{"id":712,"date":"2015-07-17T16:20:10","date_gmt":"2015-07-17T15:20:10","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=712"},"modified":"2023-05-27T08:30:51","modified_gmt":"2023-05-27T07:30:51","slug":"publikumskonferenz-trifft-netzwerk-recherche-nr15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/publikumskonferenz-trifft-netzwerk-recherche-nr15\/","title":{"rendered":"Publikumskonferenz trifft Netzwerk Recherche #nr15"},"content":{"rendered":"<p><strong>Publikumskonferenz trifft Netzwerk Recherche<\/strong><\/p>\n<p>Die nunmehr 15. nr-Jahreskonferenz 2015 fand am 3.\/4. Juli 2015 beim NDR Fernsehen in Hamburg statt und die Publikumskonferenz war dabei &#8211; nicht nur als Gast &#8211; sondern als Teilnehmerin im Panel <a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/termine\/konferenzen\/jahreskonferenzen\/nr15\/programm\/programm-raster\/\">\u201eKritik oder Kampagne? Wie Sender mit Programmbeschwerden umgehen.\u201c<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/ueber-uns\/kurzportrait\/\">Das Netzwerk Recherche<\/a> wurde am 31.03. 2001 im Rahmen einer Tagung von mehr als 35 Journalisten gegr\u00fcndet und ist ein eingetragener und als gemeinn\u00fctzig anerkannter Verein. Er tritt ein f\u00fcr den in Deutschland vernachl\u00e4ssigten recherchierenden Journalismus und vertritt die Interessen jener Kollegen, die oft gegen Widerst\u00e4nde in Verlagen und Sendern intensive Recherche durchsetzen wollen.<\/p>\n<p>Das Motto der Veranstaltung lautete:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSchreiben. Zeichnen. Senden. Jetzt erst recht.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_092321-e1437145470654.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-694\" src=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_092321-e1437145470654-169x300.jpg\" alt=\"20150707_092321\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_092321-e1437145470654-169x300.jpg 169w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_092321-e1437145470654-576x1024.jpg 576w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_092321-e1437145470654-100x178.jpg 100w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_092321-e1437145470654-150x267.jpg 150w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_092321-e1437145470654-200x356.jpg 200w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_092321-e1437145470654-300x533.jpg 300w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_092321-e1437145470654-450x800.jpg 450w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_092321-e1437145470654-600x1067.jpg 600w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_092321-e1437145470654-900x1600.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wurde wieder auf die leidige \u201eL\u00fcgenpresse\u201c-Diskussion Bezug genommen. Wir erinnern uns, der allzeit bem\u00fchte Schlachtruf f\u00fcr simplifizierende Medienkritik wird derzeit von einer verschwindend geringen Anzahl demonstrierender Menschen im Umfeld von PEGIDA &amp; Co. verwendet und erreichte bei der Wahl zum Unwort des Jahres nur aufgrund des <a href=\"http:\/\/www.unwortdesjahres.net\/fileadmin\/unwort\/download\/pressemitteilung_unwort2014.pdf\">abweichenden Votums der Jury<\/a> von der Mehrheitsmeinung der Einsender zweifelhaften Ruhm. \u201eL\u00fcgenpresse\u201c wurde zum Unwort des Jahres erkl\u00e4rt, weil Medien damit ihre Kritiker pauschal, bequem und ohne jegliche Differenzierung abqualifizieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Was meint also das Motto <strong>\u201eJetzt erst recht\u201c<\/strong>? Haben etwa Medien-Kritiker an irgendeiner Stelle verlangt, dass Medienschaffende ihre Arbeit einstellen und den Zeichenstift wegwerfen