{"id":6269,"date":"2021-05-11T17:03:24","date_gmt":"2021-05-11T16:03:24","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=6269"},"modified":"2026-07-21T18:36:17","modified_gmt":"2026-07-21T17:36:17","slug":"alte-und-neue-kriegstreiber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/alte-und-neue-kriegstreiber\/","title":{"rendered":"Alte und neue Kriegstreiber"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\"><strong>Dieser Tage j\u00e4hrte sich wieder einmal das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Niederlage des Hitler-Faschismus. Die meisten von uns Heutigen haben weder das eine noch das andere erlebt. Zum Gl\u00fcck. Noch immer und immer wieder gibt es Menschen, die diese Zeit idealisieren oder gar verherrlichen. Sie gelten als die sogenannten \u201eEwiggestrigen\u201c. Gegen sie richtete sich die Parole: <\/strong><b>\u201eNie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!\u201c<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><em>Ein Beitrag von R\u00fcdiger Rauls<\/em><\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Aber viele von denen, die vor Jahren noch in diesen Ruf mit einstimmten, sind mittlerweile selbst zu Kriegstreibern geworden. Aktiv beteiligten sich die ehemals friedensbewegten Gr\u00fcnen am v\u00f6lkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien und Serbien. Die rot-gr\u00fcnen Friedenskrieger sagten, es ginge ihnen um die Menschenrechte. Sie wollten angeblich ein neues Auschwitz verhindern und erkannten nicht den Unterschied zwischen Auschwitz und Jugoslawien. Wollten sie ihn nicht erkennen oder fehlte es ihnen an den analytischen und intellektuellen F\u00e4higkeiten dazu, mangelte es am politischen Bewusstsein?<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Den Kriegseinsatz in Afghanistan trugen die rot-gr\u00fcnen Friedensengel mit. Denn es ging um unsere Sicherheit und Frauenrechte, also wieder um eine gute Sache. Auch dem NATO-Einsatz in Libyen konnte man gute Seiten abgewinnen, denn es ging auch hier um Menschenrechte, vornehmlich aber um die derjenigen, die auf der richtigen Seite standen. Diese hohen Werte galten aber offensichtlich nicht f\u00fcr diejenigen, die in Tripolis von der NATO bombardiert wurden.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Im Syrien-Konflikt forderte gar die Theologin und friedensbewegte Gr\u00fcne G\u00f6ring-Eckert den aktiven Kampfeinsatz der Bundeswehr zum Schutz der Menschenrechte der Jesiden. Das ging ihr leicht \u00fcber die Lippen, handelte es sich ja nicht um ihre eigenen Kinder, Freunde oder Angeh\u00f6rigen, die dort f\u00fcr gr\u00fcne Wertemissionen den Kopf hinhalten sollten. Das Menschenrecht der Bundeswehrsoldaten oder gar anderer Unbeteiligter aus der Zivilbev\u00f6lkerung schien f\u00fcr sie keine Bedeutung zu haben. Oder war sie gar so naiv zu glauben, dass in solchen Eins\u00e4tzen nur die Schuldigen dem Kugel- und Bombenhagel der Guten, also der Unsrigen, zum Opfer fallen?<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Inzwischen beteiligen sich weltweit wieder deutsche Soldaten an der Herstellung von Recht und Ordnung. Es sind nicht das Recht und die Ordnung jener V\u00f6lker, es geht vielmehr um die Durchsetzung westlicher Werte und Vorstellungen. All diese Eins\u00e4tze finden Duldung und Unterst\u00fctzung durch die ehemalige gr\u00fcne Friedenspartei.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Im erneuten Aufflammen der Feindseligkeiten gegen\u00fcber Russland und der Propaganda gegen China stehen Gr\u00fcne und andere Wertemissionare an vorderster Front. Sie f\u00fchlen sich berufen, anderen V\u00f6lkern und Gesellschaften die eigenen Vorstellungen von Zusammenleben und politischer Gestaltung \u00fcberst\u00fclpen zu k\u00f6nnen. Diesen Anspruch leiten sie ab aus ihrem Einsatz f\u00fcr Menschenrechte. Sie scheinen zu glauben, dass ihr Eintreten f\u00fcr diese Werte, die sie selbst definieren, ihnen auch h\u00f6here Rechte verleiht. Im Namen dieser h\u00f6heren Werte nehmen sie f\u00fcr sich in Anspruch, andere V\u00f6lker mit Wirtschaftssanktionen gef\u00fcgig machen, mit Krieg drohen und gar \u00fcberziehen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Faschismus gr\u00fcndet sich auf der Vorstellung eigener \u00dcberlegenheit. Daraus leiten seine Anh\u00e4nger h\u00f6here Rechte ab sogar bis hin zu dem, \u00fcber das Lebensrecht anderer entscheiden zu d\u00fcrfen. Aber auch Faschismus unterliegt in seinen Ausformungen einer Entwicklung. Die Formen des Faschismus aus der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts begr\u00fcndeten ihre \u00dcberheblichkeit vor allem auf die Vorstellung von der \u00dcberlegenheit der eigenen Rasse oder Nation.