{"id":6659,"date":"2021-08-21T10:30:50","date_gmt":"2021-08-21T09:30:50","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=6659"},"modified":"2021-08-28T21:32:54","modified_gmt":"2021-08-28T20:32:54","slug":"afghanistan-ein-vietnam-2-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/afghanistan-ein-vietnam-2-0\/","title":{"rendered":"Afghanistan &#8211; ein Vietnam 2.0"},"content":{"rendered":"<p><em>Bildquelle: Youtube Mai C\u1ed3<\/em><\/p>\n<p><strong>Afghanistan &#8211; ein Vietnam 2.0<\/strong><\/p>\n<p><em>Meinungsbeitrag von R\u00fcdiger Rauls <br><\/em><\/p>\n<p><strong>Wenn auch die Amerikaner alles versuchen, die Erinnerung an Saigon nicht wieder aufleben zu lassen, so dr\u00e4ngt sich dennoch anhand der Bilder und Ereignisse aus Kabul dieser Vergleich auf. Die Niederlage des Westens in Afghanistan k\u00f6nnte eine \u00e4hnliche Zeitenwende einl\u00e4uten wie diejenige in Vietnam vor 56 Jahren.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vietnam und die Folgen<\/strong><\/p>\n<p>Die Niederlage in Vietnam wie die zuvor in Korea hatte der Weltmacht USA ihre Grenzen aufgezeigt. Damit war dem US-gef\u00fchrten Imperialismus bis auf den Zipfel S\u00fcdkorea ganz Zentralasien verschlossen. Der Versuch, das Vordringen des Sozialismus milit\u00e4risch aufzuhalten, geschweige denn ihn gar zur\u00fcck zu dr\u00e4ngen, war gescheitert. In weiten Teilen der Welt strebten die V\u00f6lker nach nationaler Unabh\u00e4ngigkeit und wirtschaftlicher Selbst\u00e4ndigkeit, meist angef\u00fchrt von kommunistischen Parteien.<\/p>\n<p>Bereits 1970 war der Marxist Salvador Allende in Chile an die Macht gekommen. Mit dem Zusammenbruch des portugiesischen Kolonialreiches hatten weite Teile Afrikas unter der F\u00fchrung von kommunistischen Parteien ihre Unabh\u00e4ngigkeit erlangt. Und mit der Revolution der Nelken in Portugal selbst griff der Marxismus erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder auf dem europ\u00e4ischen Festland nach der Macht.<\/p>\n<p>Zu Beginn der 1970er Jahre hatte&nbsp; der Sozialismus weltweit seinen gr\u00f6\u00dften Einfluss erlangt. Widerwillig mussten die Strategen in Washington und den Denkfabriken der westlichen Welt feststellen, dass die Armen der Welt keine Angst vor dem Kommunismus hatten. Sie f\u00fcrchteten vielmehr jene, die sich in westlicher \u00dcberheblichkeit berufen glaubten, sie vor dem Kommunismus sch\u00fctzen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Werteorientierung<\/strong><\/p>\n<p>Die antikommunistischen Hardliner mussten widerstrebend erkennen, dass der Sozialismus mit milit\u00e4rischen Mitteln nicht zu besiegen war. Zudem hatten gerade die Konflikte in Korea, Kuba und Vietnam gezeigt, dass diese milit\u00e4rische Option auch immer die Gefahr einer Konfrontation zwischen den Atomm\u00e4chten USA, UdSSR und China in sich trug.<\/p>\n<p>Statt weiterhin auf die milit\u00e4rische Karte setzte man ab Mitte der 1970er Jahre auf die ideologische, den Kampf f\u00fcr die Menschenrechte. Der Antikommunismus bekam ein menschliches Gesicht, und diese Strategie war weitaus erfolgreicher. Sie trug wesentlich bei zum Zusammenbruch des Sozialismus sowjetischer Pr\u00e4gung und dem Zerfall des Warschauer Paktes.<\/p>\n<p>Mit dem Untergang der Sowjetunion war der gro\u00dfe politische Rivale verschwunden. Die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse in der Welt hatten sich zugunsten des Westens ver\u00e4ndert. Diesen Vorteil verstand man, sich r\u00fccksichtslos zu Nutze zu machen. Der Appell an die Taliban, keine Gewalt bei der Neuordnung der innerafghanischen Verh\u00e4ltnisse anzuwenden, war dem Westen nach dem Fall der Mauer v\u00f6llig gleichg\u00fcltig, als es um die Neuordnung der Welt im westlichen Sinne ging.