sollten? Das Gegenteil ist der Fall. Journalismus ist einer der wichtigsten Bestandteile in einer Demokratie. Wir fordern die journalistische Zunft ernsthaft auf, sich ihrer besonderen Verantwortung ohne Selbstbeschr\u00e4nkung zu stellen und die Pressefreiheit endlich gnadenlos auszuleben. Dazu geh\u00f6rt, dass man den M\u00e4chtigen ein Stachel im Fleisch ist und die ver\u00f6ffentlichte Meinung nicht dazu nutzt, permanent nach unten oder in Richtung Opposition zu treten. Wir wollen keine Hofberichterstattung, keine Hetze gegen andere V\u00f6lker, keine Irref\u00fchrung, kein Verschweigen, Aufbauschen oder Banalisieren. Wir wollen keine transatlantischen Apparatschiks in den Redaktionsstuben und Intendanzen, keine Demagogen hinter den Mikrofonen und keinen Copy &amp; Paste-Journalismus. Wir wollen Berichterstattung, die diesen Namen verdient und fordern explizit von den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, dass diese sich an die Vorgaben der Staatsvertr\u00e4ge halten, die besagen, dass bei der Erf\u00fcllung des Auftrags die Grunds\u00e4tze der Objektivit\u00e4t und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit der Angebote zu ber\u00fccksichtigen sind.<\/p>\n<p><strong>Nicht \u201eJetzt erst recht\u201c sollte das Motto sein, sondern \u201eJetzt aber richtig!\u201c<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/netzwerk-recherche-livestream-zur-jahrestagung-2015-a-1041694.html\">Spiegel.de hat die wichtigsten Stationen der wirklich ereignisreichen Konferenz dokumentiert.<\/a><\/p>\n<p>Ich habe die Veranstaltung als ziemlich ambivalent erlebt \u2013 auf der einen Seite die gewohnt absurden Zuschreibungen und Verschw\u00f6rungstheorien in Richtung Kritiker, auf der anderen Seite aber auch viel Selbstkritik und Ideen zur Verbesserung der eigenen Arbeitsweisen. Transparenz war ein Wort, welches innerhalb der Podien sehr oft genannt wurde.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nicht auf jeden einzelnen Beitrag eingehen, wer sich die Videos anschauen will, wird sich schon eine eigene Meinung zu den Panels und den Diskutanten im Podium bilden.<\/p>\n<p>Bemerkenswert fand ich, dass die <a href=\"http:\/\/www.opinion-club.com\/2015\/07\/ach-diese-laestigen-leser\/#comments\">selbstkritischen und selbstzweifelnden T\u00f6ne<\/a> ausschlie\u00dflich von Stars und Alphatieren der Branche kamen. Jakob Augstein, zum Beispiel, weigerte sich anzunehmen, dass die Kritiker in den Kommentarspalten alle Spinner seien. Das anzunehmen sei Contra-Intuitiv. Eine Vokabel, die ich bis dahin nie geh\u00f6rt hatte, aber nun auch nie wieder aus dem Kopf bekomme.<\/p>\n<p>Georg Mascolo benannte ebenfalls ein wichtiges Problem: &#8222;Wir Journalisten gehen nicht honorig genug mit unseren Fehlern um.\u201c Eine Ansicht jenseits derer der Kollegen, denen Kritik grunds\u00e4tzlich an die Berufsehre geht. Auch Carolin Emcke und der ehemalige Chef-Redakteur des ZDF Nikolaus Brender waren eher mahnend, tiefgr\u00fcndiger und vers\u00f6hnlicher unterwegs. <a href=\"http:\/\/www.isarrunde.de\/nr15\/die--un-fehlbaren-m-wie-koennen-wir-besser-werden.html\"> Die Unfehlbaren. Wie k\u00f6nnen wir besser werden?<\/a><\/p>\n<p>Mein pers\u00f6nliches Highlight am ersten Tag war die Podiumsdiskussion <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=K3Ekg58vcds\">\u201eIm Visier der Meute \u2014 Wie Betroffene die Medien erleben\u201c<\/a> mit GDL-Chef Claus Weselsky als direkt Betroffenen. Die Journalisten, die bei der irrsinnigen Berichterstattung rund um den Tarifkonflikt nicht selbst registrierten, dass sie <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ph_reporterpool\/status\/616942261054652417\">journalistische Regeln und juristische Grenzen<\/a> total ausgeblendet hatten, sollten den Job an den Nagel h\u00e4ngen. Das gilt, wie Weselsky auch am Rande anmerkte, auch f\u00fcr Mitarbeiter der \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten, die ohne Recherche in die Berichterstattung eingestiegen seien.