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Heute st\u00fctzt er sich vor allem auf den Glauben an die eigene intellektuelle, besonders aber moralische H\u00f6herwertigkeit. Diese sieht man als gerechtfertigt an vor allem durch die \u00dcberlegenheit der Werte, f\u00fcr die man eintritt. Das sind die westlichen Werte. Die Vorstellung, dass diese Werte nur dem Westen eigen sind und dass sie denen anderer Kulturen, V\u00f6lker und Gesellschaften \u00fcberlegen sind, f\u00fchrt zu einer Selbsterm\u00e4chtigung der Wertemissionare und Werteaktivisten. Sie glauben der Welt vorschreiben zu d\u00fcrfen, nach welchen Wertma\u00dfst\u00e4ben andere leben, handeln und zunehmend auch denken m\u00fcssen. (siehe dazu auch: R\u00fcdiger Rauls <a href=\"https:\/\/ruedigerraulsblog.wordpress.com\/2019\/06\/08\/die-werte-elite\/\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;\">Die Werte-Elite<\/span><\/a> Und wer sich nicht danach richtet, den darf man getrost bevormunden und ma\u00dfregeln bis hin zu Sanktionen und Kriegseins\u00e4tzen.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Der neue Faschismus ist immer weniger braun. Er ist inzwischen oliv geworden, NATO-oliv. Und Oliv hat nach der Farbenlehre hohe Anteile an Gr\u00fcn. Dieser neue Faschismus hat mit dem alten nur noch wenig Ber\u00fchrungspunkte. Neben dem Gef\u00fchl der \u00dcberlegenheit scheint ihnen aber der Hass auf Russland gemeinsam und die Erhebung nicht nur \u00fcber andere V\u00f6lker, sondern \u00fcber das einfache Volk allgemein. Das \u00e4u\u00dferte sich im Hass auf die Kommunisten in der fr\u00fcheren Sowjetunion, neuerdings aber auch besonders bei Gr\u00fcnen und vielen Lifestyle-Linken auf die Kommunistische Partei Chinas.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Diesem Thema widmet sich der nachfolgende Text von Liane Kilinc von der\u00a0Friedensbr\u00fccke-Kriegsopferhilfe e.V. zum heutigen Jahrestag, gehalten am Denkmal f\u00fcr die Gefallenen der Roten Armee in Berlin-Treptow.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\"><b>Beginn des Redetextes<\/b><\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Wir treffen uns hier, heute, wie jedes Jahr, um den Soldaten der Roten Armee f\u00fcr unsere Befreiung vom Faschismus zu danken. Wir wissen, dass die Sowjetunion der Motor dieser Befreiung war; dass ihre Truppen die Naziwehrmacht zerschlagen haben; dass ihre St\u00e4dte, ihre D\u00f6rfer, ihre Menschen den Preis f\u00fcr den Frieden bezahlt haben, der durch die Niederlage des Hitler-Faschismus erm\u00f6glicht wurde.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Wir wissen das, auch wenn das offizielle Deutschland nach Wegen sucht, diese einfache Wahrheit zu leugnen. Unser Dank kommt von Herzen, und ist uns eine Verpflichtung, \u00fcber diesen Frieden zu wachen. Aber dieses Jahr liegt unser Gedenken unter einem doppelten Schatten.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Der erste ist der Jahrestag des \u00dcberfalls auf die Sowjetunion, der dieses Jahr achtzig Jahre zur\u00fcckliegt. Ein \u00dcberfall, an den man in Deutschland ungern erinnert. So ungern, dass k\u00fcrzlich erst Bundestagspr\u00e4sident Sch\u00e4uble eine Gedenkstunde im Parlament zu diesem Anlass abgelehnt hat. So ungern, dass der grausame Vernichtungskrieg, der an jenem Tag gegen die V\u00f6lker der Sowjetunion begonnen wurde, im Unterricht an den Schulen keine Rolle spielt.