<\/p>\n<p>Mit dem Krieg gegen Jugoslawien hatte man das Gespenst des Sozialismus in Europa endg\u00fcltig vernichtet. Die ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes wurden mit der Aussicht auf ein besseres Leben in die Europ\u00e4ische Union gelockt. Das schloss aber den Beitritt zur NATO mit ein. Farbenrevolutionen wurden angezettelt oder unterst\u00fctzt, um Herrscher an die Macht zu bringen, die den Interessen des Westens n\u00fctzten. Andere wurden durch Farbenrevolutionen gest\u00fcrzt.<\/p>\n<p> <!--more--><\/p>\n<p>Besonders den USA schien die Gelegenheit g\u00fcnstig, endlich aufzur\u00e4umen in der Welt und die Vorhaben umzusetzen, die man aus R\u00fccksicht auf die UdSSR nicht hatten in Angriff nehmen k\u00f6nnen. Dort wo sich keine K\u00e4mpfer fanden f\u00fcr die westlichen Interessen, marschierte die Koalition der Willigen mit eigenen Truppen ein.<\/p>\n<p>Der Anschlag vom 11.September 2001 diente als Vorwand, den Irak und auch Afghanistan zu \u00fcberfallen. Die Appelle an die Gewaltlosigkeit, sonst immer oberstes Gebot der westlichen Werteritter, prallten ab an den Ohren der Willigen. Man wollte der Welt die Segnungen der westlichen Werte bringen und da kam es auf ein paar Kriege und einige Hunderttausend Tote nicht an. Manchmal muss man eben das Dorf vernichten, um es zu retten, wie eine amerikanische Weisheit aus dem Vietnamkrieg besagte. <!--more--><strong>9\/11<\/strong><\/p>\n<p>Was aussah, wie der Aufbruch in eine neue \u00c4ra amerikanischer Vorherrschaft, entpuppte sich zwanzig Jahre sp\u00e4ter durch den Sieg der Taliban als gewaltige Fehleinsch\u00e4tzung der eigenen F\u00e4higkeiten. Das Ergebnis des Kriegs gegen den Terror ist nicht die Beseitigung des Terrors sondern die milit\u00e4rische, politische und auch wirtschaftliche Entmachtung der USA als Weltpolizist.<\/p>\n<p>Keiner der Kriege, den die USA und in ihrem Schlepptau der Wertewesten seit dem Untergang der Sowjetunion gef\u00fchrt haben, hat politisch stabile Verh\u00e4ltnisse oder gar wirtschaftliche Verbesserungen hinterlassen. Das ehemalige Jugoslawien ist ein Flickenteppich kr\u00e4nkelnder Staaten mit sehr zerbrechlichen gesellschaftlichen Strukturen. Der Nahe Osten war schon immer ein Pulverfass, aber durch den Einmarsch der Willigen ist dieses Fass explodiert.<\/p>\n<p>Die \u00fcber Jahrzehnte errungene schw\u00e4chliche Stabilit\u00e4t in den arabischen Staaten zerfiel unter den Stiefeln der GI\u00b4s und ihrer Helfer. Nach ihrem R\u00fcckzug hinterlassen die Kreuzritter der westlichen Werte nun zerfallene Staaten mit verarmten V\u00f6lkern. In Libyen und Irak ist die Staatsmacht machtlos. Ihre zerr\u00fctteten gesellschaftlichen Strukturen bieten den Menschen keine Sicherheiten mehr. In \u00c4gypten ist die Staatsmacht terroristisch aus Angst vor den Muslimbr\u00fcdern, wie auch in vielen anderen Staaten Nordafrikas, des Nahen Ostens und den Monarchien am Golf.<\/p>\n<p>Kriegerisch ausgetragene Machtk\u00e4mpfe innerhalb der Staaten und Gesellschaften treiben noch immer die Menschen in die Flucht und vernichten den ehemaligen Reichtum. Die Segnungen des Westens bestanden nicht in den versprochenen bl\u00fchenden Landschaften sondern in der Verw\u00fcstung weiter Landstriche mit Hunderttausenden von Toten und Millionen Verelendeten und Vertriebenen.