man seine Interessen gegen\u00fcber den Kurden wahren. Andererseits aber sollte Druck ausge\u00fcbt werden auf die mit den Kurden verb\u00fcndeten Amerikaner. Die T\u00fcrkei zwang sie, sich zwischen den Kurden und dem NATO-Partner entscheiden.<\/p>\n<p>Bisher haben sich die Amerikaner immer f\u00fcr die Interessen der T\u00fcrken entschieden. Zwar hat diese Taktik zu Vorteilen f\u00fcr die T\u00fcrkei zulasten der Kurden gef\u00fchrt, hat aber andererseits auch die Spannungen zwischen der T\u00fcrkei und den USA erh\u00f6ht und das Verh\u00e4ltnis zwischen den beiden verschlechtert.<\/p>\n<p><strong>Nicht erh\u00f6rte Signale<\/strong><\/p>\n<p>Ein H\u00f6hepunkt im Zerw\u00fcrfnis innerhalb des NATO-B\u00fcndnisses stellte die taktische Hinwendung der T\u00fcrkei zu Russland und der Putschversuch von Teilen des t\u00fcrkischen Milit\u00e4rs im Jahre 2016 dar. Mit der Ann\u00e4herung der T\u00fcrkei an Russland war die Niederlage f\u00fcr den Westen eingel\u00e4utet. In dieser Lage h\u00e4tte der Putsch gegen Erdogan eine Wende in der t\u00fcrkischen Politik gegen\u00fcber Russland und Assad bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Weil Erdogan aber im Gegensatz zu den Putschisten die breite Unterst\u00fctzung der eigenen Bev\u00f6lkerung hatte, schlug der Milit\u00e4rcoup fehl. Erdogan beschuldigte die USA und den Westen als Drahtzieher hinter der Erhebung, was nicht von der Hand zu weisen ist, w\u00e4ren doch gerade sie Nutznie\u00dfer des Putsches gewesen. (9) Diese Ereignisse vertieften den Riss zwischen den NATO-Partnern, zumal der Westen den Putsch kaum verurteilte.<\/p>\n<p>Immer wieder gab es aber auch Signale besonders in Richtung EU, die ein Umlenken in der Politik gegen\u00fcber der T\u00fcrkei m\u00f6glich gemacht h\u00e4tten. Besonders die Abkommen in der Fl\u00fcchtlingsfrage h\u00e4tte der EU zu verstehen geben m\u00fcssen, dass die T\u00fcrkei weiterhin die N\u00e4he zur EU sucht. Denn eigentlich tr\u00e4gt sie in viel st\u00e4rkerem Ma\u00dfe die Lasten der Fl\u00fcchtlingsbewegungen, die durch die vom Wertewesten unterst\u00fctzten Kriege in der Region verursacht werden.<\/p>\n<p>Auch wenn die T\u00fcrkei mit Russland inzwischen gute Beziehungen pflegt und auch die wirtschaftliche Verbindung ausgebaut hat, so ist es keineswegs der t\u00fcrkische Wunschpartner. Der liegt weiterhin im Westen. Selbst in den aktuellen Streitfragen um Libyen und die Gasbohrungen im Mittelmeer zeigt eigentlich die T\u00fcrkei weit mehr politische Weitsicht als der Wertewesten.<\/p>\n<p>So unterst\u00fctzt sie in Libyen die Regierung Sarradsch, die auf Initiative des Westens eingesetzt worden war, von diesem aber keine R\u00fcckendeckung erhalten hatte, als General Haftar schon vor den Toren von Tripolis stand. Das t\u00fcrkische Engagement an Sarradschs Seite sicherte die westlichen Interessen in der Region ma\u00dfgeblich auch gegen\u00fcber Russland, wozu der Westen selbst nicht in der Lage war. (10)<\/p>\n<p><strong>Das eigene Interesse<\/strong><\/p>\n<p>Und selbst im Konflikt um die Gasbohrungen im Mittelmeer kommen \u201eSignale der Entspannung aus der T\u00fcrkei. Ankara hat im Erdgasstreit ein Forschungsschiff abgezogen und eine Hotline mit Athen eingerichtet\u201c. (11) Solche Zeichen der Entspannung wurden von den Europ\u00e4ern kaum gew\u00fcrdigt, noch weniger misst man in Br\u00fcssel den Interessen des NATO-Partners Bedeutung bei.<\/p>\n<p>Denn: \u201eDie T\u00fcrkei hat zwar die l\u00e4ngste K\u00fcste aller Mittelmeeranrainer, ist aber von der Ausbeutung der Bodensch\u00e4tze weitgehend ausgeschlossen. Denn kleine griechische Inseln wie Kastellorizo, die nur zwei Kilometer vom t\u00fcrkischen Festland entfernt liegt, k\u00f6nnen auf Kosten der T\u00fcrkei eine ausschlie\u00dfliche Wirtschaftszone beanspruchen\u201c. (12)<\/p>\n<p>Das internationale Recht ist auf der Seite Griechenlands, das auch kleinsten Inseln einen Festlandsockel von 200 Seemeilen als ausschlie\u00dfliche Wirtschaftszone verbrieft. Andererseits ist aber auch das Anliegen der T\u00fcrkei nachvollziehbar, dessen eigener Festlandsockel von dem der griechischen Inseln in Sichtweite der eigenen K\u00fcste eingeschr\u00e4nkt wird.