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Man spricht nicht von der Belagerung Leningrads, man spricht nicht von der Schlacht von Stalingrad, man spricht nicht von den K\u00e4mpfen um Sewastopol\u2026 aber man spricht von der Landung in der Normandie. Der 22. Juni 1941 und der heimt\u00fcckische Angriff, der um viertel nach drei Uhr morgens begann, soll nicht Teil des historischen Gedenkens sein.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Der zweite Schatten ist unsere Gegenwart. Nicht nur in Gestalt der best\u00e4ndigen, aggressiven Rhetorik von der \u201arussischen Bedrohung\u2018, die als \u201arussische Desinformation\u2018 oder als \u201arussische Wahlmanipulation\u2018, als \u201arussischer Cyberangriff\u2018 regelm\u00e4\u00dfig aus den Druckpressen oder Fernsehlautsprechern rinnt; ja, sogar Impfstoffe soll dieses imaginierte Russland nur als Waffen gebrauchen\u2026<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Nein, der Schatten hat konkretere und fassbarere Formen. Er f\u00e4hrt auf Eisenbahngleisen in Panzergestalt gen Osten; er f\u00e4hrt in den Uniformen der NATO-Armeen vieltausendk\u00f6pfig den Panzern hinterher; er dreht als Spionageflieger oder -drohne seine Kreise rund um die Krim oder entlang der Frontlinie des ukrainischen B\u00fcrgerkriegs, und er streckt sich in jedem der vielen Man\u00f6ver, Defender 2021 oder eines der kleineren, immer und immer wieder hin zur russischen Grenze.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Der schwarze Schatten, der schon an der Wiege der NATO stand, die als Angriffspakt gegen die Sowjetunion gegr\u00fcndet wurde und nun meint, als Angriffspakt gegen Russland ihre Bestimmung erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Eine NATO, die genau jenen Deutschen an die Spitze ihrer milit\u00e4rischen Planungen setzte, der schon das \u201aUnternehmen Barbarossa\u2018 geplant hatte, den Nazigeneral Adolf Heusinger.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Damals zeigte sich ein demokratischer Senator noch entsetzt \u00fcber diese Ernennung. Er sagte: \u201eDas State Department sollte wirklich verstehen, dass ich dieses Argument nicht kaufe, dass \u2026 es n\u00f6tig ist, um die milit\u00e4rische St\u00e4rke Westdeutschlands aufzubauen, einen Nazigeneral in eine Stellung des h\u00f6chsten Kommandos zu hieven \u2026 wo er Einfluss, Autorit\u00e4t und Macht hat, die gemeinsame Milit\u00e4rpolitik zu bestimmen, deren Teil die Vereinigten Staaten sind. Dieser Nazigeneral ist ohne jeden Zweifel mitverantwortlich f\u00fcr den Tod tausender amerikanischer Jungs \u2026 was ist mit unserem Ged\u00e4chtnis passiert? Ist es wirklich so kurz?\u201c<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Ja diese NATO wurde nicht nur von Nazigener\u00e4len mit aufgebaut; diese NATO verb\u00fcndet sich auch mit jenen, die einst Verb\u00fcndete der Nazis waren. Wie die Anh\u00e4nger Banderas in der Ukraine. Vor Beginn des deutschen \u00dcberfalls hatte der sp\u00e4tere Adenauer-Minister Theodor Oberl\u00e4nder monatelang jene ukrainischen Truppen gedrillt, die dann als \u201aBataillon Nachtigall\u2018 mit der Wehrmacht in die Ukraine eindrangen und von Lemberg bis Babij Jar sich vor allem mit Massakern an ihren j\u00fcdischen Nachbarn hervortaten.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Die heutige Ukraine, die so gerne in die NATO aufgenommen werden will, hat Bandera zum Nationalhelden erkl\u00e4rt und verherrlicht den Kriegsverbrecher Schuschkewitsch, der das Bataillon Nachtigall kommandierte. Die NATO h\u00e4lt jedes Jahr gemeinsame Man\u00f6ver mit dieser Ukraine ab, schickt Ausbilder in ihre Armee und beliefert sie mit den Daten jener eifrig kreisenden Flugger\u00e4te.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Dieser schwarze Schatten hat die Gestalt der ukrainischen Truppen, die an die Front im Donbass gekarrt werden; hat die Gestalt der Haubitzen und Raketenwerfer, die die D\u00f6rfer im Donbass unter Feuer nehmen. Dort, im Donbass, ber\u00fchren sich der Krieg, den die Nazis begannen, und der, den die Freunde der NATO heute dort f\u00fchren, wie zwei einander \u00fcberlagernde Bilder.