{"id":758,"date":"2015-08-11T20:49:50","date_gmt":"2015-08-11T19:49:50","guid":{"rendered":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/?p=758"},"modified":"2017-05-06T23:01:50","modified_gmt":"2017-05-06T22:01:50","slug":"ueber-die-feinde-der-freien-meinungsfreiheit-und-der-demokratie-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/ueber-die-feinde-der-freien-meinungsfreiheit-und-der-demokratie-teil-ii\/","title":{"rendered":"\u00dcber die Feinde der Meinungsfreiheit und der Demokratie  \u2013 Teil II"},"content":{"rendered":"<p>Zun\u00e4chst der harmlose Teil:<\/p>\n<p>Dass der Frust \u00fcber missliebige Verlautbarungen von allen Seiten zuschlagen kann, merkt man schnell, wenn man sich gewagten Themen annimmt, die mehr als nur Randgruppen betreffen und man dar\u00fcber hinaus die Dreistigkeit besitzt, sich zu diesem Zweck \u201eaus eigenem Antrieb in die \u00d6ffentlichkeit zu begeben\u201c. Letztere, als Zitat gekennzeichnete, Ungeheuerlichkeit  wurde mir bereits mehrfach von Journalisten vorgeworfen.<\/p>\n<p>Dabei nehme ich lediglich mein Grundrecht auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung wahr, welches im \u00dcbrigen kein ausschlie\u00dfliches Privileg (richtiger) Journalisten oder anderer Medienvertreter ist, sondern verbrieftes Grundrecht f\u00fcr alle B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen dieses Landes.<\/p>\n<p>Die Arbeit der Publikumskonferenz schmeckt nat\u00fcrlich nicht allen und so wurde ich in der letzten Zeit oft, auch stellvertretend f\u00fcr meine MitstreiterInnen, Zielscheibe von allerlei Zuschreibungen. DDR-Russen-Troll, linksgr\u00fcnversifft war auch schon dabei (das lag aber wohl nur an meinem alten Twitter-Namen @linksgr\u00fcn, den ich inzwischen abgelegt habe, weil ich nicht mehr mit Gr\u00fcnen in Verbindung gebracht werden m\u00f6chte), Neu-Rechte (d\u00fcmmste Wortsch\u00f6pfung ever), Verr\u00e4terin, Putin-Schlampe, fette Qualle, Propagandaschleuder, Verschw\u00f6rungstheoretikerin etc.. Einigen (richtigen) Journalisten gefiel das, obwohl die Zuschreibungen offensichtlich aus vollkommen verschiedenen politischen Lagern kamen. Aber in diesem Fall ist man offenbar weniger zimperlich \u2013 es geht ja nur um die Meinungsfreiheit und das Leben der Anderen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mich interessieren diese Verbalinjurien nicht die Bohne, insbesondere dann nicht, wenn sie aus einem nicht eindeutig zu identifizierbaren politisch heterogenen Spektrum kommen. Einige meiner Leib-Netzw\u00e4chter hatten es sich daher eine Zeit lang zur Aufgabe gemacht, unter meinem Namen Beitr\u00e4ge in anderen Foren zu hinterlassen bzw. in unserem Forum rechtslastige Inhalte zu platzieren. Diese Masche wird auf etlichen kritischen Blogs von diversen Markierern praktiziert, um sie vor der L\u00f6schung noch flugs mit Screenshots zu sichern und anhand dieser selbstgefaketen Links die vermeintliche Ausrichtung der jeweiligen Blog-Betreiber nachzuweisen.<\/p>\n<p>Hinzu kommen sehr dubiose Mails, Telefonterror, gefakte Presse- und Interviewanfragen und d\u00fcmmliche Offerten, Transaktionen \u00fcber unser Bankkonto, versuchte gesch\u00e4ftliche Abschl\u00fcsse im Namen der Publikumskonferenz und nat\u00fcrlich immer wieder versuchter Rufmord. Dieses volle Programm als Quittung f\u00fcr eine relativ gem\u00e4\u00dfigte Medienkritik zeigt, dass wir offenbar einen Nerv getroffen haben und so falsch nicht liegen k\u00f6nnen. Ansonsten w\u00fcrde sich kein Mensch f\u00fcr uns interessieren.