{"id":6648,"date":"2021-08-19T17:53:26","date_gmt":"2021-08-19T16:53:26","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=6648"},"modified":"2026-06-28T18:56:15","modified_gmt":"2026-06-28T17:56:15","slug":"gesellschaftlicher-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/gesellschaftlicher-klimawandel\/","title":{"rendered":"Gesellschaftlicher Klimawandel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gesellschaftlicher Klimawandel<\/strong><\/p>\r\n<p><em>Angek\u00fcndigter zweiter Teil der Betrachtung von R\u00fcdiger Rauls &#8211; <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/2021\/08\/13\/klimawandel-hat-wieder-konjunktur\/\">den ersten Teil finden Sie hier.<\/a><\/em><\/p>\r\n<p><strong>Die naturwissenschaftlichen und erdgeschichtlichen Fakten widersprechen der Treibhaus-Theorie. <\/strong><strong>Dennoch folgt die Politik den Verfechtern des Klimawandels und steckt Unsummen in zweifelhafte <\/strong><strong>Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung des CO2-Aussto\u00dfes. Das geht auf Kosten der kleinen Einkommen. Aber im <\/strong><strong>Gegensatz zu den Klimaaktivisten regt sich kein Widerstand bei den Betroffenen.<\/strong><\/p>\r\n<p><strong>Politische Motive<\/strong><\/p>\r\n<p>Angesichts der Unklarheiten, die zum Thema Klimawandel noch immer bestehen, sollte man erwarten, dass Politiker in Deutschland und der Europ\u00e4ischen Union zur\u00fcckhaltend sind beim Geldausgeben. Jedoch scheint er mittlerweile unwidersprochene Staatsdoktrin geworden zu sein und wird deshalb auch kaum noch in Frage gestellt. Aber Klimawandel ist weniger ein wissenschaftliches als vielmehr ein politisches Thema. Die politische Dimension liegt in der sogenannten Werteorientierung der westlichen Staaten. Mit ihr versucht westliche Politik, sich abzuheben von sogenannten Schurkenstaaten, vor allem China und Russland. Diese Werteorientierung war ma\u00dfgeblich beteiligt am Untergang des Sozialismus sowjetischer Pr\u00e4gung. (1)<br \/>Aber sie wirkte nicht nur nach au\u00dfen auf andere Staaten und Gesellschaften. Werteorientierung \u00fcbte auch zunehmenden Einfluss aus auf die westlichen Gesellschaften selbst. Sie ist zu einem erheblichen Ma\u00dfe mitverantwortlich f\u00fcr die Emotionalisierung der gesellschaftlichen Vorg\u00e4nge. Gesellschaftlicher Wandel ist immer weniger Ergebnis sachlicher Auseinandersetzung um erkennbare Interessen, sondern zunehmend getrieben von der moralischen Emp\u00f6rung der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und ihren spezifischen Themen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eines dieser Themen ist der Klimawandel.<\/p>\r\n<p>Spielten die westlichen Staaten sich \u00fcber Jahrzehnte als Schutzherren der Menschenrechte auf, so \u00fcbernehmen B\u00fcrger der sogenannten Zivilgesellschaft immer h\u00e4ufiger diese Rolle. Diese sind sehr stark von Idealismus gepr\u00e4gt und getrieben. Sie verstehen sich als unabh\u00e4ngig und kritisch gegen\u00fcber dem eigenen Staat. Sie sind die Aktivisten der Nichtregierungsorganisationen, die Besch\u00fctzer von Minderheiten, die K\u00e4mpfer gegen Klimawandel und Umweltzerst\u00f6rung.