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Es gibt dort einen Ort, Saur-Mogila, an dem schon im zweiten Weltkrieg eine Schlacht stattfand, f\u00fcr die ein gro\u00dfes Denkmal errichtet worden war. Dieses Denkmal wurde 2014 in Tr\u00fcmmer geschossen, und unter dem gro\u00dfen eisernen Stiefel, der von der Statue \u00fcbriggeblieben ist, liegen die Gr\u00e4ber derer, die den H\u00fcgel in den neuen Gefechten verteidigt hatten.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Von diesem Krieg wird bei uns erz\u00e4hlt, als w\u00fcrde er von Moskau betrieben. Dabei war es die illegal an die Macht gekommene Regierung in der Ukraine, die begann, ihre eigenen B\u00fcrger zu beschie\u00dfen. Eben jene, deren gro\u00dfe Vorbilder Bandera und Schuschkewitsch hei\u00dfen. Und die nur allzu gern bereit sind, den Anlass zu einem zweiten \u201aUnternehmen Barbarossa\u2018 zu liefern.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Dieser schwarze Schatten spricht aus den M\u00fcndern der NATO-Kriegsminister. Ich m\u00f6chte noch ein kleines Zitat bringen: \u201eHeute stehen rund 160 russische Divisionen an unserer Grenze. Seit Wochen finden dauernde Verletzungen dieser Grenze statt, nicht nur bei uns, sondern ebenso im hohen Norden, wie in Rum\u00e4nien. Russische Flieger machen es sich zum Vergn\u00fcgen, unbek\u00fcmmert diese Grenzen einfach zu \u00fcbersehen, um uns wohl dadurch zu beweisen, dass sie sich bereits als die Herren dieser Gebiete f\u00fchlen.\u201d<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Klingt das vertraut? Russische Divisionen, die bedrohen, weil sie auf eigenem Gebiet stehen? Klagen \u00fcber russische Flieger? All das h\u00f6ren wir seit Jahren, mit stetig steigender Frequenz. Das Zitat ist aber nicht von heute. Es stammt aus der Rede, mit der Hitler am 22.Juni 1941 den Beginn des deutschen \u00dcberfalls im Radio bekannt gab. In dieser Rede finden sich viele Motive wieder, die uns aus den Medien bekannt sind.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Nein, in Wirklichkeit ist es ja andersherum \u2013 die heutigen Medien verwenden Motive, die schon damals Bestandteil der Propaganda waren. Noch eine Kostprobe gef\u00e4llig? \u201cDie j\u00fcdisch-bolschewistischen Machthaber in Moskau haben es unentwegt unternommen, unserem und den anderen europ\u00e4ischen V\u00f6lkern ihre Herrschaft aufzuoktroyieren.\u201d<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Ja, die Formulierung \u201aj\u00fcdisch-bolschewistisch\u2018 ist nicht mehr so aktuell. Aber es ist schon interessant, dass der kleine Taschenspielertrick, das Wort \u201aRegierung\u2018 durch \u201aMachthaber\u2018 zu ersetzen, schon dem Herrn Hitler gel\u00e4ufig war. H\u00f6ren wir den Satz noch einmal, ohne die st\u00f6rende Vokabel: \u201cDie Machthaber in Moskau haben es unentwegt unternommen, unserem und den anderen europ\u00e4ischen V\u00f6lkern ihre Herrschaft aufzuoktroyieren.\u201d Das ist schon aktuelle NATO-Sprache.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Noch n\u00e4her kommen wir mit diesem Satz: \u201cDie Aufgabe dieser Front ist daher nicht mehr der Schutz einzelner L\u00e4nder, sondern die Sicherung Europas und damit die Rettung aller.\u201d Wie bei den heutigen NATO-Man\u00f6vern waren am \u00dcberfall auf die Sowjetunion Truppen aus vielen L\u00e4ndern beteiligt. Rum\u00e4nen, die die j\u00fcdischen Einwohner Odessas massakrierten; Holl\u00e4nder, Franzosen, Italiener, Finnen\u2026.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Die meisten Menschen hier bei uns erkennen diesen schwarzen Schatten nicht. Weil man \u00fcber diesen Angriff nicht spricht. Sie kennen auch diese Rede Hitlers nicht, sonst w\u00fcrde die Propaganda auf taube Ohren treffen. In Russland kennt man allerdings diese Sprache noch sehr gut, und man erkennt sie wieder, wenn man sie in den deutschen Sendern h\u00f6rt. In Russland hat man diesen schwarzen Schatten nie vergessen. Daf\u00fcr hat schon die ungeheure Zahl der Opfer gesorgt.