<\/p>\n<p>Es lohnt sich unbedingt, die Aufzeichnung anzuschauen, auch um sich tats\u00e4chlich zu vergegenw\u00e4rtigen, dass in Deutschland (!) Journalisten, die sich selbst stets vehement auf ihr Grundrecht der Pressefreiheit berufen, anderen Menschen jedoch ihre Grundrechte (hier auf Streik) absprechen und quasi zur <a href=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/21153\/\">Hetzjagd gegen den Gewerkschaftsf\u00fchrer<\/a> aufriefen.<\/p>\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichung seines Wohnhauses in der Boulevardpresse z. B. trieb Claus Weselsky dazu, die Dienste des Staatsschutzes in Anspruch zu nehmen. Weselsky hatte laut eigener Aussage Angst um seine Frau und brachte sie vor\u00fcbergehend in einem Hotel unter. Das vors\u00e4tzliche Aktivieren des Volkszorns durch deutsche Medien war im Falle Weselsky ein \u00fcbles Hetzspektakel, welches nur noch von der Tatsache \u00fcbertroffen wurde, dass sich die Medien als n\u00fctzliche Idioten f\u00fcr eine l\u00e4ngst geplante Gesetzes\u00e4nderung erwiesen. Auch hier waren <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/2015\/05\/24\/die-hofberichterstattung-um-das-tarifeinheitsgesetz\/\">Recherche und angemessene Berichterstattung<\/a> gr\u00f6\u00dftenteils Fehlanzeige.<\/p>\n<p>&#8222;Unser&#8220; Panel <a href=\"http:\/\/sched.co\/3ivC\">\u201eKritik oder Kampagne? Wie Sender mit Beschwerden umgehen.\u201c<\/a> fand in einem etwas kleineren Rahmen statt und wurde nicht aufgezeichnet. <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nr15.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-723\" src=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nr15-300x225.jpg\" alt=\"nr15\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nr15-300x225.jpg 300w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nr15-100x75.jpg 100w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nr15-150x113.jpg 150w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nr15-200x150.jpg 200w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nr15-450x338.jpg 450w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nr15.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Klappentext habe ich nat\u00fcrlich gleich etwas auszusetzen: \u201eZugleich aber offenbart die Lekt\u00fcre auch, dass nicht jede Beschwerde \u00fcberzeugend und nachvollziehbar klingt.\u201c Meiner Meinung nach m\u00fcsste der Text hei\u00dfen: \u201eZugleich aber offenbart die Lekt\u00fcre auch, dass nicht jede Antwort \u00fcberzeugend und nachvollziehbar klingt.\u201c <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewforum.php?f=30\">Wer es nicht glaubt, einfach nochmal nachlesen. <\/a><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wurde der Bogen weit geschlagen, von der Lanz-Petition, \u00fcber die Vereinsgr\u00fcndung bis hin zur nervigen \u201eBeschwerdeflut\u201c durch die Publikumskonferenz. Warum wir keine Leserbriefe schreiben (so wie andere auch), sondern immer gleich mit der gro\u00dfen Keule kommen, fragte der zweite Chefredakteur des ZDF, Elmar Theve\u00dfen.<br \/>\nMeine Antwort: Weil es keinen interessiert, wenn man Leserbriefe schreibt? Weil man Textbausteine als Antwort bekommt, wenn \u00fcberhaupt? Weil Leserbriefe weder Intendanz noch Gremien zu Gesicht bekommen? Weil sich nichts \u00e4ndert, wenn man mit Watteb\u00e4llchen wirft?