{"id":693,"date":"2015-07-12T14:36:43","date_gmt":"2015-07-12T13:36:43","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=693"},"modified":"2017-04-16T17:13:39","modified_gmt":"2017-04-16T16:13:39","slug":"publikumskonferenz-im-visier-part-iii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/publikumskonferenz-im-visier-part-iii\/","title":{"rendered":"Publikumskonferenz im Visier &#8211;  Part III"},"content":{"rendered":"<p><strong>Medienkritik? Jetzt erst recht.<\/strong><\/p>\n<p>Eine Frage wurde in der Vergangenheit immer wieder von Journalisten gestellt und von mir stets auf die gleiche Art und Weise beantwortet:<br \/>\n&#8222;Ein Gro\u00dfteil der Beschwerden, die von der Publikumskonferenz bei den Sendern eingereicht werden, thematisieren die aktuelle Berichterstattung zur Ukrainekrise. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?&#8220; &#8211; Meine Antwort lautet darauf zumeist: &#8222;Das ist schlicht und ergreifend Auftragslage. Kein Thema bewegt die ZuschauerInnen derzeit mehr als die stark tendenzi\u00f6se Berichterstattung im Ukrainekonflikt.&#8220;<\/p>\n<p>Man kann diese Tendenz \u2013 wenn man nicht g\u00e4nzlich realit\u00e4tsfern unterwegs ist &#8211; jederzeit <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2014\/12\/16\/desastroeses-zeugnis-63-prozent-haben-kein-vertrauen-in-ukraine-berichterstattung-der-deutschen-medien\/\">anhand von Umfragen<\/a>, der <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewforum.php?f=35\">Auswertung des Beschwerdeaufkommens<\/a> innerhalb der Sender, der <a href=\"http:\/\/blog.tagesschau.de\/2014\/10\/01\/noch-einmal-ukraine-berichterstattung\/\">Kommentare<\/a> in einschl\u00e4gigen Foren der Onlinemedien und auch anhand des durchgesickerten Urteils des <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/ueber-uns\/organisation-struktur\/ard-programmbeirat\/index.html\">ARD-Programmbeirates<\/a> (<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42784\/1.html\">Res\u00fcmee zur Ukraine-Berichterstattung<\/a> aus Protokoll 582 vom Juni 2014) nachweisen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Insofern kann die Deutung meiner diesbez\u00fcglichen Aussage anl\u00e4sslich der <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=19&#038;p=2897#p2897\">Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche<\/a>, die einem <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hyngarm\/status\/616985272526483456\">anwesenden ARD-Journalisten<\/a> wohl als einzige als besonders nachhaltig im Ged\u00e4chtnis geblieben ist, zwar als inhaltlich richtig, aber nicht als richtig gemeint, eingeordnet werden.  Sowohl der offizielle <a href=\"https:\/\/twitter.com\/tagesschau\">Twitter-Account der Tagesschau<\/a>, als  auch die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/AnneReidt\">Leiterin der ZDF-Redaktion des heute-journal, Anne Reidt,<\/a> sahen sich gen\u00f6tigt diese Ged\u00e4chtnisleistung zu retweeten \u2013 die Tagesschau an immerhin 722.000 Follower. <\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr dieses Engagement liegen auf der Hand. Die Diskussion \u00fcber die Glaubw\u00fcrdigkeit der \u00f6ffentlich-rechtlichen Berichterstattung (Ukraine\/Griechenland) wird von den Anstalten zunehmend in eine Diskussion \u00fcber die Glaubw\u00fcrdigkeit der Kritiker umgem\u00fcnzt. <\/p>\n<p>Das w\u00e4re unter Umst\u00e4nden legitim, wenn sich der beitragsfinanzierte \u00d6RR nicht ironischerweise genau der Mittel bedienen w\u00fcrde, wie sie die ARD-Korrespondenten in Russland so sehr als Vorgehensweise eines totalit\u00e4ren Systems bewerten: Kritiker als ausl\u00e4ndische Agenten zu verd\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Den Machern der Sendung Panorama beispielsweise war es besonders wichtig, auf mein Interview mit RTdeutsch hinzuweisen und auch die thematische Frage \u201eunseres\u201c Panels bei der Jahreskonferenz, ob es sich bei den Beschwerden nicht um Kampagnen handele, ist mit Sicherheit nicht zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt. <a href=\"http:\/\/sched.co\/3ivC\">Kritik oder Kampagne? Wie Sender mit Beschwerden umgehen<\/a>  <\/p>\n<p>\u00c4ltere und aktuelle Beispiele diesbez\u00fcglicher Befindlichkeiten:<\/p>\n<p>1) Der ARD-Chefredakteur Kai Gniffke unterstellt, ein <a href=\"http:\/\/blog.tagesschau.de\/2014\/09\/29\/zwischenbilanz-der-ukraine-konflikt-in-der-tagesschau\/\">Teil der Beschwerden sei kampagnengesteuert.<\/a><\/p>\n<p>2) Der WDR-Intendant Tom Buhrow hebt in Bezug auf die Beschwerden zur Ukraine-Krise hervor, die &#8222;Herkunft&#8220; der Beschwerden k\u00f6nne er nicht beurteilen. Und: &#8222;Auff\u00e4llig ist, dass es eine <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/kultur\/medien\/intendant-buhrow-will-wdr-verkleinern-ard-und-zdf-haben-sich-seit-jahren-in-die-tasche-gelogen_id_4392425.html\">Zunahme von professionell formulierten und juristisch versierten Programmbeschwerden<\/a>&#8220; gebe.