<\/p>\n<p>Dass es auch einen Zacken sch\u00e4rfer geht, wenn Antidemokraten nicht mit abweichenden Meinungen klar kommen, zeigt der Fall des ehemaligen <a href=\"http:\/\/www.theeuropean.de\/heinrich-schmitz\">Kolumnisten des European, Heinrich Schmitz<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.theeuropean.de\/heinrich-schmitz\/10454-abschiedskolumne-vom-the-european\">Heinrich Schmitz, fr\u00fcherer Kolumnist des European, hat kapituliert.<\/a> <\/p>\n<p>Er ist jetzt auch ein &#8222;besorgter B\u00fcrger&#8220; und sorgt sich um die Sicherheit seiner Frau und seiner Kinder. Als Antwort auf seine Kolumnen wurde er schon mal als rotgr\u00fcnversiffter Gutmensch, als getarnter Nazi, als Antisemit, Antideutscher, Rechter, Linker und sogar als Kopf einer antifaschistischen Terrorzelle, die Anschl\u00e4ge plant, bezeichnet. Schon dieses geballte Konglomerat an widerspr\u00fcchlichen D\u00e4mlichkeiten offenbart, dass die Wut \u00fcber die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung des Autors aus politisch recht verschiedenen Seiten heran schwappte.<\/p>\n<p>Heinrich Schmitz war Mitglied der Initiative #HeimeOhneHass und beugt sich nun dem rechten Meinungsfaschismus. Zwangsl\u00e4ufig. Denn wenn es um Leben, Gesundheit und Gefahr f\u00fcr Angeh\u00f6rige geht und nicht mehr nur um dumpfe Angriffe auf Privatsph\u00e4re und Grundrechte, muss man mit allen Wassern gewaschen sein und nichts zu verlieren haben, um hier standhaft zu bleiben.<\/p>\n<p>Ein anderer Fall der Missachtung von Grundrechten widerfuhr auf ausgesprochen ekelhafte Weise dem Gewerkschafter Claus Weselsky im Zuge des Arbeitskampfes seiner Gewerkschaft GDL. Auch ihm wurde &#8211; <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/weselsky-107.html\">hier z. B. von der ARD<\/a> &#8211; zum Vorwurf gemacht, dass er sich in die \u00d6ffentlichkeit begeben hatte und sogar an \u201evorderster Front\u201c k\u00e4mpft. Wie ungew\u00f6hnlich f\u00fcr einen Vorsitzenden einer Gewerkschaft!  <\/p>\n<blockquote><p>\u201eWer immer an vorderster Front k\u00e4mpft, der muss sich nicht wundern, wenn er auch mal von einer Kugel getroffen wird.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Das kollektive Aufstacheln der \u00d6ffentlichkeit durch Kampagnen gegen die Person des engagierten Gewerkschafters Weselsky gipfelte in der Ver\u00f6ffentlichung der Adresse und des Wohnhauses der Familie in der Boulevardpresse und trieb Claus Weselsky aus Angst um seine Frau dazu, die Dienste des Staatsschutzes in Anspruch zu nehmen. Die Familie zog sicherheitshalber vor\u00fcbergehend in ein Hotel. Ausgel\u00f6st wurden diese Angst und die reale Gefahr f\u00fcr Leib und Leben von deutschen Medien. Bis heute habe ich aus den Kreisen der (richtigen) Journalisten kein Wort der Entschuldigung gegen\u00fcber Claus Weselsky und seiner Familie geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Beispiele dieser Art Einsch\u00fcchterung &#8211; nur aufgund der Aus\u00fcbung von Grundrechten &#8211; gibt es zu Hauf, Drohungen gegen <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/freital-mutmasslicher-anschlag-auf-auto-von-linken-stadtrat-a-1045508.html\">engagierte Kommunalpolitiker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/thueringen\/ost-thueringen\/drohung_koenig100.html\">Landtagsabgeordnete<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/sachsen-anhalt\/ruecktritt-nach-anfeindungen100_zc-a2551f81_zs-ae30b3e4.html\">B\u00fcrgermeister<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/regional\/leipzig\/moschee\/hass-attacke-gegen-pfarrer-wolf-33435602.bild.html\">Pfarrer<\/a> oder auch nur <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/panorama\/irmela-mensah-schramm--5939778.html\">ganz einfache aktive Menschen vor Ort<\/a>, die nichts weiter wollen als Frieden und Menschlichkeit.