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Das offizielle Deutschland sieht sich, und darin ist es zumindest ehrlich, weit eher in der Nachfolge der \u00dcberfallenden als in der Nachfolge der Befreiten. Es meint, der Roten Armee vorhalten zu k\u00f6nnen, die Naziarmee nicht durch Blumenw\u00fcrfe niedergerungen zu haben, sondern mit Katjuschas und T34.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Es versucht, den \u00dcberfallenen die Schuld zuzuschieben, statt schon f\u00fcr die Tatsache zu danken, dass keine 70 000 deutschen D\u00f6rfer und \u00fcber 1100 deutsche St\u00e4dte dem Erdboden gleichgemacht wurden. Niemand hat in Deutschland die Bewohner eines Dorfes in eine Kirche getrieben und diese dann angez\u00fcndet.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Nein, der erste sowjetische Stadtkommandant von Berlin, Nikolai Bersarin, k\u00fcmmerte sich nicht nur sofort um die Lebensmittelversorgung der Bev\u00f6lkerung, er \u00f6ffnete auch Kinos und Theater, um den Menschen Lebensmut zu geben. Nach der Annektion der DDR wurden \u00fcbrigens alle sowjetischen Ehrenb\u00fcrger Berlins von der Liste gestrichen, im Gegensatz zu den US-amerikanischen; Bersarin wurde erst 2003 als einziger wieder aufgenommen\u2026<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">Das offizielle Deutschland wagt es, der Sowjetunion vorzuwerfen, dass sie Nazis in Lager gesperrt hat. Es macht sich dabei nie die M\u00fche, darauf hinzuweisen, dass die Hitler-Armee Anweisung hatte, jedes Mitglied der Kommunistischen Partei sofort zu ermorden. Keinen Augenblick, nie, darf der Gedanke aufkommen, auf welchem Feld die Rote Armee ihren gr\u00f6\u00dften Sieg errang: bei der Bewahrung der Menschlichkeit im Angesicht der gr\u00f6\u00dften Barbarei.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">F\u00fcr diesen Sieg steht das gro\u00dfe Denkmal in Treptow. Das kleine M\u00e4dchen auf dem Arm des sowjetischen Soldaten soll nicht nur an eine Episode, eine einzelne Heldentat erinnern. Es steht f\u00fcr den Triumph der Humanit\u00e4t \u00fcber Vernichtung und Tod, und es steht f\u00fcr das neue Leben, das zumindest einem Teil unseres Landes danach f\u00fcr vier Jahrzehnte verg\u00f6nnt war. Wenn wir uns heute an diesen Sieg erinnern und unserem Dank daf\u00fcr Ausdruck verleihen, dann d\u00fcrfen wir es nicht halb tun; wir d\u00fcrfen die Verpflichtung nicht vergessen, die damit einhergeht.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><b>Wir m\u00fcssen \u00fcber diesen Frieden wachen.<\/b><\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\"><b>Ende der Rede<\/b><\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\"><b>Aus Imre Szabo: Die Unsichtbaren<\/b><\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"text-align: justify; text-justify: inter-ideograph;\">\u2026 Hansen sa\u00df an einem warmen Apriltag am Place Jeanne d\u2019Arc. Er genoss die ersten warmen Strahlen der Fr\u00fchjahrssonne und den Kaffee. Er las einen Artikel \u00fcber die Aff\u00e4re Vogell. Er las ihn nicht zu Ende. Er faltete die Zeitung zusammen, sch\u00fcttelte angewidert den Kopf und wandte sich den Sonnenstrahlen zu. Der Himmel \u00fcber Metz war klar und blau, wundersch\u00f6n blau. Der kleine Brunnen auf dem Platz pl\u00e4tscherte vor sich hin. Franz\u00f6sische Eltern mit franz\u00f6sischen Kindern an der Hand suchten ihren Weg zwischen den St\u00fchlen hindurch. Sie neigten ihren Kopf zu den Kindern hinab und h\u00f6rten ihnen zu. Es war ein friedliches Bild. \u201eOh, Herr, im Himmel, du wei\u00dft, ich glaube nicht an Dich. Aber wenn es Dich gibt, dann tue mir einen Gefallen: erhalte diesen Frieden.\u201c Nach einer Weile stand Hansen auf. Er zog seinen Mantel enger um sich. Im Vorbeigehen warf er die Zeitung in einen der M\u00fclleimer am Rande des Platzes.<\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px; text-align: left;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_6269 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_6269')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_6269').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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