<\/p>\n<p>Die Welt ist nicht sicherer geworden durch den Krieg gegen den Terror. Vielmehr ist sie in einem erb\u00e4rmlichen Zustand, und schon gar nicht geht der Westen gest\u00e4rkt aus dem Kampf hervor. Im Schatten westlicher \u00dcberheblichkeit und Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung hat Russland seine politische St\u00e4rke wiedergefunden und ist zum bestimmenden Faktor im Nahen Osten geworden, ohne den dort nichts mehr geht. Sein Eingreifen im syrischen B\u00fcrgerkrieg hat das Land vor dem Untergang gerettet und dem Westen zum wiederholten Male die Grenzen der eigenen Macht und F\u00e4higkeiten gezeigt.<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend die USA und der Westen in den W\u00fcsten der islamischen Welt ihre Kraft in sinnlosen Kriegen verbrauchten, stieg China in aller Ruhe und unter der umsichtigen F\u00fchrung seiner kommunistischen Partei zur wirtschaftlichen Weltmacht auf. W\u00e4hrend der Westen die Infrastruktur in weiten Teilen der Welt durch seine Kriege zerst\u00f6rte, baute China mit seinen wirtschaftlichen, finanziellen und technologischen F\u00e4higkeiten die Infrastruktur der vernachl\u00e4ssigten L\u00e4nder auf.<\/p>\n<p>Der Fall von Kabul am 15.8.2021 k\u00f6nnte das Startsignal f\u00fcr den beschleunigten Niedergang der USA gewesen sein. Mit Afghanistan ist ein weiteres Land dem westlichen Einfluss entglitten und dessen Pr\u00e4senz in Asien weiter r\u00fcckl\u00e4ufig. Der asiatische Kontinent wird immer mehr zum Kontinent der Asiaten, in dem der Westen nichts mehr zu sagen hat. In der Zukunftsregion der Welt ist der Westen nur mehr ein Zaungast.<\/p>\n<p><strong>Bittere Wahrheiten<\/strong><\/p>\n<p>Im Vergleich zwischen Vietnam und Afghanistan, den der Westen scheut wie der Teufel das Weihwasser, werden weitere Parallelen deutlich, aber auch Unterschiede, die ein Schlaglicht werfen auf die Entwicklung der letzten f\u00fcnfzig Jahre. Wie in Vietnam stand auch in Afghanistan der hoch ger\u00fcstete und technologisch \u00fcberlegene Westen einem Gegner gegen\u00fcber, der aufgrund seiner materiellen Ressourcen keine Chancen auf einen Sieg zu haben schien.<\/p>\n<p>In ma\u00dfloser Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung und der Selbstt\u00e4uschung \u00fcber ihre Rolle im Zweiten Weltkriegs&nbsp; waren die USA \u00fcberzeugt, dass die Vietnamesen sich kampflos ergeben w\u00fcrden. Was sollten sie schon ausrichten gegen die Weltmacht USA, die sogar den m\u00e4chtigen Hitler besiegt hatte? Sie \u00fcbersahen aber, dass sie nur die Nutznie\u00dfer der sowjetischen Erfolge waren. Und sie schoben beiseite, dass sie weder gegen China noch gegen das wesentlich kleinere Korea einen Sieg hatten erringen k\u00f6nnen. Sie waren geblendet von ihrem Antikommunismus, von ihren Theorien \u00fcber den Kommunismus, von ihren gesellschaftlichen und geschichtlichen Weltbildern und Ansichten.<\/p>\n<p>Sie hatten geglaubt, dass sie als Befreier empfangen w\u00fcrden. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass die Armen der Welt keine Angst vor dem Kommunismus hatten oder was man im Westen daf\u00fcr hielt. Sie waren durch ihre Theorien und Weltbilder so sehr von der Wirklichkeit entfernt, dass sie die Wirklichkeit nicht erkennen oder wahrhaben wollten, selbst als sie ihnen schmerzhaft auf die F\u00fc\u00dfe fiel. Es durfte einfach nicht wahr sein, was nicht wahr sein sollte.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich war die Situation nach dem 11. September, nur war man jetzt nicht mehr getrieben vom Antikommunismus. Besoffen von der Menschenrechts-Propaganda, glaubten der Wertewesten&nbsp; selbst daran, deren Schutzherren zu sein und dass die Unterdr\u00fcckten der Welt nur darauf warteten, durch ihn von ihren Tyrannen befreit zu werden und in den Genuss ewiger Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu kommen.