<\/p>\n<p>Es ist von einer g\u00e4nzlich anderen Qualit\u00e4t, wenn sich &#8222;besorgte B\u00fcrger&#8220; lediglich im Netz, User in den sozialen Netzwerken oder das Publikum in Leserbriefen Luft verschaffen und so ihre Ohnmacht gegen\u00fcber Sachverhalten ausdr\u00fccken, f\u00fcr die sie kein Verst\u00e4ndnis haben. <a href=\"http:\/\/www.lo-recht.de\/822097.php\">Das muss eine Demokratie aushalten.<\/a> Derartige Kommentare pro Thema grob zahlenm\u00e4\u00dfig erfasst und ins Verh\u00e4ltnis zur Gesamtheit der Gesellschaft gesetzt, zeigen das es sich klar um <a href=\"http:\/\/www.rolandtichy.de\/daili-es-sentials\/die-mutige-anja-reschke-sagt-was-alle-sagen-so-what\/comment-page-5\/#comment-46400\">Minderheitsmeinungen<\/a> handelt. Rassistische Hetz-Kommentare eindeutiger und zumeist nicht verifizierbarer Minderheiten in den sozialen Netzwerken fahrl\u00e4ssig zu einem nationalen und gesamtgesellschaftlichen Problem aufzublasen, lenkt lediglich von den eigentlichen politischen Blindleistungen in der deutschen und europ\u00e4ischen Asylpolitik und vor allem <strong>von den Ursachen f\u00fcr Flucht und Vertreibung<\/strong> ab. Wenn eine beitragsfinanzierte Rundfunkanstalt ihre Marktposition dazu nutzt, Minderheitenmeinungen als gesellschaftliches Problem aufzubauschen und in infamer Weise vors\u00e4tzlich justiziable \u00c4u\u00dferungen zu provozieren versucht, ist sie Teil des Problems.<\/p>\n<p>Dass derartige \u00c4u\u00dferungen, wie ich in meinem ersten Beispiel beschrieben habe, verst\u00e4rkt vors\u00e4tzlich von Dritten und\/oder Mitarbeitern der eigenen H\u00e4user platziert werden, hat vor kurzem ein Insider best\u00e4tigt. Wenn sich eine kritische Masse entgegen einer gew\u00fcnschten Tendenz bewegt, wird nachgeholfen. (Wer diese Info wieder reflexartig als Verschw\u00f6rungstheorie diffamiert, sollte sich warm anziehen.) Auf Grund von sehr vagen Informationen zu den Profilen vermeintlicher Gewaltt\u00e4ter und Rassisten auf Facebook auf einen gesellschaftlichen Notstand zu schlie\u00dfen, ist mehr als gewagt und dient lediglich der Selbstprofilierung, Panikmache und der Organisation neuer Themen.<\/p>\n<p>Der Aufstand der Anst\u00e4ndigen, den Frau Reschke wahrscheinlich mangels eigener praktischer Erfahrungen vermisst, ist l\u00e4ngst im Gange. Er findet auf der Stra\u00dfe gegen die GIDA-Minderheiten-Veranstaltungen, gegen TTIP, in der Friedensbewegung und im Netz sowie in den alternativen Medien gegen Kriegspropaganda, Verdummung und medialer Hetze gegen Griechen, Russen und andere Nationen statt. Rassismus und Gewalt gegen Fremde und politisch Andersdenkende erreicht man nicht durch tumbe mediale Provokation und Aufstacheln potentieller T\u00e4ter, sondern durch anst\u00e4ndige Bildung, Information und Aufkl\u00e4rung. DAS w\u00e4re dann die Aufgabe \u00f6ffentlich-rechtlicher Anstalten \u2013 und zwar objektiv, unparteilich, ausgewogen und vielf\u00e4ltig.<\/p>\n<p>Bei dieser Gelegenheit k\u00f6nnte sowohl <a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/f%C3%BCr-ein-verbot-fremdenfeindlicher-demos-vor-fl%C3%BCchtlingsheimen-heimeohnehass\/u\/11670716\">diese Petition mitgezeichnet<\/a> und durch Multiplikatoren geteilt und beworben werden werden, falls diese hier zuf\u00e4llig mitlesen. \u00dcber eine Million Klicks, wie zu Frau Reschkes Beitrag, sollten ja wohl auch hier drin sein. Denn DAS ist wirklich wichtig.<\/p>\n<blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/f%C3%BCr-ein-verbot-fremdenfeindlicher-demos-vor-fl%C3%BCchtlingsheimen-heimeohnehass\/u\/11670716\">Kapitulationserkl\u00e4rung \u2013 von Heinrich Schmitz (fr\u00fcherer Kolumnist des European)<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die \u201ebesorgten B\u00fcrger\u201c k\u00f6nnen die Korken knallen oder die Bierdosen spritzen lassen. Sie k\u00f6nnen sich auch vor Freude einpissen. Es ist mir egal. Sie haben gewonnen. Ich kapituliere. Mir reicht&#8217;s.