<\/p>\r\n<p><strong>Moderne Idealisten<\/strong><\/p>\r\n<p>Nachdem die westlichen Regierungen selbst die westlichen Werte durch Kriege, Sanktionen und Unterst\u00fctzung von Dikaturen in Misskredit gebracht, verstehen sich diese modernen Idealisten als die besseren Sachwalter dieser Werte. Sie sind die neuen gesellschaftlichen Eliten, die intellektuell und akademisch Gebildeten, die Alternativen, die Kritischen.<!--more--><\/p>\r\n<p>Sie setzen sich f\u00fcr Werte ein, denen niemand widersprechen kann, und im Gegensatz zu ihren Regierungen sind diese neuen Idealisten bisher noch nicht unglaubw\u00fcrdig. Sie lehnen diese Werte nicht ab, sie hinterfragen sie auch nicht. Aber sie glauben, dass sie diese Werte aufgrund ihrer Bildung, ihres kritischen Denkens und ihrer alternativen Quellen besser vertreten k\u00f6nnten, wenn man sie nur lie\u00dfe.<br \/>Sch\u00f6pften die westlichen Reg ihre moralische \u00dcberlegenheit noch aus ihrem Eintreten f\u00fcr die westlichen Werte, so st\u00fctzen die neuen Wertemissionare ihre moralische \u00dcberlegenheit auf ihre h\u00f6here Bildung, ihr alternatives Denken und ihre Distanz zum Staat. Selten hat jemand dieses Denken und den Anspruch auf Wachabl\u00f6sung so deutlich auf den Punkt gebracht wie Hermann Ploppa:<\/p>\r\n<blockquote>\r\n<p>\u201eWir sind aber genetisch h\u00f6her stehend als diese Eliten, diese verkommenen, verinzuchteten Eliten.\u201c(2)<\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<p>Diesen neuen Eliten aber k\u00f6nnen die alten Vertreter der westlichen Werte nichts entgegen setzen, treten erstere doch gerade f\u00fcr das ein, was ihnen Jahrzehnte lang als Orientierung gelehrt wurde. Insofern sind die Neuen Fleisch vom selben Fleische der Alten. Allerdings fordern die neuen Schutzherren die Umsetzung dieser Werte vor allem auch in der eigenen Gesellschaft, was nicht der urspr\u00fcngliche Sinn der Werteorientierung war. Die Neuen sind unbelastet und deshalb glaubw\u00fcrdiger, weil sie an keiner politischen Praxis gemessen werden k\u00f6nnen. Ihr Idealismus ist noch immer unbefleckt.<br \/>Diese Entwicklung hat die alten Verfechter der westlichen Werte \u00fcberrascht. Aber sie k\u00f6nnen auch keine neuen aus dem Hut zaubern. Wie soll man der \u00d6ffentlichkeit erkl\u00e4ren, dass auf einmal nicht mehr gelten soll, wof\u00fcr man Kriege gef\u00fchrt hat. Stattdessen versuchen sie, gr\u00fcner zu werden als die Gr\u00fcnen. Um die Aktivisten zu beschwichtigen, geben sie Billionen aus in der Hoffnung, den gesellschaftlichen Frieden zu erhalten. Die Macht von Bewegungen wie FfF besteht nicht in ihrer \u00dcberzeugungskraft sondern in der Schw\u00e4che ihrer Gegner.<\/p>\r\n<p><strong>Die Zeche<\/strong><\/p>\r\n<p>Es ist nicht die Industrie oder das gro\u00dfe Kapital, das hinter Bewegungen wie FfF steckt, wie so manche glauben. Das Kapital ist nur selten in der Lage, Bewegungen ins Leben zu rufen. Sie wissen selbst genug, dass ich kaum jemand f\u00fcr sie einspannen lassen w\u00fcrde. Aber das Kapital versteht es gut, Bewegungen f\u00fcr die eigenen Interessen zu nutzen. Denn sie investieren nur in bew\u00e4hrte Gesch\u00e4ftsmodelle. Das gilt auch f\u00fcr Bewegungen.