<\/p>\n<p>Uwe Grund als Gremienvorsitzender beklagte den enormen Verwaltungsaufwand, den wir mit den Beschwerden in Gang setzen w\u00fcrden und beschrieb die intensive Befassung der Gremienvertreter damit.<\/p>\n<p>Moderator Tom Schimmeck stellte daraufhin die Frage, was unser Ziel sei. Die Verbesserung des Programmes, oder eine Ver\u00e4nderung innerhalb der Gremien oder Sender? Meine Antwort: Nat\u00fcrlich wollen wir beides. Wir wollen zun\u00e4chst, dass sich die Sender an ihre eigenen Programmgrunds\u00e4tze halten und objektiv, ausgewogen, unparteilich und wahrheitsgem\u00e4\u00df berichten, keine falschen Bilder verwenden, anderen Leuten keine Worte in den Mund legen, die diese nie ge\u00e4u\u00dfert haben, keine Ereigniskonstruktionen vornehmen, richtig \u00fcbersetzen etc. Auf der anderen Seite wollen wir demokratische Mitsprache und andere Gremien. Gremienvertreter, die im normalen Leben eine 60-Stunden-Woche und diverse Ehren\u00e4mter zu bew\u00e4ltigen haben und denen auch Interessenkonflikte nachgesagt werden, sind nicht dazu geeignet das Publikum angemessen zu vertreten.<\/p>\n<p>Elmar Theve\u00dfen behauptete in der Diskussion, dass wir in unseren Quellen Propagandamaterial verwenden w\u00fcrden. Genauer definieren wollte er diesen Vorwurf nicht, aber es gen\u00fcgt ja wenn er im Raum steht. Der Vorwurf konnte allerdings leicht widerlegt werden, denn im Gegensatz zum ZDF, das auch schon mal <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=30&amp;t=450#p1861\">Originalmaterial des Asow-Bataillons<\/a> samt Wolfsangel-Symbol \u00fcber den Bildschirm schickt, achten wir auf Unbedenklichkeit und auf Ausgewogenheit der Quellen.<\/p>\n<p>Die Fragen bzw. Statements aus dem Publikum waren teils zustimmend, teils kritisch.<\/p>\n<p>Ein Vertreter der <a href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/portal\/de\/index\/themen\/16\/03\/key\/ind16.indicator.16010501.160401.html\">Schweizer Unabh\u00e4ngigen Beschwerdeinstanz f\u00fcr Radio und Fernsehen (UBI)<\/a> war im Publikum und berichtete, wie in der Schweiz mit Publikumsbeschwerden umgegangen werde und regte so eine Art Ombudssystem auch f\u00fcr die deutschen Medienanstalten an.<\/p>\n<p>Eine Zuh\u00f6rerin beklagte die umst\u00e4ndliche und langwierige Beantwortung von normalen Zuschaueranliegen bzw. Vorschl\u00e4gen zur Verbesserung der Transparenz durch die Rundfunkanstalten.<\/p>\n<p>Der ehemalige Redakteur und heutige Kritiker <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=9&amp;t=746&amp;p=2893#p2893\">Christoph Maria Fr\u00f6hder<\/a> f\u00fchrte aus, dass er in seinem Leben zwei formale Beschwerden an die Sender geschickt hatte, die sehr aufw\u00e4ndig waren und zum Erfolg f\u00fchrten. Die Beschwerden der Publikumskonferenz sind seiner Meinung nach nicht relevant und w\u00fcrden somit die Bedeutung des Instrumentes \u201eFormale Programmbeschwerde\u201c schm\u00e4lern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/demianvonosten\">Der Journalist Demian von Osten<\/a>,der im Rahmen der Ukraineberichterstattung oft im Konfliktgebiet unterwegs ist, kritisierte unsere &#8222;pro-russischen&#8220; Beschwerden als nicht stichhaltig und regte an, das Krisengebiet zu besuchen um sich selbst ein Bild zu machen. Er empfindet es als gr\u00f6\u00dfte Beleidigung, wenn ihm unterstellt wird, ein Sprachrohr der NATO zu sein.<\/p>\n<p>Eine Zuschauerin\/Journalistin fragte, warum die Publikumskonferenz \u00fcber die Propagandaschau ver\u00f6ffentlichen w\u00fcrde. Meine Gegenfrage war, warum sie die Propagandaschau liest. Es gibt sehr viele Leute, die sich am Ton der Propagandaschau st\u00f6ren, aber sie lesen alle mit. Daher hat die Propagandaschau auch diese unglaubliche Reichweite, von der wir nat\u00fcrlich profitieren, wenn wir gelegentlich Inhalte \u00fcber das Blog verbreiten. Komischerweise st\u00f6ren sich die Medienschaffenden nicht an den eigenen problematischen Inhalten und Unzul\u00e4nglichkeiten, die innerhalb des Blogs thematisiert werden. Wir sind als Verein darauf angewiesen, dass unsere Inhalte zur Kenntnis genommen werden und dazu nutzen wir Kan\u00e4le, die erfolgversprechend in Bezug auf Reichweite sind und vor allem die richtigen Adressaten erreichen.