<\/p>\n<p>Wenn Sie sich jetzt fragen, warum jemand, der jetzt mehr als zwei Jahre Woche f\u00fcr Woche versucht hat, seinen Mitmenschen rechts- und gesellschaftspolitische Fragen halbwegs verst\u00e4ndlich zu erl\u00e4utern und f\u00fcr eine bessere Gesellschaft oder wenigstens den Erhalt der bestehenden zu k\u00e4mpfen, pl\u00f6tzlich das Handtuch wirft, dann m\u00f6chte ich Ihnen das kurz erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>In meinen Kolumnen habe ich h\u00e4ufig Missst\u00e4nde benannt und auch heftige Kritik an Allem und Jedem ge\u00fcbt. Zwar immer anhand von \u00f6ffentlichen Quellen belegt, sodass es nie zu einem Unterlassungsbegehren oder gar einer -klage kam, aber nat\u00fcrlich f\u00fcr den ein oder anderen durchaus unangenehm. Die Kritik an meinen Kolumnen im European habe ich immer interessiert registriert und bei eklatanten Missverst\u00e4ndnissen auch beantwortet. Beleidigungen oder Unterstellungen habe ich entweder mit einer stoischen Ruhe ins Leere laufen lassen oder aber auch bissig gekontert. Je nach Laune. Diskussionen bin ich niemals ausgewichen. Das hat mich alles nicht gest\u00f6rt. Im Gegenteil. Der European stand f\u00fcr Debatte. Zwar eigentlich f\u00fcr Debatte zwischen den Kolumnisten, aber warum sollte man nicht auch mit Lesern debattieren.<\/p>\n<p>Wahlweise wurde ich als rotgr\u00fcnversiffter Gutmensch oder aber als getarnter Nazi bezeichnet, als Antisemit, Antideutscher, Rechter, Linker und sogar als Kopf einer antifaschistischen Terrorzelle, die Anschl\u00e4ge plant. Nur im letzten Fall habe ich eine Strafanzeige erstattet, das war dann doch ein bisschen zu heftig. Alle anderen Beschimpfungen und Hassnachrichten konnte ich schulterzuckend oder mit einem b\u00f6sen L\u00e4cheln abtun, weil sie mir best\u00e4tigten, dass ich mit dem Geschriebenen vollkommen richtig lag. Mir ging es bei fast jedem Text um den Rechtsstaat und dessen Aufrechterhaltung, um Grund- und Menschenrechte und den Schutz unserer Verfassung vor gesetzgeberischem \u00dcbermut oder gesellschaftlicher Verachtung. Da muss man sich schon einen heftigen Gegenwind gefallen lassen.<\/p>\n<p>Am letzten Samstag wurde eine Grenze \u00fcberschritten, was mich veranlasste, \u00fcber dieses gesellschaftliche Engagement nachzudenken.<\/p>\n<p>Auf der Fahrt zu einer meiner T\u00f6chter klingelte pl\u00f6tzlich mein Smartphone. Ich nahm an, unsere Tochter habe nachfragen wollen, wann wir ank\u00e4men. Also bat ich meine Frau, ihr kurz Bescheid zu sagen. Da klingelte auch schon ihr Telefon, das sie gleich auf Laut stellte. Eine hektische Frauenstimme fragte sie nach ihrem Namen. Sie sei von der Polizei. Man habe einen Anruf erhalten, meine Frau sei ermordet worden. Die Leiche bef\u00e4nde sich in unserem Haus. Die Privatanschrift habe der Anrufer ebenfalls genannt. Die Polizei sei gerade in unserem Haus und suche nach der Leiche. Das klang f\u00fcr mich alles so absurd, dass ich meine Frau bat aufzulegen, derart derangiert k\u00f6nne keine Polizistin reden. Ich hatte das Telefonat schon fast in die Abteilung \u201egaloppierender Schwachsinn\u201c verbannt, als wir bei unserer Tochter ankamen. Sie stand zitternd da, weil ihr die Polizei gesagt hatte, es sei mitgeteilt worden, dass ihr Vater ihre Mutter ermordet h\u00e4tte. So was kommt ja in den besten Familien vor. Ich rief dann bei der Polizei an, die mir best\u00e4tigte, dass man in unserem Haus nach der Leiche meiner Frau gesucht habe. Angeblich h\u00e4tte ein Heinrich Schmitz bei der Polizei angerufen und mitgeteilt, er habe seine Frau ermordet.