<br \/>Hatte sich besonders die Autoindustrie anfangs noch gegen die Umbaupl\u00e4ne der gesellschaftlichen Mobilit\u00e4t gewehrt, so erkennt man zunehmend die Chancen, nachdem die Staaten mit gro\u00dfz\u00fcgigen Subventionen und F\u00f6rderprogrammen \u00dcberzeugungsarbeit geleistet haben. Die Autoindustrie hat erkannt, dass sie f\u00fcr die Herstellung von Elektrofahrzeugen in Zukunft erheblich weniger Personal brauchen wird. Es ist schon jetzt zu erkennen, dass die Industrie ihren Schnitt bei der Umstellung auf erneuerbare Energien machen wird.<\/p>\r\n<p>Das Klimapaket \u201eFit for 55\u201c, mit dem die Europ\u00e4ische Union den CO2-Aussto\u00df bis 2030 um 55 Prozent senken will, zeigt deutlich auf, wem auf der anderen Seite die Kosten dieser Umstellung aufgeladen werden sollen. \u00dcber den Emissionshandel als marktwirtschaftliche L\u00f6sung soll der Preis der CO2-Zertifikate gesteuert werden. Bei der Einf\u00fchrung des Emissionshandels waren seinerzeit die ersten Zertifikate kostenlos an die Industrie verteilt worden. Heute liegt deren Preis bei 50 Euro pro Tonne. Das bedeutet, dass die Industrie bereits jetzt schon<br \/>einen sch\u00f6nen Schnitt mit den Zertifikaten gemacht hat, und der Preis soll noch weiter steigen. Der Letztjahresgewinn von Tesla ist alleine auf den Preisanstieg der CO2-Zertifikate zur\u00fcckzuf\u00fchren. Je teurer das Kohlendioxid, um so gr\u00f6\u00dfer ist der Anreiz, das Gas in Produktion und Verbrauch einzusparen, so die Vorstellungen der Vordenker dieses marktwirtschaftlichen Ansatzes. Aber besonders f\u00fcr die \u00e4rmeren B\u00fcrger nagen schon jetzt die Kosten der Dekarbonisierung an den Lebensgrundlagen. Derzeit ist in etwa 300.000 Haushalten nur allein in Deutschland der Strom abgeschaltet. Jahr f\u00fcr Jahr versuchen die Menschen, mehr Strom und Gas einzusparen. Vergebens: Die Preiserh\u00f6hungen fressen die Einsparungen auf. Ganz zu schweigen von den Kartell-Preisen an den Zapfs\u00e4ulen.<\/p>\r\n<p>Die Pl\u00e4ne der EU-Kommission sehen vor, dass der Handel mit CO2-Zertifikaten in Zukunft auch auf Geb\u00e4ude und Verkehr ausgedehnt werden soll, was die Mobilit\u00e4ts- und Heizkosten zus\u00e4tzlich antreiben wird und soll. Dieser Zertifikate-Handel wird aber von dem der Industrie-Zertifikate getrennt, damit Industrie und Elektrizit\u00e4tswirtschaft nicht unter dem\u00a0 zu erwartenden Preisanstieg leiden. Das bedeutet Klimaschutz auf Kosten der B\u00fcrger und zugunsten der Industrie.<\/p>\r\n<p>Aber es gibt auch Hoffnung. Es soll ein Sozialfonds geschaffen werden, der H\u00e4rten abfedern soll. Unklar sind noch bisher die Umst\u00e4nde, unter denen dieser Fonds den B\u00fcrgern hilft. Klar ist aber schon jetzt, dass aus diesem sogenannten Sozialfonds auch die Entwicklung der Lades\u00e4ulen- Infrastruktur mitfinanziert werden soll.<br \/>Das ist die Zeche, die die B\u00fcrger der EU zahlen sollen f\u00fcr die Vermeidung eines Klimawandels, der unter wissenschaftlicher Betrachtung auf ganz wackeligen Beinen steht. Und dennoch ist der Kampf gegen den Klimawandel widerspruchslos oder gar alternativlos, wie die Noch-Kanzlerin sagen w\u00fcrde. So scheint es auch der Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung zu sehen.