<\/p>\n<p>3) Die Korrespondentin Golineh Atai  argw\u00f6hnt im Vorfeld der Verleihung des &#8222;Hanns Joachim Friedrichs Preis 2014: &#8222;Mein Gott, da ist aber jemand informiert. Das hat mich wiederum stutzig gemacht. (&#8230;) Das ist etwas seltsam. Der Sache m\u00f6chte ich gern nachgehen.&#8220; &#8222;Wer ist dahinter, sind es tats\u00e4chlich &#8217;nur&#8216; unsere Zuschauer <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/tv\/ARD-Sondersendung\/Diskussionsrunde-Ausgewogene-Berichters\/Das-Erste\/Video?documentId=24247914&#038;bcastId=3304234\">oder geht es da vielleicht um mehr?&#8220;<\/a> ) <\/p>\n<p>4) Die eigentlich zu Neutralit\u00e4t verpflichtete und als gesetzliche <strong>Vertreterin des Publikums<\/strong> fungierende Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats Ruth Hieronymi bezeichnet die formalen Programmbeschwerden der Publikumskonferenz zu Ukraine-Berichten (etwa zum wiederholten Einsatz von Panzerbildern aus Georgien von 2008 zum Nachweis einer russischen Invasion in der Ukraine) als <a href=\"http:\/\/print.wdr.de\/2015-06\/files\/assets\/basic-html\/index.html#38\">&#8222;prorussische&#8220; Beschwerden.<\/a><\/p>\n<p>5) Der Tweet von ARD-Redakteur Michael Hyngar &#8211; <a href=\"https:\/\/twitter.com\/tagesschau\">retweetet vom offiziellen Tagesschau-Account<\/a> &#8211;  sollte wohl den ultimativen Beweis f\u00fcr <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=9&#038;t=783\">&#8222;Auftragsarbeiten&#8220; der Publikumskonferenz<\/a> im Dienste Petersburger Trollfabriken liefern. <\/p>\n<p>6.) (update) Der WDR-Fernsehdirektor J\u00f6rg Sch\u00f6neborn behauptete am <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/hartaberfair\/videos\/videodergenderstreitwasdarfzumannundfraugesagtwerden102.html\">07.09.2015 in der Sendung &#8222;hart aber fair&#8220;<\/a> bi Minute 8:30: \u201cIch habe Druck erlebt im vergangen Jahr bei der Ukraine-Berichterstattung. Da habe ich erlebt, wie wirklich organisierte und interessengeleitete Gruppen Druck auf unsere Berichterstattung machen.\u201d<\/p>\n<p>Fazit:<br \/>\n<strong>Medienkritik aus dem Publikum ist irrational, gef\u00fchlsbetont, ohne Sachverstand. Medienkritische Zuschauer die professionell formulieren k\u00f6nnen, die juristisch versiert und gut informiert sind, kann es nicht geben, schon gar nicht k\u00f6nnten unter ihnen Juristen, Naturwissenschaftler, Politikwissenschaftler, Historiker, Dolmetscher &#8211; oder gar Journalisten sein.<\/strong><\/p>\n<p>Wer der berechtigten Forderung danach, seine Kritik sachlich konkret nachzuweisen, nachkommt, macht sich inwischen verd\u00e4chtig, ein Vaterlandsverr\u00e4ter (Putins Trollarmee) zu sein. Ob emotional oder sachlich, ob pauschal oder konkret:<br \/>\n<strong>Publikumskritik an einseitiger, tendenzi\u00f6ser Berichterstattung kommt von Extremisten, Verschw\u00f6rungstheoretikern oder Putins Trollagenten.<\/strong><\/p>\n<p>Update: Ich habe einen <a href=\"http:\/\/www.humana-conditio.de\/?p=798\">Artikel des Bloggers Sascha Pommrenke<\/a> gefunden, der hier sehr gut passt. Er ist von 05\/14 aber in der Konsequenz so aktuell, als w\u00e4re er von gestern. Ist es nun tr\u00f6stlich, dass es noch nie anders war?<\/p>\n<blockquote><p>Und wenn es nicht ein shitstorm ist, dann m\u00fcssen es wahlweise Verschw\u00f6rungstheoretiker sein oder, und das ist \u2013 zumindest im medialen Diskurs \u2013 ganz neu: bezahlte Agenten. Jens Rosbach vom Deutschlandfunk wartete mit \u201ePutins geheime Online-Armee\u201c auf. Unter einer \u201eArmee\u201c macht es der Deutschlandfunk nat\u00fcrlich nicht. Nik Afanasjew legt f\u00fcr Zeit Online nach: Copy &#038; Paste f\u00fcrs russische Vaterland.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-300x134.jpg\" alt=\"otto\" width=\"300\" height=\"134\" class=\"alignnone size-medium wp-image-573\" srcset=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-300x134.jpg 300w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-100x45.jpg 100w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-150x67.jpg 150w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-200x90.jpg 200w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-450x202.jpg 450w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-600x269.jpg 600w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto.jpg 614w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <\/p>\n<div style=\"float:left;margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color:rgb(248,109,14);padding:30px;margin-left: 30px;\"><a style=\"color:white;font-size:20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<p><br style=\"clear:both;\" \/><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_693 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_693')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_693').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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