<\/p>\n<p>Deswegen ist die unnachgiebige Haltung der EU gegen\u00fcber den t\u00fcrkischen Einw\u00e4nden nicht nachvollziehbar. Aber anscheinend hat sich im Falle der T\u00fcrkei wie auch im Verh\u00e4ltnis zu Russland die Feindseligkeit mittlerweile so sehr verselbst\u00e4ndigt, dass vern\u00fcnftige Politik und Regelungen nicht mehr vorstellbar sind und besonders im Wertewesten nur noch als Niederlage empfunden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jedoch einen Vorteil hat diese Haltung des Wertewestens gegen\u00fcber der T\u00fcrkei: Sie schw\u00e4cht die NATO und vermindert damit die Gefahren, die von dem B\u00fcndnis f\u00fcr den Rest der Welt ausgehen. Solange sich die Konflikte im B\u00fcndnis und innerhalb des Wertewestens h\u00e4ufen, hat die Welt vor ihnen Ruhe. Das gilt ganz besonders f\u00fcr die Streitigkeiten in den USA.<\/p>\n<p>Insofern ist die feindselige Haltung von NATO-Gegnern gegen\u00fcber der T\u00fcrkei politisch unklug. Damit \u00fcbernehmen sie unkritisch die Sichtweise des Mainstreams, den sie sonst ablehnen. Anstatt einen eigenst\u00e4ndigen und politischen Standpunkt zu entwickeln, lassen sie sich emotional einbinden. Man muss die T\u00fcrkei und Erdogan nicht m\u00f6gen, aber man sollte sie sachlich und besonders nach den eigenen Interessen beurteilen, und diese liegen nicht in einer St\u00e4rkung der NATO.<\/p>\n<p>(1) Reuters vom 3.9.2020: R\u00f6ttgen stellt die Erdgas-Frage<br \/>\n(2) Siehe dazu R\u00fcdiger Rauls: <a href=\"https:\/\/ruedigerraulsblog.wordpress.com\/2020\/08\/19\/die-sanktionierten-schlagen-zurueck\/\">Die Sanktionierten schlagen zur\u00fcck<\/a><br \/>\n(3) <a href=\"..\/Entw\u00fcrfe\/TAZ%20vom%2026.9.2018:%20Aufstieg%20von%20Recep%20Tayyip%20Erdogan\">TAZ vom 26.9.2018: Aufstieg von Recep Tayyip Erdogan<\/a><br \/>\n(4) ebenda<br \/>\n(5) ebenda<br \/>\n(6)&nbsp; siehe dazu R\u00fcdiger Rauls: <a href=\"https:\/\/ruedigerraulsblog.wordpress.com\/2020\/09\/30\/das-israelisch-arabische-komplott\/\">Das israelisch-arabische Komplott<\/a><br \/>\n(7) Zeit-online vom 2.8. 2013,&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2013-08\/kohl-gastarbeiter-gespraechsprotokoll\">T\u00fcrken waren Kanzler Kohl fremd<\/a> )<br \/>\n(8)&nbsp; Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung: <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/30167\/zypern-und-die-tuerkisch-europaeischen-beziehungen#:~:text=Seit%201.,%22importierte%22%20Br\u00fcssel%20den%20Inselkonflikt.\">Zypern und die t\u00fcrkisch-europ\u00e4ischen Beziehungen<\/a><br \/>\n(9)&nbsp; siehe dazu R\u00fcdiger Rauls: <a href=\"https:\/\/ruedigerraulsblog.wordpress.com\/2017\/04\/19\/tuerkei-vorwaerts-in-die-vergangenheit\/\">T\u00fcrkei: Vorw\u00e4rts in die Vergangenheit<\/a><br \/>\n(10) siehe dazu R\u00fcdiger Rauls: <a href=\"https:\/\/ruedigerraulsblog.wordpress.com\/2020\/07\/22\/geht-die-nato-am-mittelmeer-baden\/\">Geht die Nato am Mittelmeer baden?<\/a><br \/>\n(11)&nbsp; FAZ vom 6.10.20: Signale der Entspannung aus der T\u00fcrkei<br \/>\n(12) ebenda<\/p>\n<p><strong>R\u00fcdiger Rauls Buchver\u00f6ffentlichungen:<\/strong><\/p>\n<p>Krieg um Syrien <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/1697260446\">Buchbeschreibung<\/a><br \/>\nWie funktioniert Geld? <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B013RWL1TQ\">Buchbeschreibung<\/a><br \/>\nKolonie Konzern Krieg &#8211; Stationen kapitalistischer Entwicklung <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B01MG6AL4K\">Buchbeschreibung<\/a><br \/>\nZukunft Sozialismus oder die Grenzen des Kapitalismus <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B01LY0AGOG\">Buchbeschreibung<\/a> Die Entwicklung der fr\u00fchen Gesellschaften &#8211; Die Geschichte Afghanistans <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B00VAVPMO2\">Buchbeschreibung<\/a><br \/>\nWas braucht mein Kind? <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B00FEC6X3M\">Buchbeschreibung<\/a><br \/>\nSp\u00e4te Wahrheit (Prosa) <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B00CQLYOS0\">Buchbeschreibung<\/a><\/p>\n<p><strong>Herausgeber von:<\/strong><\/p>\n<p>Imre Szabo:<\/p>\n<p>Die Hinterm\u00e4nner (ein politischer Krimi) <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B00BAYM1ZM\">Buchbeschreibung<\/a><br \/>\nDie Unsichtbaren (ein politischer Krimi) <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/1539064301\">Buchbeschreibung<\/a><\/p>\n<p><u>&nbsp;<\/u><\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px; text-align: left;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_5941 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_5941')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_5941').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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