<\/p>\r\n<p><strong>Idealismus<\/strong><\/p>\r\n<p>Das Meinungsforschungs-Instituts Allensbach stellt anl\u00e4sslich einer Umfrage fest, dass \u201eNachhaltigkeitsthemen zunehmend eine Frage der sozialen Schicht\u201c(3) sind. \u201eDie h\u00f6heren Sozialschichten messen Klimaschutz \u2026 \u00fcberdurchschnittliche Bedeutung bei, die schw\u00e4cheren sozialen Schichten den Pl\u00e4nen f\u00fcr die Weiterentwicklung des Sozialstaats\u201c. (4) Es handelt sich bei dem Thema offensichtlich nicht nur um eine wissenschaftliche sondern <br \/>vornehmlich um eine gesellschaftliche Frage. Engagement f\u00fcr den Klimaschutz f\u00e4llt Besserverdienenden leichter als denen, die ohnehin kaum noch wissen, wie sie ihre Familien \u00fcber die Runden bringen k\u00f6nnen. Aber es sind die sogenannten h\u00f6heren Schichten, hier besonders Idealisten, Intellektuelle und Akademiker, die die Themen in Medien, Politik und Gesellschaft bestimmen. Den eher proletarisch gepr\u00e4gten Gruppen ist deren Gedankenwelt fremd und zu wirklichkeitsfern. Sie finden sich und ihre Lebensumst\u00e4nde in diesen Themen nicht wieder. Diese beiden Milieus haben kaum noch Kontakt zueinander. Ihre unterschiedlichen Kulturen sind ihnen immer weniger vertraut. Das gilt gr\u00f6\u00dftenteils auch f\u00fcr die Linke sowohl als Partei als auch als Bewegung. <br \/>Zwar ist sie urspr\u00fcnglich hervorgegangen aus der Arbeiterbewegung und dieser traditionell verbunden gewesen, hat aber seit dem Untergang des Sozialismus sowjetischer Pr\u00e4gung immer mehr den Kontakt zu den proletarisch gepr\u00e4gten Gruppen der Gesellschaft verloren. Die Themen der Linken sind weitgehend identisch mit denen der sogenannten h\u00f6heren Schichten. Sie sind Fleisch vom selben Fleische, sprechen eine Sprache, die die sogenannten einfachen Leute kaum noch verstehen.<\/p>\r\n<p>Auch wenn die Partei dieLinke (PdL) sich mit Themen wie Mindestlohn den Anstrich einer K\u00e4mpferin f\u00fcr Arbeiterinteressen gibt, erreicht sie die Arbeiter kaum noch. Weil ihr die Tuchf\u00fchlung zu den Arbeitern verloren gegangen ist, k\u00e4mpft sie immer mehr an gegen die drohende Bedeutungslosigkeit und den Fall unter die 5%-H\u00fcrde. Die Arbeiter sind zur AfD \u00fcbergelaufen. Im Anbiedern als Koalitionspartner hat die PdL so sehr an Profil eingeb\u00fc\u00dft, dass nicht einmal mehr als B\u00fcrgerschreck taugt. Klassenbewusstsein hat sie eingetauscht gegen das Eintreten f\u00fcr gesellschaftliche Harmonie.<\/p>\r\n<p>Die Linke als Bewegung existiert nicht mehr. Sie hat sich weitgehend aufgel\u00f6st in Gr\u00fcppchen und Einzelpersonen, die ihre eigene Webseiten betreiben, \u00fcber deren Exklusivit\u00e4t sie eifers\u00fcchtig wachen. Ihr wesentlicher politischer Beitrag besteht im Entlarven, Anprangern oder moralischer Emp\u00f6rung. Viele dieser Akteure ziehen es vor, die Besserwisserei zu pflegen statt den Meinungsaustausch und Erkenntnisgewinn. Materialistische Analyse der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse ist Mangelware geworden unter Linken.<br \/>Das Bestreben nach gegenseitiger Abgrenzung ist gr\u00f6\u00dfer als die Suche nach Gemeinsamkeiten und Ansatzpunkten f\u00fcr gemeinsames Handeln. Da ist kein Versuch zu erkennen, die eigene Reichweite zu nutzen, um diejenigen zu sammeln und zusammenzuf\u00fchren, die sich noch immer der \u00dcberwindung des Kapitalismus verpflichtet f\u00fchlen. Das materialistische Denken, das einst die St\u00e4rke des Marxismus war, ist bei vielen dieser Linken kleinkariertem Moralismus und miesepetriger M\u00e4kelei gewichen als Ergebnis weltanschaulicher <br \/>Orientierungslosigkeit.