<\/p>\n<p>Jetzt k\u00f6nnen Sie nat\u00fcrlich sagen, was ist denn daran so schlimm? Das will ich Ihnen auch gerne erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Vor zwei Wochen wurde der Initiator der Petition #HeimeOhneHass, ein junger Student, massiv bedroht. Ihm wurde die Ermordung seiner Eltern und Geschwister angek\u00fcndigt. Nicht etwa in Form eine n\u00f6tigenden Drohung, sondern einfach nur so. Namen und Adressen der betroffenen Familienmitglieder waren dem Anrufer bekannt. Nachdem der Student daraufhin die Petition vom Netz nahm, bildete sich eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe von Menschen, die die Petition, die zu diesem Zeitpunkt bereits \u00fcber 40.000 Unterzeichner hatte, mit Zustimmung von Change.org fortf\u00fchrten. Dass ich, dessen Kolumne \u201eFriede, Freude, Freital\u201c im Petitionstext zitiert war, bei der Initiative dabei war, war nicht schwer zu erraten.<\/p>\n<p>Mit der Aktion von letztem Samstag m\u00f6chte offenbar jemand die Petition stoppen und\/oder mich zum Schweigen bringen. Mein erster Reflex war, jetzt erst recht! Aber dann habe ich mir das noch einmal gr\u00fcndlich \u00fcberlegt.<\/p>\n<p>Als B\u00fcrger f\u00fchle ich eine Verantwortung f\u00fcr unsere Gesellschaft und f\u00fcr den Rechtsstaat, die ich mit meinen Kolumnen wahrzunehmen versucht habe. Schreiben, argumentieren und erkl\u00e4ren ist nun mal das, was ich am besten kann. Als Ehemann und Vater habe ich eine Verantwortung f\u00fcr das Wohlbefinden und die Sicherheit meiner Familie.<\/p>\n<p>Kann der Wunsch, der Gesellschaft zu dienen wirklich wichtiger sein, als die Pflicht, die Familie vor Angriffen zu sch\u00fctzen? Ja, das h\u00e4tte ich vielleicht sogar zugunsten der Gesellschaft und damit zugunsten meiner geliebten Autorent\u00e4tigkeit entschieden, wenn ich das Gef\u00fchl gehabt h\u00e4tte, dass \u201edie Gesellschaft\u201c selbst irgendwie mitzieht und allen extremistischen Bestrebungen ein klares STOPP entgegensetzt. Wenn es zu einer Allianz der Anst\u00e4ndigen gegen die Hassb\u00fcrger gekommen w\u00e4re oder wenigstens zu klaren Reaktionen aus der Politik. Dann w\u00e4re es vermutlich gar nicht erst zu irgendwelchen Einsch\u00fcchterungsma\u00dfnahmen gegen die Petition gekommen. Da passiert aber verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig bis gar nichts.<\/p>\n<p>Schauen Sie sich zum Beispiel diese Petition an. Klar 55000 Unterzeichner sind gemessen an anderen Petitionen gar nicht \u00fcbel, und ich bin jedem Einzelnen f\u00fcr diese Unterst\u00fctzung von Herzen dankbar. Sie sind auf der richtigen Seite. Aber seien Sie mal ehrlich, was sind wir aufrechten 55.000 in einem 80-Millionenvolk. Wo sind die Prominenten, die sich mit uns sch\u00fctzend vor die Asylbewerber stellen? Udo Lindenberg hat es getan und die Petition via Twitter verbreitet, aber das ist ein einsamer Rufer in der Promiw\u00fcste. Til Schweiger hilft Fl\u00fcchtlingen auf seine eigene Art und das ist auch okay.<\/p>\n<p>Ganz spannend sind dann auch per pers\u00f6nlicher Nachricht \u00fcbermittelte Absagen gegen eine Unterst\u00fctzung, die meistens mit den Worten beginnen, \u201eLieber Heinrich, ich unterst\u00fctze Dein Anliegen und bin inhaltlich voll auf Deiner Seite, aber habe bitte Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass ich mich nicht mit dem Mob anlegen will.