<\/p>\n<p>Und sie konnten sich nicht vorstellen, dass in anderen L\u00e4ndern andere Wertvorstellungen und Interessen vorherrschten. Die Vietnamesen wollten in ihrer Mehrheit keinen Kommunismus. Sie wollten ein menschenw\u00fcrdiges Leben, und das glaubten sie nach den Unterdr\u00fcckungen und dem Elend der Kolonialzeit nur in ihrer nationalen Unabh\u00e4ngigkeit verwirklichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich war die Situation in Afghanistan. Man muss die Taliban nicht m\u00f6gen. Aber der Westen muss nun nach zwanzig Jahren erfolglosen Krieges mit seinen menschlichen Opfern, seinem wirtschaftlichen Elend erkennen, dass die Menschen in Afghanistan ihren eigenen Weg gehen wollen, nicht den, den der Westen f\u00fcr richtig h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Der Westen stellte sich nie die Frage, wieso die Afghanen nach den Regeln des Westens leben sollten. W\u00fcrden sich die Menschen im Westen den Regeln jener V\u00f6lker unterwerfen, die man mit den westlichen Werten begl\u00fccken wollte? Die Menschen in Vietnam und Afghanistan k\u00e4mpften f\u00fcr ihr Recht auf einen eigenen Entwicklungsweg, f\u00fcr einen nicht vom Westen aufgezwungen. Und daraus entsprang ihre Kraft. Daf\u00fcr waren sie bereit, die gewaltigen Opfer zu bringen, die ihnen die Kriege abverlangten.<\/p>\n<p>Die Vietnamesen hatten drei Millionen Tote und ein verseuchtes Land. Und die Afghanen erreichten in zwei Monaten, was dem Westen und seinen installierten Regierungen in zwanzig Jahren nicht gelungen war: Die Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung. Ob die Taliban von heute dieselben sind wie&nbsp; die vor zwanzig Jahren, wird die weitere Entwicklung zeigen.<\/p>\n<p>Offensichtlich aber ist, dass die Afghanen ihnen auf ihrem Vormarsch kaum Widerstand entgegensetzten. Nach zwanzig Jahren schienen ihnen die Taliban doch lieber zu sein als das, was sie aus eigener Erfahrung von den westlichen Werten hielten. Das sagt viel aus \u00fcber das Bild der Afghanen von den Taliban und dem Bild, das die westlichen Meinungsmacher vermitteln.<\/p>\n<p>Machtverlust<\/p>\n<p>War man vor wenigen Wochen in den westlichen Hauptst\u00e4dten nach Einsch\u00e4tzung der sogenannten Experten in den Geheimdiensten, Denkfabriken und Forschungsinstituten noch absolut sicher, dass die Taliban noch lange brauchen w\u00fcrden, um die Herrschaft zu erringen, so zeigte sich sehr bald, dass sie mal wieder ihren von ihren eigenen Weltbildern und Theorien beeinflussten Prognosen zum Opfer gefallen sind.<\/p>\n<p>Die Entwicklungen in der Welt vom Vietnamkrieg \u00fcber den Fall der Berliner Mauer, dem Arabischen Fr\u00fchling und nun auch dem Sieg der Taliban offenbaren die Unf\u00e4higkeit der westlichen Experten, die Lage in der Welt, ihren L\u00e4ndern und Gesellschaften realistisch einzusch\u00e4tzen. Von all diesen Ereignissen waren sie \u00fcberrascht, weil sie nicht in ihr Weltbild passten.<\/p>\n<p>Diese Unf\u00e4higkeit des intellektuellen Personals setzt sich fort in der Unf\u00e4higkeit der Regierungen. Auch hier wird mehr nach Wunschdenken gehandelt als nach der Analyse der vorliegenden Verh\u00e4ltnisse und dem Erkennen der innergesellschaftlichen Triebkr\u00e4fte. Der R\u00fcckzug der Kreuzritter der westlichen Werte aus Afghanistan bedeutet auch einen Verlust an Einflussm\u00f6glichkeiten auf die Entwicklungen in der Region.