<\/p>\r\n<p><strong>Interessen verbinden, Werte trennen<\/strong><\/p>\r\n<p>Dabei ist das Potential f\u00fcr Ver\u00e4nderung und Wandel vorhanden, wie Wagenknechts Sammlungsbewegung \u201eAufstehen\u201c gezeigt hat. Dass es ihr gelang, aus dem Stand circa 150.000 Menschen zu aktivieren, ist Zeichen f\u00fcr die Unzufriedenheit mit den gesellschaftlichen Zust\u00e4nden. Auch der kometenhafte Aufstieg der AfD zeigte, dass innerhalb der Bev\u00f6lkerung eine Stimmung vorhanden ist, sich von den herk\u00f6mmlichen Parteien zu l\u00f6sen.<br \/>Aber Wagenknecht und ihren Mit-Initiatoren fehlte das Konzept, was denn mit diesen Menschen bewegt werden soll. Man \u00fcberlie\u00df diese weitgehend sich selbst und f\u00fchrte sie nicht zusammen zu gemeinsamem Handeln. Ihre Tatkraft und Bereitschaft wurden nicht genutzt und in gesellschaftliche Wirkung umgesetzt. Diese weitgehende Wirkungslosigkeit ist unter anderem darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass auch diese Bewegung sich haupts\u00e4chlich an den Themen der sogenannten \u201eh\u00f6heren Schichten\u201c orientierte.<\/p>\r\n<p>Wie FfF und auch die Querdenker sind diese Bewegungen werteorientiert, weniger interessenorientiert. Ohnehin scheinen Interessen mittlerweile Teufelszeug zu sein. Sie treten ein f\u00fcr Werte wie Demokratie im weitesten Sinne, <br \/>Umweltschutz oder Minderheitenrechte. Unter diesen Begriffen sammeln sich jene, die sich ihnen zugeh\u00f6rig f\u00fchlen. Wer andere Werte vertritt, wird sich diesen Bewegungen nicht anschlie\u00dfen. Im Gegensatz dazu stehen die Interessen.<br \/>Beim Eintreten f\u00fcr den Ausbau von Sozialwohnungen zur Linderung der Wohnungsnot, ist die Werteorientierung der Mitstreiter nicht so wichtig. Die Mobilisierungskraft der Geldwesten in Frankreich lag im Betonen des gemeinsamen Interesses. Bei ihnen stand im Vordergund der gemeinsame Kampf gegen die Besteuerung fossiler Kraftstoffe zur Finanzierung der Energiewende. Ob die Teilnehmer f\u00fcr oder gegen die Menschenrechte waren, f\u00fcr oder gegen Minderheitenschutz spielte in diesem Kampf keine Rolle. Die Werte, f\u00fcr die die neuerlichen Bewegungen eintreten, sind dieselben Werte, die seit Jahrzehnten die Politik und Diskussionen in den westlichen Gesellschaften bestimmen. Nur glauben diese neuen Bewegungen, dass sie es besser k\u00f6nnten als die alten Wertevertreter.<\/p>\r\n<p><strong>Handlungsunf\u00e4hig<\/strong><\/p>\r\n<p>Dabei ist auch das Eintreten f\u00fcr die westlichen Werte nie etwas anderes gewesen als Interessenpolitik, nur mit anderen Mitteln. Will die Linke wieder als gesellschaftliche Kraft ernst genommen werden und den Weg zur\u00fcckfinden in die Gesellschaft, dann muss sie sich klar zur Interessenpolitik bekennen und diese Interessen deutlich benennen. Und sie muss die Menschen sammeln, die Klassenpolitik statt Klassenharmonie wollen.<br \/>Sie muss den Widerstand organisieren gegen die Abw\u00e4lzung der Klimapolitik auf die unteren Schichten der Bev\u00f6lkerung. FfF war nicht so wirksam, weil sie die besseren Argumente, die wahreren Wahrheiten, die wissenschaftlicheren Wissenschaftler hatte. Sie war so erfolgreich, weil sie organisiert aufgetreten sind. Selbst Sch\u00fcler, die freitags die Schule schw\u00e4nzten, haben mehr gesellschaftlichen Druck aufgebaut als eine Linke, die im<br \/>Parlament kluge Reden hielt und Gesetzesvorschl\u00e4ge machte.