<br \/>\nWir leben in einem Land, in dem Politiker (aller Parteien) sich \u00fcber das Hetzblatt BILD an das Volk wenden \u2013 was soll dieses messen mit zweierlei Ma\u00df?<\/p>\n<p>Als ich im Laufe der Diskussion erw\u00e4hnte, dass ich mir weder den Sprachstil der Propagandaschau zu eigen mache, noch die Vokabel \u201eL\u00fcgenpresse\u201c nutze, sah Uwe Grund seine Chance gekommen und zitierte eine Passage aus einem Brief, den ich im Nachgang der Sendung Panorama vom 04.06.15 <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/2015\/06\/08\/ueber-den-selbstversuch-beziehung-zwischen-journalisten-und-kritikern-part-ii\/\">&#8222;L\u00fcgenpresse&#8220;: Gespr\u00e4chsversuch mit Kritikern<\/a> &#8211; an den Intendanten und die Gremien des NDR gesendet hatte und der (noch) nicht f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit bestimmt war. Das Zitat lautete:<\/p>\n<p><strong>&#8222;Dass konstruierte Sendungen wie diese der Glaubw\u00fcrdigkeit der \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht zutr\u00e4glich sind und der Begriff \u201eL\u00fcgenpresse\u201c hier seine explizite Best\u00e4tigung findet, braucht hoffentlich nicht weiter er\u00f6rtert zu werden.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Herr Grund wollte mit dieser Indiskretion den \u00f6ffentlichen Nachweis daf\u00fcr erbringen, dass ich entgegen meiner Aussage sehr wohl das Unwort &#8222;L\u00fcgenpresse&#8220; nutze. Dass dieses Zitat &#8211; aus dem Kontext gerissen \u2013 rein Garnichts mit dem Schlachtruf der PEGIDAner zu tun hat, sondern sich lediglich mahnend und mit Anf\u00fchrungszeichen versehen auf den Titel der Panorama-Sendung bezog, hatte Herr Grund sicherlich bei der Lekt\u00fcre des Schreibens verstanden. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SohMW2aa9IQ\"> Ansonsten m\u00fcsste ich mir Sorgen machen.<\/a> Es ging Herrn Grund darum, mich einer vermeintlichen L\u00fcge zu \u00fcberf\u00fchren und damit unglaubw\u00fcrdig zu machen. Einem Teil der Anwesenden gefiel das, wie ich unschwer an den Reaktionen bestimmter MitarbeiterInnen der Anstalten erkennen konnte. Es ist halt wie im Programm, egal ob eine Aussage der Wahrheit entspricht oder nicht &#8211; es muss zum intendierten Kontext passen. Ich mache mir daher auch keine Illusionen mehr \u00fcber die Sinnhaftigkeit eventueller Besuche bei Veranstaltungen \u00f6ffentlich-rechtlicher Anstalten und deren Partner.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=9&amp;t=783#p2838\">Das ist \u00fcbrigens der Teil der einst\u00fcndigen Gespr\u00e4chsrunde<\/a>, der einem anwesenden ARD-Journalisten im Ged\u00e4chtnis geblieben ist. Der offizielle Twitter-Account der Tagesschau sah sich gen\u00f6tigt zu retweeten &#8211; an immerhin 722.000 Follower. Das nenn ich publizistisches Gleichgewicht. Durch diesen Tweet sah ich mich leider zu einer <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=51&amp;t=783\">offiziellen Offenlegung unserer Aktivit\u00e4ten<\/a> veranlasst.<\/p>\n<p>Falls mir noch weitere fehlende Puzzleteile einfallen, oder sich noch eine interessante Tonaufzeichnung findet, erg\u00e4nze ich diesen Bericht. Hinweise oder auch Korrekturen von ebenfalls teilnehmenden Lesern nehme ich gerne entgegen.