\u201c Nein, eigentlich hatte ich daf\u00fcr kein Verst\u00e4ndnis, weil es genau das ist, was den Mob gef\u00e4hrlich macht. Durch die Verbreitung von Angst und Schrecken, die ganz normalen B\u00fcrger davon abzuhalten, sich gegen ihn zu wenden. Die Mehrzahl der Bev\u00f6lkerung hat den Staat offenbar schon aufgegeben und begn\u00fcgt sich damit, sich entspannt am Sack zu kratzen, w\u00e4hrend andere f\u00fcr sie die Kastanien aus dem Feuer holen sollen. Nicht mal zur Wahl schleppen diese Staatsb\u00fcrger im Wellnesmodus. Es sind ja auch nur die leeren Fl\u00fcchtlingsheime die brennen, nicht unsere H\u00e4user. Und wenn als n\u00e4chstes die Fl\u00fcchtlinge selbst brennen, dann geht uns das doch gar nichts an. Wir gucken lieber DSDS und au\u00dferdem f\u00e4ngt n\u00e4chste Woche ja die Bundesliga wieder an. \u201eLass mich doch in Ruhe mit Deinem Politkram, uns tut doch niemand was. \u00dcbertreib doch nicht. Die Gefahr sind doch nicht die besorgten B\u00fcrger, die Gefahr ist der Islam, der Ami, der Jude, der Euro, der Fremde.\u201c<br \/>\nJa, mit Ausnahme von Euro, DSDS und Bundesliga, wird man \u00c4hnliches in den 30er Jahren auch geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p>\u201eIch f\u00fcrchte mich vor den ganzen Ausl\u00e4ndern, die jetzt durch die Stadt gehen\u201c, sagte eine \u00e4ltere Dame. Warum sie sich f\u00fcrchtet, konnte sie nicht genau sagen. Ich f\u00fcrchte mich mehr vor den Nazis, die immer mehr im Stra\u00dfenbild auftauchen. Ich habe immer wieder vor einem Erstarken dieser undemokratischen Rattenf\u00e4nger gewarnt. Selbst den mir nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig sympathischen fr\u00fcheren AfD-Sprecher Lucke, hatte ich davor gewarnt, dass diese Leute im blauen Fahrwasser seiner Partei eine Menge braunes Gedankengut Richtung Mitte der Gesellschaft schwemmen w\u00fcrden. Und dass sie ihn selbst irgendwann wegfegen w\u00fcrden. Er wollte es nicht glauben, bis es geschehen ist.<\/p>\n<p>Mir ist bewusst, dass einige meiner treuen Leser jetzt entt\u00e4uscht sein werden und glauben, sie h\u00e4tten sich in mir get\u00e4uscht. Kann sein. Auch das ist mir jetzt egal. Soll jeder denken was er mag. Vor ein paar Tagen widmete mir ein befreundeter K\u00fcnstler noch ein wunderbares Bild mit dem Titel \u201eexekutive legislative judikative\u201c. Er schrieb dazu, ich sei ein K\u00e4mpfer. Mit Tr\u00e4nen in den Augen schrieb ich ihm zur\u00fcck, der K\u00e4mpfer werfe nun das Handtuch.<\/p>\n<p>Mein Entschluss steht fest. Sie werden von mir keinen politischen Text mehr zu Lesen bekommen. Da ich weiter schreiben muss, weil das meine Leidenschaft ist, werde ich mich auf Rezensionen beschr\u00e4nken und mich einem lange schon geplanten Jugendbuch \u00fcber Fragen des Rechts widmen. Ich werde mich lokal und ganz konkret an der Betreuung von Hilfsbed\u00fcrftigen beteiligen. Ich werde sicher der oft gescholtene Gutmensch bleiben, aber ich werde mir nicht mehr f\u00fcr meine lieben Mitb\u00fcrger, die ihren Arsch erst hoch bekommen, wenn sie von einem Hooligan aus ihrem Sofa gepr\u00fcgelt werden, in der \u00d6ffentlichkeit den Arsch aufrei\u00dfen. Bez\u00fcglich meiner \u00dcberlegungen zitiere ich gerne aus Wolfgang Niedeckens \u201eVerdamp lang her\u201c:<\/p>\n<p>\u201eNit resigniert, nur reichlich desillusioniert.\u2028E bessje jet hann ich kapiert.\u201c<\/p>\n<p>Ich habe kapiert, dass die \u201eschweigende\u201c Mehrheit der Bev\u00f6lkerung am liebsten \u201eschweigt\u201c. Dass sie keineswegs mit dem Hass auf den Stra\u00dfen einverstanden ist, aber lieber hinter den Gardinen steht, statt selbst auf die Stra\u00dfe zu gehen. Dass die Frau an der Spitze dieses Landes das Schweigen zur Regierungsmaxime erhoben hat und sich gerade deshalb alternativloser Beliebtheit erfreut. Dieses Schweigen wird \u00fcber kurz oder lang zu einem \u201eSchweigen der L\u00e4mmer\u201c werden. Es soll dann nur niemand behaupten, er h\u00e4tte nichts gewusst oder er habe nichts tun k\u00f6nnen. Ich habe es oft genug gesagt. Das ist jetzt vorbei.