<\/p>\n<p>Das betrifft besonders das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis zu Russland und China. Denn mit Afghanistan ist auch ein milit\u00e4rischer St\u00fctzpunkt verloren gegangen. Milit\u00e4rische Bedrohung und Aufkl\u00e4rung gegen\u00fcber diesen beiden L\u00e4ndern kann jetzt nur noch eingeschr\u00e4nkt von Land aus erfolgen, wenn dann nur noch von See aus. Und Schiffe sind angreifbarer als getarnte Einheiten auf dem Land. Damit haben die USA und der Westen strategisch gegen\u00fcber Russland und China an Schlagkraft eingeb\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Besonders deutlich wird der Machtverlust des Westens in Bezug auf seine F\u00e4higkeiten der Kriegsf\u00fchrung. Konnten die USA noch Hunderttausende Wehrpflichtige in Korea und Vietnam in offene Feldschlacht schicken, war mit dem Ende der allgemeine Wehrpflicht das Personal f\u00fcr Kriege begrenzt. Dem Westen laufen die eigenen Soldaten davon. Immer weniger Menschen sind bereit, f\u00fcr die westlichen Werte zu k\u00e4mpfen. Das ist weit entfernt von der Opferbereitschaft der Vietnamesen oder Afghanen.<\/p>\n<p>Die Menschen in den USA und im Westen sind kriegsm\u00fcde. W\u00e4hrend in den Kriegen gegen die Terror Billionen Dollar und Euro verpulvert wurden f\u00fcr die Zerst\u00f6rung von Infrastruktur, fehlten diese Gelder in den eigenen L\u00e4ndern f\u00fcr Ausbau oder Erhaltung der eigenen.<\/p>\n<p>Die Kriege in Vietnam und Korea befl\u00fcgelten die Wirtschaft. Der Krieg gegen den Terror hat das Leben der Menschen in den USA nicht bereichert. \u00dcberall fehlt es am N\u00f6tigsten, Armut und Verelendung wachsen. Unter diesen Umst\u00e4nden sind sie immer weniger bereit, Zehntausende ihrer S\u00f6hne und M\u00e4nner f\u00fcr Kriege opfern. Diese Einstellung der Bev\u00f6lkerung l\u00e4sst aber nur noch Kriege auf Sparflamme.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Vietnamkrieges n\u00e4herten sich die USA innenpolitisch einem B\u00fcrgerkrieg. Zeitweise herrschte der Ausnahmezustand. Dennoch gelang es der Regierung, den Krieg in Vietnam fortzuf\u00fchren gegen den Widerstand der eigenen Bev\u00f6lkerung und den Zehntausenden von Toten zum Trotz, die in den Zinks\u00e4rgen zur\u00fcckkehrten.<\/p>\n<p>Im Krieg gegen Terror waren die amerikanischen Opfer gering. Es gab kaum Proteste in den USA. Trotzdem wollten die Mehrheit der Amerikaner das Ende der Kriege, und den Regierungen gelang es in den zwanzig Jahren nicht, diese Stimmung zu kippen. War die Bev\u00f6lkerung noch im Kampf gegen den Kommunismus bereit, Opfer zu bringen, war man offenbar von den eigenen Werten nicht mehr so \u00fcberzeugt, dass man \u00c4hnliches im Krieg gegen den Terror auf sich nehmen wollte.<\/p>\n<p>Die USA sind immer noch die st\u00e4rkste Milit\u00e4rmacht der Welt. Aber was n\u00fctzt alles Milit\u00e4r, wenn die eigene Bev\u00f6lkerung nicht mehr hinter dem steht, wof\u00fcr dieses Milit\u00e4r eintreten soll? Bahnt sich hier \u00c4hnliches an wie nach der Niederlage in Vietnam? Eine neue Zeitenwende? Die Ausgangslage ist g\u00fcnstiger als damals.<\/p>\n<p>Damals stand die USA einer Sowjetunion gegen\u00fcber, die milit\u00e4risch gleichwertig, wirtschaftlich aber unterlegen war. Heute steht die USA einem Russland gegen\u00fcber, das milit\u00e4risch immer noch gleich stark ist, wirtschaftlich noch nicht so stark. Aber die USA haben es auch mit einem China zu tun, das wirtschaftlich und technologisch zumindest gleichwertig und finanziell \u00fcberlegen ist. Zudem ist es milit\u00e4risch nicht zu besiegen.<\/p>\n<p><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/p><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_6659 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_6659')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_6659').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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