<\/p>\n<p>Ausgerechnet zum gleichen Zeitpunkt unseres Panels fand die Gespr\u00e4chsrunde \u00fcber die Griechenlandberichterstattung statt, in der unter anderen Kritiker wie Ulrike Herrmann (taz) und <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/401-tagesthemen\">Handelsblatt-Kolumnist und \u00d6konom Norbert H\u00e4ring<\/a> zu Gast waren. Der Titel des Panels lautete <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uIqbDuJC_qM\">Vereint im Griechenbashing? \u2014 Wirtschaftsjournalisten auf Sch\u00e4uble-Kurs.<\/a> Interessant war, dass sowohl Chefredakteur Kai Gniffke als auch der stellvertretende Chefredakteur von ARD-aktuell eine Teilnahme an der Gespr\u00e4chsrunde abgesagt hatten. Am langen Weg zum Veranstaltungsgel\u00e4nde kann es nicht gelegen haben.<\/p>\n<p>Leider bricht die Video\u00fcbertragung mitten in der Veranstaltung ab. <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=28007\">Hier auf dem Blog von J\u00f6rg Wagner &#8211; ab ca. 1:15<\/a>, kann man den Rest h\u00f6ren. Insbesondere die <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=55&amp;t=660#p2541\">Geschichten zu den anonymen Quellen <\/a>sind interessant.<\/p>\n<p>Ein weiteres interessantes Panel war die Abrechnung mit dem einstigen Tafelsilber der Rundfunkanstalten &#8211; den Politmagazinen &#8211; mittels einer <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/otto-brenner-stiftung\/aktuelles\/den-maechtigen-unbequem-sein-anspruch-und-wirklichkeit-der-tv-politikmagazine.html\">Studie der Otto-Brenner-Stiftung<\/a>, die ich allen Interessierten w\u00e4rmstens ans Herz legen m\u00f6chte.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/nr15.sched.org\/event\/af8eea0a6c186c7479d64b46c4279376?iframe=no&amp;w=i:0;&amp;sidebar=no&amp;bg=no\">Zwischen Aufkl\u00e4rungswille und Bedeutungsverlust \u2014 Wie wichtig sind die Politmagazine?<\/a><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gab es Knatsch in der Runde \u2013 schlie\u00dflich wurde kritisiert. Man sah schon bei den einf\u00fchrenden Worten des Verfassers der Studie, dem ehemaligen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Grimme-Instituts, Bernd G\u00e4bler, dass den beiden Damen Ilka Brecht (Frontal21) und Anja Reschke (Panorama) die Gesichter einfroren, lediglich Georg Restle (Monitor) bewahrte sich eine angemessene Gelassenheit. Als Anja Reschke der Studie kurzerhand die Wissenschaftlichkeit absprach, war die Laune auch bei Herrn G\u00e4bler im Keller. Einzig Tom Schimmeck, der Moderator, strahlte noch einen gewissen Frohsinn aus. Die Reaktionen der Sender und diverse Presseverlautbarungen k\u00f6nnen <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/otto-brenner-stiftung\/aktuelles\/den-maechtigen-unbequem-sein-anspruch-und-wirklichkeit-der-tv-politikmagazine.html\">auf der Stiftungsseite<\/a> eingesehen werden.<\/p>\n<p>Alles in allem war dieses Panel von gegenseitigen Kr\u00e4nkungen gepr\u00e4gt, deren Wirkungen unmittelbar greifbar waren. Andererseits hatte ich mich bereits bei der <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/veranstaltungen\/vergangene-veranstaltungen\/medienpolitische-tagungen\/medienpolitische-tagung-2014.html\">Auftaktveranstaltung zur Studie<\/a> gewundert, wie wenig aufgeschlossen die Programmverantwortlichen auf Kritik reagieren. Wenn Zuschauer oder Medienkritiker ein Format kritisieren und Schwachstellen aufdecken, dann ist das zun\u00e4chst eine Aussage. Wenn den Kritisierten nichts anderes einf\u00e4llt, als Kritik gebetsm\u00fchlenartig zur\u00fcckzuweisen, kommt es zu keiner Verbesserung. Vielleicht sollte die <a href=\"http:\/\/www.ard-zdf-medienakademie.de\/AZM-Webseite.html\">ARD-ZDF-Akademie<\/a> f\u00fcr solche Dissonanzen gelegentlich passende Seminare anbieten.