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/\u201eSchweigen der L\u00e4mmer\u201c\">Nachtrag: \u201eSchweigen der L\u00e4mmer\u201c<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-300x134.jpg\" alt=\"otto\" width=\"300\" height=\"134\" class=\"alignnone size-medium wp-image-573\" srcset=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-300x134.jpg 300w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-100x45.jpg 100w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-150x67.jpg 150w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-200x90.jpg 200w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-450x202.jpg 450w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto-600x269.jpg 600w, https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/otto.jpg 614w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <\/p>\n<div style=\"float:left;margin-top: 20px;\"><span style=\"background-color:rgb(248,109,14);padding:30px;margin-left: 30px;\"><a style=\"color:white;font-size:20px;\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/foerdermitgliedschaft\/\">F\u00f6rdermitglied werden<\/a><\/span><\/div>\n<p><br style=\"clear:both;\" \/><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_758 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_758')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_758').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"action\":\"like\",\"language\":\"de_DE\"},\"twitter\":{\"reply_to\":\"\",\"tweet_text\":\"%20%C3%9Cber%20die%20Feinde%20der%20Meinungsfreiheit%20und%20der%20Demokratie%20%20%E2%80%93%20Teil%20II%20...\",\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"language\":\"de\",\"referrer_track\":\"\"}},\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/publikumskonferenz.de\\\/blog\\\/ueber-die-feinde-der-freien-meinungsfreiheit-und-der-demokratie-teil-ii\\\/\",\"post_id\":758,\"post_title_referrer_track\":\"%C3%9Cber+die+Feinde+der+Meinungsfreiheit+und+der+Demokratie++%E2%80%93+Teil+II\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zun\u00e4chst der harmlose Teil: Dass der Frust \u00fcber missliebige Verlautbarungen von allen Seiten zuschlagen kann, merkt man schnell, wenn man sich gewagten Themen annimmt, die mehr als nur Randgruppen betreffen und man dar\u00fcber hinaus die Dreistigkeit besitzt, sich zu diesem &hellip;<\/p>\n<p class=\"read-more\"> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/ueber-die-feinde-der-freien-meinungsfreiheit-und-der-demokratie-teil-ii\/\"> <span class=\"screen-reader-text\">\u00dcber die Feinde der Meinungsfreiheit und der Demokratie  \u2013 Teil II<\/span> Weiterlesen &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":759,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[223,5,80,131,225,108,224,155,136,222,219,147,221,226,132],"class_list":["post-758","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news","tag-heimeohnehass","tag-ard","tag-demokratie","tag-gdl","tag-grundrechte","tag-hetze","tag-kolumne","tag-medienkritik","tag-meinungsfreiheit","tag-neu-rechte","tag-oeffentlichkeit","tag-publikumskonferenz","tag-putin-troll","tag-ttip","tag-weselsky"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/758","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=758"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/758\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2764,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/758\/revisions\/2764"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/759"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=758"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=758"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=758"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}