<\/p>\r\n<p>Die Kids des Mittelstands haben mehr Druck auf ihre liberalen Eltern, Lehrer und sonstigen Wertebewegten aus\u00fcben k\u00f6nnen als die klugen und entlarvenden Forenbeitr\u00e4ge auf den einschl\u00e4gigen linken Webseiten. Die Politik ist den Halbw\u00fcchsigen hinterher gelaufen, vor denen sie mehr Angst hatte als vor den intellektuell hochstehenden Beitr\u00e4gen der linken Anprangerungs-Foren.<\/p>\r\n<p>Das Offenlegen von Politikversagen soll hier nicht kritisiert werden. Was fehlt ist die Handlungsorientierung. M\u00e4kelei und Besserwisserei bieten keinen Ausblick, sie erh\u00f6hen vielmehr den gesellschaftlichen Gereiztheitspegel. Unmut muss Richtung haben. Das ist die Aufgabe der Linken. Wer aber bietet sich an als Kristallisationspunkt, an dem sich diejenigen sammeln k\u00f6nnen, die nach politischer Handlungsf\u00e4higkeit suchen? Es ist an der Zeit, dass sie diejenigen organisieren, die Interessenvertretung statt Wertediktat wollen.<\/p>\r\n<p>(1) siehe dazu: R\u00fcdiger Rauls Die Werte-Elite<br \/>(2) Hermann Ploppa bei KenFM: und-ploetzlich-bemerken-sie-dich<br \/>(3) Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28.7.21: Wahl im Zeichen des Klimawandels<br \/>(4) Ebenda<\/p>\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/p><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_6648 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_6648')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_6648').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"action\":\"like\",\"language\":\"de_DE\"},\"twitter\":{\"reply_to\":\"\",\"tweet_text\":\"%20Gesellschaftlicher%20Klimawandel%20%C2%BB%20St%C3%A4ndige%20Publikumskonferenz%20der%20...\",\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"language\":\"de\",\"referrer_track\":\"\"}},\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/publikumskonferenz.de\\\/blog\\\/gesellschaftlicher-klimawandel\\\/\",\"post_id\":6648,\"post_title_referrer_track\":\"Gesellschaftlicher+Klimawandel\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesellschaftlicher Klimawandel Angek\u00fcndigter zweiter Teil der Betrachtung von R\u00fcdiger Rauls &#8211; den ersten Teil finden Sie hier. Die naturwissenschaftlichen und erdgeschichtlichen Fakten widersprechen der Treibhaus-Theorie. Dennoch folgt die Politik den Verfechtern des Klimawandels und steckt Unsummen in zweifelhafte Ma\u00dfnahmen zur &hellip;<\/p>\n<p class=\"read-more\"> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/gesellschaftlicher-klimawandel\/\"> <span class=\"screen-reader-text\">Gesellschaftlicher Klimawandel<\/span> Weiterlesen &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[384,462],"class_list":["post-6648","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","tag-die-linke","tag-klima"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6648"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6648\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11847,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6648\/revisions\/11847"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}