<\/p>\n<p>Ein weiteres Panel, was ich sehr gerne besucht h\u00e4tte, habe ich leider verpasst, weil ich da bereits auf dem Weg zur Bahn war. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=80YUSCwxCJI\">Vermintes Gel\u00e4nde &#8211; Die Konflikte rund um die Ukraine-Berichterstattung<\/a> wurden in der Diskussion von Thomas Roth (ARD), Katrin Eigendorf (ZDF) und Katja Gloger (Stern) bestritten. Das war mal wieder so eine Veranstaltung ohne Kritiker im Podium. Was soll der tiefere Sinn einer solch einseitigen Gespr\u00e4chsrunde sein? Die wiederholt durch erwachsene und gebildete Leute kolportierte Entmenschlichung der Kritiker als Trolle zeigt, dass Differenzierung nicht zu den St\u00e4rken dieser Podiumsteilnehmer z\u00e4hlte. Auch die Unterstellung, dass es Kritikern nur darum ginge, dass in &#8222;ihrem Sinne&#8220; berichtet werde, ist absurd und zeugt von absolutem Fehlen von Unrechtsbewusstsein.<\/p>\n<p>Am Rande der Veranstaltung ergaben sich diverse Gespr\u00e4che und Bekanntschaften mit ehemals und aktuell wichtigen VertreterInnen von Redaktionen, Gremien und Printmedien. So traf ich \u201emeinen\u201c Panorama-Redakteur wieder und wir setzten unser Gespr\u00e4ch da fort, wo wir beim letzten Mal geendet hatten, allerdings ohne zu nennenswerten \u00dcbereinstimmungen zu gelangen.<\/p>\n<p>Die pers\u00f6nliche Referentin des NDR-Intendanten Anna Marohn, <del datetime=\"2015-07-20T14:47:53+00:00\"> Mitglied Atlantikbr\u00fccke,<\/del> (Anna Marohn teilte mir am 20.07.2015 telefonisch mit, dass sie nicht Mitglied der Atlantikbr\u00fccke sei. Sie habe lediglich am <a href=\"https:\/\/www.atlantik-bruecke.org\/programme\/young-leaders-programm\/\">Young Leaders-Programm<\/a> teilgenommen.) agitierte mich wortgewaltig aber auch ziemlich dreist. Ein Mangel an Souver\u00e4nit\u00e4t im Umgang mit abweichenden Meinungen ist f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte nicht unbedingt von Vorteil.<\/p>\n<p>Im Hotel sprach mich WELT-Redakteur J\u00f6rg Eigendorf an und nahm Bezug <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/2015\/02\/23\/publikumskonferenz-im-visier\/\">auf unseren kleinen Disput<\/a>. Er meinte, dass die Publikumskonferenz nicht transparent agiere und die Recherchen der WELT in meinem Fall berechtigt gewesen w\u00e4ren. Irgendwann kommt sicherlich auch mal eine offizielle Antwort des Investigativ-Teams der WELT &#8211; oder ein gar schreckliches Rechercheergebnis.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/blog\/die-konferenz-in-bildern\/\">Die Konferenz in Bildern<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-573\" src=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-300x134.jpg\" alt=\"otto\" width=\"300\" height=\"134\" srcset=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-300x134.jpg 300w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-100x45.jpg 100w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-150x67.jpg 150w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-200x90.jpg 200w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-450x202.jpg 450w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-600x269.jpg 600w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto.jpg 614w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<div style=\"float: left; margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color: #f86d0e; padding: 30px; margin-left: 30px;\"><a style=\"color: white; font-size: 20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_712 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_712')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_712').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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